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Full text of "Stern 1968 Heft 35"

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HEFT Nr. 35 HAMBURG, 1. SEPTEMBER 1988 - 1,- DM - / 


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| Printed in Germa 


Großbritantien: sh 3/6 
200 Lire « Spanien? ?tas 30,— 


25 inkl. ons. G 


- Italien: 


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iz: sfr 1,20 





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HAUS BERGMANN 


tL8 9H 





Guter Geschmack kommt nicht von ungefähr. 

Schon gar nicht, wenn er über Jahre 

immer wieder gleich gut ist — wie bei HB. 

Dazu gehören Erfahrung, Sorgfalt und 

beste Verbindungen zu allen Tabak-Märkten der Welt. 
Und die hat Haus Bergmann. 


VON HAUS © BERGMANN 





Frohen Herzens 
genießen - 
HB ist mild 

‘ und schmeckt 











Da habe ich 
überhaupt keine Sorgen... 











[M / | 
honhons zn 


wird die nächsten Wahlen 


Prominenten ' verlieren... 
in den Mund geschoben 
von Erhard Kortmann 


x 












... sonst 
geht die SPD aber in 
Opposition! 





Pe. 


Der Bundesgeschäftsführer der SPD und Entwicklungshilfe-Minister Hans-Jürgen Wischneski 
im Gespräch mit dem argentinischen Wirtschaftsminister Alberto Krieger 


Es gibt viele gute Margarinemarken. 


Aber Sie finden keine, die Ihren Kuchen 


zarter und lockerer macht als Sanella. 









locker der Teig. Und so gelingt Ihnen auch der Streuselkuchen, 
wenn Sie mit Sanella backen. Einfach prächtig. 


Wenn es ums Backen, Braten, Kochen geht, gibt es keine 
bessere Margarine als Sanella — aus hochwertigen Ölen und Fetten. 








stern 3782 


An Chefredakteur Henri Nannen, 


2 Hamburg 1, Pressehaus 





Warum nicht zwei 
Millimeter mehr? 


STERN — Titelbild Nr. 32: »Rita 
Scherrer — Ein neues Gesicht im 
deutschen Film« 


Immer wieder nackte oder 
halbnakte Damen. Wie 
wäre es denn, wenn mal ein 
schöner unbekleideter Mann 
auf den nächsten Titelseiten 
erscheinen würde? Das wäre 


bat 






in au 


Sind Frauen 
wirklich 


schlechtere 
Autofahrer ! 





2200km 
durch die DDR 


Kann dan Prager Beine) 


STERN-Titelbild Nr. 32 


doch eine angenehme Ab- 
wechslung und sicher im 
Sinne vieler Leserinnen. 


ERIKA GRUBER 
Spiekeroog 


Ein neues Gesicht im deut- 
schen Film? Ein neuer Hin- 
tern im deutschen Film! 
CHRISTIANE MEIER 


Grafikerin 
Offenbach/Main 


Nicht jeder Reim ist ein 
Gedicht — nicht jeder Dings- 
bums ein Gesicht! 
MARIANNE GROSS 
Wetzlar 


Wenn meine Kenntnisse 
nicht trügen, hätte Ihre Kauf- 
anreißerin ohne Verstoß 
gegen die Zensurbestimmun- 
gen noch mindestens zwei 
Millimeter in den Fotovor- 
dergrund treten können, was 
nach meiner Schätzung für 
Sie zwanzigtausend mehr- 
verkaufte Exemplare und für 
das Modell einen Zweijahres- 
Filmvertrag bedeutet hätte. 
Wo bleiben Mut und Ge- 
schäftssinn? 


HANS KRAUSE 
Assessor 
Tübingen 

Fräulein Scherrer hat für 
einen Akt keinen ausrei- 
chend schönen Körper — zum 
Kleidertragen mag er vor- 
bildlich sein. 


HELMUT KRAMER 
Dipl.-Ing. 
Berlin 37 
Ich würde vorschlagen, 


auch einmal unsere Politiker 
in dieser Aufmachung zu zei- 
gen. Das wäre wie im Para- 








dies! Aber wenn ich bitten 
darf, ohne Feigenblatt! 


CHRISTIANE HOYER 
Ludwigsburg 


Ungetrübte 
Freude 


STERN Nr. 32: „Der Traum vom 
eigenen Strand“ — Bericht über 
Swimming-pools 


Bei uns scheut man nicht 
den direkten Hinweis an 
seine Pool-Gäste, das Was- 
ser nicht zu verunreinigen. 
Es gibt in den Geschäften 
Schilder und sogar Hand- 
tücher mit der Aufschrift zu 
kaufen: „Bitte pinkeln Sie 
nicht in unseren Swimming- 
pool, wir schwimmen ja auch 
nicht in Ihrer Toilette.“ 


RALPH HUTTON 


Santa Barbara/Kalifornien 


Abgeordnete 
im Wunderland 


STERN Nr. 32: Henri Nannen be- 
richtete über seine Reiseeindrücke 
in Griechenland sowie über sechs 
CDU- und FDP-Abgeordnete, die 
sich auf Kosten des Athener Regi- 
mes hatten einladen lassen 


Die schon bekannte Reise- 
freudigkeit bestimmter Spit- 
zenpolitiker unserer Demo- 
kratie in Diktaturen wurde 
in ihrem Bericht wieder 
etwas aufgefrischt. 

Allerdings ging es nicht in 
östliche Diktaturen — etwa 
zum Zweck der Verständi- 
gung oder Information —, 
sondern nach den „christ- 
lichen“ wie Portugal und 
Spanien jetzt in eine „mili- 
tärische“. Ich nehme an, hier 
kommt nur Positives zu- 
tage, ging die Reise doch mit 
Frau oder Sohn und um- 
sonst. 

Von Werbeagenturen auf- 
gemachte Reiseprospekte 
brauchen wir nicht! 


FRIEDRICH LECHNER 


Nürnberg-Kleinreuth 


Nach dem Putsch habe ich 
mich selber oft gefragt, war- 
um gerade dieser mich so er- 
schreckt und entsetzt hat. 
Wir sind doch — leider — 








Diktaturen „gewöhnt“, wel- 
che auch immer, damals und 
jetzt. 

DR. ILSE MÜLLER 

Berlin 41 


Es gab mal eine Zeit, da 
brachte der STERN Bilder 
von den KZ-Inseln aus dem 
Griechenland der Obristen 
und beschwor den deutschen 
Michel, fahre nicht dort hin. 


WALTER LEHN 
Döringheim/Main 


Jeder, der dieses Land 
kennt, entweder darin ge- 
boren wurde oder es regel- 
mäßig bereiste, erzählt von 
dem positiven Umschwung, 
der sich dort ereignet hatte, 
nach den geradezu skanda- 
lösen früheren Verhältnissen. 

Madame „Sonntags nie“ 
verlor zwar ein paar Privi- 
legien in Griechenland. Sie 
weint ihnen nach, verständ- 
lich. 

Aber denkt sie einmal 
darüber nach, daß auch ihr 
Großpapa, immerhin Bürger- 
meister der Hauptstadt, 
ebenso wie ihr Papa*) es 
doch mit in der Hand hatte, 
der Verelendung seines Lan- 
des zu steuern? Warum 
taten sie es nicht? 


EDELGARD V. BACZKO 
Hamburg 39 





*) bis 1967 Abgeordneter, zeitwei- 
lig Innenminister Griechenlands. — 
Red. 


Lassen Sie mich Ihre Ein- 
drücke ergänzen: 
e DieMilitärregierung hat das 
griechische Volk über Nacht 
zum willigsten und glücklich- 
sten Volk Europas gemacht. 
Wie hätten sonst die Grie- 
chen so schnell ihre schlech- 
ten Gewohnheiten (wie z. B. 
das Recht auf Kritik an der 
Regierung und den Willen, 
sich frei zubewegen) von sich 
abschütteln können, wenn 
sie nicht plötzlich eingesehen 
hätten, daß sie früher 
in einer parlamentarischen 
„Hölle“ gelebt hatten? 
e Züge, Post und Behörden 
verkörpern die Pünktlichkeit 
selbst. Die einzige Aus- 
nahme: Die Sicherheits- 


polizei. Sie kommt meistens 
früher, als man sie erwartet. 





Für Prospekte ungeeignet: KZ-Insel Jaros 





Zur Entschuldigung über- 
reicht sie jedoch kleine, zum 
Teil recht ausgefallene An- 
denken (Narben, Krüppel- 
stöcke, Gebisse). Für manche 
war das Geschenk so pas- 
send, daß sie vor lauter 
Freude einen Herzschlag er- 
litten haben. 

MICHAEL KAITATZIDIS 
Dipl.-Ing. 

Bremen-Aumund 


Grüße an 
Rudi Dutschke 


STERN Nr. 31: „Rudi Dutschke 
spielt Krocket” — Der SDS-Ideo- 
loge macht Genesungsurlaub in 
Italien. 





Ich habe mich sehr gefreut, 
durch den STERN zu erfah- 


Bauherr als 
Sparkommissar 


STERN Nr, 29: Baujournal — »Mich 
haben sie nicht reingelegt« — Ein 
Bauherr senkte seine Kosten um 
50 000 DM 


Sollte der Bauherr dieses 
Einfamilienhauses ein Nicht- 
fachmann sein, so wird er 
erstaunt sein, wenn er 
irgendwelche auftretenden 
Mängel innerhalb von zwei 
Jahren einklagen will, oder 
er wird feststellen, daß er 
beim Hinzuziehen von ande- 
ren Fachkräften zur Be- 
hebung von Schäden die ein- 
gesparten 50000 Mark be- 
stimmt wieder zuwenden 
muß. 


ERNST KASTRUP 


Architekt B.D.A. 
Bielefeld 


Jeder Notar ist doch als 
Träger eines öffentlichen 
Amtes verpflichtet, die in der 
Kostenordnung vorgeschrie- 
benen Gebühren zu erheben. 
Wenn der Notar in dem ge- 
schilderten Falle also Kosten 
für die Hinterlegung des 
Kaufpreises verlangte, so 
handelte er pflichtgemäß in 
Erfüllung der gesetzlichen 
Bestimmungen, Wenn er da- 
gegen später auf diese Ge- 
bühren verzichtete, so be- 





ren, daß es Rudi Dutschke 
gut geht, und daß helfende 
Hände für ihn da sind. 


Ich bin der Meinung, daß 
es auch in der älteren Gene- 
ration, zu der ich gehöre, 
Menschen gibt, die Rudi 
Dutschke gut gesonnen sind, 
unter anderem wegen seiner 
Unerschrocenheit, mit der 
er vieles so herausstellte, 
wie es gerade auch hier in 
Berlin notwendig war, und 
die ihm, gleich mir, alles er- 
denklich Gute wünschen. 

Was würde diesmal aus 
Deutschland werden, wenn 
statt dessen die Korpsstu- 
denten weiter vorankommen? 


ELISABETH ROESE 
Berlin 28 


Studenten im Vollwichs 





ging er eindeutig eine Pflicht- 
widrigkeit. 

Es sei am Rande noch dar- 
auf hingewiesen, daß jeder 
Notar der Dienstaufsicht des 
zuständigen Landgerichts- 
präsidenten unterliegt und 
daß dieser die Dienst- 
geschäfte eines Notars in 
regelmäßigen Abständen — 
insbesondere auch hinsicht- 
lich seiner Gebührenberech- 
nungen — überprüft. 


KARL A. PICKERT 


Rechtsanwalt und Notar 
Berlin 44 


Nur ein 


Erinnerungsfoto 


STERN Nr. 12: »Er kam im Knast 
um seine Manneskraft« 


In Ihrem Bericht über den 
Häftling Albert Kaster, der 
durch eine Namensverwechs- 
lung im Gefängnis mit Medi- 
kamenten entmannt wurde, 
veröffentlichten Sie auch ein 
Foto von Kaster und mir — 
als Ehepaar. Ich war seiner- 
zeit jedoch nicht mehr die 
Ehefrau des Albert Kaster, 
so daß sein Pech für mich 
nicht — wie Sie schrieben — 
„peinlich“ sein konnte. 
ANNA NEUDERT 


Ehestetten 
Hauptstraße 32 























AT 3/68 


ebensmittelsaub 
(mit Fettlöser) >. 





„Meine Töpfe -und Pfannen können 
sich sehen lassen. Alles blank und 
so appetitlich frisch, wie es sich in 
der Küche gehört." 


Auf den Fettlöser kommt es an. 
ATA mit Fettlöser macht gründlich 
Schluß mit Fettresten und Krusten. 
Töpfe, Pfannen, Brettchen - alles 
wird ganzleicht appetitlichsauber- 
lebensmittelsauber. 


V Dose DM -,65 
7 Große Dose DM 1,- 





Siermpersonalien 





Mathias Brandt, 6, jüngster Sohn des Bundesaußenministers, spazierte 
Hand in Hand mit Sybille Ahlers, 6, Tochter von. Regierungssprecher 
Conrad Ahlers, in den ersten Schultag. Sybille Ahlers auf die Frage 
ihres Vaters, was sie in der Schule über seinen Beruf sagen werde: 
„Ich sage, du bist beim ‚Spiegel‘.“ Ahlers: „Das stimmt doch nicht 
mehr.“ Sybille: „Ich sag’ das einfach, das andere ist mir zu kompliziert.“ 


Klaus von Dohnanyi, 40, Staats- 
sekretär im Bundeswirtschafts- 
ministerium, bewundert Kon- 
stitution und Ausdauer seines 
57jährigen Chefs Professor Schil- 
ler, dem er seit sechs Monaten 
dient. Der sportliche SPD-Ade- 
lige, Teilhaber des Marktfor- 
schungsinstitutes „Infratest“ in 
München: „Ich dachte immer: 
Das schaffst du leicht, du bist 
in Form. Aber wenn drei Tage 
und drei Nächte durchgearbeitet 
worden ist, dann muß ich mal 
schlafen — der Minister nicht.“ 
Erstes Opfer des Arbeitstempos 
im Wirtschaftsministerium wurde 
Schillers zweiter Staatssekretär, 
Dr. Johann Baptist Schöllhorn: 
Er lag drei Wochen mit einem 
Kreislaufkollaps danieder und 
trat dann einen längeren Urlaub 
an. Die Ursache von Schöllhorns 
Ausfall wurde selbst im Ministe- 
rium streng geheimgehalten. Die 
offizielle Version hieß, der Staats- 
sekretär habe eine fiebrige Hals- 
entzündung. 






Foto: Heinz Engels 


PZ 


Desmond McAnally, 42, Farmer 
in Staplehurst (Süd-England) be- 
schwerte sich bei der britischen 
Post, weil man ihn ins Telefon- 
buch falsch mit zwei Buchstaben 
zuviel als McAnnalley eintragen 
wollte. Er erhielt daraufhin von 
der Post ein Entschuldigungs- 
schreiben, das an Mr. MacAnelly 
gerichtet war. Auf den erneuten 
Beschwerdebrief des Farmers hin 
versicherte die Post, alles sei ein 
Versehen und der Name werde 
nunmehr richtig eingetragen wer- 
den. Der Brief war an Mr. Mc- 
Anneley gerichtet. 


Kai-Uwe von Hassel, 55, Ver- 
triebenenminister, mußte beim 
Abflug zu einer mehrwöchigen 
Afrika-Reise 300 Mark für Ge- 
päck-Übergewicht bezahlen. Sei- 
ne Mitarbeiter hatten dem Foto- 
amateur Hassel so viele Spezial- 
kameras nebst Zubehör einge- 
packt, daß die Waage 17 Kilo 
Übersoll auswies. 


Hermann Schmitt-Vockenhau- 
sen, 45, SPD-Abgeordneter, 
wurde von den Parlamentssteno- 
grafen als schnellster Fünf-Mi- 
nuten-Redner ermittelt. Schmitt- 
Vockenhausen („HSV“) kommt 
beim Fünf-Minuten-Dauerreden 
im Bundestag auf 320 Silben pro 
Minute und überrundet damit 
die bisherigen Schnellsprecher 
Franz Josef Strauß, Richard Jae- 
ger und die verstorbenen Politi- 
ker von Brentano und Seebohm. 
„HSV“, der kürzlich den Steno- 
grafentag in Karlsruhe besuchte, 
meinte auf die Frage, was er 
ausgerechnet bei den Stenogra- 
fen zu suchen habe, schnell: „Ich 
will mich eigentlich nur über- 
zeugen, daß die Leute auch noch 
so schnell schreiben können, wie 
ich rede.“ 





2 Ne y ei 


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Jean Seberg, 29, US-Filmstar und in zweiter Ehe mit dem Pariser 
Schriftsteller Romain Gary verheiratet, spielt in „Vögel sterben in Peru“ 
eine Nymphomanin. Das Farblichtspiel, in dem ihr Mann zum ersten- 
mal Regie führt, soll nach Gerüchten aus Filmkreisen die Geschichte 
seiner eigenen Ehe sein. Das Werk fiel so drastisch aus (Foto: Jean 
Seberg mit einem der vielen männlichen Darsteller), daß Gary bis zur 
letzten Instanz mit der Zensur um die Freigabe kämpfen mußte. 








Johannes XXlIll., 1963 verstor- 
bener Papst, wurde postum zum 
Wunderheiler. Als eine Statue 
des Heiligen Vaters in Wroclaw 
(früher Breslau) enthüllt wurde, 
schrie plötzlich ein Krüppel auf, 
warf seine Krücken fort und 
konnte wieder laufen. Die Statue 
(Foto) war gegen den Widerstand 
der katholischen Kirche Polens 
von der kommunistischen Partei 
aufgestellt worden. Das Argu- 
ment der Kirche für ihren Pro- 
test: Es gehe nicht an, daß die 
KP katholischer sei als die Ka- 
tholiken. 


Kurt Georg Kiesinger, 64, Ur- 
lauber am Bodensee, wurde in 
Kreßbronn von dem Obstbauern 
Georg Stoppel unmißverständ- 
lich über die große Pflaumen- 
schwemme in der Bundesrepu- 
blik unterrichtet. Stoppel, 59, 
überreichte Kiesinger einen Korb 
mit Pflaumen und einen Zettel: 
„Herr Bundeskanzler, wir haben 
so viele Pflaumen in Deutsch- 
land, wir brauchen keine frem- 
den.“ Kiesinger, vom Obstbau- 
ern über die Absatz- und Preis- 
probleme auf dem Obstmarkt 
belehrt, gab zu: „Das ist ein 
Jammer“ und bat Stoppel, ihm 
auf jeden Fall zu schreiben, wie 
er die Pflaumen verkauft habe. 
Stoppel später zu Verwandten 
über Kiesinger: „Mit dem Ma 
kann ma rede.“ 


Georg Leber, 47, Bundesver- 
kehrsminister, inspizierte im 
Ruhrgebiet Autobahn-Baustellen 
und sprach mit Arbeitern. Einer 
redete den Minister unentwegt 
mit „Schorsch“ an. Leber nahm 
es nicht krumm: „Ja, ich kenne 
dich doch, du hast früher bei mir 
pünktlich den Gewerkschaftsbei- 
trag bezahlt!“ Der Minister, vor 
seiner Berufung nach Bonn Vor- 
sitzender der Gewerkschaft „IG 
Bau-Steine-Erden“, wollte dann 
wissen, „wie die Stimmung 
auf'm Bau“ heute sei. „Ein Ka- 
sten Bier wäre gut“, war das 
einzige Echo. Leber griff nach 
dem Portemonnaie und schüttete 
das ganze Geld aus. Es reichte 
für zwei Kästen Bier. Der Mi- 


-nister mahnend: „Aber nicht be- 


saufen...“ 


Foto: Blake Baker 


Ein weicher Weinbrand 
braucht keinen Anlaß. 


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Kein Feiertag — keine Feier. Zeitunglesen ist Anlaß genug 
für ein Gläschen Chantre. Denn Chantre ist mild 


und bekömmlich — seine Blume voll und rund. Chantre — der 
& ® 
ienn weich schmeckt imme 


große weiche Weinbrand. Man fühlt sich wohl, 


wenn man ihn trinkt. Deshalb bleiben Sie dabei 
Jeden Tag ein Gläschen... oder zwei. 





Fritz Wolf 


Der Mensch lebt nicht so gern allein... 


ROSESTOCK HOLD ERBLÜH- 
WENN ICH MEIN MÄPEL SEH... 


Trotz einer beängstigenden Überalterung 
bestimmter Vereine... 


HEIRATE DOCH DEINEN 
SCHRIETFÜHRER, 
DU NIETE } 


Allabendlich opfern Millionen Männer 
Freizeit und Familienleben ... 


ICH NICHT MEHR DEIN 


SEIT HEUTE ABEND Bin 
"KLEINER KASSIERER! 


... mit der Wahl eines neuen Vorstandes... 


Ein LEBEN ZU ZWEIT 
KANN DIR DOocH NICHT 
EnIG GENÜGEN ! 


... trotz der Ignoranz 
hoffnungsloser Einzelgänger ... 


Von DEN GEWÖHNLICHEN 
VEREIEN UNTERSCHEIDEN WIR 
uns DADURCH, DASS WIR 

EIN CLUB SIND! 


... um sich je nach Einkommen 


einem der 60000 Vereine anzuschließen. 


ICH DARF DIESES JAHR 
WIEDER DEN NIKOLAUS 


... und der Vergabe der Ehrenämter. 


DER DURBRIDGE vERGEH 
UNSER VEREIN DER BESTEHT 
seit 1873 ! 





... und trotz zeitweiliger Rückschläge blüht 
das deutsche Vereinsleben wie eh und je! 


ICH GLAUBE, DA 
KOMMT DEIN 
A. VORSITZENDER 














Krönung des Vereinslebens 
ist die Jahreshauptversammlung ... 


All das Vereinsmeierei zu nennen 
ist eine böswillige Verleumdung. 





stern|s| 


Limonen. Kennen Sie Limonen? 
Die herbsten, kühlsten Früchte der Welt. 


Die neue Fa ist voll von ihrem herben, 
frischen Duft. 






Das macht hellwach, belebt, geht unter 
die Haut, ist erfrischend wie ein Bad 
im Ozean. 


tel: 


dlie frische 


ra 


BELEBT UND PFLEGT 





Na los, wenn der Ozean nicht zu Ihnen 
kommt, dann holen Sie ihn doch - mit der 
wilden Frische dieser neuen Fa. 

Fa - durch und durch marmoriert. 








stern 


magazin 


Heft 35 im 21. Jahr‘ 
27. Aug. bis2. Sept. 1968. 
Heftumfang 148 Seiten 
Auflage 1 917 385 (11/1968) 





Der Überfall auf die CSSR 


Henri Nannen: Dies ist nicht die 














Stunde der Kalten Krieger 12 
Einmarsch in Prag 14 
Erich Kuby: 

Sie malten Hakenkreuze an die Panzer 24 
Amadeus: Deutscher Marschtritt drönnt 

durch Prag 127 


Politik und Reportagen 


Ist der Herzchirurg Professor Barnard ein 











Kasper der Medizin? 26 
George F. Kennan, Amerikas berühmtester 
Diplomat, veröffentlicht seine Memoiren 50 





Ein schwedischer Flieger riskiert sein 

Leben, um Lebensmittel und Medikamente 

nach Biafra zu bringen 118 
Der griechische Ministerpräsident 

steht im Verdacht, ein Attentat auf sich 

selbst bestellt zu haben | 123 
Bonn zahlt 80 Millionen Mark für Obst und 
Gemüse, das in den 




















EWG-Ländern auf den Müll wandert 124 
Bericht aus Bonn 129 
Wissenschaft 

Professor Grzimek ärgert wilde Tiere 30 





Die Frage an den Experten: 
Soll man mit vollem Magen baden gehen? 90 





Humor und Satire 
Fritz Wolf: Der Mensch lebt nicht 











so gern allein... 9 
Das vierte Programm 58 
Lexikon der Erotik 89 


Menschen und Schicksale 


Sportwagenfan verursachte einen Unfall, 

















durch den neun Menschen starben 126 
SERIE: Eva Windmöller, 

Die geschiedene Frau 106 
Justiz und Kriminalität 

Schade, daß der Herr ein Räuber ist 46 
Erlaubt — verboten — strafbar 49 





Gesellschaft, Film und Mode 


Romy Schneider und ihr Ex-Verlobter 
Alain Delon filmen gemeinsam in St.-Tropez 40 


Gunter Sachs will sich von BB doch noch 
























































nicht scheiden lassen wi 122 
Motor und Sport 

B. Busch: Ist der Ro 80 ein Säufer? 115 
Die Skandalchronik des Berliner 

Fußballvereins Hertha BSC 120 
Ständige Rubriken 

Sebastian Haffner: Der dritte Mann 116 
Diese Woche 118 
Horoskop 86 
Die Frage an den Experten 90 
STERN-Küche 92 
STERNchen für kleine Leser 101 
STERN-Rätsel 110 
Impressum 85 
Roman 

Eric Malpass: Wenn süß » 

das Mondlicht auf den Hügeln schläft 130 
Journal 





Alles über Versicherungen 61-84 


EVA WINDMÖLLER 


Erfahrungen 
mit Frauen | 
und Adenauer (" 












Ich habe viele Menschen interviewt, auch bedeutende und schwierige, was meist das- 
selbe ist. Konrad Adenauer zum Beispiel war sehr schwierig, weil er immer so malizi- 
öse Gegenfragen stellte. Der Boxer Cassıus Clay hängte mich in Chicago auf unfeine 
Weise ab, indem er einfach schneller lief als ich. Und der Sänger und Schallplatten- 
millionär Charles Aznavour war der ekelhafteste von allen: Er sagte rundheraus, 
Frauen über zwanzig hätten überhaupt keine Zukunft mehr. Und doch: Sie waren 
zwar schwierig, die Prominenten, aber sie haben doch wenigstens etwas gesagt! 

Daran mußte ich in den letzten Wochen denken, als ich auszog, geschiedene Frauen zu 





E ara EEE EUR 
Im Gespräch mit Cassius Clay — bevor er davonrannte 





interviewen. Frauen klatschen gern, 
sagt man. Nun, die Dutzende von 
Frauen, die ich in bundesdeutschen 
Dörfern und Städten über ihre Schei- 
dung ausgefragt habe, taten es nicht. 
Ich mußte reden wie ein Versiche- 
rungsvertreter, bis endlich ein erstes 
Gespräch zustande kam, das gewöhn- 
lich nichts ergab außer der Verabre- 
dung zu weiteren Gesprächen. Im 
Durchschnitt waren es drei: eins im 
Cafe, eins beim Essen, das längste zu 
Hause. Viermal bin ich, ein Opfer der 
Pflicht, zu einer ländlichen Friseuse 
mit vielversprechendem Schicksal ge- 


gangen und habe mich geduldig entstellen lassen; erzählt hat sie mir nichts. Jede Schei- 
düng ist eine Niederlage, und Niederlagen gibt man nicht zu. 
Daß am Ende dann doch eine Reihe von Frauen darüber gesprochen haben, zuweilen 


mit verblüffender Direktheit, schrei- 
be ich zwei Umständen zu: Erstens 
gibt es erschreckend viele Menschen 
unter uns, die niemanden haben, 
mit dem sie reden können, und da 
reden sie aus Verzweiflung sogar 
mit einer Journalistin. Und zwei- 
tens gibt es weibliche Wesen, die 
aus eigener bitterer Erfahrung ihre 
weniger erfahrenen Mitmenschen 
vor Fehlern warnen wollen. Die 
sind am interessantesten und haben 
auch am meisten nachgedacht. Das 
werden Sie sofort merken, wenn 
Sie auf Seite 106 dieses STERN 
»Die geschiedene Frau« aufblättern. 





Die Sternreporterin interviewt Marie-Luise Kiesinger 


1] 


HENRI 





ls uns in der Nacht zum letzten Mitt- 

woch die Nachricht vom Einmarsch 
der Sowjets in die Tschechoslowakei 
aufschreckte, — als wir in den Morgen- 
stunden telefonisch noch nach Prag 
durchkamen und Freunde weckten, die 
nicht wußten, daß die sowjetischen 
Panzer schon vor ihren Häusern stan- 
den, — als das Radio der DDR mit 
zynischer Verlogenheit beteuerte, die 
Truppen des Warschauer Paktes seien 
„vom tschechoslowakischen Bruder- 
volk zu Hilfe gerufen“ worden, — als 
klar wurde, daß wieder einmal deut- 
sche Soldaten dort einmarschierten, 
deutsche Soldaten nach Lidice, nach 
Theresienstadt — da kroch die kalte 
Wut in mir hoch. 


Ungarn, das hatte ich noch verstanden. 
Da war eine Revolution gewesen, eine 
blutige Abrechnung mit den kommu- 
nistischen Machthabern. Was anders 
hätte die Sowjetunion tun sollen, wenn 
sie sich nicht selbst aufgeben wollte. 
Da stand sie vor der Frage, ob sie sich 
für ein paar Jahre die Verachtung der 
Welt zuziehen oder ob sie den totalen 
Zusammenbruch des kommunistischen 
Systems riskieren mochte. Kann man 
von Machthabern, gleich welcher Cou- 
leur, ernsthaft erwarten, daß sie zum 
politischen Selbstmord bereit sind? 


Was Bismarck Realpolitik nannte, ist 
dies: sich in die Lage des anderen ver- 
setzen und überlegen, was man selbst 
in dieser Lage tun würde. Die Ameri- 
kaner in Vietnam haben nicht anders 
gehandelt als die Russen in Ungarn, 
und die Engländer in Biafra tun es 
ohne Notwendigkeit. Wer würfe den 
ersten Stein? 


ber die Tschechoslowakei, das war 

anders. Kein Dub£ek, kein Smrkovs- 
ky wollte den Sozialismus zum Einsturz 
bringen. Im Gegenteil. Vor wenigen Ta- 
gen hatten wir im STERN eine Gruppe 
von Chefredakteuren aus der CSSR zu 
Gast. Von Aufweichung, von bürger- 
lichem Revisionismus war da nichts zu 


NANNEN 


Dies ist nicht die Stunde 
der Kalten Krieger 


hieber Idemlun ' 


spüren. „Wir werden den Sozialismus 
erst attraktiv machen“, sagte einer, 
„denn wahrer Sozialismus ist ohne die 
Freiheit des Menschen nicht denkbar.“ 


Und nun rasselten die sowjetischen 
Panzer durch Prag. Das war nicht „die 
Sorge um die sozialistischen Errungen- 
schaften des Brudervolkes“, das war 
nackter sowjetrussischer Nationalis- 
mus. Nach China, Jugoslawien und Al- 
banien, nach den außenpolitischen Ei- 
genmächtigkeiten der Rumänen nun ein 
humanistischer demokratischer Sozia- 
lismus der Tschechen und Slowaken — 
das hatte die russische Hegemonie in 
Frage gestellt. Und nun reagierte Mos- 
kau wie eine imperialistische Groß- 
macht: jäh rutschte ihm die Maske der 
internationalen Solidarität vom Ge- 
sicht. Und die Speichellecker von Pan- 
kow waren die ersten, die den bruta- 
len Machtwillen der sowjetischen Zen- 
trale zum „Kampf für die Sache des 
Friedens“ umfälschten. 


ie kalte Wut kroch in mir hoch. Wer 

hätte anders reagiert. Und die Ver- 
zweiflung, daß nun alle Entspannungs- 
politik umsonst gewesen war. So hatte 
die Politik der Härte am Ende doch 
recht gehabt! Also kein Atomsperr- 
vertrag mehr, Nixon gewählt, und was 
uns anging: keine Verhandlungen mit 
Pankow — wer könnte es unter diesen 
Umständen noch ertragen, daß Bundes- 
wirtschaftsminister Schiller mit dem 
„Zonenminister“ Sölle spräche? Nein, 
dies schien die Stunde der Kalten 
Krieger zu sein. 


Aber gemach! „Hütet euch davor zu 
glauben, man könne Weltmächte zu- 
rückwerfen, wenn man nur recht 
schneidig auftrete.“ Der das sagte, war 
der Realpolitiker Bismarck, und er 
steht wohl nicht in dem Verdacht, ein 
politischer Weichling gewesen zu sein. 
Also kalten Kopf statt kalter Wut. 


Was wäre denn geschehen, hätte der 
Westen die Politik der Stärke konse- 
quent betrieben und alle kommunisti- 


schen Staaten wie einen monolithi- 
schen Block behandelt, mit dem man 
nicht spricht? Tito wäre in Moskaus 
Arme getrieben worden. Ungarn wäre 
nicht passiert — und Ungarn nach dem 
niedergeschlagenen Aufstand ist im- 
merhin nicht das Ungarn von vorher. 
Ebenso wie die Tschechoslowakei von 
morgen nicht die Tschechoslowakei 
von. vorgestern sein wird. Rumänien 
hätte keine eigene Außenpolitik. Und 
Moskau hätte sich nicht decouvriert. 


ohnt das weitere Entspannungsbe- 

mühungen? Es lohnt sie allein des- 
halb, weil uns andere Möglichkeiten gar 
nicht zur Verfügung stehen. „Man ge- 
winnt nie etwas damit, einen Gegner 
bloß durch Worte zu reizen, wenn man 
nicht mehr als Worte bei der Hand 
hat.“ Auch dies ist ein Satz von Bis- 
marck. Und es ist ein Satz der poli- 
tischen Vernunft. 


Wie leicht, wie populär, wie billig 
wäre es jetzt, nur in den Chor der 
Empörung einzustimmen. Und wel- 
chen Dienst erwiese man Herrn Ul- 
bricht damit. Denn keine Internatio- 
nale ist so mächtig wie die Interna- 
tionale der Kalten Krieger. 


Machen wir uns deshalb nichts vor. 
Deutschland ist gespalten, die DDR ist 
eine Realität, die weder mit starken 
Worten noch mit kalter Verachtung aus 
der Welt zu schaffen ist. Es ist an uns, 
keinen Zoll unserer demokratischen 
Freiheit preiszugeben und dennoch mit 
der anderen Seite geduldig im Ge- 
spräch zu bleiben. Und wenn nichts 
dabei herauskäme als dies: daß unsere 
freiheitliche Demokratie stark genug 
ist, die Konfrontation nicht zu scheuen. 


Herzlichst Ihr 


weltweit orientiert 
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Prag, 21. August 1968: Auf dem Wen- 
zelsplatz sind sowjetische Panzer 
aufgefahren. Acht Monate nach dem 
Beginn des »Prager Frühlings« er- 
sticken die Invasionstruppen derWar- 
schauer-Pakt-Staaten den Versuch 
der Tschechoslowaken, einen frei- 
heitlichen Sozialismus zu errichten — 
so wie Moskau 1953 in der DDR und 
1956 in Ungarn. Und zum zweitenmal 
erleben die Tschechen deutsche Sol- 
daten als Besatzer, diesmal an der 
Seite sowjetischer »Waffenbrüder« 


Sternreporter Erich Kuby 
und Hilmar Pabel (Foto) 
erlebten die Invasion 


= 











nmarsch\bain Prag 


‚und wieder sind die =; 
Deutschen dabeı een - 


[> 











Ohne Waffen 
gegen 
die Panzer 


Die Menge hat einen rus- 
sischen Panzereingekeilt, 
mit Farbkübeln beworfen 
und in Brand gesetzt. 
Umgeben von stummen 
feindseligen Gesichtern 
versucht die Besatzung, 
den Brand zu löschen 





Foto: Hilmar Pabel 


























Als Hitlers 
Soldaten kamen 


In Karlsbad acht Tage 
vor dem Überfall 


Walter Ulbricht war unter den Gegnern des 
Reform-Kommunisten Dubcek der unver- 
söhnlichste. Dementsprechend kühl wurde 
er begrüßt, als er am 12. August zu einem 
Gespräch mit Dubcek in Karlsbad eintraf. 
Er hatte die Stirn, vor den Fernsehkameras 
zu behaupten, die Abschaffung der Presse- 
zensur durch Dubcek beeindruckte ihn über- 
haupt nicht — »denn in der DDR haben wir 
keine Pressezensur, also konnten wir sie 
auch nicht abschaffen«. Im übrigen sprach 
das Kommunique des Karlsbader Treffens 
von »brüderlichen Beziehungen«. Acht Tage 
später fiel Ulbrichts Armee in Böhmen ein 


15. März 1939: Hitlers Wehrmacht marschiert 
in Prag ein. Mit Tränen ohnmächtiger Wut 
in den Augen stehen die Tschechen am 
Straßenrand. 30 Jahre später wiederholt 
sich die Tragödie der Invasion, und wieder 
sind deutsche Soldaten dabei 


FOTOS: CZECHOSLOVAK NEWSAGENEY 











Hand aufs Herz 
und »brüderliche« Worte 
für Dubcek — 
dann ließ Ulbricht 


marschieren 





‚Geht nach Hause, Faschisten!« 


Moskau erklärte der Welt, die sowjetischen Truppen seien einmar- 
schiert, »um dem tschechoslowakischen Brudervolk dringend Hilfe zu 
gewähren«. Aber es wurde kein jubelnder Einzug. Die Russen stießen 
auf Enttäuschung, Erbitterung und Haß. Alte Frauen reckten den Inva- 
sionstruppen Bilder von Dubtek und Svoboda entgegen, junge Män- 
ner versuchten, russische Offiziere von der wahren Lage zu überzeu- 
gen, andere mischten sich mit tschechischen Fahnen in die sowjeti- 
schen Kolonnen. Und zum Schluß gellte den Russen überall der Ruf 
»Geht nach Hause, Faschisten!« entgegen. Viele Sowjets glaubten, 
sie zögen ins Manöver, andere antworteten den Tschechen: »Wir ret- 
ten euch nur wie 1945 vor den Deutschen!« 


Fotos: Hilmar Pabel 


ER I En un ne 


















So endete 
der 
Prager Frühling 


Die Straßen Prags sind 
schwarz von Menschen, die 
sowjetischen Panzer glei- 
chen Inseln in einem toben- 
er EI EN ET BER SERIEN: 
voll von Schutt und Scher- 
ben, naß von Löschwasser 
und vom Blut der Toten und 
Verwundeten. Gestern noch 
war Prag eine Stadt der 
Hoffnung, jetzt ist es ein 
Ort der Verzweiflung 





RN 
Foto: Hilmar Pabe| 









Sie malten 
Hakenkreuze an 
die Panzer 


Augenzeugenbericht 


2dstern 


von 
Erich Kuby 





Junge Tschechen werden gegen die einrückenden Sowjetsoldaten handgreiflich. Auf 
die schon brennenden Panzer werfen die Demonstranten Kisten und gefällte Bäume. Die 
Russen halten sich zurück, aber an anderen Stellen schießen sie — zunächst ins Leere 


Nacht über das Hotel hinwegdon- 

nern, aber ich dachte mir nichts 
dabei. Kurz vor sechs Uhr erreicht 
mich ein Anruf, durch den ich die 
Besetzung der Tschechoslowakei 
erfahre. Eine Stunde später stehe 
ich hinter den Fenstern des Früh- 
stücksraums, und mit mir stehen 
dort etwa dreißig Geologen aus 
aller Herren Ländern, die zu einem 
Kongreß nach Prag gekommen 
sind. Wir blicken erstarrt auf die 
Straße hinunter, auf der Panzer 
hinter Panzer vorbeirollt. So brutal 
und so eindeutig habe ich seit Ende 
des Krieges keine Demonstration 
nackter Macht erlebt. 


Eine Viertelstunde später befinde 
ich mich in der Nähe des Rund- 
funkgebäudes, eines düsteren Baus, 
an dem keinerlei Hinweise auf 
seine Funktion zu erkennen sind. 


F hörte die Flugzeuge in der 


Prag ist inzwischen erwacht, und 
an dieser Stelle rotten sich zum 
erstenmal an diesem Tage größere 
Mengen junger Menschen zusam- 
men. Woher die Omnibusse und 
Lastwagen und Tankwagen kom- 
men, aus denen jetzt Panzersperren 
gebildet werden, ist nicht zu erfah- 
ren. Es dauert nur eine Viertelstunde, 
bis diese Hauptzufahrtstraße zum 
Wenzelsplatz — dem Zentrum der 
Stadt — hermetisch abgeriegelt ist. 
Ich beobachte einen Mann, der sich 
ausschließlich damit beschäftigt, die 
Reifenventile der für die Barrikade 
verwendeten Fahrzeuge zu öffnen. 


Immer mehr tschechoslowakische 
Fahnen tauchen in den Händen jun- 
ger Männer auf. Sie erklimmen die 
Dächer der Fahrzeuge und warten 
dort oben, Fahnen schwenkend, bis 
die ersten Panzer vor ihnen halten. 
Seit 1944, das heißt seit meiner Be- 


kanntschaft mit einer siegreichen 
amerikanischen Armee, habe ich nie- 
mals wieder Soldaten in einer so 
lässigen Haltung auf ihren Panzern 
sitzen sehen wie diese Sowjetrussen 
inmitten einer tobenden Volks- 
menge. 


Es sind nur wenige ältere Men- 
schen auf der Straße. In ihren Ge- 
sichtern steht helle Verzweiflung, 
und nicht wenige Frauen weinen. 
Eine alte Frau hält den Sowjets auf 
den Panzern ein Bild Dubceks ent- 
gegen und schreit immer wieder 
seinen Namen. 


Die Straße.aber gehört in diesem 
Augenblick nicht den Sowjets in 
ihrer ungeheuren Übermacht, son- 
dern den jungen Menschen, die den 
Soldaten mit Brüllen und Pfeifen 
entgegentreten. Schließlich drückt 


Weiter auf Seite 127 


Foto: Hilmar Pabel 


Tanken Sie einen. 
Im Aral Super ist jetzt ein 
Schuß Alkohol. 


Der Grund, weshalb Sie bald 
immer mehr fröhliche Autofahrer 
sehen, heißt Alkohol. Nicht Alko- 
hol im Blut. Sondern im Tank. 

berlegen Sie mal ganz nüch- 
tern, was Alkohol im Aral Super 
für Ihren Motor tun kann. 

Überall, wo Luft ist, ist Luft- 
feuchtigkeit. Im Tank und im gan- 
zen Kraftstoffsystem. Mit ihr 
kommt Korrosion. Alkohol macht 
Feuchtigkeit unschädlich. Schützt 
deshalb vor Korrosion. 

Der Motor lebt länger. 

Von außen und innen dringt 


ständig Schmutz in den Vergaser. 
Alkohol reinigt. Er hält die feinen 
Vergaserdüsen sauber und läßt sie 
nicht verstopfen. 

Der Motor läuft rund. 

Bei naßkaltem Übergangs- 
wetter kann es Störungen geben, 


die der Fachmann Vergaserver- 


eisung nennt. 
"Alkohol verhindert das. Weil 
er dafür sorgt, daß der Motor 


nügend Kraftstoff. 


halb wir unserem Aral Super 
einen kräftigen Schuß Alkohol 
(natürlich kann man ihn nicht trin- 
ken) zufügen. Isopropylalkohol. 
Wie kräftig? Das bleibt unser 
Geheimnis. (Wir haben jedenfalls 
ziemlich tief ins Reagenzglas ge- 
RI4 ı 1119) 
Und obwohl wir viel Zeit und 
viel Geld investiert haben, brau- 
chen Sie für das neue Aral Super 


Sind das nicht Gründe ge- 


im Leerlauf genügend Luft be- N nicht tiefer in die Tasche zu 
kommt. Und bei Vollgas ge- II greifen. 


Das sind die Gründe, wes- 


nug, kräftig einen zu tanken? 


Aral Super 
Das Super mit Alkohol 





Der Kavalier 


Barnard verpflanzt Herzen. Barnard erobert Herzen von 


Seine Kollegen werfen ihm vor, er sei ein 
Kasper der Medizin. Professor Barnard war 
am 29. Dezember 1967 auf Johnsons Ranch 
in Texas, am 29. Januar beim Papst, am 30. 
bei Gina Lollobrigida, am 31. bei Sophia 
Loren,am 18. Februar bei Exkönig Umberto 
in Lissabon. Er filmte am 12. Juni mit Tina 
Sinatra in Heidelberg, war am 8. August bei 
Gracıa Patricia in Monaco, dann in Sydney 
und Bangkok. Trägt er sein Herz zur Schau? 











Kapstadt 





Die Gunst von Sophia Loren genoß Barnard in 
Rom. Das Lächeln der Fürstin Gracia Patricia 
wurde ihm auf einem Ball in Monte Carlo 
zuteil. Rainier und Gracia von Monaco 
brachten den Gast am Morgen nach Nizza 


ahrt vorsichtig, Barnard wartet“, heißt es auf 
einem Plakat, das ein Frankfurter VW-Fahrer 
an das Heckfenster seines Autos geklebt hat. 
Wenn man Barnard auf Fotos als Showmaster 
der Chirurgie sieht, dann scheint kein Zweifel aufzu- 
kommen, worauf er zwischen Papst, Präsidenten und 
Partys wartet: auf schnucklige, kräftige Herzen von 
Leuten, die gerade den letzten Seufzer getan haben. 
Und diese Herzen nimmt er dann in die goldenen, 
von Arthritis gezeichneten Hände und legt sie in die 
leere Brust anderer Leute, die mit ihrem eigenen 
Herzen nicht so recht zufrieden waren. 
Fahrt vorsichtig. Barnard wartet. 
Aber gerade diese Behauptung — daß er warte — wird 
immer lauter bestritten. Wer wartet, muß Zeit haben, 
doch Barnard hat keine Zeit. Sein Reiseprogramm 
und sein Terminkalender drohen zu platzen. 
Die Kommentare in den Zeitungen werden immer 
böser, kälter, zynischer. „Herz zur Show“ heißt da 
eine Überschrift. Drei Worte, drei Ohrfeigen mitten 
in das Gesicht, das Frauen so sehr mögen. Und 
plötzlich ist er der „tanzende Chirurg“ : mit flatterndem 





a Zu 


niit tee 


Rom, zwischen 8 und 19 Uhr. 
Barnard im Atelier des römischen 
Couturiers Angelo Litrico. 

Von hier eilte der Professor, 

um herzkranke Kinder 

zu untersuchen. Abends flog er 
nach Monte Carlo 





Ärztekittel, cha-cha-cha. Der Mann 
wechselt nicht nur Herzen aus, er er- 
obert sie auch. Pfui Teufel. 

Das Unverzeihliche an Barnard ist, 
daß er ein Mensch ist und sich auch so 
verhält; darüber kommen offenbar nur 
wenige hinweg. Da ist nun einer Pro- 
fessor, Doktor, Ehrenbürger, bekennt 
sich zum Eid des Hippokrates, hat ei- 
nen atemberaubenden Schritt in den 
medizinischen Weltraum gewagt, und 
was tut er anschließend? Er küßt die 
Lollo, zieht sich eine Pappnase übers 
Gesicht und geniert sich nicht zu sa- 
gen: Verdammt, wie gern hätte ich den 
Nobelpreis... 

Die Frage, die die „Welt“ stellt, ist 
die deutscheste aller Fragen: Ist sol- 
herlei Show und Publicity mit dem 
Ethos des ärztlichen Berufsstandes zu 
vereinbaren? — Wenn das Privatleben 
eines Arztes zum Nachdenken anregt, 
muß immer das Ethos her. Hängt das 
mit unserem Wunderglauben zusam- 
men? Das muß es sein. Die heimliche 
Bewunderung für den Medizinmann, 
der Zauberformeln und magische Be- 
schwörung im Zeitalter des Kassen- 
arzt-Systems nicht auszuschließen 
scheint. Ein solcher Mann hat nicht zu 
tanzen und nicht zu küssen. Du, ethi- 
scher Barnard, verpflanze. 

Warum aber rufen sie ihn an ihre 

Höfe und Throne, warum schmücken 
sie ihre Partys mit ihm? Nicht allein, 
weil es schick ist, diesen wundervollen 
Chris dabei zu haben, dessen Glanz 
und Berühmtheit auch ein bißchen 
auf den Gastgeber, den Gesprächs- 
partner abfärbt. 
. Da ist noch etwas. Auch das reicht 
ins Mystische hinein, in die geheimen 
Fächer der allerletzten Angst: Wenn 
man vielleicht selbst einmal der Blai- 
berg ist, wenn das eigene Herz mal 
nein sagt, dann wird es ganz gut sein, 
diesen Zauberer zu kennen. Rechtzei- 
tiges Erscheinen sichert gute Plätze, 
nicht nur in der Eisenbahn, auch auf 
der Liste der Herzempfänger. Man 
stirbt nur zweimal, so James Bond. 
Doch ohne Barnard vielleicht bloß 
einmal? 

Die Wochenzeitung „Christ und 
Welt“ gibt ihren Betrachtungen über 
den „Auftritt des Herzchirurgen Bar- 
nard“ die Überschrift „Skalpell und 
Gewissen“. Barnard wird analysiert 
als ein Schau-Chirurg, der vor der 
Alternative stand, unentgeltlich ausge- 
beutet zu werden oder gegen Gebühr. 
Er entschied sich für das letztere und 





Barnard ist modern. Pelzkragen für Herren sind es auch 


gibt zu, daß ihm Reklame nicht unlieb 
sei, denn er wolle Geld auftreiben 
für weitere Forschung. 

Ein legitimer Anspruch? Ja, ohne 
Frage. 

Daß er auf jeder Hochzeit tanzt, zu 
der er eingeladen wird, zeugt für 
seine Lust an diesem Leben. Will man 
diesen Mann messen, dann ohne ethi- 
sche Elle. 

„Als Chirurg kann ich für einen 
Herzpatienten nach der Operation 


nicht mehr viel tun“, sagt Barnard, „da 
haben wir in Kapstadt bessere Spe- 





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vom Besten 


aber zahlen Sie nur Quelle-Preise! 


MitdemQuelle-KatalogziehenSie das 
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zialisten als mich. Aber zugegeben, 
ich reise gern, besonders deshalb, weil 
ich mir viele Jahre das Reisen nicht 
leisten konnte.“ 

An seinem Gehalt, das er als ange- 
stellter Chefarzt am Groote-Schuur- 
Hospital bezieht, hat sich seit dem 
3. Dezember vorigen Jahres nichts ge- 
ändert. Es sind rund 2000 Mark. Ein- 
nahmen aus privater Praxis — bei uns 
für einen Chirurgen selbstverständ- 
lich — hat er nicht. Er wollte damals 
Arzt werden, weil er gehofft hatte, 
viel Geld zu verdienen. Er stammt 


















































von Eltern ab, für die es alles bedeu- 
tete, daß ihr tägliches Brot den Segen 
des Herrn hatte, denn dieses Brot war 
knapp und trocken. 

Irgenwann, mit Mitte vierzig, ge- 
lingt es ihm, die Schallmauer zu durch- 
brechen; plötzlich findet er sich im 
luftleeren Raum, allein und isoliert. 
„Sie sind größer als Napoleon: Sie 
können das Leben verlängern“, ruft 
ihm, mit aufgerissenen Augen, ein 
Ansichtskarten-Verkäufer im Heidel- 
berger Schloßpark zu. 

Was liegt näher, als sich ins „nor- 
male Leben“ zu begeben? Der Herz- 
Bube aus Kapstadt spielt lauter echte 
Karten aus; er sagt sie an, er legt sie 
offen auf den Tisch. Aber man hält 
ihn für einen Falschspieler. 

Seine Ehe wird unter die Lupe ge- 
nommen. Seit zwanzig Jahren verhei- 
ratet mit einer Frau, die in ihrer puri- 
tanischen Schlichtheit mit dem unge- 
stümen Mann an ihrer Seite längst 
nicht mehr Schritt halten konnte. Aber 
das gilt alles nicht in den Augen der 
Öffentlichkeit. Die Ehe muß kriseln, 
weil Barnard, „durch Ruhm verblen- 
det, vom rechten Wege abkam.“ 

Eine ganz und gar unkomplizierte, 
primitive Freude am Leben brennt in 
diesem Mann. „Wohnt nicht Soraya 
in München?“ fragte er einmal den 
Sternfotografen Max Scheler auf ei- 
nem Spaziergang durch die Stadt. Und 
Scheler, am Ende auch befangen von 
der Vorstellung, ein Barnard könnte 
einbezogen werden in den Soraya- 
Rummel, und der würde ihm und sei- 
nem Ansehen nur schaden — Scheler 
versuchte, ihm das auszureden. „Aber 
warum“, so Barnard, „sie ist doch eine 
schöne Frau.“ 

„Barnard hat eine Operation ge- 
macht, und dann noch eine zweite und 
dann Urlaub“, sagt Denton Cooley, 
Barnards Kollege in Texas, der inzwi- 
schen zehn Herzen verpflanzt hat; und 
er fügt hinzu: „Ich wünschte wirklich, 
es würde nichts passieren, was unsere 
Arbeit fragwürdig macht.“ 

Die Tat eines Mannes kann nicht 
weniger wert sein, weil dieser Mann 
sich menschlich anstatt übermenschlich 
verhält. „Ich würde es gern sehen“, 
hat Barnard gesagt, „wenn der Ame- 
rikaner Gregory Peck in dem Film 
über meine Arbeit mich darstellen 
würde.“ 

Fahrt vorsichtig. Barnard wartet. Es 
ist ein netter Barnard, der wartet. 

Günter Dahl 





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Viele unserer Asse haben echte 
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brauchen jemanden, der ihnen die 
Daumen drückt, nicht wahr Dann wird es 
schon klappen. Die Olympia-Welle rollt. 


FLEUROP möchte fleuropen.. 


Wir von FLEUROP möchten unseren 
Sportassen jede Unterstützung geben, 
die uns persönlich möglich ist: 


MEXILOES 


Oder am 1. Wettkampftag (13. 10.) 





Durch Blumengrüße von we; Den 

zu Hause. Fa Oder nach der ersten Gold-Medaille? 
Denn Mexiko ist weit, a 
1a, ‚nein, 


weit entfernt. Genau 
9741 km weit. 

Für FLEUROP kein 
Problem. Nur eines macht 
uns etwas Sorgen: 

Wie sollen wir fleuropen ? 
Helfen Sie uns ein wenig? 
Vielen Dank. 


D Welche Blumen sollen wir übergeben 
lassen ? _ 2 
Nelken? { ja k {nein} 





Gladiolen? {ie} (nein) 

Gardenia? fie) Hein) 
Alle diese Blumen blühen jetzt in Mexiko. 
(Das hat unser FLEUROP-Mann in 
A Sollen wir.an jeden Olympia-Teilnehmer Mexiko-City gesagt. Übrigens 

einen einzelnen Blumenstrauß schicken ? gibt es allein in Mexiko-City 
ai ein 10 Fleurop-Geschäfte.) 


Unsere Fragen an Sie: 


ie) 

B Oder sollen wir einen mächtig dicken 
Strauß an die Olympia-Mannschaft 
schicken ? 


Welchen Text sollen wir 
auf die FLEUROP-Karte 
en schreiben, die jedem ae 
\ja; ‚nein; 


beigefügt wird ? 






Fleuropen 
Siemal _ 


IBRT.) 
Es ist so en 


FLEUROP-Blumenstrauß i Aktuelle HEUROP-Tips 


Welcher Sportfreund feiert 


Das ist die Fleurop- 
Karte. Sie ist 15 cm breit 


und 10 cm hoch. 
Mustertext: ‚Wir drücken 


unserer Mannschaft 
die Daumen”. Oder so etwas ähnliches. 
Aber möglichst etwas besseres. 


Schreiben Sie uns: 
Wenn Sie alle Fragen beantwortet haben, 
so schicken Sie Ihr Ergebnis bitte an 
FLEUROP Aktion Mexiko 68 
] Berlin 33, 
Postfach 


Postkarte genügt. Vergessen Sie bitte 
Ihren Absender nicht. Wir werden dann 
genau nach Ihren Vorschlägen nach 
Mexiko fleuropen. Alle Kosten tragen 
selbstverständlich wir. 

Und wenn Sie eine besonders gute Idee 
für das Grußwort auf der FLEUROP-Karte 
haben, so haben wir einige nette Olympia- 
Überraschungen für Sie. (Aber das ist noch 
streng geheim!) 


Letzter Termin: 8. September 


Bitte schicken Sie Ihre Antwortkarte bis 
spätestens 8. September 1968 an FLEUROP. 
(Datum des Poststempels gilt.) Damit wir 
noch Zeit genug haben, um die 
beste Idee zu belohnen. 













& Sollen wir die Blumen am EL UL Si : Geburtstag Pain 
der Olympiade (12.10.)übergeben ses ‘ Wer startet den Marathonlauf 
lassen ? “ in die Ehed..... nn. 
N : Welcher Urlaubsflirt wartet _ 
U » auf Blumen?.......... 





Sag es durch FLEUROP-Blumen in alle Welt 





ımel 
Ein ungewöhnlicher Test im afrikanischen Busch G rzım < 





ärgert 


Tienide 











stern 





RER EN Br 
I RNIT rs | REED 


In seinen Farbfotos 
schildert Professor 
Grzimek, wie wilde Tiere 
sich verhalten, 

wenn sie in der Wildnis 
plötzlich Plastik- 
Attrappen ihrer eigenen 
Gattung entdecken 


Mit übergroßem Spielzeug zog Professor 
Bernhard Grzimek in die Wildnis Afrikas. Doch 
das »Unternehmen Plastiklöwe« war kein 
Kinderspiel. Die Attrappen wilder Tiere aus 
Plastik, aufgeblasen mit dem Auspuff eines 
Autos, sollten dem Frankfurter Zoologen zeigen, 
wie echte Tiere auf falsche reagieren. Würden 
die Löwen ihren Plastikvertreter überhaupt zur 
Kenntnis nehmen? Würden die Elefanten ihr 
Iuftgefülltes Ebenbild zerstampfen und die Nas- 
hörner Ihre Spielzeugkameraden aufspießen? 
Professor Grzimek erlebte eine große Überra- 
schung: Er entdeckte, daß die wilden Tiere 
ihre Artgenossen aus der Gummifabrik mit der 
gleichen Neugier, Abwehr undEifersucht behan- 
delten, wie sie es untereinander tun. Wie das 
Rendezvousmitden wilden Tierenausging,lesen 
Sie auf Seite 39im Anschluß an den Farbbericht 


Die Löwen auf dem 

Baum sind echt. Doch den 
fahrbaren Elefanten 
beachten sie kaum. Sie 
bleiben respektvoll 

in ihrer luftigen, sicheren 
Höhe sitzen 





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Der aufgeblasene Elefant wird zur Suhle 
gebracht und mit Schlamm ein- 
balsamiert, damit er weniger leuchtend 
dasteht und nicht nach Plastikfabrik 
riecht.Vorher roch er nur innen nicht gut: 
Gefüllt wurde er mit den Auspuffgasen 
des Autos. Doch alle Versuche, ihn 
echter zu machen, beeindrucken die 
echten Elefanten wenig: Keiner 

kommt auf Rüssel-Reichweite heran 


Zweibeinig stampft 

der künstliche Diekhäuter 
durch den Busch. Der 
Träger. ein junger 
britischer Biologe, hat 
keine Angst - trotz 
schlechter Erfahrungen 
mit den echten 
tonnenschweren Kolossen. 
Bis auf wenige Meter 
Distanz ist ungewiß, wie 
sie auf ihr ungefüges 
Ebenbild reagieren. Glück- 
licherweise ist der 
neugierigen Elefantendame 
(Bild ganz unten) 

nicht recht geheuer: Sie 
wendet sich zur Flucht 








Nur etwas dünne Plastikhaut und Luft trennen Professor Grzimek 
von dem Nashornbullen. Der Frankfurter Zoologe macht das 
Experiment diesmal selber, denn »schließlich muß man sich 

von Zeit zu Zeit beweisen, daß man kein Angsthase ist«. 

Das aufgerichtete Schwänzchen zeigt, wie erregt der Angreifer ist. 
Er sieht nicht den Mann hinter seinem Plastikgegner, und er 
wittertnichteinmal mehr, daß derandere kein echtes Nashorn ist. 
Aber er greift nicht an. Mutiger ist seine Frau, die Nashornkuh 
(Bild unten), die, von ihrem Jungen begleitet, direkt zum Angriff ansetzt 


Darf man 

ein Nashorn 
auf die 

leichte Schulter 
nehmen? 








Wie die meisten Tiermütter, wenn 

sie Junge bei sich haben, ist auch die 
Nashornkuh besonders angriffslustig. 
Sie zögert nicht, wie der Bulle. 

Mit ihrem außergewöhnlich langen 
Horn sticht sie sofort zu, wirft 

das federleichte fremde »Nashorn« 
hoch und durchbohrt seine 

dünne Haut. Als die Luft entweicht und 
das Gebilde zusammensinkt, 

trollen sich Mutter und Kind davon 





Da ging dem Plastiklöwen 
die 
Luft aus 












BEE 
ET ENDEN 


ve 


Löwen sind eifersüchtig. 
Katzengewandt robben zunächst 74 
nur die Männchen auf ihren . Vi 
Plastikkameraden zu und umschleichen ; I; u 
ihn mißtrauisch. Als sich ein 
vorwitziges Weibchen zu dicht an den - 
künstlichen Rivalen heranwagt, 
wird es von den Männchen des eigenen 
Rudels vertrieben. Vorsichtig 
nähern sich die langmähnigen Herren 
der Attrappe, beschnuppern sie und 
stellen fest: harmlos! Der »Fremde« wird 
den Frauen und Kindern zum Spiel 
überlassen. Nach dem ersten Prankenhieb 
geht dem Plastiklöwen die Luft aus 








unftig können Sie bei der 
Gesichtswäsche etwas weglassen: 


die Reparatur. 


Bis jetzt machen Sie an Ihrem Gesicht täglich etwas 
wieder gut. Sie geben ihm den unsichtbaren Fett- 
schutzfilm wieder. 
Denn beim Waschen mit herkömmlicher Seife 
geht er allzuleicht verloren. Das Eincremen 
hinterher ist also notwendige Reparatur. 
Wird es nicht Zeit für eine neue Art der 
Gesichtspflege? Eine, die nicht zuerst das 
Gesicht angreift (beim Waschen) und 
dann eine Creme verlangt, um den 
zerstörten Schutz wieder aufzubauen. 
Eine, die reinigt und cremt — und zwar 
gleichzeitig. Bellissima-Gesichts-Wasch- 
creme ist diese neue Art der voll- 
kommenen Gesichtspflege. Sie tragen 
sie auf und waschen sie einfach mit 
Wasser ab. Ihre Haut ist rein, aber ge- 
schützt und gepflegt. Das ist so neu und 
angenehm - Sie können es sich nicht vor- 
stellen, solange Sie es nicht probiert haben. 


Bellissima- 
Gesichts-Waschcreme 
wäscht und cremt zugleich 
— das ist neu 





ndlich entdecke ich ein Ru- 

del wilder Löwen. Ich kann 

nicht genau ausmachen, wie 

viele es sind; nur ihre run- 
den dunklen Ohren sehen aus dem 
Gras hervor. 

Ich hole meinen eigenen, aufge- 
blasenen Löwen vom Wagendach 
und stelle ihn ins Gras. Reichlich 
komisch sieht er aus, ein übergro- 
Bes Kinderspielzeug. 

Dann fahre ich zwanzig Meter 
weiter, schalte den Motor aus und 
warte. Jetzt heißt es Zeit und Ge- 
duld haben, Wie immer, wenn man 
bei Tieren etwas erreichen will. 
Und ich will ja beobachten, wie die 
wilden Löwen auf meinen künst- 
lichen reagieren. 

Die wilden Löwen kümmern sich 
gar nicht um meinen Wagen. So ein 
Auto ist überhaupt der beste Schutz 
gegen wilde Tiere. Ich habe noch 
nie gehört, daß jemand im Auto zu 
Tode gekommen ist, selbst wenn 
es ausnahmsweise einmal von 
einem Nashorn oder einem Elefan- 
ten angenommen, durchlöchert und 
verbogen worden ist. Zwar werden 
die Löwen hier im Ngorongoro- 
Krater immer zudringlicher. Aber ich 
glaube nicht, daß sie einem Men- 
schen ernstlich zusetzen würden. 

Wir Tierforscher haben es nicht 
ganz leicht, herauszufinden, was in 
Tierköpfen vorgeht. Es geht uns 
ähnlich wie den Menschenpsycho- 
logen, wenn sie wissen möchten, 
was ein kleiner Mensch denkt, der 
noch nicht reden kann. Dann müs- 
sen sie Umwege gehen, genau wie 
wir. Der Psychologe R. A. Spitz zum 
Beispiel beugte einmal eine men- 
schengroße Puppe mit einer Ge- 
sichtsmaske über ein Baby. Jeder 
Erwachsene hätte das grobe Ding, 
das nur eben Augen, Nase und 
Mund aufwies, als scheußliches Ge- 
spenst angesehen — aber das Baby 
lächelte ihm zu. 


Die Löwen versuchen es 
mit furchtlosen Blicken 


Einen ähnlichen Umweg wollte 
ich jetzt gehen, um mehr über das 
Wesen wilder Tiere zu erfahren. 
Wir glauben oft, der Mensch sei 
das einzige Geschöpf, das sich selbst 
und andere Dinge auf Bildern er- 
kennen könne — weil er das ein- 
zige Lebewesen ist, das richtige Bil- 
der malt. Aber schon das stimmt 
so völlig nicht. Ganz ursprüng- 
liche Menschen wie manche India- 
nerstämme in Südamerika oder die 
Pygmäen im Kongo waren anfangs 
oft nicht imstande, sich selbst oder 
andere Dinge auf Fotos zu erken- 
nen. Dagegen erlebt man mitunter 
die verblüffendsten Dinge mit Tie- 


ich wollte wissen, 
was sich 
Löwen denken« 


Zu unserem Farbbericht auf den vorhergehenden Seiten 





A Er 


Professor Grzime 








k auf dem Zeltplatz, umgeben von S 


wa 


einen aufgebla- 


senen Plastiktieren, die mit Luft aus dem Auspuff des Autos gefüllt sind 








c 


Ein »Ze 


bra« wird erlegt — ein Experiment, das Profe 





EN 


e.% 
Pe ! 


ssor Grzimek schon 


vor acht Jahren im Ngorongoro-Park in Tansania unternahm. Er hatte sich 
aus einem Zirkus ein Zebra-Kostüm besorgt, wie es die Glowns in der 
Manege benutzen. Ein Löwe sprang die Attrappe an und zerfetzte sie 


ren. Zum Beispiel folgen ganz junge, 
noch unerfahrene Enten oder frisch 
geschlüpfte Fische recht groben Nach- 
bildungen ihrer Eltern, ohne diese 
jekennengelernt zu haben. Oder.der 
Hund in der Stube beginnt zu win- 
seln und geht suchend hinter den 
Fernsehapparat, wenn auf dem 
Bildschirm ein Hund in ein Loch 
fällt und wimmert. Wellensittiche 
halten sich am liebsten in der Nähe 
von zwei auf einen Vorhang ge- 
stickten Papageien auf und ver- 
suchen, an den Umrissen zu knab- 
bern. 


Doch das sind zufällige Ereignisse. 
Und zudem sind Haustiere, die mit 
uns zwischen Bildern, Zeitungen und 
Fernsehgeräten leben, nicht die rech- 
ten Versuchspartner, um die ur- 
sprünglichen tierlichen Empfindun- 
gen zu erforschen. Deshalb zog ich 
mit meinen Plastiktieren in die freie 
Wildbahn. 

Jetzt kommen die Löwen. Ein 
großer Löwenmann erhebt sich aus 
dem Gras, geht ruhig geradenwegs 
auf meinen nachgemachten Löwen 
zu. Ein zweiter folgt ein paar 
Schritte dahinter. Starr sehen sie 


‘auf den fremden „Löwen“, wenden 


nicht einmal den Blick ab. 


Das restliche Rudel hebt die Köp- 
fe neugierig aus dem Gras. Es sind 
zwei Löwinnen und sieben Jung- 
tiere, drei davon ganz klein. Auch 
die Zebras im Umkreis, die ruhig 
grasten, recken die Hälse und sehen 
alle zu — wie Zuschauer in einem 
Theater. ; 

Etwa dreißig Meter vor meinem 
Kunstlöwen bleiben die beiden 
Löwenherren stehen, rühren sich 
nicht mehr und sehen nur noch starr 
in die gemalten Augen des Fremden. 
Mir scheint es eine Ewigkeit, aber 
nach der Uhr sind es nur vierein- 
halb Minuten. Dann lassen sie sich 
langsam nieder. Sie wenden auch 
jetzt nicht den Blick. Damit füllt ein 
Löwe nun einmal den größten Teil 
seines Daseins aus: liegen, beobach- 
ten. Wahrscheinlich wollen sie ab- 
warten, daß das fremde Ding etwas 
tut und was es tut. Aber der aufge- 
blasene Löwe rührt sich nicht. 

Nach wieder sechs Minuten gehen 
die gelben Würdenträger sehr ge- 
setzt noch weiter auf den Kunst- 
löwen zu, legen sich erneut, fixieren 
weiter. So habe ich schon früher 
Mähnenlöwen aus verschiedenen 
Rudeln sich begegnen sehen. Man 
mißt den anderen mit Blicken, man 


sieht ihn furchtlos an, man nähert 
sich ihm langsam. Es ist ein Dro- 
hen und ein Einschüchtern mit Blik- 
ken. Hält einer der Kämpen diese 
Nervenprobe nicht aus, so dreht er 
ab und geht davon. 

Doch mein künstlicher Löwe tut 
das ja nicht. Er bleibt stehen und er- 
widert den Blick. Sehen die bei- 
den Löwenmänner in ihm wirklich 
einen Nebenbuhler, einen anderen 
Löwen, oder nur irgendein selt- 
sames fremdes Ding? 

Endlich stehen die beiden auf, 
nähern sich dem Fremdling vorsich- 
tig von hinten, riechen an seinem 
Schwanz, an seiner Seite, aber sie 
berühren ihn nicht. Da kommt ein 
scharfer Windstoß, der leichte Pla- 
stiklöwe fällt um. Die beiden 
Löwen gehen zwanzig Meter weg 
und lassen sich wieder nieder, den 
nachgemachten Löwen weiter im 


Blick. 


Die Löwinnen 
gehen auf Plastik-Fühlung 


Ich fahre den Wagen zwischen 
die Löwenmänner und ihren umge- 
fallenen Rivalen, so daß sie mich 
nicht aussteigen sehen können, 
richte meinen vierbeinigen Lock- 
vogel wieder auf und lege Schrau- 
benschlüssel auf die Plastikklap- 
pen an seinen Füßen, damit der 
Wind ihn nicht wieder hochheben 
kann. Im selben Augenblick aber 
sind die beiden Löwinnen und ein 
paar von ihren Kindern aufgestan- 
den und laufen im Trab auf mich 
zu. Schnell in den Wagen und nichts 
wie ein Stück weggefahren, um die 
Sache beobachten zu können. 

Die Löwinnen waren nicht an 
mir interessiert, sondern an dem 
Kunstlöwen. Eine rennt in wei- 
ten Sprüngen darauf zu. Im selben 
Augenblick aber fahren die beiden 
Löwenmänner auf, springen ihr ent- 
gegen und jagen sie wütend weg. 
Also haben sie in dem Fremdling 
wohl doch einen Nebenbuhler ge- 
sehen. 

Inzwischen aber ist die andere 
Löwenfrau mit der Kinderschar 
herangekommen, und der Fremd- 
ling wird gründlich untersucht. 
Jeder beriecht ihn, bis eine Löwin 
vorsichtig den Schwanz in denMund 
nimmt und daran zieht. Der weiche 
Löwenmann fällt abermals um. Die 
Löwen fassen vorsichtig mit den 
Pranken darauf, einer packt das 
Ohr mit den Zähnen und zieht ihn 
daran ein Stück durchs Gras. 

Die beiden Löwenmänner blei- 
ben abseits. Haben sie erkannt, 
daß der Rivale harmlos ist? 
Schließlich zerrt eine Löwen- 


Weiter auf Seite 104 


stern 








Romy Schneider ist zu 
ihrer ersten Liebe, 
Alain Delon, zurückgekehrt. 
Unter den Palmen von 
St.-TIropez vergessen die beiden 
ihre bewegte private 
Vergangenheit und denken 
an ihre hochdotierte 
berufliche Gegenwart:Sie = 
sind Flmpartner "ge 










Bockelberg 











»Der Swimming-pool« 
heifft Romys neuer 

Film, eine Dreiecksge- 
schichte, in der sie 

laut Drehbuch vorwiegend 
im Bikini auftaucht 


Romy und Alain proben vor Drehbeginn. »Es werden die gewagtesten 


stern 


er Regisseur ]J 


acques De 





a 


ray 










Zärtlich umfaßt 

Romy Alaın Delon. 

Er bleibt kühl. Von 
seiner Frau 

Nathalie lebt er getrennt, 
und er hat wieder 

eine Freundin. Doch 

die heißt nicht Romy 


r ist so schön wie ein jun- 
ger Gott, vielleicht nicht 
ganz so unschuldig wie 
noch vor zehn Jahren«, 
kichert ein Mädchen verzückt ne- 
ben mir. Alain Delon, in knappem 
ausgewaschenen Blue-jeans-Anzug, 
ein goldenes Kettchen um den 
Hals, die schlanken Arme der Eng- 
länderin Jane Birken um den 
Oberkörper geschlungen, braust auf 
seinerHayley Davidson zum Dreh- 
termin des Streifens »Der Swim- 
ming-pool«, der ıhn mit seiner Ex- 
Verlobten Romy Schneider acht 
Wochen lang in Saint-Tropez vor 
der Kamera vereint. 

Schläfrig gähnt Alain Delon in die 
Mittagssonne. Als Romy Schnei- 
der, verehelichte Meyen, auf der 
— 


stern 


FORTSETZUNG 





Wir werden 
uns 
wieder lieben 


Terrasse erscheint, schlingt Alain 
von hinten seinen rechten Arm um 
die Taille seiner ehemaligen Verlob- 
ten und liebkost mit seinen Lippen 
ihren Hals. „Meine kleine Romy, 
laß mich Dir guten Tag sagen.“ 
Frau Meyen befreit sich aus der 
Umarmung. „Alain, laß doch den 
Quatsch.“ Träge fällt er in den 
Korbstuhl zurück und tätschelt nun 
seinem Hausgast Jane das Hinter- 
teil. 

Ein Schnappschuß der ehemali- 
gen Verlobten brachten Alain De- 
lon und seinen Agenten Georges 
Beaume vor drei Wochen darauf, 
es wieder mal mit Romy zu ver- 
suchen und noch rasch vor Vertrags- 
abschluß Monica Vitti auszubooten. 
Alain und Romy versprachen sich 
davon einen Publicity-Gag. Zwei- 
fel des Regisseurs Jacques Deray, 
„ob das auch keinen Ärger mache“, 
waren schnell vergessen, als auch 
Romys Mann Harry Meyen „vom 
Drehbuch hingerissen war“ und 
nichts gegen diese gutbezahlte Part- 
nerschaft einzuwenden hatte. 


Doch was sich Saint-Tropez-Som- 
merfrischler im stillen erhofften — 
die verfeindeten Verlobten von 
einst händchenhaltend durch den 
Ort bummeln zu sehen —, traf nicht 
ein. Ihre gemeinsamen Auftritte in 
der Öffentlichkeit blieben sparsam. 
Wenn’s unbedingt sein mußte, ein 
flüchtiges Kraulen in Alains kurz- 
geschorenem Haar — für die Foto- 
grafen. Doch wenn es zu lange 
dauerte, wurde der ehemalige 
Dschungelkämpfer Alain mürrisch 
und verschwand auf seinem Motor- 
rad. Er lebt zur Zeit in seiner Villa 
mit Romys Gegenspielerin im Film 
zusammen, der frischgeschiedenen 
Jane Birken. Romy legte sich früh 
ins Bett ihres 230-Francs-Apparte- 
ments im exklusiven „Byblos“- 
Hotel zum Rollenstudium. 


Die Liebenden von einst geben 
sich freundschaftlich-kollegial. „Und 
so soll es auch bleiben“, faucht Frau 
Meyen. „Ich habe ein so schönes 
Leben und will in Ruhe gelassen 
werden. Wenn die Leute mir hier 
was andichten wollen, fahre ich so- 
fort nach Hause.“ 


Romys Liebeskummer war einst 
Legende, als ein Strauß roter Rosen 
von Fleurop mit karger Abschieds- 
widmung ihre Verlobung mit Alain 
Delon beendete. Heute achtet Romy 
sehr auf ihren Ruf als treues Ehe- 
weib, derweil ihr Mann sich vor- 
beugend gegen winterlichen Schnup- 
fen in einer Hamburger Klinik 


stern 


einer Nasenoperation unterzog. Das 
zweijährige Söhnchen David blieb 
in Obhut einer Kinderschwester in 
Berlin, soll jedoch bald die Dreh- 
pausen seiner Mama füllen. Delons 
dreijähriger Sohn Anthony steht als 
Spielpartner in Saint-Tropez zur 
Verfügung. 

Alain schwärmt von seiner neu- 
gewonnenen Freiheit: „Ich habe 
keine Frau mehr. Mein Leben dreht 
sich jetzt wieder ausschließlich um 
Mädchen, meine Arbeit und meinen 
Sohn“, erklärt er mir am Dreh- 
platz. 

Vorsichtig äußert er sich über 
Romys frischoperierten Ehemann: 
„Ich kenne ihn als Regisseur und 
Schauspieler, aber nicht als mensch- 
liches Wesen.“ Und auch bei Romy 
gerät er ins Schwärmen. „Ich weiß 
nicht, ob sie sich in all den Jahren 
verändert hat. Dazu habe ich sie 
bisher zu wenig gesehen. Sie ist 
jetzt eine junge Frau und genau 
richtig für die Rolle. Daß wir ein- 
mal verlobt waren, ist doch längst 
vergessen. Wir werden uns wie- 
der lieben — wie es im Drehbuch 
steht.“ 

Von seiner Frau Nathalie scheint 
Alain seit der Trennung nicht viel 
zu halten. „Ich will sie erst einmal 
nicht wiedersehen, sie ist jetzt 
vielleicht in Paris — ich weiß es 
nicht. Ein ehrgeiziges Mädchen, das 
unbedingt Karriere machen will — 
mal sehen, ob sie es auch ohne 
meine Hilfe schafft.“ 

Entsetzt schlägt er die Augen 
nach oben, als ich ihn frage, ob sie 
sich nicht auch für die Romy-Rolle 
geeignet hätte. „Nathalie ist eine 
Anfängerin, aber keine Schauspie- 
lerin. Ich möchte jetzt nicht mit ihr 
filmen, vielleicht in ein paar Jahren 
wie jetzt in dem Fall mit Romy.“ 


Unruhig rutscht er auf dem Stuhl 
hin und her, fragt ungeduldig nach, 
wann Romy endlich mit dem 
Schminken fertig sei. Und als es 
ihm zu lang vorkommt, nimmt er 
seinen blonden Hausgast Jane an 
die Hand und fährt auf seiner 
Hayley Davidson in die Stadt. 

In der Garderobe zieht Romy 
einen Flunsch. „Wer nicht warten 
kann, soll doch weggehen, mir doch 
egal“, erklärt sie und zieht sich 
mit einem feinen Strich die Augen 
nach. Als ich sie auf die Trennung 
Alains von Nathalie anspreche, 
hebt sie erstaunt die Brauen. „Das 
wußte ich gar nicht. Mir wurde ge- 
sagt, sie kommt in dieser Woche.“ 

Florentine Pabst 


da 19/68 





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Textilien) und wie oft hat in der Gardine...mal denen Gilbs 
. " sich im obigen Suchbild im Arbeitskittel,.. mal (Frage 1), das 
_ Preis ie ee a an der Gilb versteckt ? in der Unterwäsche. ..mal Waschmittel 
| Welches Spezialwaschmittel a 
m _ Preis Je eine Waschmaschine Ihrer Wahl bis zum kann den Gilb verjagn? unnnnnnennnnsennnnnnn das entspre- 
Wert von DM 1.200,— (oder in bar) | 3Kann dato sogar bereits chende Käst- 


Vergilbtes wieder weiss \, chen an 
und 5.500 Tragepackungen dato _ machen ? ja | nein (Frage 3). 








en 
Räube 
Ist 

Horst Fantazzini 
aus dem Odenwald 
spendete für 


Kinderheime und 
beraubte Banken 


#6] 





Erika Weinke fuhr mit 
ihren Kindern und 
dem Gangster Fantazzini 
an die Cöte d’Azur 


„Alle auf Knie, Hände in die 
Luft!“ befahl in gebrochenem 
Französisch ein dunkelhaariger 
Bankräuber mit Sonnenbrille an 
der Cöte d’Azur. 

Es war um 11.10 Uhr am 
27. Juli dieses Jahres in einer 
Filiale der „Banque Nationale de 
Paris“ in Saint-Tropez. ZweiKun- 
den und drei Bankangestellte, 
darunter die 19jährige Kassiere- 
rin Daniele Girodengo, blickten 
auf die Pistolen des Räubers und 
gehorchten. Der Verbrecher rich- 
tete die Waffe auf die blonde 
Kassiererin: „Sie, Mademoiselle, 
die Kasse.“ 

Er hielt ihr eine schwarze Kol- 
legmappe hin, und Daniele packte 
ein — 20000 Francs in Scheinen 
und Münzen. 

In diesem Augenblick betrat 
ein Kunde die Bank. Der Räuber 
wandte sich um, die Knienden 
sprangen hoch. Verwirrt rannte 
der Bandit auf die Straße. Einer 
der Bankangestellten rief: „Ein 
Räuber, haltet ihn!“ 

Sechshundert Meter weitrannte 
der Mann mit Sonnenbrille und 
schrie selbst ein paarmal: „Ein 
Räuber, haltet ihn!“ Doch das 
Täuschungsmanöver half nicht: 
Vier Polizisten überwältigten ihn. 

Nach dreistündigem Verhör 
stand die Identität des Täters 
fest: Horst Fantazzini, 29 Jahre 
alt, geboren im saarländischen 
Altenkassel, aufgewachsen in 
der italienischen Stadt Bologna, 
italienischer Staatsangehöriger. 

Die Interpol-Zentrale in Paris 
kabelte den Beamten in Saint- 
Tropez: Horst Fantazzini ist ein 


Foto: Marie Helene Goichot 









E 


Ks 







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Nach einem Bank- 
überfall hetzten 
französische 
Polizisten Fantazzini 
durch die Straßen 
von Saint-Tropez 

und schnappten ihn 











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»Wer sich rührt, 
kriegt 
eins verpaßtt« 


FORTSETZUNG 


international gesuchter Gewalt- 
verbrecher. Ende 1966 überfiel er 
eine Bank in Bologna, wenige 
Tage später eine Bank bei Man- 
tua. Kurz darauf wurde er ver- 
haftet, brach am 11. Mai 1967 aus 
dem römischen Gefängnis Re- 
gina Coeli aus und überfiel noch 
sechs Banken. 

Nach weiteren 30 Minuten Ver- 
hör erzählte Fantazzini, wo er 
sich in dieser Zeit versteckt ge- 
halten hatte: in Gadern, einem 
verschlafenen 300-Seelen-Dorf 
im Odenwald. 

Am nächsten Tag durchsuch- 
ten deutsche Polizisten Fantaz- 
zinis Wohnung in Gadern. Sie 
fanden zwei Luftpistolen und 
zwei falsche Pässe. 

Für die Bewohner von Gadern 
ist die Durchsuchung eine Sen- 
sation. Sie kennen Fantazzini 
nur als Biedermann. 

„Der Herr Fantazzini“, sagt 
eine Nachbarin, „ja, der war ein 
ichtiger Herr. Großzügig gespen- 
det hat er für unsere Friedhofs- 
verwaltung, und für Kinder- 
heime. Wenn da einer Geld sam- 
melte für was, der Herr Fantaz- 
zini hat immer am meisten ge- 
geben.“ 

„Zwei ganz große Autos hat er 
gehabt“, berichtet ein Rentner. 
„Einen Alfa Romeo und einen 
Jaguar. Und immer höflich ge- 
grüßt, gar nicht hochnäsig, wie 
sonst solche Leute. Nur daß er 
halt in wilder Ehe gelebt hat, 
mit dieser Frau Weinke.“ 

Erika Weinke, 29, Mutter von 
drei Kindern, wurde wenige 
Stunden nach der Festnahme 
Fantazzinis auf einem Camping- 
platz westlich von Saint-Tropez 
ebenfalls von der Polizei geholt. 
Sie hatte Fantazzini im Sommer 
1967 in Saarbrücken kennenge- 
lernt, war mit ihm nach Gadern 
gezogen und hatte, wie sie ver- 
sicherte, von Fantazzinis Verbre- 
cherleben keine Ahnung. In 
Frankreich hätten sie nur Urlaub 
machen wollen. 

Seit drei Wochen versucht die 
deutsche Kripo, die Spuren des 
italienischen Ganoven zu ver- 
folgen. Einen Bankraub in der 
Bundesrepublik konnten sie ihm 
bereits nachweisen: einen Über- 
fall auf die Volksbank im Nek- 
kar-Städtchen Hirschhorn am 4. 
April dieses Jahres. Es begann 
ähnlich wie der Bankraub von 
Saint-Tropez: 

„Alle auf den Bauch legen!“ 
befahl in gebrochenem Deutsch 
der Bankräuber. „Wer rührt sich, 
kriegt eins verpaßt.“ Der Bandit, 
ein dunkelhaariger Mann mit 
Sonnenbrille, drohte mit einer 
Luftpistole. 

Dann stopfte der Räuber 45 000 
Mark aus der Volksbank-Kasse 
in eine mitgebrachte Kolleg- 
mappe und rannte zum Ausgang. 
Als der Kassierer es endlich 
wagte, ihn zu verfolgen, war 
Horst Fantazzini verschwunden: 
in sein Versteck im Odenwald- 
Dörfchen Gadern. 





his 


ERLAUBT 
‚VERBOTEN 
STRAFBAR 


Entscheidungen deutscher Gerichte 


»Die rechtsprechende Gewalt ist den 
Richtern anvertraut... .« 

»Die Richter sind unabhängig und nur dem 
Gesetz unterworfen... .« 

»Ausnahmegerichte sind unzulässig. 
Niemand darf seinem gesetzlichen Richter 
entzogen werden... .« 


Grundgesetz Artikel 92, 97 und 101 


Gutachten 


Die Haftpflichtversicherung muß 
einem Verkehrsunfall-Geschädig- 
ten regelmäßig auch die Kosten 
für eine private Begutachtung 
des Schadens ersetzen. 


Oberlandesgericht Karlsruhe — 
4 U 169/66 


Schweigen 


Verweigert der Beschuldigte bei 
der ersten Vernehmung durch die 
Polizei die Aussage in vollem 
Umfang, so darf der Strafrich- 
ter später hieraus keine für 
den Beschuldigten nachteiligen 
Schlüsse ziehen. 


Oberlandesgericht Hamm — 
1 Ss 948/67 


Vertrauen 


Jeder Kraftfahrer kann darauf 
vertrauen, daß sein Vordermann 
die Verkehrszeichen beachtet, 
auch wenn dieser ortsfremd und 
das Verkehrszeichen (Doppel- 
ampel) etwas kompliziert ist. 


Oberlandesgericht Hamm — 
4 Ss 753/67 


Gebührenstreit 


Für sämtliche Streitigkeiten über 
Fernmeldegebühren ist der Ver- 
waltungsrechtsweg gegeben. 


Bundesverwaltungsgericht — 
VII C 152/66 


Gewohnheit 


Auch „kleinere“ Betrügereien 
können unter gewissen Umstän- 
den die Verurteilung als gefähr- 
licher Gewohnheitsverbrecher 
rechtfertigen. 

Bundesgerichtshof — 4 StR 67/68 


Kündigung 

Eine Kündigung kann wegen 
ihrer ungehörigen Form unwirk- 
sam sein. 


Landesarbeitsgericht Mannheim — 
7 Sa 60/67 


Führerschein 


Verstößt ein Fahrer gegen eine 
im Führerschein eingetragene 
Auflage (hier: Tragen einer Bril- 
le), so fährt er ohne die vorge- 
schriebene Fahrerlaubnis. 
Landgericht Nürnberg-Fürth — 

13 $ 25/66 


Parken 


Ein Parkverbotszeichen zugun- 
sten einer Botschaft ist unzuläs- 
sig. . 

Verwaltungsgericht Köln — 4 L 58/68 








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H/n 13 


„sollich Stalin 
eins in die Fresse 
hauen?” 


So rief ein amerikanischer Abgeordneter, der im Herbst 1945 betrunken in 
den Kreml fuhr. George F. Kennan erzählt davon in seinen Memoiren, in 
denen Kennans Landsleute auch sonst viele Seitenhiebe abbekommen 





Hamburg, Oktober 1939 


Es war etwa Mitternacht, als ich 
die kleine Bar an der Binnenalster 
verließ und mich durch die verdun- 
kelten Straßen heimwärts tastete. 

An einer Straßenecke sprach eine 
Frau mich an: „Wie wär's denn, 
wenn wir irgendwo hingingen?“ Sie 
sagte dies heiter und angenehm, 
ohne die übliche Vorschützung fal- 
scher Zärtlichkeit. Ich schlug vor, 
wir sollten lieber einen Drink zu- 
sammen nehmen. O nein, eine sol- 
che Zeitverschwendung könne sie 
sich nicht leisten. Sei ich denn an 
gar nichts anderem interessiert? So 
sei es, gestand ich. 

Doch nach einigem Hin und Her 
einigten wir uns auf den Kompro- 
miß, daß ich ihr den üblichen Preis 
für ihre übliche Dienstleistung be- 
zahlen, sie mich aber in einem Lo- 
kal mit ihrer Gesellschaft beehren 
solle. So führte sie mich in ihre 
Stammkneipe. 

Dort konnte ich sie zum ersten- 
mal beobachten. Sie war noch jung 
und hatte eine gute Figur mit einem 
frischen, festen Gesicht. Gekleidet 
war sie mit so viel Geschmack, daß 
man sich über die Art ihres Berufs 
leicht hätte täuschen können. 

Sie gehe nun, erzählte sie mir, 
seit einigen Jahren auf die Straße. 
Gegenwärtig tue sie dies allerdings 
nur noch ein oder zwei Stunden am 
Abend, da sie tagsüber einem bür- 
gerlichen Beruf nachgehe: Sie sei 
Packerin in einer Fabrik, verdiene 
neunzehn Mark in der Woche und 
ruiniere sich dabei die Fingernägel; 
aber dies sei immer noch besser als 
das Arbeitslager. Vor einigen Mo- 
naten habe die Polizei alle Straßen- 
mädchen und alle Bardamen unter 
dreißig einkassiert und in ein Ar- 
beitslager auf dem Lande gesteckt. 

„Früher standen allein an meiner 
Straßenecke 75 Mädchen, und wir 
lebten alle gut. Jetzt bin ich die ein- 
zige. An uns verdiente das ganze 
Stadtviertel. Die Friseure und die 
Geschäftsleute sind verzweifelt. 
Wir machten die größten Umsätze 
und gaben die höchsten Trinkgel- 
der. Es ist idiotisch, daß man diese 
Sache abschaffen will. Das gab es 


50 stern 


auch vor dem Krieg. Das gab es in 
der Steinzeit. Das wird es immer 
geben.“ 

„Aber die Frauen, mit denen Sie 
in der Fabrik arbeiten“, fragte ich, 
„ist denn darunter keine, mit der 
Sie sich anfreunden könnten?“ 

„Diese Frauen!“. schnaufte sie 
verächtlich. „Mit denen habe ich 
nichts zu tun. Es sind unerzogene 





George F. Kennan, ehema- 
liger amerikanischer Bot- 
schafter in Moskau (1952/53) 
und in Belgrad (1961-63), 
war einer der führenden 
Diplomaten und ist einer 
der einflußreichsten politi- 
schen Denker der Vereinig- 
ten Staaten. Als Chef der 
Planungsabteilung im ame- 
rikanischen Außenministeri- 
um machte er 1947 Weltge- 
schichte: In einer Artikel- 
serie in der Zeitschrift 
„Foreign Affairs“, die er als 
„Mr. X“ veröffentlichte, 
empfahl Kennan den USA 
die Eindämmung des Kom- 
munismus. Amerika müsse 
jedem Versuch der kommu- 
nistischen Staaten entge- 
gengetreten, über ihren da- 
maligen Machtbereich hin- 
aus vorzustoßen; da der 
Kommunismus auf Erobe- 
rung gegründet sei, werde 
er durch Eindämmung zer- 
fallen. 


Diese These setzte Prä- 
sident Truman in die am 
12. März 1947 verkündete 


kleine Biester aus Altona. Sie leben 
in einer anderen Welt. Ich brauche 
Geld und Kultur. Ich rede nie mit 
ihnen. Sie wundern sich, wo ich 
meine Kleider herkriege. Neulich 
habe ich nicht mal meinen Wochen- 
lohn abgeholt.“ 

„Aber es ist doch immer noch 
ein Risiko für Sie, auf die Straße 
zu gehen. Werden Sie nicht doch 


Amerikas 
beruhmtester 
Diplomat 


Truman-Doktrin um. Auf die 
Truman-Doktrin wiederum 
geht das militärische Ein- 
greifen der USA in Korea 
und in Vietnam zurück. 

In seinen 1968 erschiene- 
nen Memoiren gibt sich 
Kennan dennoch als ein 
Gegner der Truman-Doktrin 
zu erkennen, und zwar des- 
halb, weil sie die Eindäm- 
mung fälschlich als ein rein 
militärisches Problem be- 
trachtet und die politischen 
Möglichkeiten vernachläs- 
sigt habe. 

Die Memoiren, für die Ken- 
nan den Pulitzer-Preis be- 
kam, erscheinen Mitte Sep- 
tember auch in deutscher 
Sprache*.. Der STERN 
druckt aus diesem Buch vier 
Episoden ab, die für Ken- 
nan charakteristisch sind: 
farbige Erzählung, souve- 
räne Beobachtung und eine 
sehr kritische Einstellung 
gegenüber seinem Heimat- 
land Amerika. 


Memoiren 


*) George F. Kennan: 


eines Diplomaten. Verlag Henry 
Goverts, 589 Seiten, 25,— DM. 





eines Tages im Arbeitslager enden?“ 

„ja, das ist ein Risiko. Nun gut. 
Aber ich muß es nicht mehr lange 
machen. Sie sehen, ich bin verlobt. 
Mein Bräutigam ist bei der Luft- 
waffe. In Polen. Wenn er zurück- 
kommt, werden wir heiraten — viel- 
leicht. Er sagt, er will.“ 

„Weiß er, was Sie treiben?“ 

„Um Gottes willen, nein! Er wäre 
wütend.“ 

„Warum gehen Sie denn dann 
immer noch das Risiko ein?“ 

„Sehen Sie, als ich ihn traf, sagte 
ich, ich hätte 2000 Mark. Natürlich 
hatte ich sie nicht. Nun muß ich sie 
verdienen, ehe er heimkommt.“ 

„Seien Sie doch nicht albern! Er- 
zählen Sie ihm alles. Er wird damit 
fertig werden.“ 

„Oh, Sie kennen diesen Men- 
schen nicht. Er ist schrecklich. Er hat 
immer alles gekriegt, was er wollte. 
An mich denkt er nie. Manchmal 
koche ich morgens Eier für uns, 
zwei für ihn und zwei für mich. Er 
ißt alle vier.“ 

„Warum machen Sie denn dann 
nicht Schluß? Lieben Sie ihn?“ 

„Nicht so, wie er mich liebt. Mich 
ekelt vor ihm. Ich liege neben ihm 
und hasse ihn und denke mir: der 
verfluchte Narr. Er denkt, er ist ein 
schöner Mann, und er ist doch nur 
wie jeder andere,“ 

„Aber?“ 

„Aber ich kann nichts machen. 
Er hat mich da, wo er mich will. 
Wenn er mit mir spricht, bin ich so 
klein wie dieser Finger. Zu Anfang 
waren wir so glücklich. Und ich 
habe gut für ihn gesorgt. Frauen 
wie ich — wir sind wirklich an- 
ständig. Glauben Sie mir. Wir tun 
keine von den schlimmen Sachen 
wie die geachteten Frauen. Wir er- 
pressen die Männer nicht. Und all 
die Frauen, die kein Geld kassieren, 
aber Blumen und Pralinen und Klei- 
der und Schmeicheleien — die sind 
die Huren, wir nicht.“ 

Die Sperrstunde rückte heran. Ich 
bezahlte die Rechnung und das Ho- 
norar meiner Begleiterin. Sie steck- 
te es mit stiller Würde in die Ta- 
sche. Wir waren gute Freunde ge- 
worden. Wir schüttelten uns die 
Hände zum Abschied, und dann 

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52]stern 





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kehrte sie mir züchtig eine gepu- 
derte Wange zu. „Jetzt dürfen Sie 
mich küssen“, sagte sie. 

Während ich nach Hause ging, 
bohrten sich vier große Scheinwer- 
ferstrahlen durch den schwarzen 
Himmel und hielten ein Aufklä- 
rungsflugzeug fest. Erst im Hotel 
fiel mir ein, daß keiner von uns den 
Krieg erwähnt hatte. 

Es ist wohl verständlich, daß es 
mir nach solchen Erlebnissen 
schwerfiel, in den Kriegsjahren die 
Verteufelung der Deutschen mitzu- 
machen, wie die amerikanische öf- 
fentliche Meinung sie mit ihrem 
jeweiligen politischen Gegner un- 
vermeidlich betreibt. Es war 
schwer, sich den amerikanischen 
Zeitungen und dem offiziellen Wa- 
shington anzuschließen, wenn sie 
das deutsche Volk als eine Masse 
unmenschlicher Monstren hinstell- 
ten, die eisern hinter Hitler stünden 
und von dämonischer Begeisterung 
für die Zerstörung und Verskla- 
vung des übrigen Europas besessen 
seien. 


Berlin, Dezember 1941 


Die Nachricht von Pearl Harbour 
erreichte uns mit Hilfe der schwa- 
chen Signale, die unser Radio von 
den Kurzwellennachrichten aus den 
Vereinigten Staaten übertrug. Ich 
hörte die Nachricht zufällig selber 
und alarmierte Leland Morris, den 
Geschäftsträger, und alle erreichba- 
ren anderen Mitglieder der amerika- 
nischen Botschaft in Berlin per Tele- 
fon. Am späten Abend versammel- 
ten wir uns’ in der Botschaft und 
berieten unsere nächsten Schritte, 
nun, da das Ende nahe schien. Un- 
ser Land befand sich jetzt im Krieg 
mit Japan; und es war klar, daß 
sich aus dieser Lage jeden Augen- 
blick der Krieg mit Deutschland ent- 
wickeln konnte. 

Vier Tage lang lebten wir in 
quälender Ungewißheit. Unsere 
Verbindungen mit der Außenwelt 
hörten während dieser vier Tage 
eine nach der anderen zu funktio- 
nieren auf. Telegramme, selbst sol- 
che an unsere Regierung, wurden 
auf der Post nicht mehr angenom- 
men. Am Dienstagabend wurden 
unsere Telefone auf mysteriöse 
Weise stumm. In der Nacht zum 
Mittwoch verbrannten wir unser 
Chiffriermaterial und die Geheim- 
akten. 

Endlich, am Donnerstag, kam die 
Ankündigung, Hitler werde im 
Reichstag sprechen. Als die festge- 
setzte Zeit heranrückte, füllte sich 
der Platz vor der Botschaft mit 
Lautsprecherwagen und Haufen 
von Menschen — zu welchem Zweck, 
wußten wir nicht. Wir schlossen die 
metallenen Jalousien an den Fen- 
stern im Parterre und warteten auf 
den Sturm; aber er blieb aus. Statt 
dessen erwachte, während Hitler 
im Reichstag gegen die Vereinigten 
Staaten wetterte, das Telefon plötz- 
lich und geheimnisvoll zum Leben — 
in Form eines Anrufs aus dem Aus- 
wärtigen Amt, in dem uns mitge- 
teilt wurde, ein Beamter des Proto- 
kolls werde in wenigen Augenblik- 
ken eintreffen, um den Geschäfts- 
träger zum Außenminister zu gelei- 
ten. 


Der Beamte des Protokolls der 
Reichsregierung erschien unmittel- 
bar danach. Ich hatte die Aufgabe, 
ihn zu begrüßen und zu unterhal- 
ten, während Leland Morris seine 
Vorbereitungen traf; nie gab es 





Eine belagerte 
Botschaft 
wartet auf den Krieg 





11. Dezember 1941: 

Der deutsche Außenminister 
Joachim von Ribbentrop 
unterzeichnet die 
Kriegserklärung an die USA 


Mit der Kriegserklarung 
Hitlers an die USA in der Hand 
verläßt der amerikanische 
Geschäftsträger das Reichs- 
außenministerium 


Das US-Botschaftspersonal 
wird in Bad Nauheim interniert. 
Ballspiele sind erlaubt 

(in der Kniebeuge: Kennan) 





eine steifere Konversation. Der ar- 
me Morris wurde dann in die Wil- 
helmstraße gefahren und mußte 
stehenbleiben, während Ribbentrop 
ihm mit wilden Gesten die Kriegs- 
erklärung verlas, ihn anschrie: „Ihr 
Präsident hat diesen Krieg gewollt 
— jetzt hat er ihn!“, auf dem Absatz 
kehrtmachte und davonstampfte. 


Ratlos, was es mit uns tun sollte. 
da wir nun offiziell Feinde waren, 
entschied sich das Auswärtige Amt 
zu einer Anfrage beim Führer. Der 
aber hatte offenbar sofort nach sei- 
ner Rede Berlin verlassen und sich 
in sein Hauptquartier begeben; und 
es dauerte zwei Tage, bis seine 
Antwort eintraf. Sie war lakonisch 
und von Hitlerscher Heftigkeit: 
„Am Wochenende müssen die Ame- 
rikaner aus Berlin verschwunden 
sein.“ 

Demgemäß wurde ich am Sonn- 
abendnachmittag ins Auswärtige 
Amt zitiert, wo man mir mitteilte, 
das Botschaftspersonal habe seine 
Wohnungen sofort zu räumen und 
sich am nächsten Morgen um acht 
Uhr mit nicht mehr als zwei Stück 
Handgepäck im Kanzleigebäude ein- 
zufinden. In einer hektischen und 
schlaflosen Nacht brachten wir dies 
irgendwie zustande. 


In Omnibussen wurden wir zum 
Bahnhof transportiert und in zwei 
Sonderzügen nach Bad Nauheim bei 
Frankfurt verfrachtet, wo wir im 
Grandhotel „Jeschke* mit bewaff- 
neten Wächtern und unter Aufsicht 
der Gestapo fünfeinhalb Monate 
der Internierung ohne Verbindung 
mit der Außenwelt verbrachten. 


Erst gegen Ende April 1942 mach- 
te sich die amerikanische Regierung 
die Mühe, Verbindung mit uns auf- 
zunehmen, obwohl sie dies mit Hil- 
fe der Schweiz leicht vorher hätte 
tun können. Wenn wir wissen woll- 
ten, welche Pläne für Austausch 
und Abreise bestanden und ob es 
überhaupt solche Pläne gab, blieben 
wir den ganzen Winter über auf 
Gerüchte oder jene paar Brocken 
von Information angewiesen, die 
wir dem deutschen Wachpersonal 
oder den uns gelegentlich besuchen- 
den Schweizer Beobachtern entlok- 
ken konnten. 


Während dieser fünfeinhalb Mo- 
nate trug ich persönlich die unmit- 
telbare Verantwortung für die Dis- 
ziplin dieser buntscheckigen Grup- 
pe von hungernden, frierenden und 
sorgenvollen Internierten und noch 
dazu für jegliche Art von Kontakt 
mit den Deutschen. 


Ich lernte daraus eine Menge 
über das Verhalten von Menschen 
unter widrigen Umständen: die Un- 
zuverlässigkeit und das Versagen 
einer Minderheit am unteren Ende 
der Skala; die recht passive Reaktion 
bei der Mehrheit in der Mitte; die 
außerordentliche Pflichttreue und 
Zivilcourage einiger weniger am 
oberen Ende. Mir wuchs daraus 
eine neue Art von Bewunderung 
für einen Teil der Menschheit zu — 
einen Teil jedoch, der, wie ich jetzt 
erkannte, immer in der Minderheit 
bleiben würde. 


Besonders desillusionierend wa- 
ren die endlosen Beschwerden über 
das Essen, die ich entgegennehmen 
und häufig, ein wenig gegen meinen 
Willen, den Deutschen vortragen 
mußte. Es ist wahr, daß wir nur die 
deutschen Zivilrationen erhielten, 
weit weniger als das also, worauf 
reguläre Kriegsgefangene Anspruch 
hatten. Aber wir waren nicht die 
einzigen Menschen, die damals in 


Weiter auf Seite 56 


100 - 02 -8 





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Die Rache 
kommt 
in Portugal 


FORTSETZUNG VON SEITE 53 











Europa hungerten, und es standen 
wichtigere Dinge auf dem Spiel als 
das Füllen unserer Bäuche. 

Mitte Mai 1942 wurden wir durch 
Spanien nach Portugal transpor- 
tiert, um in Lissabon gegen eine 
ähnliche Gruppe deutscher Inter- 
nierter ausgetauscht zu werden. Die 
Reise von Frankfurt nach Lissabon 
legten wir in zwei Sonderzügen 
zurück. 

Die portugiesische Grenze er- 
reichten wir am frühen Morgen bei 
einer kleinen Bergstation und nah- 
men dort unseren ersten Atemzug 
von Frieden und Normalität. Ich 
ließ meine Schutzbefohlenen gefan- 


Jeden Abend hören 

die amerikanischen Inter- 
nierten in Bad Nauheim mit 
einem Kofferradio 

heimlich eine Viertelstunde 
Nachrichten aus London 


Wach fünf Monaten werden 
die Internierten nach Portugal 
geschafft: Leland Morris, 

der ehemalige Geschäftsträger 
in Berlin, an der Grenze 

von Frankreich nach Spanien 


Im Sonderzug nach 

Portugal gibt es einen Speise- 
wagen. Hinten links 

Kennan im Gespräch mit 
Leland Morris 


gen im Zug zurück und nahm end- 
lich Rache an meinen Mitinternier- 
ten, die mich fünf Monate lang mit 
ihren Beschwerden über das Essen 
eingedeckt hatten, indem ich ein 
Frühstück von mehreren Eiern ver- 
speiste, Die anderen durften wäh- 
rend der letzten sechs oder sieben 
Stunden Bahnfahrt ihre leeren Bäu- 
che pflegen, bis sie sich, wie wir 
alle, an den Fleischtöpfen von Lis- 
sabon krank fraßen. 

Obwohl unsere Internierung nicht 
gerade angenehm gewesen war, 
nahm das amerikanische Außenmi- 
nisterium kaum Notiz davon. Als 
dem Ministerium unsere mißliche 
Lage endlich auffiel und es uns das 
erste Telegramm zustellte, was kurz 
vor unserer Abreise nach Portugal 
der Fall war, da geschah dies zu 
dem alleinigen Zweck, uns mitzutei- 
len, daß wir auf Grund einer Ent- 
scheidung des Obersten Rechnungs- 
hofs (einer Entscheidung, die, wie 
wir folgern durften, das Mini- 
sterium nicht anzufechten wünschte) 
für die Monate der Internierung 
kein Gehalt beziehen würden; 
schließlich hätten wir nicht ge- 
arbeitet. 


Moskau, September 1945 


Im September 1945, als Botschaf- 
ter Harriman gerade abwesend war, 
erhielten wir in der amerikanischen 
Botschaft in Moskau den Besuch 
einer Gruppe von Abgeordneten 
des amerikanischen Repräsentan- 
tenhauses. Sie wollten Stalin sehen. 
Obwohl ich ohne Begeisterung und 
ohne Hoffnung war, hatte ich keine 
andere Wahl, als um einen Termin 
bei Stalin nachzusuchen. Ich wußte, 
daß einem solchen Ansuchen nor- 
malerweise nicht entsprochen wur- 
de. Zu meiner Verblüffung aber 
geschah es diesmal doch. 


Ich erwartete die Kongreßmitglie- 
der um 17.30 Uhr an einem Ausgang 
der Moskauer Untergrundbahn, wo 
ihre Besichtigungsrundfahrt enden 
sollte. Mit wachsender Unruhe regi- 
strierte ich, daß die Abgeordneten 
nicht kamen. Meine Nachforschun- 
gen ergaben, daß sie irgendwo in 
den Eingeweiden des Untergrund- 
bahnsystems mit „Tee“ bewirtet 
wurden. Den Ort dieser Bewirtung 
entdeckte ich zwar nicht, doch ge- 
lang es mir schließlich durch Aus- 
sendung verzweifelter Botschaften, 
meine Landsleute mit zwanzig Mi- 
nuten Verspätung ans Tageslicht zu 
lotsen. 

Zu meinem Entsetzen entdeckte 
ich, daß der „Tee“, den die geniali- 
schen Gastgeber von der Moskauer 
Untergrundbahn ihnen serviert hat- 
ten, kein Tee von der alkoholfreien 
Sorte gewesen war; in Wahrheit 
hatten die Gastgeber in die Abge- 
ordneten kurz vor dem Interview 
mit Stalin verschiedene, aber je- 
weils erhebliche Mengen von Wod- 
ka hineingegossen. 

In zwei Limousinen brausten wir 
in Richtung Kreml. Ich saß in einem 
der Wagen neben dem Fahrer. Als 
wir uns dem Tor des Kremls nä- 
herten, hörte ich zu meinem Entset- 
zen von einem der Hintersitze eine 
heisere Stimme sagen: „Wer ist die- 
ser Kerl eigentlich, dieser Stalin? 
Ich weiß nichts davon, daß ich ihn 
sehen will. Ich steige aus.“ 

Mit unendlichen Mühen, darunter 
der Vorlage des Passes jedes Ab- 
geordneten beim sowjetischen Au- 
Benministerium, war es uns gelun- 


gen, die Zulassung der Gruppe in 
den Kreml zu erreichen, und wenn 
nun einer fehlte, so würde es einen 
unendlichen Ärger geben. So sagte 
ich mit großer Entschiedenheit: „Sie 
werden nichts dergleichen tun. Sie 
bleiben sitzen, und Sie bleiben bei 
uns.“ 

Nun folgten die Formalitäten am 
Kreml-Tor. Türen wurden geöffnet, 
Pässe verglichen. Die Unterseite der 
Sitze wurde inspiziert. Ein Wagen 
voll bewaffneter Männer stellte sich 
vor uns, ein anderer hinter uns. So 
bewacht, fuhren wir den kurzen 
Hügel zum Herzen des Kremls 
hinauf. 

In diesem Augenblick ließ sich 
dieselbe heisere Stimme noch ein- 
mal hinter mir vernehmen: „Wie 
wär's denn, wenn ich dem alten 
Scheusal eins in die Fresse haue?“ 

Mein Herzschlag setzte aus. Ich 
kann mich nicht erinnern, was ich 
sagte, aber ich bin sicher, daß ich 
nie in meinem Leben mit größerem 
Ernst gesprochen habe. Einige noch 
halbwegs nüchterne Kongreßabge- 
ordnete halfen mir dabei. 

Unser Landsmann mit der heise- 
ren Stimme kam indessen lamm- 
fromm mit. In Stalins Arbeitszim- 
mer saß er am Ende eines langen 
Tisches, Stalin gegenüber, und das 
Verwirrendste, was er tat, war, daß 
er dem ein wenig verwunderten 
Diktator ein- oder zweimal zuzwin- 
kerte und ihn anfeixte. 

Dies war nur eine kleine Episode, 
aber ich muß sagen, es war eine der 
Impressionen (und ich hatte viele 
solche), die in mir allmählich eine 
tiefe Skepsis gegenüber der Be- 
hauptung wachriefen, Kontakte von 
Mensch zu Mensch hätten für die 
Verbesserung der internationalen 
Beziehungen einen absoluten Wert. 

An dieser Stelle scheint mir ein 
Wort über die Person Stalins an- 
gebracht. 

Von Gestalt war er gedrungen 
und ziemlich klein. Sein eckig ge- 
schnittener Rock schien immer ein 
wenig zu groß für ihn; man spürte 
den Wunsch, die Schmächtigkeit der 
Gestalt zu korrigieren. Die Gesichts- 
züge, grob, aber gutgeschnitten, 
deuteten auf ruhige, gesammelte 
Kraft. Die Zähne waren verfärbt, 
der Schnurrbart ungepflegt und zot- 
tig. Das gab ihm, zusammen mit der 
pockennarbigen Haut und den gel- 
ben Augen, das Aussehen eines al- 
ten, kampferprobten Tigers. 

Sein Benehmen, wenigstens uns 
gegenüber, war einfach, ruhig und 
unaufdringlich. Er war nicht auf 
Wirkung aus. Er machte wenig 
Worte. Meist klangen sie vernünf- 
tig und verständig; sie waren es 
auch oft. Ein uneingeweihter Besu- 
cher hätte nie erraten, welche Ab- 
gründe von Berechnung, Ehrgeiz, 
Machtgier, Eifersucht, Grausamkeit 
und hinterlistiger Rachsucht hinter 
dieser unauffälligen Fassade lagen. 

Stalins Verstellungskunst war ein 
wesentliches Stück seiner Größe als 
Staatsmann, genau wie seine Gabe, 
sich simpel, einleuchtend und 
scheinbar völlig harmlos auszudrük- 
ken. Obwohl völlig unoriginell im 
schöpferischen Sinne, war er immer 
ein außerordentlich gelehriger Schü- 
ler. Er besaß eine unglaubliche Ga- 
be der Beobachtung und, wenn es 
ihm zweckmäßig schien, auch der 
Nachahmung. (Wenn er seine Lehr- 
meister anschließend umbrachte, 
was er meistens tat, dann war das 
im Grunde ein Zeichen seiner Hoch- 
achtung.) Gleichzeitig war er natür- 
lich selbst ein großer, wenn auch 


Weiter auf Seite 99 






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wird auch immer langweiliger!« hat heute schon drei mein Herr, oder nicht... .?« 
Vicky Ludovisi und Vittorio Gassman in Schweinchen gefressen!« Nadja Tiller in »Hotel Adlon 


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Dienstag, 20. August, 20.15, 1. Programm 


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»Das war das letztemal, »Zieht schnell eure Klamotten 


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»...istja kein Wunder, daß dein 
Mann nie zu Hause frühstückt!« daß ich mich unter eine Höhen- aus — hier ist ein FKK-Strand!« 
Rosemarie Fendel und Klaus Höhne in sonne gelegt habel« »Das Schwert im Norden — 
»Spionage — Die Blindschleiche« 5 R ‚ : Armeen in Finnland und Schweden 
Freitag, 16. August, 20.00, 2. Programm Eunice Gayson in »Simon Templar und der unsichtbare Sonntag, 18. August, 17.45, 1. Prgramm 


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Falten bekommen. 


STERN Nr. 35 vom 1. September 1968 


VERSICHERUNG 





JOURNAL 





I < N 


NLIRIEI 





Grenzen der 


»\Vir haben 


auf heitere Art: in Pforzheim — vorgesorgt« war Versicherung: 
Lernen Sie wer bezahltdie das Motto im Schäden, 

aus der NRLCHE) Lebenslaufder die man früher 
KENIA AI Familie Sänger noch 


nicht kannte 

















»Unser Gepäck ist weg. Und ich Dussel habe es nicht versichert« 


Man reist nicht unversichert 
ins Heilige Land 


Dies bedachten schon die Touristen des 
Mittelalters viel zuwenig. Bei den 
Kreuzzügen lauerten ihnen nicht nur die 
Anhänger Allahs auf, die auf Christen 
prinzipiell schlecht zu sprechen waren; 
auch räuberische Banden schmarotzten 
vom regen Fremdenverkehr. Viele 
Kreuzfahrer, die ihr ganzes Vermögen in 
diese Bildungsreise investiert und auch 
ihr komplettes Ritter-Handwerkszeug 


stern 


mitgenommen hatten, kehrten bettelarm 
in die Heimat zurück. Die wenigen Rei- 
senden, die ungerupft davonkamen oder 
gar ein schönes Souvenir mitbrachten, 
wurden als große Ausnahme in den Ge- 
schichtsbüchern besonders vermerkt — 
so wie jener Graf von Gleichen, der sich 
im Morgenland eine knusperbraune 
Sarazenin als zweite Ehefrau ergattern 
konnte, die ihm der Kaiser genehmigte 





Dieses ist eine Studie des 
Versicherungs - Inspektors 
Alkibiades Grübler, der in 
seinen Mußestunden Histo- 
rie studiert. Dabei stieß er 
auf manche Geschehnisse, 
die ihm von Berufs wegen 
Chancen geboten hätten. 
Insofern bedauert er es zu- 
tiefst, daß sich die Weltge- 
schichtenichtzurückdrehen 
läßt. Der Inspektor hofft 
jedoch, daß wenigstens die 
Zeitgenossen Nutzen aus 
seinen tiefgeschürften Er- 
kenntnissen ziehen. Daher 
die eindringliche Mahnung: 


Lernen 
Sie 
aus 


dem, 
was 


einmal 












war 











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Zeichnungen aus P. Neugebauers „Illustrierte Weltgeschichte“ 





»Brüder, seid nicht traurig; unser Betrieb ist ja gut versichert« 


Wenn einer das Pulver 
erfinden will 


Nur auf Armbrust und Katapult konnte 
der Mönch Berthold Schwarz in seinem 
Freiburger Kloster das alte Sprichwort 
beziehen, wonach man nicht mit Schieß- 
gewehren spielen sollte. Er ahnte ja 
nicht, welchen Fortschritt er der Mensch- 
heit bescheren würde. Erst seine Erfin- 
dung, das Schwarzpulver, machte es 
möglich, Zeugnisse epochaler Baukunst 
innerhalb von Sekunden in malerische 


Ruinen zu verwandeln. Damals, gegen 
Ende des 14. Jahrhunderts, steckte diese 
Technik noch in den Kinderschuhen, aber 
der Explosionsschaden in dem kirchlichen 
Handwerksbetrieb war.doch beträchtlich. 
Um so notwendiger ist es heutzutage für 
jeden Fabrikanten und Erfinder, sich 
durch Versicherungen vor solchen — nicht 
nur im Rüstungsgeschäft — unliebsamen 
Arbeitsunterbrechungen zu schützen 


Strassen Als Hannibal, Feldherr der nordafrika- 


nischen Stadt Karthago, mit seinem 


warenstetsS_ tee: über Frankreich gen Rom zog (218 
gefährlich v. Chr.), machten ihm die damals noch 


unzulänglich ausgebauten Paßstraßen in 
den Alpen schwer zu schaffen. Vor allem 
seine Panzer, 37 bis an die Zähne be- 
waffnete Kriegselefanten, hatten eine 
hohe Schadensquote. Der Massentouris- 
mus des Altertums, der sich meist in 
bewaffneter Form vollzog, hatte noch 








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» Verdammt, wir haben die Prämie für seine Lebens- 
versicherung noch nicht bezahlt« 


Die Luft Das wußte natürlich auch der altgriechi- 


sche Jüngling Ikaros, der mit seinem 


hat keine Vater auf Kreta zwei Flugapparate ge- 
Balken bastelt hatte und zu einem Trip über 


das Mittelmeer gestartet war. Die tech- 
nische Unzulänglichkeit der Konstruktion 
wurde dem Sohn zum Verhängnis, denn 
das Wachs, in dem die Vogelfedern sei- 
ner Tragflächen befestigt waren, schmolz 
in der Sonnenwärme. Inzwischen wurde 
dieses Problem bekanntlich vom Erfin- 
dergeist so gut gelöst, daß bei den Probe- 
flügen neuer Modelle wenigstens dieKon- 
strukteurenichtmehr abstürzen. Anderer- 
seits eröffnet die Aussicht, daß künftig 
600 und mehr Luftpassagiere in einem 
einzigen Flugzeug reisen werden, unserer 
Branche ungeahnte Möglichkeiten, mit 
einem Hinweis auf das Schicksal des 
Ikaros die Notwendigkeit einer Lebens- 
oder Unfallversicherung zu begründen 





IIRr 


»Ich habe es ja gleich gesagt: Wenn es über die Alpen 
geht, muß man eine Vollkaskoversicherung abschließen« 


keine Möglichkeit, sich bei solchen Zwi- 

schenfällen durch eine Versicherung 

schadlos zu halten. Um so mehr sollte 

der Tourist von heute die ihm gebote- _ 

nen Chancen nutzen, denn unsere Ver- Versicherungs- 
kehrswege sind auch jetzt nicht sicherer Journal 


stern 





Dasalte Die Gelehrten mögen sich weiterhin 


= u streiten, wer anno 68 n. Chr. das alte 
Spiel mit Rom angezündet hat. Viele meinen, Kai- 
dem ser Nero müsse es gewesen sein, denn er 
ließ sich durch den gewaltigen Anblick 

Feuer des Flammenmeeres zu einer großen 
Arie über die brennende Stadt Troja in- 

spirieren. Zuzutrauen ist ihm die Brand- 

stiftung, denn er war ja auch nicht pin- 

gelig, als er seine nächsten Verwandten 

um die Ecke bringen ließ. Künstler sind 

nun einmal nicht sehr moralisch. Es ist 

auch denkbar, daß Nero (wie so man- 

cher Diktator) hoffte, auf diese Weise zu 

einer schöneren Hauptstadt zu kommen. 

Zum Glück bevorzugen die Dichter von 

heute andere Stoffe; ihre Feuersbrünste 

toben sich meist in Betten aus. Um so 

mehr ist der Versicherungsvertreter auf 

ein so welthistorisches Ereignis ange- 

wiesen, der ganz anschaulich die Not- 

wendigkeit einer Gebäudebrand- oder 
Hausratversicherung nachweisen will 


»Für die Fenerversicherung wird das eine teure Ariel« 

















»Wenn er seine Ernte versichert hätte, brauchte er 
sich wegen der paar Äpfel nicht so aufzuregen« 





Seitdem Vertriebene — und das wurden ja Adam 


= und Eva durch den sogenannten Sün- 
ıst der Apfel denfall — argumentieren häufig unsach- 
ab lich. So ist auch der Ausspruch zu wer- 
ten, mit dem sie ihren Apfeldiebstahl 
bagatellisierten. Sie übersahen, daß der 
liebe Gott bis dato gar keine Veranlas- 
sung gehabt hatte, im Rahmen der 
Schöpfung auch ein Versicherungs-Unter- 
nehmen ins Leben zu rufen; in einem 
Paradies ohne Gefahren bestand dafür 
kein Bedürfnis. Immerhin ist es bezeich- 
nend, daß den eben erst durch Apfel- 
genuß klug gewordenen ersten Menschen 
gleich spontan aufgeht, wie segensreich 
eine solche Einrichtung für eine sich meh- 
rende Menschheit. künftig sein würde & 





stern 





ehn Minuten 


wü 
der Orkan 


Autos wurden hundert Meter weit durch die Luft 
gewirbelt. Andere lagen nach dem Orkan schrottreif 
unter Mauerwerk und umgestürzten Bäumen. Wer 
sein Fahrzeug nicht wenigstens teilkaskoversichert 
hatte, mußte den Schaden selber tragen. Diese 
preiswerte Versicherung (VW: 23 Mark pro Jahr) 
deckt seit 1962 auch Sturm- und Hochwasserschä- 
den. In großem Ausmaß traten sie auf bei der 
Hamburger Flutkatastrophe und nun in Pforzheim 


r kam von den Schwarzwaldhöhen her- 

ab, lärmend wie tausend Lokomotiven 

und hauste nur zehn Minuten. Doch 
danach schien Pforzheim noch einmal vom 
Bombenkrieg heimgesucht: Dächer ohne Ziegel, 
Häuser ohne Wände, zerschlagener Hausrat, 
zertrümmerte Autos und weit über tausend 
obdachlose Menschen. Auseiner ungewöhnlichen 
Wetterlage hatte sich ein Wirbelsturm, ein Tor- 
nado, entwickelt. Von einer Gewalt, wie man 
sie in den USA, aber in Deutschland bisher 
nicht kannte. Den Schaden in Pforzheim, in 
etlichen Dörfern und in den Wäldern schätzt 
man auf etwa 140 Millionen Mark. 
Anders als im Krieg war es diesmal keine 
Frage, wer den Schaden zu tragen hatte. Den 
Großteil dieser Summe müssen Versicherungen 
aufbringen. Das sind in erster Linie die in 
Baden und Württemberg staatlichen Gebäude- 
brand-Versicherungen. Bei ihnen ist in diesem 


Foto: Guido Hang 





tete 


Bundesland jeder Hauseigentümer obligato- 
risch auch gegen Sturm und Überschwemmun- 
gen versichert. Sie müssen alle Gebäudeschä- 
den bezahlen, vom Dachziegel bis zum Mauer- 
werk — und zwar zum Neuwert, ohne Rück- 
sicht auf das Alter des Hauses. Selbst Teile 
des Wohnungsinventars — wie Herde und 
Kücheneinrichtungen, wenn sie dem Haus- 
eigentümer gehören — werden ersetzt. Die 
Belastung ist für diese Brandkassen so groß, 
daß sie möglicherweise im nächsten Jahr ihre 
Beiträge erhöhen müssen; für alle Formen der 
Versicherungen gilt nun einmal das Prinzip, 
daß vermehrter Schaden stets auf die Gemein- 
schaft der Versicherten umgelegt wird. 

In Pforzheim wurde anerkennend vermerkt, 
daß einige größere Versicherungsunternehmen 
eigens für die Katastrophe Regulierungsbüros 
einrichteten. Damit beschleunigten sie den Wie- 
deraufbau und konnten so verhindern, daß der 
Schaden, etwa durch starke Regenfälle auf 
die ungedeckten Gebäude, noch größer wurde. 


Wo der Sturm ganze Hauswände herausriß, holte 
er meist auch das Mobiliar aus den Räumen. Tische, 
Betten, Fernsehapparate segelten durch die Luft. 
Hausratversicherungen müssen für diese Art von 
Sturmschäden nur dann aufkommen, wenn dies im 
Vertrag eigens vorgesehen ist. Der Zuschlag dafür 
erhöht die Prämie nur geringfügig (zwei Mark jähr- 
lich bei 20000 Mark Versicherungssumme). In 
Pforzheim muß ein großer Teil des Mobiliarscha- 
dens von den Betroffenen selbst getragen werden 


Versicherungs- 
Journal 


sijstern 





Luftbild: Albrecht Brugger, freigegeben vom Innenministerium Baden-Württemberg, Nr. 2/26817 








Pforzheims Innenstad 


Versicherungs- 
Journal 


ür alle Angestellten. diemehr 

als 1800 Mark monatlich ver- 

dienen, war der 30. Juni ein 
wichtiger Tag. Wer bis zu diesem 
Termin keine befreiende Lebensver- 
sicherung abgeschlossen hat. ist jetzt 
Zwangsmitglied der gesetzlichen 
Rentenversicherung. Dies war der 
Wille des Deutschen Bundestages, als 
er im Dezember 1967 das Finanz- 
änderungs-Gesetz verabschiedete. 
Auf etwa 350 000 wurde der Kreis 
der Betroffenen geschätzt. Bisher 
konnten sie ihre Alters- und Hin- 
terbliebenenvorsorge frei und indi- 
vidnellen Bedürfnissen entspre- 
chend gestalten. Am 30. Juni ende- 
te die Freiheit der Wahl zwischen 
staatlicher Rentenversicherung und 
privater Lebensversicherung. 


Bundesarbeitsminister Katzer und 
sein Ministerium hatten damit 
gerechnet, daß sich etwa 20 Pro- 
zent der leitenden Angestellten, 
also 70000 Betroffene, nicht der 
Sozialversicherunganschließen wür- 
den. Die Prognose ging kräftig 
daneben. Die Lebensversicherungs- 
Unternehmen zählten mehr als 
148 000 Befreiungsanträge, und 
außerdem haben etwa 72000 An- 
gestellte, die älter als 50 Jahre 
sind, auf die Rentenversicherung 
verzichtet. Weit über die Hälfte aller 
Angestellten mit einem Einkom- 
men von mehr als 1800 Mark 
monatlich hat also der Altersvor- 
sorge durch die gesetzliche Renten- 
versicherung entsagt. Mehr als 
40 Prozent haben sich den privaten 
Lebensversicherungs-Unternehmen 
anvertraut. 


Daß nun auch die gut verdie- 
nenden Angestellten zwangsver- 
sichert sind, entspringt nicht der 
Sorge um ihren Lebensabend. Man 
braucht ihr Geld. Seit Löhne und 
Gehälter jährlich nicht mehr um 
acht und mehr Prozent steigen. 
wachsen bei der gesetzlichen Ren- 
tenversicherung die eingehenden 
Beiträge langsamer. 1967 betrug 
ihr Defizit mehr als 2 Milliarden 
Mark. Sie mußte schon Teile ihres 
Vermögens flüssigmachen. In die- 
sem Jahr wird das Loch in der 
Kasse nicht kleiner werden. 


Minister Katzer hoffte, daß er 
von den gut verdienenden Ange- 
stellten im Jahr 1968 638 Millio- 
nen Mark holen könnte. Die Neu- 
zugänge bringen aber der Sozial- 
versicherung höchstens 400 Millio- 
nen Mark. Das reicht aber nicht, 
um die Finanzen der gesetzlichen 
Rentenversicherung aufzubessern. 


stern 


Fotos: dpa 





Mit ıhnen wird sich wohl oder 
übel der Bundestag in den näch- 
sten Jahren noch einige Male be- 
schäftigen müssen. Die Abgeord- 
neten können das um so leichte- 
ren Herzens tun, als sie zwar alle 
Angestellten zu Pflichtmitgliedern 
machten, ihre eigene Altersversor- 
gung dagegen durch eine private 
Gruppenversicherung sicherstellen 
wollen. War die gesetzliche Sozial- 
versicherung nicht gut genug? 


Die zahlte im Juni 1968 den 
Arbeitern durchschnittlich ein 
Altersruhegeld von 305,10 Mark, 
den Angestellten 531,50 Mark. 
Zwar liegen viele Altersrenten 
höher, aber ein Rentenversicher- 
ter, der 40 Jahre seine Beiträge 
leistete, erhält maximal nur eine 
Rente, die knapp 45 Prozent sei- 
nes letzten Verdienstes ausmacht. 
Deshalb ist es nicht verwunder- 
lich, daß so viele leitende Ange- 
stellte sich von der Sozialver- 
sicherungspflicht befreien ließen. 
Für sie war entscheidend, wer 
mehr bietet fürs gleiche Geld: 
Rentenversicherung oder Lebens- 
versicherung? 


amit eine privateLebensver- 

sicherung als Befreiungsver- 

sicherung anerkannt werden 
konnte, hatte der Gesetzgeber vor- 
geschrieben, daß monatlich minde- 
stens ebensoviel an Beitrag aufge- 
wendet werden muß wie bei der So- 
zialversicherung. Gegenwärtig sind 
das 240 Mark monatlich. Schon 
1970 wird die Sozialversicherung 
von ihren bestverdienenden Mit- 
gliedern über 300 Mark im Monat 
verlangen, ohne daß sich dadurch 
der Rentenanspruch erhöht. Der 
Beitragssatz, jetzt noch 15 Pro- 
zent, wird dann auf 17 Prozent 
angestiegen sein. Und wie er mög- 
licherweise weiter steigt, steigen 
muß, damit die jährlichen Defizite 
aufgefangen werden können, das 
vermag noch niemand so recht an- 
zugeben. Nach Berechnungen der 
Lebensversicherer kann er 1972 
an 20 Prozent herankommen. 


Für die Befreiungsversicherung er- 
höhen sich die Beiträge nicht. Doch 
dies war zumindest nicht der 
wesentliche Grund, warum mehr 
als 126000 Angestellte eine pri- 
vate Lebensversicherung abge- 
schlossen haben. Sie waren auch 
überzeugt, daß sie mit den Leistun- 
gen der Lebensversicherungs- 
Unternehmen besser fahren. 





Das war Katzers wilde, 


vergebliche Jagd 


Die 


falsche Rechnung 


des 


Ministers 


Ein Beispiel mag dies belegen; 
es vergleicht die dynamischen Lei- 
stungen in der Sozialversicherung 
mit denen der Lebensversicherung. 
Für beide Rechnungen gelten fol- 
gende Voraussetzungen: monat- 
licher Ausgangsbeitrag 240 Mark. 
Der Beitragssatz der Sozialversiche- 
rung beträgt jetzt 15 Prozent. Er 
steigt jährlich um ein Prozent und 
wird ab 1972 mit 19 Prozent kon- 
stant gehalten. Für die Entwick- 
lung der Erwerbseinkommen wird 
ein jährlicher Anstieg von vier 
Prozent zugrunde gelegt, eine An- 
nahme, die für eine langfristige 
Betrachtung sehr realistisch sein 
dürfte. Eine gemischte Lebensver- 
sicherung auf den Erlebens- und 
Todesfall (Endalter 65 Jahre) mit 
zusätzlicher Beitragsbefreiung und 
Rente bei vorzeitiger Berufsunfä- 
higkeit wird bei der Lebensversi- 
cherung als Tarif angenommen. 
Beim Vergleich wird der Ren- 
tenleistung in der Sozialversiche- 
rung der Ertrag an Zinsen gegen- 
übergestellt, die man aus dem Ka- 
pital der Lebensversicherung er- 
hält, wenn man es mit 6”/o anlegt. 


Angenommen wird der Fall eines 
Mannes, der jetzt in seinem 30. 
Lebensjahr der Versicherung bei- 
tritt, dann vor seinem 55. Lebens- 
jahr berufs- oder erwerbsunfähig 
wird (und von diesem Zeit- 
punkt ab dafür eine Rente be- 
zieht), bis er schließlich im Jahr 
2003, also 65jährig, Altersrente er- 
hält. Die Lebensversicherung bringt 
ihm dann monatlich 2189 Mark 
ein. Die Rentenversicherung zahlt 
nur 2048 Mark. Bei der Lebens- 
versicherung hat er, einschließlich 
Zinsen und Gewinnbeteiligung. 
437 885 Mark angesammelt. Bei 
der Rentenversicherung wären dies, 
sofern sie das Kapital ansammelte, 
nur 291 141 Mark. 


ritt der Mann erst als 40Jäh- 

riger ein,erbringt dieLebens- 

versicherung 962 Mark, die 
Rentenversicherung 834 Mark. Noch 
größer ist der Unterschied, wenn 
der Mann 50 Jahre alt ist: 353 
Mark von der Lebensversicherung, 
189 Mark von der Rentenversiche- 
rung. Gerade dieses Beispiel zeigt, 
daß die Anhänger der gesetzlichen 
Rentenversicherung zu Unrecht 
behaupten, die private Lebensver- 
sicherung biete ıhren Versicherten 
keinen Schutz bei Berufs- oder Er- 
werbsunfähigkeit. Selbstverständ- 


lich gibt es auch Fälle, in denen die 
gesetzliche Rentenversicherung ge- 
ringfügig überlegen ist. 


Auch andere Vorteile der Le- 
bensversicherung haben die Ent- 
scheidung der leitenden Angestell- 
ten stark beeinflußt: 


@ Die Lebensversicherung kennt 
keine Wartezeit von fünf Jahren 
wie die Sozialversicherung. Sie 
zahlt im Versorgungsfall sofort. 


© Einen Lebensversicherungsver- 
trag kann man den jeweiligen 
persönlichen und familiären Erfor- 
dernissen anpassen — auch noch 


Jahre nach Vertragsabschluß. 


© Bei der Lebensversicherung 
wird ein echtes Kapital gebildet 
und nicht nur ein Anrecht auf eine 
spätere Rentenzahlung erworben. 


© Die gezahlten Beiträge gehen 
im Todesfall bei der Lebensver- 
sicherung in keinem Fall verloren, 
denn die Versicherungsleistung kann 
vererbt werden. 


inister Katzer und seine 

Leute haben offenbar nicht 

bedacht, daß die gur ver- 
dienenden Angestellten es gewohnt 
sind zu rechnen. Dadurch ist die 
Befreiungsaktion 1968 ein Erfolg 
für die Lebensversicherer gewor- 
den. Auf mehr als sechs Mil- 
liarden Mark beziffert sich die 
Versicherungssumme des Befrei- 
ungsgeschäftes. Und so stark der 
Bundesarbeitsminister den verlo- 
renen 148000  Beitragszahlern 
nachtrauert — er sollte sich freuen 
über diese künftige Kapitalan- 
sammlung. Denn die Lebensver- 
sicherungs-Unternehmen werden 
diese sechs Milliarden der Wirt- 
schaft zur Verfügung stellen, damit 
Investitionen finanzieren und so 
mithelfen, daß eine expandierende 
Wirtschaft durch höhere Löhne und 
Gehälter das Defizit der Sozial- 
versicherung verringert. 


Schon jetzt reichen die Einnahmen 
der Rentenversicherung nicht aus, 
um die laufenden Renten zu zah- 
len, aber die große Krise der So- 
zialversicherung beginnt erst in den 
Jahren 1975/76. Dann werden zwei 
Berufstätige einen Rentner ernäh- 
ren müssen. Sie werden — so wie 
es heute aussieht — der Sozial- 
versicherung einen Beitrag von 
nahezu 20 Prozent ihres Einkom- 
mens abliefern müssen, und es ist 


„Jetzt 
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Der Vertrag verlängert sich 
weiter von Jahr zu Jahr, 
wenn nicht spätestens 














DM . DM DM 
15000, Er Ss 0 ® Dauer Er eg er, 
‚” -L 










60,- I] ID) Körpergröße und Gewicht? ............. (NSUIEENDERR 
ja) nen] 


60 000,- 





ind Sie vollständig gesund 
und ohne körperliche Gebrechen, 
und wenn nein, woran leiden Sie 
oder haben Sie gelitten ? 

® Bei Verwendung von Brillengläsern 
ab 8 Dioptrien Stärke der Gläser ? 


Waren Sie bereits unfallversichert, 
ggf. bei weicher Gesellschaft ? 











..Dioptrien; links_............. Dioptrien 
versichert bei 


rechts... 


ja) nen] 













chein-Nr. 











in Höhe von 





Haben Sie bereits Entschädigungen F 
erhalten, ggf. in welcher Höhe je nen 

und von wem? DM 

Nicht versicherungsfähig und trotz Prämienzahlung nicht versichert sind Geisteskranke, Blinde und Personen, die von Epilepsie 
oder schwerem Nervenleiden befallen oder nach den Bemessungsgrundsätzen des $ 8 Il Allgemeine Unfaliversicherungsbedingun- 
gen (AUB) mehr als 70 Prozent dauernd arbeitsunfähig sind (s. $ 5 AUB). 


erhalten von 
N 








An diesen Antrag halte ich mich einen Monat gebunden. Die für die Versicherung maßgebenden Allgemeinen Unfallversicherungs- 
Bedingungen werden von mir anerkannt. Mit Anfragen bei Ärzten, Versicherungsträgern und Behörden bin ich einverstanden und 
ermächtige diese zur Auskunft. Mündliche Abmachungen haben keine Gültigkeit. 





(Ort und Datum) (Unterschrift der Antragstellerin) 


nstern 


zu befürchten, daß die Wirtschaft 
darunter leidet. Jede Beitragserhö- 
hung um ein Prozent erfordert 
dann einen Mehraufwand von 
zwei Milliarden Mark. 

Unter diesen Umständen wird 
die vielgerühmte Sicherheit der so- 
zialen Rentenversicherung proble- 


matisch. Ebenso ihre Dynamik, das 
heißt die Anpassung an das steigen- 
de Gesamteinkommen (und damit 
auch an die Preisentwicklung). Für 
viele kann sie in der Zukunft nur 
eine Grundsicherung sein, die man 
zwangsläufig durch eine private 
Lebensversicherung ergänzen wird. 





Zum Streiten 
braucht man eine 
Kriegskasse 


er noch nie prozessieren 
mußte, soll gleich auf 
Holz klopfen und toi, 


toi, toi rufen. Denn Streiten vor 
den Richtern ist kein Spaß, kostet 
fast immer Geld (auch wenn man 
gewinnt), und nur den Ärger hat 
man gratis. Dabei ist der fried- 
lichste Mensch nicht sicher davor, 
daß er ein Gericht oder ein Gericht 
ihn braucht. Wer das nicht glaubt, 
lese ein paar Geschichten im Tele- 
grammstil, zusammengerafft aus den 
Akten der Rechtsschutz-Versiche- 
rungen. Dann prüfe er, ob diesoder 
jenes nicht auch ihm passieren 
könnte. 





Die kranke Kuh 





Sie frißt nicht mehr, der Bauer 
holt den Tierarzt. Diagnose: Milz- 
brand. Er verordnet ein Mittel, 
kommt aber nicht noch einmal in 
den Stall, als das Tier zusammen- 
bricht. Bei dieser Krankheit sei 
doch nichts zu machen, sagt er. Am 
nächsten Morgen ist die Kuh tot. 
Tatsächlich aber ist sie, wie der 
Kreisoberveterinärrat später fest- 
stellt, an Milchfieber eingegangen. 
Das bedeutet für den Bauern: keine 
Entschädigung aus dem Viehseu- 
chenfonds. Er klagt gegen den 
Tierarzt — die Rechtsschutz-Ver- 
sicherung schießt die Kosten vor —, 
und der Arzt muß 2500 Mark 
Schadenersatz und Verfahrenkosten 
bezahlen. (Betriebs-Rechtsschutz) 





Beamter gegen Behörde 


Er wohnt mit Familie im Eigen- 
heim, bis man ihm auf seiner 
Dienststelle sagt, er müsse zumin- 
dest vorübergehend eine Aufgabe 
in einer anderen Stadt überneh- 
men. Schließlich willigt er ein. Weil 
er nur am Wochenende heimfah- 
ren kann, bekommt er Trennungs- 
geld, aber nach 15 Monaten wird 
es dem Fiskus zuviel. Der Zu- 
schuß wird gestrichen, der Beamte 
soll sogar wieder Geld zurückzah- 
len. Er klagt und siegt. Die Be- 
hörde muß 3100 Mark nachzahlen 
und das Trennungsgeld weiter 
überweisen. (Rechtsschutz für 
dienstrechtliche Streitigkeiten) 





Betrug im Büro 





Eine Angestellte unterschlägt 
15000 Mark. Ihr Chef verzichtet 
zwar auf die Strafanzeige (die ihm 
doch nichts einbringt), entläßt die 
Angestellte fristlos und verlangt 
in einer Klage bei dem für solche 
Fälle zuständigen Arbeitsgericht 
einen vollstreckbaren Titel für 


den Schadenersatz. Natürlich ge- 
winnt er den Prozeß, aber dieser 
Sieg kostet 1100 Mark Anwalts- 
gebühren, weil in der ersten In- 
stanz des Arbeitsgerichts der Ver- 
lierer den gegnerischen Anwalt 
nicht bezahlen muß. Die Rechts- 
schutz-Versicherung des Chefs 
kommt dafür auf. (Arbeitsge- 
richts-Rechtsschutz) 





Das Loch im Wege 





Die 20jährige Studentin spaziert 
im Stadtpark, bricht mit einem 
Fuß durch eine morsche Sandstein- 
platte und verletzt sich so, daß sie 
acht Wochen in der Klinik liegt. 
Die Stadtverwaltung bestreitet 
jede Schuld. Der Prozeß geht durch 
zwei Instanzen, bis die Stadt 
schließlich drei Viertel des Scha- 
dens übernehmen muß. Sie zahlt: 
5755,44 Mark für Heilungskosten, 
Schmerzensgeld und den Verlust 
eines Studiensemesters. (Privat- 
Rechtsschutz, abgeschlossen vom 
Vater der Studentin) 





Streit um die Wohnung 


Die Verlobten wollen heiraten. 
Die Wohnung stellt der Onkel des 
Mädchens in seinem Haus zur Ver- 
fügung. Der junge Mann unter- 
schreibt den Mietvertrag und zieht 
ein. Seine Braut, so wird beschlos- 
sen, soll nach der Heirat unter- 
zeichnen. Dazu kommt es nicht, 
denn das Paar geht auseinander. 
Der Onkel will nun seinen Mieter 
wieder aus dem Hause haben und 
klagt auf Räumung. Der Prozeß 
geht durch zwei Instanzen. Das 
Urteil: Der Mietvertrag ist gültig, 
ohne Rücksicht auf die Neben- 
absprachen. (Mieter-Rechtsschutz) 





Der Sturz auf der Treppe 





Beim Gastwirt geht es hoch her. 
Als das Bierfaß leer ist, steigt er 
in den Keller, um ein neues anzu- 
zapfen. Auf der Treppe kommt er 
zu Fall. Er stirbt an den Verlet- 
zungen. Die Berufsgenossenschaft 
weigert sich, die Rente zu zahlen; 
der Wirt sei betrunken gewesen. 
Die Witwe klagt gegen diesen Be- 
schluß beim Sozialgericht. Und sie 
gewinnt, weil die Obduktion ergab, 
daß der Wirt nicht mehr als in 
seinem Gewerbe üblich getrunken 
hatte. (Sozial-Rechtsschutz) 





Die italienische Beule 





Der Mercedes bekommt die 
Beule in Rom, weil ein kleiner 


Fiat aus Italien dagegenbumst. 
Dessen Besitzer bestreitet die 
Schuld. Also Prozeß. Der deutsche 
Urlauber muß einen Anwalt neh- 
men und gewinnt auch nach drei- 
einhalb Jahren in dritter Instanz. 
Sie spricht ihm 490 Mark zu für 
die Reparatur. Sein Anwalt aber 
verlangt fast 700000 Lire, also 
rund 4500 Mark. Davon soll gemäß 
Urteil der italienische Unfallgeg- 
ner nur rund 1200 Mark zahlen. 
Der weitaus größere Rest bliebe 
an dem Kläger hängen, spränge 
nicht die Rechtsschutz-Versiche- 
rung ein. (Kfz-Rechtsschutz) 


Soweit die Fälle. Sie sollen nicht 
zu der Ansicht verleiten, jeder 
Prozeßhansl könne mit Hilfe einer 
Rechtsschutz-Versicherung Gott 
und die Welt vor den Kadi zwin- 
gen. Wenn die Rechtslage gar kei- 
nen Erfolg verspricht, macht die 
Versicherung nicht mit. Sie finan- 
ziert auch nicht jeden Prozeß. So 
finden Diebe — wie alle anderen 
vorsätzlichen Gesetzesbrecher — 
durch sie keine Verteidigung. Sie 
zahlt auch nichts bei Scheidungen 
oder Prozessen, die „gegen das ge- 
sunde Rechtsempfinden“ versto- 
ßen. Es gibt auch sonst noch ein 
paar Ausschließungsgründe. Außer- 
dem schränkt die Aufteilung auf 
einzelne Sparten natürlich die Wir- 
kungsbreite von Verträgen ein. 


Aus diesen Gründen muß man 
die Bedingungen gründlich durch- 
lesen, ehe man einen Versicherungs- 
antrag unterschreibt. Wer etwa 
Formulierungen wie „Schadens- 
ersatzansprüche aus der gesetz- 
lichen Haftpflicht privatrechtlichen 
Inhalts“ nicht voll versteht, soll 
sie sich vom Vertreter erklären 
lassen, denn das Juristendeutsch 
ist für Laien eine Geheimsprache. 





Bilanz 
nach 


langer 
Krank - 
heit 


Soll und Haben 
eines Falles 
aus den 
Akten einer 
Krankenversicherung 


icherheit verkauft sich nicht so 
leicht wie Weinbrand oder 
Zigaretten“,sagte der Mann, 
„aber die Arbeit macht dafür ent- 
schieden mehr Spaß. Es geht dabei 


nie um ein Ding, sondern immer 
um einen Menschen.“ 


Auf seiner Schreibtischplatte lag 
ausgebreitet eine Menge Papier: 
Broschüren, Prospekte, Formulare, 
Tabellen. Wenn der Mann im 
Dienst ist, trägt er das alles in 
seiner Aktentasche. Er hat zwar die 
Zahlen und Sätze aus seinen Papie- 
ren im Kopf, aber seine Kunden 
müssen alles schwarz auf weiß 
lesen können. Der Mann ist seit 









"Allen Stürmen 
wachsen”? 


Das macht Spaß, Irgendwann können wirklich 
sich einmal kräftig durch- stürmische Tage kommen: 
usten zu lassen. Sorgen, Unabwendbares. 
eine steife Brise Wer würde nicht damitrechnen? 
kann unserer guten Laune Doch wir sind vielem gewachsen. 
etwas anhaben. Unsere Lebensversicherung gibt 
Wird es so bleiben? uns Sicherheit heute und für 
die Zukunft. 
Volksfürsorge: die mit den meisten 
Versicherungen. 











Keine Sorge — 














Volksfürsorge Versicherungen 
2 Hamburg 1 

An der Alster 57-63 

Abt.W2 








stern n 


Jahren Inspektor einer privaten 


Krankenversicherung. 
„Damit“ — und seine Hand zeigte 
auf die Papiere — „schneidere 


ich Ihnen so etwas wie einen Maß- 
anzug. Eine Versicherung also, die 
sich Ihren Lebensumständen an- 
paßt. Sie können unter vielen 
Tarifen wählen.“ 


Wie aber, wenn die Leute nur 
noch Konfektion tragen wollen, 
weil sie einfacher und meist auch 
billiger zu haben ist? Nur einer 
von zehn Deutschen ist in einer 
privaten Krankenversicherung; alle 
anderen sind fast ausnahmslos Mit- 
glieder einer gesetzlichen Kranken- 
kasse. Auch sie bietet Sicherheit 
vor der Not, die meist zum Ge- 
folge der Krankheit gehört. Ist es 
nicht schwer, eine so mächtige 
Konkurrenz auszustechen? 


„Wir sind im Grunde keine Kon- 
kurrenten“, sagte der Inspektor, 
„weil wir nicht dasselbe bieten. 
Unsere Angebote sind so unter- 
schiedlich, daß man sie nicht guten 
Gewissens vergleichen kann. Man 
kann mit dem eigenen Auto oder 
mit dem Bus täglich ins Büro fah- 
ren, mit einer simplen Kostenrech- 
nung aber ist das Problem doch 
nicht entschieden.“ 


Vergleiche pflegen zu hinken. Um 
klarzusehen, muß man schon in 
die Realitäten gehen. Wie sieht so 
ein Maßanzug aus? Vor allem, wie 
trägt er sich, wenn er einmal gründ- 
lich strapaziert werden muß? Am 
anschaulichsten ist der typische Ein- 
zelfall aus dem Alltag. 


Der Inspektor blätterte in Akten 
und sprach dann von einem Herrn 
X... Namen nennt er nie, weil die 
Versicherung ebenso zum Schwei- 
gen verpflichtet ist wie ein Arzt. 
Dieser Herr X. ist Steuerberater 
von Beruf, verheiratet, hat ein 
Kind und war dreißig Jahre alt, 
als er vor fünf Jahren den Inspek- 
tor in sein Haus bat, um eine 
Krankenversicherung abzuschlie- 
ßen. Jahreseinkommen :30000Mark. 


Dem Inspektor war schnell 
klar, worauf es in diesem Fall an- 
kam: Herr X. war nicht scharf 
darauf, jede Kopfschmerztablette 
vergütet zu bekommen, aber er 
verlangte dafür, daß die Versiche- 
rung jedes große Risiko voll trug. 
Da ein Steuerberater gewohnt ist, 
mit spitzem Bleistift zu rechnen, 
durfte der Maßanzug nicht zu 
teuer ausfallen. 


„Man kann das“, sagte der In- 
spektor, „weil man einen Mann 
dieses Typs nur gegen solche Fälle 
absichern muß, die er allein nicht 
mehr tragen kann. Das ist im 
Grunde genommen doch wohl auch 
der Sinn jeder Versicherung 
schlechthin. Wer im Leben über- 
haupt kein Risiko tragen möchte 
und selbst den gerissenen Schnür- 
senkel von einer Versicherung er- 
setzt haben möchte, könnte gleich 
sein ganzes Einkommen zur Prä- 
mienzahlung verwenden.“ 


Vier Jahre, genau 49 Monate 
lang, zahlte Herr X. brav seinen 
Monatsbeitrag von 75 Mark — nur 
für seine Person. Mancher würde 
sagen, nutzlos, denn selbst eine 
Grippe, die ihn etwa 50 Mark 
kostete, beglich er aus der eigenen 
Tasche. Nach Adam Riese nahm 
ihm die Versicherung in dieser Zeit 
also 3675 Mark ab. 


Davon aber bekam Herr X. einiges 
zurück: 

® Weil er seine Beiträge vom 
steuerlichen Einkommen absetzen 
konnte, nahm ihm das Finanzamt 
pro Jahr 250 Mark weniger ab, 
zusammen also 1000 Mark. 


© Und die Versicherung schickte 
Herrn X., weil er „schadenfrei“ 
blieb, jedes Jahr drei Monatsbei- 
träge zurück. Das waren weitere 
900 Mark. 


Das sind zusammen 1900 Mark. 
Der spitze Bleistift des Steuer- 
beraters mag wohl gelegentlich 
einmal festgestellt haben, daß ihn 
seine Krankenversicherung bis da- 
hin im Grunde nur 1775 Mark, 
also rund 36 Mark pro Monat 
gekostet hatte. 


Wie gut dieses Geld angelegt 
war, merkte Herr X. bald, nach- 
dem sein weißer BMW 1800 An- 
fang Februar am Hamburger 
Stadtrand auf eisglatter Straße 
gegen einen Baum geschleudert war. 
Diagnose im Krankenhaus: kom- 
plizierter Oberschenkelbruch links, 
einfacher Armbruch rechts, Ge- 
hirnerschütterung, Schnittwunden. 
Die Wunden wurden genäht 
oder geklammert, der Armbruch 
geschient, jedoch der Oberschenkel 
mußte genagelt werden. Der Chef- 
arzt meinte, ein paar Wochen läge 
Herr X. wohl auf seiner Station. 
Er irrte sich insofern, als sich 
während der fünften Woche in der 
Oberschenkelvene des Herrn X. 
ein Pfropfen geronnenen Blutes 
festsetzte, und diese Thrombose 
verlängerte die Zeit im Kranken- 
haus auf volle vier Monate. 


Eine solche Zeitspanne kann für 
einen Mann im freien Beruf zur 
Katastrophe werden. Doch Herr 
X. brauchte sich seines Büros 
wegen keine Sorgen zu machen. 
Die Versicherung zahlte ihm ein 
Tagegeld von 100 Mark, solange 
er im Krankenhaus bleiben mußte. 
Damit konnte er einen Ersatz- 
mann honorieren. Sie zahlte fer- 
ner alle Arztrechnungen — den 
Chefarzt, der die Operation ge- 
macht hatte, den Anästhesisten, den 
Röntgenspezialisten. Und sie zahlte 
die Rechnung des Krankenhauses, 
das nur für Aufenthalt und Pflege 
in der 2. Klasse 57 Mark pro Tag 
forderte. Insgesamt schöpfte Herr 
X. damit seine Versicherung nicht 
einmal voll aus, denn er hätte für 
die ersten vier Tage (die meist die 
teuersten einer Krankenhausbe- 
handlung sind) bis zu 170 Mark 
pro Tag und für jeden folgenden 
bis zu 120 Mark ersetzt bekommen. 
„Ich habe jetzt“, sagte der Inspek- 
tor, „die Abrechnung über den 
ganzen Fall. Das Krankenhaus hat 
rund 7000 Mark verlangt, die 
Ärzte 5500 Mark. Macht zusam- 
men 12500 Mark. Dazu kommt 
das Tagegeld; das sind noch einmal 
12000 Mark. Wir haben also 
erheblich draufgezahlt.“ 


Das Beispiel legt die Frage nahe, 
ob die privaten Krankenversiche- 
rungen vom Draufzahlen leben 
können. Von den 2,9 Milliarden 
Mark, die sie im vergangenen 
Jahr von ihren Mitgliedern einge- 
nommen haben, mußten sie ja 
schließlich nicht nur solche Rech- 
nungen bezahlen, sondern auch 
das Gehalt des Inspektors, die 
Kosten der ganzen Verwaltung. 


„Nein, vom Defizit kann nie- 
mand leben“, gestand der Inspek- 
tor, „wohl oder übel zahlen alle 
anderen Mitglieder, die selten oder 
nicht so schwer krank werden, am 
Fall X. mit. Dafür liefern wir aber 
auch die Sicherheit, daß ihnen ge- 


holfen wird, wenn es sie erwischt.“ 


Wer versucht ist, diese Bilanz 
mit den Leistungen einer gesetz- 
lichen Krankenkasse zu vergleichen, 
sei daran erinnert, daß der Steuer- 
berater X. für Frau und Kind 
ebenfalls Beiträge zahlen muß. 
Andererseits genießt er als Privat- 
patient etliche Vorteile — so kann 
er zum Beispiel jederzeit jeden 
beliebigen Arzt bemühen. Er 
braucht auch nicht zu fürchten, 
daß seine Versicherung bei lang- 
andauernder Krankheit eines Ta- 
ges weitere Zahlungen verweigert 
und ihn als „ausgesteuert“ ansieht. 
Wie meinte doch der Inspektor: 
„Ungleiche Angebote lassen sich 
eben nicht vergleichen.“ 


Das zeigt sich auch hier wieder. 


or 
Er 





s 


T g 
= 





schen die meisten Frauen 
nditoren mit Persil? 





Konditoren immer appetitlich weiß 

sein müssen. Darum waschen die meisten 
Frauen von Konditoren mit Persil; sie wissen, 
daß nichts auf der Welt weißer wäscht. 


mit zwei 
Weißmachern 


7 





Persil mit 2 Weißmachern- die Garantie für unübertroffenes Weiß. > 





Ein Erdbeben zerstörte 
am 18. 4. 1906 die 

Stadt San Francisco. 

452 Menschen ver- 

loren dabei ihr Leben. 
Der Schaden von 

etlichen hundert Millionen 
Dollar entstand zum 
größten Teil durch Brände 





rastern 


H 


Versicherungs- 
Journal 


Der 
Fortschritt hat seinen 


bitteren Preis 


m 20. April 1968 brannte in Mün- 
chen das Lagerhaus einer Sektkellerei. Die 
Feuerwehr badete förmlich im Sekt. Sie 
konnte aber wenigstens die Nachbarge- 
bäude retten. Der Schaden war groß. 

Am selben Tag überfuhrin Hamburg-Eims- 
büttel ein Pkw-Fahrer ein siebenjähriges 
Mädchen, als es mit seinem Kinderfahrrad 
vorschriftsmäßig auf einem Zebrastreifen 
die Straße überqueren wollte. 

Bei Windhuk, Südafrika, stürzte an diesem 
Tag ein Verkehrsflugzeug vom Typ Boeing 
707 ab; 122 der Insassen kamen ums Leben. 


In Köln raubten zur selben Stunde Einbre- 
cher aus einer Wohnung Geld und Sach- 
werte in Höhe von 20 000 Mark. 

Solche Momentaufnahmen aus dem Ablauf 
eines Tages lassen nur ahnen, welche Forde- 
rungen pausenlos auf die Versicherungen 
zukommen. Sachverständige schätzen, daß 
jeden Tag in Deutschland durchschnittlich 
58 Millionen Mark der Volkswirtschaft 
durch Schäden verlorengehen. 

Summen in dieser Höhe können die Kassen 
der Versicherer nur auszahlen, weil die Ge- 











meinschaft der Versicherten sie gefüllt har. 
Deren Risiko ist dabei gering; sie zahlen 
schlimmsten- oder vielmehr bestenfalls Prä- 
mien, ohne die Versicherung je in Anspruch 
nehmen zu müssen. Das Versicherungsunter- 
nehmen jedoch muß immer mit bösen Über- 
raschungen rechnen — sei es eine Häufung 
normaler Schadensfälle oder sei es nur ein 
einziges großes Unglück mit katastrophalen 
Auswirkungen. Klassisches Beispiel dafür 
ist das Erdbeben in San Francisco im Jahre 
1906, das die Stadt weitgehend vernichtete 
— auch durch Brände, die in den einstür- 


zenden Häusern entstanden. So kam es, daß 
die Feuerversicherungen ungeheure Sum- 
men aufbringen mußten (allein die Münche- 
ner Rückversicherung zahlte zehn Millionen 
Goldmark), obwohl keine Gesellschaft der 
Welt je bereit war, eine Erdbebenversiche- 
rung anzubieten. Seit jener Zeit gibt es in 
allen Feuer- und Brandversicherungen einen 
Passus, der Brände ausschließt, wenn sie 
durch Erdbeben entstehen. 

Ähnlichen Problemen sehen sich die Ver- 
sicherungsunternehmen heute gegenüber. 








Über New York 
stießen am 16. 12. 1960 
zwei große 
Passagierflugzeuge 
zusammen. 

Ihre Trümmer fielen 
in das Häuser- 
meer. 133 Menschen 
starben, mehrere 
Wohnblocks wurden 
durch Feuer zerstört 


Die rasante Entwicklung der Technik, die 
Verwendung neuer Substanzen, die Zusam- 
menballung von Menschen in Riesenstädten 
mit ständig wachsendem Verkehr machen 
das Risiko schwer kalkulierbar. 

Am 18. März 1967 lief vor der Südwest- 
küste Englands die „Torrey Canyon“, ein 


Tanker von 118285 t Tragfähigkeit, auf 
ein Riff und verpestete durch 60 000 Ton- 
nen auslaufendes Rohöl die Strände von 
Cornwall auf 100 Meilen Länge. Der Tan- 
ker war mit 70 Millionen Mark versichert, 
doch der Schaden durch das Ol war ungleich 
höher. Was aber geschieht, wenn in abseh- 
barer Zeit Tankerungetüme mit 500 000 t 
Rohöl auf dem Meer schwimmen und in 
Küstennähe untergehen? Bis jetzt haftet 
der Reeder nicht für solche Olschäden. Die 
Küstenländer sind bestrebt, dies zu ändern. 
Wenn heutzutage eines der großen Ver- 
kehrsflugzeuge abstürzt, kann dies die Ver- 
sicherungen schon um 100 Millionen Mark 
kosten, einschließlich der Personenschäden. 
Wenn jedoch ab Mitte des kommenden 
Jahrzehnts Maschinen mit 800 Passagieren 
von Erdteil zu Erdteil fliegen, kostet allein 
das Flugzeug rund 160 Millionen Mark. 


der wer könnte den Schaden tragen, 
wenn etwa die Ölleitung Genua—Ingol- 
stadt, die zwischen Bregenz und Lindau am 
Ufer des Bodensees entlangläuft, dort eines 
Tages bräche? Aus dem Bodensee beziehen 
österreichische und schweizerische Gemein- 
den und auch große Teile Baden-Württem- 
bergs ihr Trinkwasser. Ein Sachverständi- 
ger hat den Wert des Bodenseewassers vor 
Jahren mit ca. 10 Milliarden Mark errechnet. 








Unsere Wasserwirtschaftler sehen freilich 
die große Gefahr nicht so sehr in Riesen- 
tankern und Pipelines, sondern in den zwei 
Millionen Heizöltanks, die in deutscher 
Erde vergraben wurden. Sie fassen immer- 
hin ca. 5,4 Millionent Ol, und falls sie 
alle durchrosten, wäre das Grundwasser 
erheblich gefährdet. Tatsächlich sind jedoch 
bis jetzt die Schäden durch Rostfraß mini- 
mal. Die Versicherungsunternehmen zögern 
deshalb auch nicht, die Tanks zu versichern, 
sogar für geringes Geld. Ein 3000-Liter- 
Tank kostet im Jahr 48 Mark Prämie. 

Viel mehr Sorgen machen ihnen PVC- 


Foto: New York Post Corporation 


Foto: Peter G. Wichman 





Der Tanker „Torrey 
Canyon“ scheiterte 
im März 1967 vor der 
Küste von Cornwall. 
100 000 Liter Ol 
flossen ins Meer und 
verseuchten viele 
Kilometer Badestrand 
der englischen Riviera 








stern 


Bei Rassenunruhen in 
Los Angeles im 
August 1965 steckten 
7000 Aufrührer 
zahlreiche Gebäude 

in Brand. Den 
Schaden von 680 
Millionen Mark mußten 
Versicherungen 
großenteils decken 


Bei dem Überfall auf 
den englischen 
Postzug in der Um- 
gebung von London 
am 8. 8. 1963 
erbeuteten die Räuber 
29 Millionen Mark. 
Nur ein kleiner 

Teil des Geldes konnte 
bisher wieder- 
beschafft werden 


Fotos: AP (2), Jean Guyaux (1), Döring (1) 








76,stern 


Kunststoffe (Polyvinylchlorid), soweit sie 
in Fabriken lagern oder verwendet werden. 
Bricht in einem solchen Betrieb ein Brand 
aus, dann entwickelt die Chlorverbindung 
durch die Hitze aggressive Salzsäure- 
dämpfe. Die meisten Metalle — also auch 
Kessel, Leitungen, Maschinen oder Hallen- 
konstruktionen — werden durch sie schwer 
geschädigt. In einer Berliner Fabrik hat ein 
Feuer, dessen Brandschaden allein nur ein 
paar hunderttausend Mark ausmachte, auch 
Kunststoffe erfaßt; die Säuredämpfe ver- 
nichteten Werte von 11 Mill.und verursach- 
ten weitere 25 Mill. Mark Schaden, indem 
sie den Betrieb für längere Zeit lahmlegten. 








renzen der Versicherung zeigt auch 
der Contergan-Fall. Schäden durch Heilmit- 
telhatesin unserem Jahrhundert schon einige 
Male gegeben. Hersteller können sich da- 
gegen versichern, aber nicht in unbegrenzter 
Höhe. Contergan-Produzent Grünenthal hat 
zwar eine Haftpflicht-Versicherung über 
einige Millionen Mark, aber der Betrag wird, 
falls Grünenthal verurteilt wird, schwerlich 
ausreichen, um den materiellen Schaden aus- 
zugleichen. Allein die Verfahrenskosten 
könnten in diesem Fall das ganze Geld ver- 
schlingen. Eine solche Produkt-Haftpflicht 
ist um so mehr ein unübersichtliches Risiko, 
weil schädliche Nebenwirkungen eines Heil- 





Im größten Kaufhaus 
von Brüssel kamen 
am 22.5. 1967 bei einem 
Brand 165 Menschen 
ums Leben. Die 
Ursache des Feuers 
konnte nicht test- 
gestellt werden. Der 
Sachschaden betrug 
102 Millionen Mark 


Ob das Schlafmittel 
Contergan schuld istan 
den Mißbildungen 

bei einigen tausend 
Kindern, wird zur 

Zeit in einem Prozeß 
geklärt. Dabei 
entscheidet sich auch, 
wer für den mate- 
riellen Schaden haftet 








mittels oft erst nach Jahren sichtbar werden. 
Schäden, die bei der Heilbehandlung mit 
Röntgenstrahlen entstehen, sind seit langem 
versicherbar. Für sie tritt eine Berufs-Haft- 
pflichtversicherung ein, die der Arzt ab- 
schließt. Sie zahlt als Maximum bis zu 
1 Million Mark für jeden Schadensfall. 





trahlenschäden können natürlich auch 
durch radioaktives Material entstehen, aber 
weder durch Reaktoren noch durch Experi- 
mente ist in Deutschland bisher etwas Der- 
artiges passiert. Für den Fall des Falles aber 
wurde eigens eine „Kernenergie-Versiche- 
rungsgemeinschaft“ gegründet. Sie gilt aus- 
schließlich für Reaktoren und ist natürlich 
nicht zuständig, wenn Atomenergie für 
kriegerische Zwecke eingesetzt wird. Natur- 
katastrophen und Kriege sind von jeher 


Ausnahmesituationen für Versicherungen. Umringt 


Sicherheit 


Freude am Leben: Im Beruf, 

im Kreise der Familie. Freude an 
den Dingen des Lebens. 
Unbeschwert sein. Dann wird 
auch der graue Alltag farbig und 
schön, das Leben lebenswert. 
Aber wie gesagt: 

Gesichert muß es sein. 





IF) 


Foto: Paul Popper Photo 


Radioaktives 
Material hat, friedlich 
genutzt, bisher 


kaum Schaden ange- 
richtet. Wird es künftig 
in einem Krieg 
eingesetzt, wird 


es danach kaum mehr 


Versicherte und Versicherungs- ; 
Versicherungen geben Journal Krankenversicherungsverein auf Gegenseitigkeit 


Sachversicherungs-Aktiengesellschaft 


HAMBURG 





DEUTSCHER RING 


Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft 











oUGHEN SIE 
EINEN oTAR- 
KEN PARTNER, 
DER IHNEN DIE 
oIGHERHEIT 
GIBT, JEDE 
LAGE ZU 
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Wir haben soviel Sicherheit, daß 
wir Ihnen gern davon abgeben. 
Sie brauchen nur einzuschlagen 
und viele finanzielle Katastro- 
phen, die eintreten könnten, tre- 
ten nicht mehr ein. Wir zahlen für 
Sie. Und wir schützen Sie gegen 
ungerechtfertigte Ansprüche. Se- 
hen Sie sich unser Sicherheits- 
angebot an. Bei uns finden Sie 
Sicherheit nach Maß für alle 
Fälle. Kreuzen Sie an, was Sie 
interessiert. Wir informieren Sie 
schnellundgründlichundvölligun- 
verbindlich. Schicken Sie unsden 
Gutschein. Dann wissen Sie, wie 
sicher Sie morgen sein können. 


B]-14-GRUPPE 


Zentraldirektion: 


62 Wiesbaden 
Frankfurter Str. 50 - Tel.: (06121) 36 31 





Mm L 0 o 3  ı L ] m [| 1 
ıIGUTSCHEIN]} 
| Ich will alles über meine Sicherheit wissen | 


Lebensversicherung 
Rentenversicherung 
Berufsausbildungs-Versicherung 
Aussteuer-Versicherung 
Kranken-Versicherung 
Hausrat-Versicherung 
Feuer-Versicherung 
Einbruchdiebstahl-Versicherung 
Haftpflicht-Versicherung 
Kraftverkehrs-Versicherung 
Rechtsschutz-Versicherung 


Bauspar- und 


oOOoO0O00O0000000 


Investment-Programme 


Name 





Wohnort 





0003 
GE m HE ME ME HMM ME ME BEN mE 


Straße 


Lesccun.sl 
stern 


Zeichnungen: Günter Radtke 


Zur Urlaubsreise gehört, wie jeder 
weiß, ein Bündel Geldscheine. Je 
dicker es ist, desto besser ist man 
gegen Fährnisse gewappnet, die 
einem unterwegs begegnen. Was 
kann nicht alles auf der Reise pas- 
sieren! Und was kann zu Hause 
geschehen, während die Wohnung 
leersteht! Daran sollte man vor 
dem Kofferpacken denken und 
prüfen, ob schon bestehende Ver- 
sicherungen diese Risiken abdek- 
ken oder kurzfristige, zusätzliche 
Versicherungen notwendig sind. 





Sicherheit für Haus 
und Herd 


Die meisten Familien haben sie, oft 
in Form der Verbundenen Haus- 
ratversicherung; sie deckt Schäden 
durch Einbruchdiebstahl, Berau- 
bung, Feuer, Leitungswasser, Sturm 
und Glasbruch. Sie gilt auch, wenn 
niemand in der Wohnung ist — 
allerdings nur, wenn man nicht 
länger als 60 Tage wegbleibt. Sonst 
muß man, zumindest während der 
Nachtzeit, einen Erwachsenen bit- 
ten, die Wohnung zu hüten. Man 
kann aber auch durch eine erhöhte 
Prämienzahlung um diese Bestim- 
mung herumkommen, 


D 





Hab’ mein’ Wagen 
vollgeladen 





Einen Teil des Hausrats nimmt 
man ja immer mit: Koffer, Klei- 
dung, Sportgeräte, vielleicht auch 
Bettwäsche oder Besteck. Für solche 
Gegenstände gilt im Hotel oder 
bei anderer Unterkunft auch im 
Urlaub die Verbundene Hausrat- 
versicherung, soweit man ın Europa 
bleibt. Sie zahlt allerdings nur bis 
zu 10 Prozent der Versicherungs- 
summe und höchstens 10 000 Mark 
aus. Anders bei der Reise im Auto: 
Wird es unterwegs aufgebrochen, 
und werden daraus Hausratsge- 
genstände gestohlen, dann zahlt 
die Versicherung — übrigens nur 
bei Diebstählen innerhalb Deutsch- 
lands — bis zu 2 Prozent der Ver- 
sicherungssumme und höchstens 
500 Mark. Wem dies nicht reicht, 
der muß schon eine Kraftverkehrs- 
gepäck- oder eine allgemeine Reise- 
gepäckversicherung abschließen, 
etwa für einen Monat. 


Versicherungs- 
Journal 


In den Urlaub 





Wenn die Badewanne 
überläuft 


Auch ohne das Auto kann man 
unterwegs Schäden anrichten, denn 
in der fremden Umgebung bewegt 
man sich nicht so sicher wie zu 
Hause. Die Privat-Haftpflichtver- 
sicherung, mitunter einer Hausrat- 
versicherung angehängt, kommt 
nicht nur dafür auf, sondern sie 
wehrt auch unrechtmäßige An- 
sprüche ab. Diese Verträge gelten 
im allgemeinen auch für einen vor- 
übergehenden Aufenthalt im Aus- 
land, doch ältere Abschlüsse be- 
schränken sich auf das deutsche 
Gebiet. Eine Anfrage beim Ver- 
sicherer schafft Klarheit. 


Wenn mit dem Auto 
was passiert 


Gegen Schäden, die man als Kraft- 
fahrer bei anderen anrichtet, muß 
in Deutschland jedes Auto versi- 
chert sein. Diese obligatorische 
Kfz-Haftpflicht gilt für ganz 
Europa. Beim Überschreiten der 
Grenze weist man sie durch die 
grüne Versicherungskarte nach — 
ein Heftchen aus grünem Papier, 
das der Versicherer kostenlos aus- 
stellt. Für Österreich, Ungarn, die 
Schweiz und Liechtenstein braucht 
man die Karte nicht. 

Schäden am eigenen Auto werden 
dadurch natürlich nicht gedeckt. 
Das erreicht man nur mit einer 
Fahrzeug-Voll-Versicherung (Voll- 
kasko). Mit ihr kann man auch 
ruhig den im Ausland oft schwie- 
rigen Auseinandersetzungen um 
die Schuldfrage entgegensehen, und 
es braucht einen auch nicht zu be- 
unruhigen, daß in etlichen Län- 
dern der Unfallgegner gar nicht 
haftpflichtversichert sein muß. 
Wer sich jedoch als Fahrer so sicher 
fühlt, daß er diesen Schutz nicht 
braucht, sollte wenigstens eine 
Teilkasko-Versicherung für sein 
Fahrzeug erwägen; sie tritt in Kraft 
bei Schäden durch Entwendung, 
Raub, Feuer, Explosion, Sturm, 
Überschwemmung, Hagel, Blitz- 
schlag und Zusammenstoß mit 
Haarwild. Beide Kasko-Versiche- 
rungen gelten für ganz Europa, 
und beide können auf begrenzte 
Zeit eingegangen werden. 





Manchmal braucht man 
die Gerichte 


Die können einen Kfz-Unfall im 
Ausland teuer machen. Mit dem 
Kraftverkehrs-Rechtsschutz sichert 
man sich dagegen ab. Er über- 
nimmt die Gerichts-, Anwalts-, 
Zeugen- und die Sachverständigen- 
kosten, wenn es gilt, eigene Scha- 
densersatzansprüche gegen Dritte 
gerichtlich oder außergerichtlich 
durchzusetzen. Diese Versicherung 
zahlt auch die Gerichtskosten bei 
Strafverfahren wegen Verkehrs- 
delikte. Sie gilt für ganz Europa 
und rund ums Mittelmeer. Man 
kann sie auch nur für die Urlaubs- 
dauer abschließen. 





Wenn man unterwegs 
krank wird 


Mitglieder einer gesetzlichen Kran- 
kenkasse sollten einen Behand- 
lungsschein mitnehmen, sofern sie 
inein EWG-Land, nach Österreich, 
Spanien, Griechenland oder in die 
Türkei fahren. In diesen Ländern 
gilt der deutsche Krankenschein. 
Manche Ärzte in Österreich, Italien 
und Südfrankreich nehmen ihn 
trotz eines Länderabkommens 
nicht an und kassieren selber. Dann 
kann man die Rechnung zwar zu 
Hause bei der Kasse einreichen, be- 
kommt aber selten den vollen Be- 
trag rückvergütet. In allen ande- 
ren Urlaubsländern — auch in der 
Schweiz — ist jeder Fremde grund- 
sätzlich Privatpatient. Mit einer 
befristeten privaten Auslands- 
Krankenversicherung geht man 
allen Schwierigkeiten aus dem Weg. 
Die private Krankenversicherung 
gilt in der Regel für ganz Europa. 
Nur ältere Verträge können noch 
auf Deutschland begrenzt sein. 
Eine Rückfrage bei der Versiche- 
rung empfiehlt sich. Wer Europa 
verläßt, sollte seine Reise auf jeden 
Fall anmelden; er zahlt einen Risi- 
kozuschlag für die Dauer der Reise. 
Da Arzt- und Krankenhauskosten 
in vielen Ländern höher sind als 
in Deutschland, reichen die bei uns 
üblichen Entschädigungssätze der 
privaten Krankenversicherungen 
manchmal nicht aus. Einige Unter- 
nehmen bieten deshalb einen spe- 
ziellen Tarif für Auslandsreisen an. 





Im Falle eines 
(Un)falles 


Er kann einem natürlich immer 
und überall passieren, und deshalb 
ist die Allgemeine UfAfallversiche- 
rung nicht nur für den Urlaub gut. 
Sie gilt in ganz Europa einschließ- 
lich aller Mittelmeer- Randgebiete 
und schließt auch das Risiko des 
Fliegens ein. Wer eine solche Ver- 
sicherung nur während der Reise 
wünscht, kann sie befristet ab- 
schließen; die Fluggast-Unfallver- 
sicherung zieht man auf dem Flug- 
hafen aus dem Automaten. Für die 
Autoreise deckt man sich mit einer 
Insassen-Unfallversicherung ab; sie 
gilt aber nur für Europa und nur 
für Schäden, die „mit dem Betrieb 
des Kraftfahrzeuges unmittelbar 
zusammenhängen“. 


Wenn man nicht 
reisen kann 


Gelegentlich muß man aus schwer- 
wiegenden Gründen eine Urlaubs- 
reise kurzfristig absagen. Hat man 
sie bei einem Reiseunternehmen 
gebucht oder ein Quartier fest ge- 
mietet, muß man trotzdem zahlen. 
Eine Reise-Ausfallkosten-Versiche- 
rung kommt dafür auf, sofern 
man aus gewichtigem Grund zu 
Hause bleiben muß, Als Gründe 
gelten eine ernste Erkrankung, 
Unfall oder Tod des Versicherungs- 
nehmers, seines Ehegatten, seiner 
Kinder, Eltern oder Schwieger- 
eltern, oder auch ein Ereignis, das 
das Eigentum des Versicherungs- 
nehmers betrifft und seine Anwe- 
senheit zu Hause zwingend erfor- 
derlich macht. 


Die Lebensversicherung 
gilt immer 


Nach einem juristisch so genau 
eingeengten Fall wie oben sei noch 
der Vertrag erwähnt, der die ge- 
ringsten Schwierigkeiten bereitet: 
Die Lebensversicherung gilt für die 
ganze Welt. Ein Todesfall muß 
jedoch unverzüglich der Versiche- 
rung gemeldet werden, aus dem 
Ausland am besten telegraphisch. 


Sie sollten wissen, 
was Sie aus der Sozialversicherung 
zu bekommen haben.“ 


Dann können Sie nämlich etwas Nützliches tun. 


Zum Beispiel: bei uns 
eine ergänzende Lebensversicherung 
abschließen. 


Vielleicht haben Sie ganz falsche 
Vorstellungen von Ihrer Versorgung. Zu oft nämlich müssen unsere Fach- 
berater hören: „Ich kriege später mal so viel, da können meine Frau und 
ich prima von leben...” 
Es tut weh, Illusionen zu zerstören. Und noch weher, 
sie zerstört zubekommen. Aber es gibt nun einmal Zahlen, an denen man 
nicht einfach vorbeisehen kann. Diese hier zum Beispiel: im Durchschnitt 
beträgt die Altersrente für Angestellte heute 440 DM, die Witwenrente 


300 DM. 
Im Durchschnitt! Sie werden vielleicht etwas mehr bekommen — 


oder weniger. Sie. 

. Und Ihre Frau? Wenn Ihnen zum Beispiel gestern „was” 
passiert wäre, was würde sie heute kriegen? Sie sollten genau wissen, 
wieviel. 


*Schicken Sie uns Ihre Unterlagen — 


wir errechnen dann Ihre Rente. 
(Damit Sie wissen, was Ihnen noch fehlt.) 


ın8 a. ._ Gutschein den ersten a 
reis an. Und wenn Sie einmal in Ruhe eine IE 
ganz persönliche Bilanz machen wollen, könnte Gutschein ü 

Ihnen unser Prospekt „Soll und Haben — Be nissrihs äh: 
kritisch betrachtet” helfen: kreuzen Sie auch ee een 
den zweiten Kreis an. Falls Sie Ihre Unterlagen 

nicht mit der Post verschicken möchten (Foto- 
kopien oder Einschreiben!), holen wir sie auch 
gerne bei Ihnen ab: dritten Kreis ankreuzen. 


A 35813 





























Senden Sie diesen Gutschein an: 
Iduna Versicherungen, Abteilung 91810, 
2 Hamburg 36, Neue Rabenstraße 15-19 





IDUNA 


Versicherungen 
Der richtige Rahmen für Ihre Sicherheit 


stern 3) 


Familie Sänger hat viel mitgemacht; unsere 
turbulente Epoche bestimmte ihr Leben. Doch 
Sängers haben einRezept gegenSchicksalsschläge: 


Wir haben 
immer 


vorgesorgt 








LEISTUNG 
UND 





ERFOLG 





wieder 
fh) Versicherten-Dividende 

40 °/o 
in Großleben 


wieder 
h) Versicherten-Dividende 
29°/o 
in Kleinleben 








Millionen DM 

61 8 Neuzugang in der 
Lebensversicherung 

Milliarden DM 

3,32 Lebensversicherungs- 
bestand 

3 6 Millionen 
’ Versicherungsverträge 
233 Millionen DM 
Beitragseinnahmen 

Millionen DM 





563,3 Versicherungsleistungen 
seit 1948 


Sie sind nicht reich geworden, aber sie haben 
963,2 Pe Mh es zu etwas gebracht, der Fuhrunternehmer 
Richard Sänger und seine Fran. Ein Haus in 
einem Hamburger Vorort gehört ihnen. Zwei 
Lastzüge, immer auf Achse, bringen das Geld 
in die Kasse. Einen lenkt der Vater, den an- 


D e U { fch e r deren der Sohn, und jeder hat, wie vorgeschrie- 
ben, auf den großen Touren seinen Beifahrer. 


Die Tochter hat eben ihr Abitur gemacht; sie 
möchte studieren, und die Eltern meinen, das 
e oO Geld dazu sei vorhanden. Die Mutter be- 
sorgt zu Hause die Büroarbeiten. Es ist ein 


kleiner Betrieb, aber er nährt seine Leute. Es ist 

VERSICHERUNGEN freilich auch eine Existenz mit vielen Risiken, 
aber diese Familie ist es gewohnt, mit der Gefahr 

I” zu leben. Sie hat im Laufe von Jahrzehnten 





gelernt, daß man Schicksalsschlägen zwar meist 

nicht ausweichen, wohl aber, da/$ man sich gegen 

Versicherungs- ihre bösen Folgen wappnen kann. Wie, das 
Journal lehrt ihr Lebenslauf auf den nächsten Seiten 


stern 





& 


Auf eine Lebensversicherung können Sie bauen. 


Sie können auch mit ihr bauen. N 








Der Traum vom eigenen Haus ist in Er- 
füllung gegangen. Schon mit 35 Jahren sind 
diebeiden Hausbesitzer. Wer hates ermöglicht? 
Vor zehn Jahren haben sie eine Lebensver- 
sicherung abgeschlossen. Als die Baupläne 
aktuell wurden, sprachen sie mit ihrem Ver- 
sicherungs-Fachmann und bekamen die erste 
Hypothek. 

Der Wohnungsbau ist nur ein Gebiet in der 
Wirtschaft, in dem die Lebensversicherer die 
Beiträge anlegen, damit sie für die Zukunft 
reiche Früchte tragen. Natürlich sind die Maß- 
stäbe, die eine Versicherung als Kapitalgeber 
anlegen muß, besonders streng. Denn eine 
Versicherung ist treuhänderisch tätig. 






Nach dem heutigen Stand verdoppelt sich 
der Wert einer Lebensversicherung im Laufe 
von 28 bis 30 Jahren. 


Sie sehen, eine Lebensversicherung lohnt 
sich. Vom ersten Tage an. Nirgendwo finden 
Sie solch kompakte Vorteile - sofortigen 
Schutz, eine grundsolide Kapitalbildung, hohe 
Versicherten-Dividende (Gewinnbeteiligung), 
Steuerersparnis...und sogar die Möglichkeit, 
Ihre Hauspläne zu verwirklichen. 


Wenn Sie mehr über die Vorteile einer 
Lebensversicherung wissen möchten, sprechen 
Sie mit einem Versicherungs-Fachmann. 







PX 


Sicherheit mit Dividende \& Lebensversicherung 
Fuge 


I 


sternsi 


Richard Sänger ist jetzt 62 Jahre alt, und dieser Zeitraum umreißt eine Fülle von Ereignissen, die von den 
Historikern als weltgeschichtlich bezeichnet wird. Die Familie Sänger war nicht gerade darauf erpicht, so 
viel zu erleben, aber es blieb ihr keine andere Wahl; sie war nun einmal in diese Epoche hineingeboren 





1906 wird dem Breslauer Bürger Bruno 


Sänger ein Sohn geboren, den er 


Richard nennt. Beruf des Vaters: Fuhrunter- 
nehmer; er hat vier Pferde in seinem Stall 





1907 ist das Geburtsjahr von Richards 
künftiger Ehefrau; aber es dauert 
immerhin noch fast drei Jahrzehnte, ehe 
sich die beiden kennen- und liebenlernen 





1927 macht sich Richard, nun ausge- 


lernter Autoschlosser, selbstän- 
dig. Mit diesem Transporter holt er Ge- 
müse vom Großmarkt für die Einzelhänd- 
ler. Der Wagen wird natürlich versichert: 
Haftpflicht und sogar Teilkasko, weil die 
Sparpfennige der ganzen Familie in dem 
Fahrzeug, der Existenzgrundlage, stecken 









RE 
1940 verlobt er sich mit Anne. Sie ist 

Kontoristin, und sie weiß schon, 
wie nach dem Krieg (und natürlich dem 
Sieg) das Transportunternehmen Sänger 
aussehen wird: Im eroberten Polen wird 
es viel zu tun geben, und sicherlich be- 
kommt man dafür bevorzugt Fahrzeuge 





1952 Sohn Klaus ist sechs, Tochter 
Karin vier Jahre alt. Richard Sän- 
ger hat wieder einen Lkw, zwar alt und 
klapprig, aber so kostbar, daß auch bei die- 
sem Wagen zur Haftpflicht- noch eine Teil- 
kaskoversicherung abgeschlossen wird; 
ebenfalls eine neue Hausrat-Versicherung 


stern 


1931 Wirtschaftskrise. Die Händler spa- 
ren und holen ihr Gemüse mit 
dem Handwagen selber vom Markt. Das 
Auto muß verkauft werden, und Richard 
steht als Erwerbsloser Schlange am Schal- 
ter des Arbeitsamtes. Finanzielle Unter- 
stützung bekommter als Selbständiger nicht 





1942 schickt Richard seiner Frau die- 
ses Foto. Es ist in Rußland auf- 
genommen, und jeder weiß, daß der Frie- 


den noch auf sich warten läßt. Deshalb 
soll im nächsten Urlaub geheiratet werden 





195 Als Klaus sieben ist, geht Frau 

Anne mit der Police der Haus- 
rat-Versicherung von 1943 zum Lasten- 
ausgleichsamt und beweist damit den An- 
spruch auf eine Entschädigung. Sängers 
Lebensversicherung wird auf DM umgestellt 





1914 ruft Bruno Sänger vor dem Rat- 
haus seiner Heimatstadt inmitten 
einer Menschenmenge dreimal begeistert 
hurra, weil der Kriegszustand verkündet 
wird. Dann zieht er des Kaisers Rock an 
und geht ins Feld. Seine Pferde müssen 
Kanonen ziehen und gehen verloren. Und 
1918 muß er sich eine neue Existenz suchen 





1936 ist Richard wieder Unternehmer. 
Offensichtlich geht es überall 
aufwärts. Die Bank finanziert ihm sogar 
einen neuen Lastwagen, verlangt aber 
eine Vollkasko-Versicherung. Richard trans- 
portiert jetzt Waren aller Art und versichert 
deshalb auch seine Ladung. Außerdem 
schließt ernoch eine Lebensversicherung ab 





1943 ist es soweit. Zwei Nichten streu- 
en Blumen bei dem kleinen Fest. 
Der Hausrat ist bescheiden, aber auf An- 
raten eines Onkels, der bei einer Versi- 
cherung arbeitet, versichert das junge Paar 
seine Habe. Keine zwei Jahre später exi- 
stiert davon nichts mehr; Breslau wird in 
den letzten Kriegsmonaten total zerstört 





1954 Karin kommt gerade in die Schu- 
le, als die Familie ein vom Krieg 
ziemlich mitgenommenes Häuschen kaufen 


kann. Der Vater ist viel unterwegs mit 
einem neuen Lkw; deshalb sichert er seine 
Familie durch eine Unfall-Versicherung, die 
ihm bei Invalidität einmalig den zehnfachen 
Betrag seines Jahreseinkommens auszahlt 





1923 verdient Sohn Richard als Me- 
chanikerlehrling in der Woche et- 
liche Billionen Mark, doch kaufen kann er 


sich dafür fast nichts. Sein Vater ist bes- 
ser dran, denn er hat einen Gemüseladen 





1939 marschieren die Deutschen wie- 
der einmal. Richard wird Rekrut. 
Sein Auto rollt nach Polen. Die geplante 
Heirat wird verschoben. Seine geschäft- 
lichen Versicherungen ruhen, nur die Le- 
bensversicherung zahlt er weiter; sie ist 
nicht hoch und kostet im Monat 44 Mark 





194 Annes Flucht endet in Hamburg. 

Richard kommt aus der Gefan- 
genschaft dorthin. Bei den Engländern wird 
er schließlich Kraftfahrer. Seine Lebens- 
versicherung bezahlt er leicht mit einem 
Päckchen Zigaretten, die ihm ein Sergeant 
schenkt. Sie bringen ihm auf dem Schwarz- 
markt ohne weiteres die Monatsprämie ein 





196 Die Familie hat eine sichere Exi- 

stenz. Der Sohn erlernt den Be- 
ruf des Vaters. Für die Tochter läuft seit 
Jahren eine Aussteuer-Versicherung. Ri- 
chard Sänger möchte mit 65 so langsam 
das Geschäft der nächsten Generation über- 
lassen. Die Lebensversicherung wird ihm 
dann vermutlich etwa 23000 Mark zahlen 


in der 
Gity 
Nord 


D ie berühmte Hamburger City platzt aus 











den Nähten: Zu wenig Raum für zuviele 

Unternehmen und deren Mitarbeiter. 
Hamburg hat deshalb vor einigen Jahren ein 
Experiment gewagt, das Zug um Zug zum Er- 
folg führt. Nationale und internationale Kon- 
zerne geben ihren führenden Köpfen nördlich 
des Hamburger Stadtparks ein Dach. Banken, 
Olgesellschaften, Industriebetriebe und Landes- 
behörden sorgen dafür, daß Hamburgs City 
Nord eine gute Adresse wird. 


NOVA legt den Grundstein WA 


Eine der traditionsreichsten und größten Ver- 
sicherungsgesellschaften Deutschlands, NOVA, 
wird ab 1970 ihren Sitz neben Esso, BP, Farb- 
werkeHoechst und anderen in Hamburgs City 
Nord haben. Der Grundstein zu einem moder- 
nen Zweckbau ohne Protz und Schnörkel wurde 
in Anwesenheit führender Wirtschaftsleute der 
Hansestadt am 8.7. 1968 gelegt. 





Leihwachen-Ze 







NOVA ıLeibwachen:« an jedermann 


Wir sind der Sache nachgegangen. Die „Leib- 
wachen“ von NOVA symbolisieren einen be- 
sonders wirkungsvollen Versicherungsschutz 
bei Krankheit und Unfall. Hier das NOVA- 
Angebot: 


® Krankheitskosten-Versicherung 
Sie umfaßt Leistungen für ambulante Be- 
handlung und Krankenhausbehandlung. Der 
Versicherte braucht weder einen Kranken- 
schein noch eine Zustimmung zur Kranken- 
hausbehandlung. Er istüberall Privatpatient. 


© Zusatzversicherung 

Sie ergänzt die bestehende gesetzliche oder 
private Krankenversicherung. Der Versi- 
cherte ist bei Krankenhausaufenthalt Privat- 
patient in der Station des Chefarztes, hat 
Doppel- oder Einzelzimmer, vorzügliche 
Verpflegung, Besuchserlaubnis zu jeder Ta- 
geszeit. Er liegt eben „privat“. 


@ Selbständigen und Angestellten sehr zu emp- 
fehlen: Eine Krankentagegeld-Versicherung, 
die vor Verdienstausfall schützt. Bargeld bis 
100 DM täglich! 


@ Unfall-Versicherung 

Sie gilt in allen Ländern der 
Erde, 24 Stunden am Tag, 
und umfaßt alle Unfälle des 
täglichen Lebens. Auch für 
Hausfrauen und Kinder, die 
leider allzuoft keinen Unfall- 
schutz haben, ist die „Leib- 
wache“ zur Stelle. 








In Hamburg entsteht 
zur Zeit eines der 
interessantesten 
Bauprojekte Deutschlands - 
dıe City Nord. 





u 


trale® 


Hier drei interessante Beispiele: 


























Krankheitskosten-Versicherung 
NOVA zahlt nach bewährter Tarifkombination. 
08-68 neben vielen anderen Leistungen: 
Erstberatung beim Facharzt 

mit eingehender Untersuchung 


und EKG bis 87,— DM 
Arzneien 100% 
1.—4. Krankenhaustag täglich bis 160,— DM 
ab 5. Krankenhaustag täglich bis 110,— DM 


Monatsbeitrag 
für einen 31—40jährigen Mann nur 58,90 DM 





Zusatzversicherung für Krankenhaus- 


behandlung I. oder Il. Klasse 

NOVA zahlt nach bewährter Tarifkombination 
KHK 30/S Va u. a.: 

1.—4. Krankenhaustag täglich 
ab 5. Krankenhaustag täglich bis 
außerdem für Operationen, 


bis 130,— DM 
80,— DM 


z. B. Blinddarmoperation bis 1.200,— DM 
Monatsbeitrag 

für einen 31—40jährigen Mann nur 19,70 DM 
Unfallversicherung 





für eine nicht berufstätige Hausfrau: 
10.000,— DM im Todesfall 
40.000,— DM im Invaliditätsfall 
30,— DM Unfall-Krankenhaustagegeld 

Monatsbeitrag nur 6,20 DM 
für ein Kind ab vollendetem 4. Lebensjahr: 

1.500,— DM im Todesfall 
15.000,— DM im Invaliditätsfall 
Monatsbeitrag: 1,— DM 
NOVA-Tarife lassen sich nach dem beitragsgünsti- 
gen Baukastensystem jedem Versicherungswunsch 
anpassen. 


Wer sich genauer informieren möchte, wendet 
sich an eine NOVA-Bezirksdirektion oder an 
NOVA-Versicherungen, 2000 Hamburg 13, 
Alte Rabenstraße 2 


STERN-TALER 


gibt es nur im Märchen! In der Wirklich- 
keit regnen keine Taler vom Himmel. Da 
muß man selber vorsorgen. Am besten mit 
einer Lebensversicherung. Sie verschafft 
Geborgenheit und bringt außerdem Gewinn. 


Unsere Gewinne bekommen Sie als Mit- 
glied schon vom ersten Jahre an — und 
das trotz unserer schon immer niedrigen 
Beiträge. 


Ermöglicht wird das günstige Verhältnis 
zwischen Ihren und unseren Zahlungen 
durch unser 

HANNOVERSCHES DIREKT-SYSTEM: 


Unsere Vertreter sind Briefe und mit 
unseren Leistungen zufriedene Mitglieder; 
ihrer Empfehlung verdanken wir alljährlich 
rund 35% aller beantragten Versiche- 
rungen. 


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es nicht! 


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Im gesamten Bundesgebiet 

und West-Berlin, 






stern 





Von Autobahn 
bis 


Versicherungen sehen ihre Auf- 
gabe nicht nur darin, Schäden 
durch Geld abzufinden. Sie wol- 
len auch Schäden verhüten. Des- 
halb untersucht der HUK-Ver- 
band, wie weit Gefahren von 
Nachtfahrten auf der Autobahn 
durch eine Straßenbeleuchtung ver- 
ringert werden könnten. Er berech- 
nete auch schon die Kosten: zwi- 
schen 200000 und 300 000 Mark pro 
Kilometer für die Anlage, etwa 
25000 Mark jährlich für den Be- 
trieb. Seine Argumente für die Be- 
leuchtung: Wegen des Gegenver- 
kehrs kann man fast nur noch mit 
Abblendlicht fahren, das nur 25 
Meter Fahrbahn voll ausleuchtet. 
Das aber ist für eine Schnellver- 
kehrsstraße entschieden zu wenig. 


Der Haushalt ist der verbreitetste 
Arbeitsplatz der Welt, gleichzeitig 
ist er sehr unfallträchtig. Im Gegen- 
satz zu den Arbeitsplätzen in Be- 
trieben gibt es für ihn keine Zwangs- 
Unfallversicherung. Nun wird neu- 
erdings eine private Hausfrauen- 
Versicherung angeboten, mit 
Tagegeld für die Zeit der Arbeits- 
unfähigkeit und hoher Entschädi- 
gung bei dauernder Invalidität, 
verursacht durch einen Unfall. 


Die Heilung von Herzkrankheiten 
ist gelegentlich teuer. Eine deutsche 
Versicherung hat deshalb einen be- 
sonderen Herzbehandlungsko- 
sten-Tarif entwickelt. Sie zahlt bis 
zur Höhe der Versicherungssumme 
Arzt, Behandlung und Sanatorium. 


Nun auch in Frankreich und ab 
Herbst in Österreich kann man für 
Hunde und Katzen eine Unfall- 
und Krankenversicherung abschlie- 
ßen. Die Unternehmen möchten da- 
mit viele Tierhalter in die Lage 
versetzen, alles für die Gesundheit 
ihrer Lieblinge zu tun. 


Zahlen aus der Versicherungswirt- 
schaft können auch ein Beitrag zur 
Kriminalstatistik sein. Im Jahr 
1967 haben die schweren Diebstähle 
gegenüber dem Vorjahr um 12 Pro- 
zent, die Fälle von Raub um 8,6 
Prozent zugenommen. Dadurch 
stiegen die Auszahlungen der Ver- 
sicherungsgesellschaften wiederum 
erheblich an. Insgesamt haben sie 
sich seit 1959 mehr als verdreifacht. 


Der seltene Fall, daß eine Lebens- 
versicherung an einen quickleben- 
digen Toten ausbezahlt wurde, kam 
ausgerechnet einem Krösus zugute. 
Als John D. Rockefeller noch nicht 
der Erdölkönig war, hatte er sein 
Leben mit fünf Millionen Dollar 
versichert. An seinem 96. Geburts- 
tag (1935) strich ihn die Versiche- 
rungsgesellschaft nach amerikani- 


11 


scher Gesetzesvorschrift aus der Liste 
der „versicherungstechnisch Leben- 
den“ und zahlte prompt die Ver- 
sicherungssumme voll aus. 


Wird ein Auto bei der Beförde- 
rung im Autoreisezug beschädigt, 
kommt die Bahn nur in den sel- 
tensten Fällen für die Reparatur 
auf. Wohl aber kann man das 
Auto als Reisegepäck versichern. 
Damit deckt man jedoch nicht das 
Gepäck im Auto; das muß wieder- 
um extra versichert werden. 


Zur Zeit betragen die Vermögens- 
anlagen der deutschen Versiche- 
tungsunternehmen 65 Milliarden 
Mark — als Deckung für die Lei- 
stungsverpflichtungen aus 200 
Millionen Versicherungsverträgen 
aller Sparten. Mit diesem Betrag 
könnte man theoretisch etwa 
650000 Einfamilienhäuser bauen. 
Das wäre mehr Wohnraum, als die 
gesamte Einwohnerschaft Ham- 
burgs in Anspruch nimmt. 


Im _ Versicherungs-Journal des 
STERN Nr. 49/66 stand zu lesen, 
daß Ansprüche an nicht mehr be- 
stehende  Versicherungsgesell- 
schaften aus Mittel- und Ost- 
deutschland keineswegs verloren 
sind. Als Meldestelle dafür wurde 
die Direktion Berlin der Iduna- 
Versicherungen, 1 Berlin SW 61, 
Charlottenstr. 82, angegeben. Nach 
der Veröffentlichung im STERN 
kamen unter anderem Anfragen 
aus Kanada, Kolumbien, USA, Is- 
rael, Peru, Großbritannien und 
Südafrika und natürlich viele hun- 
dert Anfragen aus der Bundes- 
republik. So erhielt der Thüringer 
Martin Reich, der heute in Bukoba 
im afrikanischen Tansania (früher 
Tanganjika) lebt, 3417 Mark aus 
einer alten Lebensversicherung. 


Kuriose Verhandlungen mußte 
kürzlich eine Versicherungsagentur 
in der belgischen Grenzstadt Eupen 
führen. Einer Kundin hatte ein 
Dieb Pelze und Schmuck im Wert 
von 200000 Mark gestohlen und 
war damit auf deutsches Gebiet 
entkommen. Dort wurde er zwar 
gefaßt, aber nun legte der deut- 
sche Zoll seine Hand auf die Beute. 
Er forderte für die Einfuhr dieser 
Werte 30 000 Mark Abgaben; und 
da der Dieb nicht zahlen könne, 
hafte nach der Reichsabgabenord- 
nung die Eigentümerin. Die Ver- 
sicherungsagentur handelte den Be- 
trag auf 15 000 Mark herunter und 
bekam das Diebesgut ausgehändigt. 
Als sich die internationale Presse 
mit dem Fall beschäftigte, verzich- 
tete der Zoll „aus Billigkeitsgrün- 
den“ auf das Geld. 





Redaktion: Kurt Wolber, Werner Detsch, Hartmut Jetter 
Mitarbeiter: Eberhard Stephani; Layout: Herbert Suhr 
Zeichnungen: Peter Neugebauer, Günter Radtke 

Fotos: Albrecht Brugger, Ralf Döring, Jean Guyaux, Guido Haug, 


Popper, Eberhard Seeliger, Ullstein 


Fachliche Beratung: Dipl. rer. pol. Ernst W. David 


Anzeigen: Karl Hartner 
Produktion: Pitt Severin 





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DIE WOCHE VOM 1. BIS 7. SEPTEMBER 1968 


Neue beunruhigende Zwischenfälle werden nicht ausbleiben und die politischen Leidenschaften 

weiter anheizen. Am meisten zur Verschlechterung des Klimas trägt momentan aber die beharr- 

liche Verbreitung und Wiederholung von Unwahrheiten bei, um den Gegner in Verruf zu brin- 

gen. Die Verfechter eines allgemeinen Ausgleichs auf der Basis von Kompromissen haben unter 

diesen Verhältnissen einen besonders schweren Stand, und es ist nicht ausgeschlossen, daß der 
eine oder andere der wenigen Aufrechten seinen Platz räumen muß. 


@ STEINBOCK 
nen sich erneut und mit großem Er- 
folg in die Arbeit stürzen. Allerdings 

ganz aus dem Auge verloren werden. Sonst 

gibt's Ärger! 

liche Lage etwas verbessern will, entdeckt zahl- 

reiche günstige Möglichkeiten. Er muß aller- 

2./3. IX. gibt es leicht Mißverständnisse. 

11.-20. Januar Geborene: Praktische und orga- 

Bem Geschick. Beim Theorienschmieden be- 

steht dagegen die Gefahr, aufs falsche Geleis 
WASSERMANN 
21.-30. Januar Geborene: Pflegen Sie 
ziehungen. Zur Zeit läßt sich das gut 

mit Ihrem Arbeitspensum vereinbaren. Der 
handlungen. 

31. Januar bis 9. Februar Geborene: Störungs- 

können sich wieder intensiv Ihren beruflichen 

Hauptanliegen widmen. Am 4./5. IX. heißt es 

10,-19. Februar Geborene: Manchmal gibt es 

Unstimmigkeiten über belanglose Fragen. Sie 

aufzuregen. Wer auf Reisen ist, kann am 6./ 

7. IX, Bekanntschaften machen. 

Fr] 20. Februar bis 1. März Geborene: 
Sie gewinnen wieder etwas mehr 

Menschen, die an Ihnen gern herumerziehen, 

zeigen milde Stimmung. Beim anderen Ge- 

2.-10. März Geborene: Mit der Arbeit will es 

nicht so recht vorangehen. Bemühen Sie sich, 

abzubauen. Der 2,/3. IX. eignet sich gut für 

Gespräche unter vier Augen. 

ren einmal zeigen wollen, was in Ihnen steckt, 

sollten Anstrengungen vermieden werden. Ein 

chen Sie alle Ihre Kräfte. 
2 WIDDER 
nehmlich an Ihnen, der Woche ein 
für Sie interessantes Gesicht zu ge- 
gen und müssen erst aufgedeckt werden. Das 
gilt auch für die Liebe. 

aufmerksamer Zuhörer. Um so wichtiger, sich 

auf Reden und Auftritte in der Öffentlichkeit 

eine etwas lockere Hand. 

11.-20. April Geborene: Es ergeben sich eine 

anschaffen will oder wen die Unternehmungs- 

lust plagt, erhält gute Anregungen. Ihre Seele 


22.-31. Dezember Geborene: Sie kön- 
dürfen dabei Ihre Privatverpflichtungen nicht 
1.—10. Januar Geborene: Wer seine wirtschaft- 
dings versuchen, Mitstreiter zu gewinnen. Am 
nisatorische Aufgaben bewältigen Sie mit gro- 
zu geraten. Nette Feierabenderlebnisse. 

Ihre Freundschaften und Herzensbe- 
3./4. IX. steht im Zeichen geglückter Kaufver- 
tendenzen sdıwächen sich allmählich ab. Sie 
aufpassen, damit niemand verletzt wird. 
müssen lernen, sich über so etwas nicht mehr 

FISCHE 

Handlungsspielraum. Vorgesetzte und 
schlecht haben Sie große Chancen. 
etwas systematischer als bisher Hindernisse 
11.-20. März Geborene: Auch wenn Sie ande- 
schwieriges Unternehmen naht, und dann brau- 

21.-31. März Geborene: Es liegt vor- 
ben. Die meisten Chancen sind etwas verbor- 
1.-10. April Geborene: Sie finden eine Reihe 
gut vorzubereiten. Im Geldausgeben haben Sie 
Fülle freundlicher Aspekte. Wer sich etwas 
erholt sich von vergangenen Strapazen. 


STIER 
af 21.-30. April Geborene: In diesem 
etwas bedeutungslosen Abschnitt 


neigt manch einer dazu, Luftschlösser 
zu bauen. Hoffentlich finden Sie im entschei- 
denden Moment wieder den Boden unter den 
Füßen. 
1.—10. Mai Geborene: Neues läßt sich leichter 
verwirklichen, als Sie erhoffen. Sie müssen 
nur bei Verhandlungen die erforderliche Stand- 


festigkeit beweisen. Wer ein Rendezvous plant, 
sollte den 6./7. IX. wählen. 
11.-20. Mai Geborene: Ob es jetzt um die Ge- 
sundheit oder die Liebe geht: Sie merken 
einen deutlichen Aufschwung. Auch finanzielle 
Fragen verlieren ihren drängenden Charakter. 
Partys und Besuche sind möglich. 
ZWILLINGE 
M 21.-31. Mai Geborene: Wenn Sie Ih- 
rem Herzen freien Lauf lassen, wird 
es in Ihrem Privatleben bald einige 
Veränderungen geben. Ältere Menschen schla- 
gen vielleicht bei den Ereignissen die Hände 
über dem Kopf zusammen. 
1.-11. Juni Geborene: Sie sollten Ihre Umwelt 
wieder einmal davon überzeugen, daß es 
Ihnen nicht an Ideen und Durchsetzungsver- 
mögen mangelt. Die Gefahr, vergessen zu 
werden, läßt sich so am besten bannen. 
12.-21. Juni Geborene: Dieser Abschnitt be- 
deutet vor allem eine Bereicherung des Ge- 
fühlslebens. Sie kommen dem Herzenspartner 
näher. Mit Freunden und Bekannten verleben 
Sie manch amüsante Stunden, 


KREBS 
er 22. Juni bis 1. Juli Geborene: Be- 
schäftigen Sie sich nicht allzuviel 
mit sich selbst. Andernfalls wächst 
die Gefahr, auf dumme Gedanken zu kom- 
men. Ein Auftrag am 2./3. IX. könnte eigent- 
lich ganz heilsam wirken. 
2.—-12. Juli Geborene: In verschiedenen Berei- 
chen setzen sich Verbesserungen durch. In 
puncto Liebe verwirklichen sich manchmal 
sogar Ihre Idealvorstellungen. Damen sollten 
am 6./7. IX. auf Pünktlichkeit achten. 
13.—22. Juli Geborene: Mit Störungen und Ver- 
wicklungen werden Sie recht gut fertig. Es ist 
nur wichtig, dem Handeln intensive Überle- 
gungspausen vorangehen zu lassen. Gute Ge- 
danken schriftlich festhalten! 
LOWE 
a 23. Juli bis 2, August Geborene: Pro- 
jekte lassen sich gut an. Sie müssen 
nur versuchen, den Kontakt zu den 
maßgeblichen Stellen aufrechtzuerhalten, Ein 
Lob am 1./2. IX. stärkt Ihr Selbstvertrauen 
ganz erheblich. 
3.-12. August Geborene: Versprechen Sie sich 
nicht allzu viel von Ihren Beziehungen. Im 
entscheidenden Augenblick zeigt sich manch 
ein Prominenter uninteressiert. Die finanzielle 
Entwicklung verdient Beachtung. 
13.-23. August Geborene: Daß man Ihnen zu- 
nächst einmal die kalte Schulter zeigt, ist noch 
kein böses Omen. Auf die Dauer kann man 
sich Ihrem Werben schlecht entziehen. Einen 
Tip für finanzielle Erfolge liefert der 1./2. IX. 
JUNGFRAU 
KA 24. August bis 2. September Gebo- 
rene: Lassen Sie sich Zeit, wenn Sie 
Ihre neue Marschroute festlegen. Wie 
leicht können folgenreiche Kleinigkeiten über- 
sehen werden. Am 4./5. IX. verlaufen Finanz- 
gespräche erfolgreich. 
3.-12, September Geborene: Ein gewisses Maß 
an Ruhe kann Ihnen nur willkommen sein. 
Begrüßen Sie also diese Entwicklung. Am 6./ 
7. IX, befinden Sie sich in amüsanter Gesell- 
schaft. Stabiler Gesundheitszustand. 
13,—23. September Geborene: Sie können sich 
einiges an Luxus erlauben. Allerdings darf 
Ihr Verhalten nie den Charakter einer Her- 
ausforderung annehmen. Am 3./4. IX. könnten 
Sie sonst unvermutete Reaktionen spüren, 
WAAGE 
24. September bis 3. Oktober Gebo- 
rene: Ein verhältnismäßig lebhaftes 
Auf und Ab kennzeichnet die Ent- 
wicklung. Sie sollten Vorsorge treffen, um un- 
erwarteten Herausforderungen siegreich be- 
gegnen zu können. 
4.-13. Oktober Geborene: Diese Woche wird 
von psychischen Aufheiterungen begleitet. Oft 
hat Amor seine Hand im Spiel. Doch auch be- 
rufliche Leistung findet am 1./2, IX. Anerken- 
nung. Kümmern Sie sich um Ihre Freunde. 
14,.-23. Oktober Geborene: Sie werden sich 
jetzt manchmal fragen, wohin Ihr Lebensweg 
führt. Über entscheidende Fragen herrscht Un- 
sicherheit. Eine freudige Überraschung könnte 
sich am 1./2. IX. ergeben. 
SKORPION 
3 24. Oktober bis 2. November Gebo- 
rene: Manche Annahme bestätigt sich. 
Versuchen Sie weiterhin, in Situatio- 
nen Nüchternheit zu bewahren, auf die andere 
mit hochrotem Kopf reagieren. Viele interes- 
sante Eindrücke. 
3.-12. November Geborene: Bemühen Sie sich, 
mit den Dingen Ihrer Umwelt etwas behutsa- 
mer umzugehen. Materielle Verluste wären 
zur Zeit vornehmlich der eigenen Ungeschick- 
lichkeit zuzuschreiben. Seien Sie gründlicher! 
13.-22. November Geborene: Verschließen Sie 
Ihre Augen nicht vor Wahrheiten, die sich Ih- 
nen jetzt geradezu aufdrängen. Berufliche Auf- 
geschlossenheit kann Ihnen einen Vorsprung 
sichern. Am 2./3. IX. angenehme Diskussionen. 
SCHÜTZE 
# 23. November bis 2. Dezember Gebo- 
rene: Für Vorhaben, die ins Wasser 
fallen, werden Sie zu einem späte- 
ren Zeitpunkt entschädigt. Sie dürfen nur 
nicht allzu eigensinnig sein. Herzenswünsche 
stillt der 6./7. IX, 
3.—12. Dezember Geborene: Erlauben Sie Ihren 
Gedanken nicht allzu oft, in eine gefährliche 
Richturig abzuschweifen. Zur Tat ist es sonst 
nur ein winziger Schritt. Berufliche Anstren- 
gungen bringen am 5./6. IX. nicht viel ein. 
13.-—21. Dezember Geborene: Sie finden mit 
Verhandlungspartnern eine gemeinsame Ebe- 
ne. Wichtig sind jedoch weniger die Moment- 
erfolge als die Dauereffekte. Fragen Sie am 
2./3. IX, nach Ihren finanziellen Aussichten. 


HOROSKOPISCHE HINWEISE FÜR NEUE ERDENBÜRGER 
GEBOREN ZWISCHEN DEM 1. UND 7. SEPTEMBER 1968 


Standfestigkeit und Zielgerichtetheit geben dem Leben dieser Kinder eine verhältnismäßig klar 
umrissene Linie. Im Umgang mit der Umwelt sind sie nicht immer die geschicktesten Taktiker, 
doch flößen sie auch ihren Gegnern Respekt ein. Sie sind Meister, wenn es darum geht, den eige- 
nen Besitz oder anvertrautes Gut stetig, jedoch ohne großes Aufsehen zu vermehren. In Geld- 
und Verwaltungssachen verdienen sie ihre Sporen. Auch die Mädchen verstehen es, aus gegebenen 
Umständen jeweils das Beste zu machen. Ihr Optimismus und ihre Vitalität finden Bewunderer, 


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| Falltraum 


In der Psychologie hat der Falltraum meist 
sexuelle Bedeutung, und in der Realität 
wirken Fallgefühle, z. B. in einem schnell 
fallenden Fahrstuhl, im Flugzeug oder im 
Auto, bei Männern _ 

und Frauen erotisch | 

anregend. Auch der 
Orgasmus der Frau 
wird vielfach als Ab- 
sturz ins Bodenlose 
empfunden. 
UnserBildzeigteinen | 
Ehemann, dem es 
nach zwölf Jahren |- 
vergeblicher Liebes- | 
müh auf einer Berg- 
tour in den Dolomi- 
ten endlich gelang, | 
seine Frau körperlich | 
zu befriedigen. 








Fallieren 


Falsch: zum Orgasmus kommen. 
Richtig: zahlungsunfähig werden. 


Farbenerotik 


Wie in der Tierwelt Farbe und Form eines 
Partners anregend auf den anderen wirken 
— so spielen auch bei Menschen die Farben 
eine wichtige erogene Rolle. Rot ist die 
erotisch ansprechendste Farbe, sie kann auf 
viele Naturen außerordentlich aufreizend 
und stimulierend wirken. 





ROT ROSA | 
| 


| 


Bildı Bild 2 


Der Farbtest für unsere Leser: Betrachten 
Sie 30 bis 40 Minuten lang Bild 1. Sollten 
Sie schon nach 5 bis 8 Minuten über alle 
Gebühr sexuell erregt sein, wenden Sie 
sich Ihrem Partner oder notfalls Bild 2 zu, 
das keine so heftige Wirkung erzielt. 


Faszination 


Bezauberung, Ver- 
blendung. (Die 
Psychoanalyse er- 
klärt die F. durch 
plötzliches Verlie- 
ben, das aber 
nicht bis ins Be- 
wußtsein dringt. 
Dadurch gerät ein 
Mensch unter den 
Einfluß und Wil- 
len einesanderen.) 








Peter Neugebauers 


Lexikon der Erotik 


Sie können natürlich nicht alles selber ausprobieren, was 
es in der Liebe, Erotik und Sexualität so gibt. 
Das können Sie sich jetzt auch sparen. Hier steht das Wichtigste! 


Fatzmänner 


Falsch: Verächtliche Bezeichnung des Re- 
daktionsstabes der „Frankfurter Allgemei- 
nen Zeitung“. 

Richtig: Mittelalterlicher Name (aus dem 
Lateinischen facetiae) für Männer, die ge- 
werbsmäßig derbe und unzüchtige Schwän- 
ke vortragen. 


Faun 


Wie oft hört man von unseren weiblichen 
Mitmenschen die Klage: „Mein Chef ist ein 
lüsterner alter Faun!“ Wir halten es darum 
für unsere Pflicht, an dieser Stelle einen 
weitverbreiteten Irrtum zu korrigieren: 
Faun, der römische Gott der Felder und 
Wälder (griechisch: Pan), ist zwar auch ein 
sinnenfrohes, trinkfreudiges und Nym- 
phen jagendes Wesen, aber sein Äußeres 
weicht gänzlich von der Erscheinung unse- 
rer heutigen Arbeitgeber ab. Der bärtige 
und haarige Halbmensch mit Bocksfüßen 
trägt nämlich einen Schwanz, der schon 
auf den ersten Blick nicht zu übersehen ist. 











Direktor Gerd B. beim Diktat 


Fehlleistun g£ 


Von Sigmund Freud geprägter Ausdruck 
für Versprecher, Verwechselungen und Ver- 
geßlichkeiten in bezug auf Namen und 
Worte und das Verlegen von Dingen. Die- 
ses geschieht scheinbar ohne Absicht, ist 
aber der Ausdruck einer unbewußten Wahr- 
heit. Was früher als zufälliges Versehen 
oder peinlicher Versprecher galt, wird 
heute sehr gern als „Freudsche Fehllei- 
stung“ bezeichnet. 














FensterIn 


Bayrische Bezeichnung für den in Alpen- 
ländern verbreiteten Brauch, mittels einer 
Leiter in das Schlafzimmer der Damen ein- 
zudringen. Seit langem schon haben die 
Forscher für alpenländisches Volkstum zu 
ergründen versucht, was eigentlich in den 
Schlafkammern zu so später Stunde ge- 
schieht. Dr. Reinhard Gepfel, ein Spe- 
zialist für nächtliche Volksbräuche, fand 
nach Ankauf einer Leiter sehr bald die 
Lösung. Sein präziser, aber knapper Kom- 
mentar: „Pfui Deibel!“ — Inzwischen hat sich 
die internationale Lebewelt längst dieser 
traditionellen Sitte 
bemächtigt. Fensterln | 
ist jetzt „in“, ganz 

besonders in New | 

York, wo ja auch der | ® 





Schuhplattler als letz- 
ter Modetanz die 
Nightclubs und Dis- | 
kotheken beherrscht. 7 
Zum amerikanischen | 
„way of fensterln“ \,,., 
trägt der modisch 
versierte Herr echte '"'!| 
Krachlederne, Wa- 
denstrümpfe und | :! 
einen Sepplhut. 





Fetischismus 


Starke erotische Anziehung durch bestimm- 
te Körperteile (Haare, Hüfte, Busen usw.), 
aber auch durch Kleidungsstücke (Schuhe, 
Strümpfe, Korsetts usw.). Wir kämen bei 
der Aufzählung der merkwürdigen Objekte, 
die ein Fetischist verehren kann, vom Hun- 
dertsten ins Tausendste, wollen aber gleich 
am Rande vermerken, daß zum Beispiel 
ein Fußball, eine Regenrinne oder die Ak- 
tentasche eines Steuerberaters bis jetzt die 
wenigsten sexuell erregt haben. 





Der Bundesverband deutscher Fetischisten 
e. V. forderte dieser Tage auf einer De- 
monstration in Bad Schwartau die Normali- 
sierung der Preise für Haushaltwaren aller 
Art (Bild 1). Bild 2 zeigt uns den Vorsitzen- 
den mit seinem langjährigen Begleiter. 











stern s 











Die Frage an den Experten ® 





Professor Dr. Hans Georg Hansen, 


Direktor der Kinderklinik 


der Medizinischen Akademie Lübeck 


Darfman mit vollem Magen haden gehen? 


Wir haben Urlaub an der Ostsee 
gemacht und hatten in unserer Pen- 
sion ein Elternpaar, das jeden Mit- 
tag nach dem Essen die Kinder mit 
vollem Bauch ins Wasser schickte 
und selbst schlafen ging. Das wa- 
ren die unruhigsten Kinder, die man 
sich vorstellen kann: Sie quengel- 
ten, maulten über alles und störten 
die Nachtruhe durch Gebrüll, wäh- 
rend die sonnige Ruhe der Eltern 
um so aufreizender wirkte. Gilt denn 
die alte Regel nicht mehr, daß man 
mit vollem Magen nicht baden soll, 
weil man davon nervös wird? Oder 
was sagt die moderne Medizin dazu? 
Manfred Großmann, 

Hamburg 62, Reeborn 8 


Kinderheilkunde, Dr. Hans 

Georg Hansen, beantwortete 
diese Frage im Gespräch mit 
Sternredakteur Günter Dahl. 


STERN: Nach dem Essen ruhen 
oder tausend Schritte tun — so 
haben wir es gelernt, Herr Pro- 
fessor Hansen. Ist Schwimmen 
oder im Wasser herumtoben 
gleichbedeutend mit tausend 
Schritten? 


HANSEN: Nein. Baden ist ein 
weitaus stärkerer Reiz als der 
Spaziergang nach dem Mittag- 
essen. 

STERN: Was wird denn gereizt? 


HANSEN: In der relativ kühlen 
Nord- oder Ostsee ist die Haut 
einem starken Kältereiz ausge- 
setzt. Folge davon ist eine Ver- 
engung der Hautgefäße. Der 
Körper schützt sich auf diese 
Weise gegen plötzlichen Wärme- 
verlust. 


STERN: Was hat das aber mit 
dem Essen zu tun? 


HANSEN: Die Zusammenhänge 
sind wissenschaftlich nicht exakt 
bewiesen, aber man kann es sich 
so vorstellen: Sobald man etwas 
gegessen hat, bekommen Magen 
und Darm Arbeit; denn sie müs- 
sen die Speisen verdauen. Dabei 
werden die Bauchorgane stärker 
durchblutet als in nüchternem 
Zustand. Zwei Reize treffen also 
zusammen und der Kreislauf 
wird zweifach belastet. 


STERN: Was heißt eigentlich: 
Der Kreislauf wird belastet? 


HANSEN: Alle unsere Organe 
werden, ihrem Bedarf entspre- 
chend, vom Kreislauf mit Blut 
versorgt. Müssen nun bestimmte 
Organe plötzlich mehr leisten, 


D: Lübecker Professor für 


stern 


dann brauchen sie mehr Blut. 
Das kann auf Kosten der Durch- 
blutung anderer Körperregionen 
gehen. Wenn jetzt verschiedene 
Organe zu gleicher Zeit einen 
Mehrbedarf an Blut signalisie- 
ren, dann wird der Kreislauf, 
der die Blutverteilung zu regu- 
lieren hat, belastet oder schließ- 
lich überfordert. 

STERN: Man hört oft vom „Se- 
kundenherztod“ beim Baden, 
also von der Schockwirkung 
durch plötzlichen Kältereiz. Ist 
diese Gefahr bei vollem Magen 
größer? 

HANSEN: Sie ist schon deshalb 
größer, weil eben zwei Gefah- 
renmomente gleichzeitig auftre- 
ten. Da es Verbindungen zwi- 
schen dem vegetativen Nerven- 
system der Haut und dem der 
inneren Organe gibt, kann zum 
Beispiel ein plötzlicher Kältereiz 
der Haut eine plötzliche Veren- 
gung der Herzkranzgefäße zur 
Folge haben. 

STERN: Sie raten also vom Ba- 
den nach dem Essen ab? 
HANSEN: Ja. 

STERN: Auch im  geheizten 
Swimming-pool oder im Ther- 
malbad oder im 25 Grad war- 
men Mittelmeer? 


HANSEN: Dort ist der Kältereiz 
natürlich geringer... 


STERN: ...kann man denn bei 


25 Grad von Kältereiz sprechen? 


HANSEN: Diese Temperatur 
liegt immer noch erheblich unter 
der normalen Körpertemperatur 
von 37 Grad. Aber abgesehen 
davon — jedes Bad belastet den 
Kreislauf. 


STERN: Auch ein Wannenbad? 
HANSEN: Ja. 


STERN: Dann raten Sie also ab, 
mit vollem Magen in die Bade- 
wanne zu steigen? 


HANSEN: Auch hier wäre es in 
jedem Fall sicherer, nicht unmit- 
telbar nach dem Essen zu baden. 
STERN: Wieviel Zeit sollte zwi- 
schen Essen und Baden verge- 
hen? 

HANSEN: Eine bis zwei Stun- 
den. 


STERN: Sie sind Kinderarzt. Gibt 
es andere Baderegeln, die Eltern 
beachten sollen, wenn sie mit 
ihren Kindern an die See fahren? 


HANSEN: Wenn man nach den 
Erfahrungen der ärztlich geleite- 
ten Kinderheime an der Nord- 
und Ostsee geht, dann heißt die 
Regel: Anfangs nur einmal täg- 
lich fünf Minuten baden. Später 
zweimal täglich bis zu höchstens 
zehn Minuten. Ausnahmen be- 
stehen an besonders heißen Ta- 
gen. 


STERN: Aber das ist doch reine 
Theorie; dafür brauche ich mit 





August-Betrieb in einem Hamburger Freibad: Erst nach zwei bis drei 
Stunden erreicht der Körper wieder seine normale Temperatur 


meinen Kindern nicht an die See 
zu fahren. 


HANSEN: Sicher. Doch wir spre- 
chen ja hier über das, was die 
Balneologie, die Badeheilkunde, 
allgemein als gesund erkannthat. 
Im übrigen liegt der Wert des 
Urlaubs an der See ja keines- 
wegs allein im Baden, sondern 
zugleich in der differenzierten 
Wirkung des Seeklimas und der 
sinnvoll ausgenutzten Sonnen- 
bestrahlung. 


STERN: Warum diese Vorsicht 
in den ersten Ferientagen? 


HANSEN: Weil die Anpassung 
so wichtig ist. Wie entscheidend 
Eingewöhnung ist, sehen Sie 
daraus, daß sich fast alle Bade- 
unfälle — und übrigens auch die 
bei Kindern so häufigen Sonnen- 
schäden — in den ersten drei Ta- 
gen ereignen. Das ist bei kurzen 
Aufenthalten, zum Beispiel übers 
Wochenende, besonders wichtig 
zu wissen. 


STERN: Was kann denn passie- 
ren, wenn man Kinder ins Was- 
ser läßt, so oft und so lange sie 
wollen? 


HANSEN: Schlafstörungen und 
Appetitlosigkeit können die Fol- 
ge sein. Die Kinder werden 
„quengelig“ und reizbar, als Aus- 
druck allgemeiner nervöser Stö- 
rungen. Badet man hingegen mit 
Sinn und Verstand — und das 
gilt für Kinder und Erwachsene 
—, dann haben Seebäder einen 
ausgezeichneten abhärtenden Ef- 
fekt. 


STERN: Gibt es eine Minimal- 
temperatur, unter der man nicht 
baden soll? 


HANSEN: Ich würde zumindest 
für Kinder die Grenze bei 16 
Grad sehen. Natürlich spielt die 
Bewegung während des Badens 
und danach eine große Rolle. 
Beim Baden in der Brandung 
zum Beispiel ist die Gefahr der 
Auskühlung geringer. 


STERN: Demnach bedeutet Ba- 
den bei uns in Deutschland so 
etwas wie einen Eingriff in den 
Organismus? 

HANSEN: Ja. Wie schwer wir es 
im übrigen haben, den beim Ba- 
den erlittenen Temperaturverlust 
auszugleichen, sehen Sie an einer 
Zahl: Der Körper braucht nach 
einem Bad zwei bis drei Stunden, 
um seine normalen Temperatur- 
verhältnisse wieder zu erreichen. 












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Von Ulrich Klever 


Für unser feinschmeckerisches 
Wohlbefinden ist es genauso wichliy 
ein gutes Omelett machen zu könne: 

wie eine richtige Tasse Kaffee. Es ısı 
auch nicht schwerer, wenn man 
das Geheimnis kennt. Mir verriet es 

Rudolph Stanish aus New York, 

den man den Omelett-König nennt. 
Er zeigte mir, wann und wie 
man die Pfanne hochnehmen muß, 
damit das Omelett gelingt 


ören Sie bitte auf mein thode gefunden, narrensichere 








Unbeschwert 
süssen mit ASSUGRIN 











22]stern 


Kommando und vergessen 
Sie, was Sie bisher gelernt ha- 
ben. Ich habe auch meine fran- 
zösischen Omelett-Tricks über 
den Herd geworfen, weil ich 
überzeugt wurde. Ein Mann, der 
Jahr für Jahr 30 000 Omeletten 
macht und dafür, Party pro Par- 
ty, 125 Dollar bekommt („gleich- 
gültig, ob es eine Party für 20 
oder für 500 Gäste ist“), hat be- 
stimmt die bestmögliche Me- 


Omeletten zu zaubern. Und es 
klappt, wenn man seine Rezepte 
befolgt, ein bißchen Übung und 
eine Menge Konzentration ge- 
hören allerdings auch dazu. In 
echt amerikanischer Reader’s- 
Digest-Manier ausgedrückt lau- 
tet das so: „Verbannen Sie alle 
{fremden Gedanken und konzen- 
trieren Sie sich auf das Omelett!“ 

Darf ich vorweg einmal defi- 
nieren: Ein Omelett besteht nur 


— 







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RE: 
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ii —-— 












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Was steckt hinter diesem Namen? 





Hier lesen Sie, wie Sie jetzt schon zu 
jenen gehören können, die einen Teil des 
Geheimnisses kennen. Und wie Sie einen 
von 777 Preisen gewinnen können. 


Ungewöhnliches wird geschehen. [do] 

Seien Sie a ae Legen Sie die 
Suppenlöffel griffbereit. [mag] 

In Kürze werden Ihnen die guten Guten 
Appetit Suppen serviert. [pen] Zu einem Ein- 
führungspreis, der eine Attraktion 1. Ranges 
ist. 

Was sind die Guten Appetit Suppen für 
Suppen? [gi] Wer bringt diese Suppen? 

Bald wird das Geheimnis vor aller Augen 
gelüftet. Wenn Sie nicht so lange warten wol- 
len, wenn Sie jetzt schon einen Teil des Ge- 
heimnisses kennen möchten, tun Sie folgendes: 


Antwort: 


Bringen Sie die Wortbruchstücke in den 
Kästchen in die richtige Reihenfolge. Ergänzen 
Sie mit den Worten, die Sie gefunden haben, 
diesen Satz: Guten Appetit Suppen heißen 
die neuen....... 


Schreiben Sie diesen Satz auf eine Postkarte. 
Schicken Sie die Karte an Postfach 4273, 
6 Frankfurt. Einsendeschluß: 9. September. 
Diese Postkarte kann Ihnen Glück bringen. 
Sie können einen von 777 schönen Preisen 
gewinnen. 


Wir haben getan, was wir konnten, um Ihnen 
Appetit zu machen. 


Jetzt sind Sie dran. 


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Unter allen bis zum 9. September 1968 (Datum des Poststempels) einge- 
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ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden direkt 
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Ssternkehn®e 


FORTSETZUNG 


aus Ei und Gewürz plus ein we- 
nig Flüssigkeit. Kommt auch nur 
ein Löffelchen Mehl dazu, wird 
es ein Eierpfannkuchen. Er muß 
durchgebacken werden (wegen 
dem Mehl), während das Ome- 
lett innen noch flaumig weich 
sein soll. 


Über die Frage „Was ist wich- 
tiger: Ei oder Pfanne?“ wollen 
wir uns nicht streiten. Als Kü- 
chentechniker fange ich mit der 
Pfanne an. Wenn Sie Mitglied 
der Geheimbruderschaft der 
Omeletten-Macher werden wol- 
len (Kennwort: Die Pfanne hoch 
— aber nur ein bißchen), dann 
schaffen Sie sich eine Spezial- 
pfanne für Omeletten an, die Sie 
zu nichts, aber auch zu wirklich 
nichts anderem benutzen. Dann 


hält sie ein Leben lang. Sie soll 
schwer sein, einen dicken Boden 
haben und eine völlig glatte 
Oberfläche. Sie kann aus Stahl, 
Kupfer oder Aluminium sein, 
Bruder Stanish benutzt eine aus 
Aluminium. Diese Pfanne wird 
nie gespült, sondern nach Ge- 
brauch noch warm mit einem 
saugfähigen Küchenpapier aus- 
gewischt. In der neuen Pfanne 
erhitzen wir als erstes eine 
Handvoll grobes Salz auf klei- 
nem Feuer. Schütteln, bis das 
Salz blaßgold geworden ist. In 
der Pfanne verreiben. Ausschüt- 
ten. Nun einen Teelöffel Butter 
erhitzen, bis sie brutzelt. In der 
Pfanne verteilen, ausgießen. Die 
Pfanne mit einem Papier aus- 
putzen. Nun kann omelettiert 
werden. 


a — 


Frische Eier, deutsche Eier 


so lautet der Slogan der frisch 
gegründeten Dokumentations- 
anstalt „Das Frischei“ (auch das 
gibt es!). In ihrem Pressedienst 
las ich, daß Jahr für Jahr 5,4 
Milliarden Eier direkt vom Er- 
zeuger zum Verbraucher gelan- 
gen und genauso viele Frischeier 
auf schnellem Wege über den 
Handel rollen. Das freut den 
Omeletten-Macher in mir, denn 
Omelett-Eier müssen frisch sein. 


Confrere Stanish (er gehört 
wie ich der Chaine des Rötis- 
seurs an) versteht unter frischen 
Eiern solche, die 24 Stunden alt 
sind. Bekommt er sie nicht, fügt 
er pro Ei einen Teelöffel Was- 
ser hinzu. Außerdem sollen die 
Eier Zimmertemperatur haben. 
Und nun wollen wir ihm einmal 
auf die Finger schauen. 


Das wahre Omeletten-Rezept: 
3 frische Eier in eine Schüssel 
schlagen. In einer Tasse 3 Tee- 
löffel Wasser oder helles Bier 
mit '/a Teelöffel Tabasco und 
!/ Teelöffel Salz verrühren. Die 
Eier so verquirlen, daß beim 
Herausnehmen des Quirls ein 
langer Faden zieht, das gewürzte 
Wasser darunter rühren. Nicht 
zu lange quirlen, sonst wird das 
Omelett zu fest. Inzwischen ist 
die Pfanne heiß geworden, so 
daß einige hineingespritzte Was- 
sertropfen blitzschnell in ihr 
herumsausen. Eine bleistiftdicke 
Scheibe Butter von einem Vier- 
telpfundpäckchen in die Pfanne 
geben, die Pfanne gut damit aus- 
fetten. Bevor die Butter braun 
wird, die Eimasse schnell hin- 
eingießen. Mit der Rückseite ei- 


Im nächsten STERN: Die Aktualitäten-Küche 


ner Gabel kreisend verrühren, 
während man die Pfanne hin 
und her bewegt. Beginnt die Ei- 
masse zu erstarren, verteilt man 
sie in der Pfanne gleichmäßig 
und hört mit dem Rühren auf. 
Im nächsten Moment (das Ganze 
hat knapp eine Minute gedauert) 
wird die Masse glänzend: Das 
Omelett ist fertig. Nun an der 
Stielseite die Pfanne hoch und 
das Omelett mit einer Gabel auf 
einen heißen Teller rollen. Ser- 
vieren. 


Merke: Beim Omelett muß 
alles bereit sein, die Zutaten, das 
Geshirr und die Gäste. Man 
kann immer nur ein ÖOmelett 
gleichzeitig machen. 


Garnierung: Tomaten, Brun- 
nenkresse und Spargel. Lieber 
das Omelett mit Kräutern, Käse 
oder Pilzen bestreuen, als diese 
Zutaten in die Eimasse geben. 
Die Gefahr des Anhängens wird 
sofort ganz groß. 

Aus Mr. Stanish’s Omelett- 
buch, für dessen Verbreitung 
Edward Albee („Wer hat Angst 
vor Virginia Woolf?“) sich so 
einsetzte, daß es ein Bestseller 
wurde (Albee hat durch Stanish 
kein Angst vor Omeletten mehr) 
pickte ich mir diesen Leckerbis- 
sen heraus: 

Kaviar-Omelett: Das Omelett 
wie gelernt servieren, mit schar- 
fem Messer der Länge nach ein- 
schneiden und in diesen Schnitt 
einen EBlöffel Kaviar (es darf 
auch roter sein!) und 2 EBlöffel 
sauren Rahm geben. Mit gehack- 
tem Dill bestreuen. Ganz an- 
dächtig essen. 














Für die Auffindung des überall auf der Welt gesuchten 
echten Schweizer Emmentalers und seines Landsmannes Greyerzer 
wurde eine Belohnung von 5000 DM ausgesetzt. Die Bevölkerung wird 
dringend gebeten, sich an der Suche zu beteiligen. 


Echter Schweizer 


Emmentaler 
SWITZERLAND 


Schweizer Emmentaler. 80 bis 90 cm groß. 80 bis 
100 kg schwer. Kirschgroße Löcher. Mild und nuß- 
artig im Geschmack. Besonderes Kennzeichen: 
Er trägt auf seinem Laib den roten Stempel 
SWITZERLAND. 


Immer häufiger werden die beiden in vorverpack- 
ten Stücken und in vorverpackten Scheiben ge- 
sehen. Besondere Kennzeichen: Rotes Etikett beim 
Emmentaler. Blaues Etikett beim Greyerzer. 


Echter Schweizer 


Greyerzer 


SWITZERLAND 


Schweizer Greyerzer. Ca. 60 cm groß. 40 bis 45 kg 
schwer. Erbsengroße Löcher. Feinwürzig im Ge- 
schmack. Besonderes Kennzeichen: Er trägt auf 
seinem Laib den roten Stempel SWITZERLAND. 


Vorsicht! 


Der echte Schweizer Emmentaler wird 
häufig mit ähnlich aussehenden, jedoch nicht aus 
der Schweiz stammenden Käsen verwechselt! 


Helfen Sie mit! 
gaben zu machen: 
1. Name und Anschrift der Geschäfte, in denen Sie echten 
Schweizer Emmentaler, Greyerzer oder beide gefunden 
haben. 

2. An vielen Geschäften ist ein Schild angebracht: „Wir 
führen echten Schweizer Emmentaler SWITZERLAND”. 
Darauf steht eine Nummer, die Sie uns bitte auch nennen 
wolten. Wenn kein Schild vorhanden ist, genügt die An- 
schrift des betreffenden Geschäftes. 

3. Benutzen Sie für Ihre Einsendungen die vorgedruck- 
ten Teilnahmescheine, die Sie in Ihrem Lebensmittelge- 
schäft vorfinden, oder eine 20-Pfennig-Postkarte. 


Sie brauchen uns nur folgende An- 


4. Jeder Teilnehmer darf pro Geschäft nur eine Karte 
einsenden. Zu gewinnen sind: 1x5000DM und 2x2000DM 
in bar sowie weitere 297 attraktive Preise. Jeder Teil- 
nehmer kann nur einmal gewinnen. Wenn Sie aber das 
Pech haben, nichts weiter zu gewinnen als die Bekannt- 
schaft mit den beiden Echten, dann haben Sie schon 
viel gewonnen, Sie Glückspilz! 


Einsendeschluß ist der 12. Oktober 1968 

(Datum des Poststempels). 

Die Gewinner des Preisausschreibens werden unter Auf- 
sicht eines Rechtsanwalts ermittelt. Der Rechtsweg 

ist ausgeschlossen. 


Schweizerische Käseunion AG, Preisausschreiben, Deutschlandbüro, 8 München 27, Postabholfach 


Ss, 
SWITZERLAND £f 


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99.- Nr. 85-022-2 Modell ELGA. Jugendliches türkisfarbenes Jerseykleid 
aus 100% reiner SCHURWOLLE mit Wollsiegel, gefüttert. In Größen 36-46. 


69.- Nr. 85-024-8 Modell ETONA. Sportliches Jerseykleid aus DOLAN. 
Aparte, beige/türkisfarbene Jacquardmusterung, Montagegürtel. Gr. 36— 46. 


149.- Nr. 86-373-8 Mod. CANNES. Kostüm, Orig. Chanel-Tweed, 90% WOLLE, 
10% andere Fasern (Tissus Surgers, France). In marine/rot/ecrü, Gr. 36—44. 


147.- Nr. 86-374-6 Modell CHANEL. Taftgefüttertes Chanel-Kostüm aus 
echtem Stritzel-Tweed (reine SCHURWOLLE mit Wollsiegel), Größen 36— 46. 


Cannes 
149. — 


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lität und Verarbeitung erfüllt der ka- 
melfarbene Mantel aus 70% ALPA- 
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Fasern, echt Biberlamm, Kunstseidenduchessefutter, hellmarine, Größen 36 — 44. 
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Soll ich Stalin 
eins in die Fresse hauen ?« 


FORTSETZUNG VON SEITE 56 


fürchterlicher Lehrmeister der Poli- 
tik. 

Das allereindrucksvollste an ihm 
aber war seine unerhörte, diaboli- 
sche Geschicklichkeit. Einen größe- 
ren Meister in der Kunst der Tak- 
tik hat es in der Neuzeit nicht gege- 
ben. Die unauffällige, ruhige Fassa- 
de, so unschuldsvoll entwaffnend 
wie der erste Zug eines Schachwelt- 
meisters, war Teil dieser genialen, 
beängstigenden taktischen Überle- 
genheit. 

Kollegen, die ihn öfter sahen als 
ich, haben berichtet, daß sie gele- 
gentlich auch andere Seiten an ihm 
beobachten konnten: das Aufleuch- 
ten der gelben Augen in einem An- 
fall von Wut und Drohung, wenn 
er sich zwischendurch an irgend- 
einen unglückseligen Untergebenen 
wandte; die teuflische Freude am 
Quälen, die bei den großen Diplo- 
maten-Essen der Kriegszeit aus den 
höhnischen Trinksprüchen klang, 
mit denen er seine Untergebenen in 
Anwesenheit der Ausländer demü- 
tigte, nur um seine Macht über sie 
zu zeigen. 

Ich selbst habe solche Dinge nicht 
erlebt. Als ich ihm zum erstenmal 
begegnete, war ich indessen schon 
lange genug in Rußland, um einiger- 
maßen Bescheid zu wissen. Aber 
ich zweifelte während meiner Be- 
suche nie einen Augenblick daran, 
daß ich einen der bedeutendsten 
Männer dieser Erde vor mir hatte — 
groß vor allem im Bösen, wenn man 
so will: unbarmherzig, schamlos, 
gerissen, unendlich gefährlich; und 
bei alledem: einen der wahrhaft 
Großen unserer Epoche. 


Berlin, März 1949 


Im März 1949 unternahm ich kurze 
Reisen nach Berlin, Frankfurt und 
Hamburg, um meine Eindrücke 
vom besetzten Deutschland aufzu- 
frischen. In Berlin kam ich, natür- 
lich mit einem Flugzeug der Luft- 
brücke, am Abend des 12. März an. 
Durch dunkle, verlassene Straßen 
fuhr ich zum Harnack-Haus, das da- 
mals ein Club- und Gästehaus der 
Amerikaner war. Die Stadt wirkte 
tot — ein Gespenst ihrer selbst. 


Das hellerleuchtete Harnack-Haus 
ragte aus der Dunkelheit wie eine 
grelle Spelunke, die in einer schläf- 
rigen Provinzstadt zu lange geöff- 
net hält. Es war Samstag abend. Mit 
den Lichtstrahlen sickerte Tanzmu- 
sik aus den Fenstern. Autos park- 
ten in langer Reihe auf der Straße, 
und die deutschen Chauffeure, die 
in der kalten Nachtluft murmelnd 
auf- und abstampften, erinnerten 
fatal an die pelzvermummten rus- 
sischen Kutscher, die anno dazumal 
vor den Nachtlokalen von Peters- 
burg und Moskau auf ihre Herren 
warteten. 


Später machte ich einen langen 
Spaziergang. Dies war einmal das 
vornehme Villenviertel Dahlem. Die 
Villen standen stumm, dunkel und 
kalt. Wenn Deutsche noch in ihnen 
wohnten, so kampierten sie darin 
wie einst die Barbaren in den Pa- 
lästen von Italien. 

In dieser Nacht konnte ich nicht 
schlafen. 

Die schäbigen Wagen der ersten 
Untergrundbahn ratterten über die 
nahe Rampe ans Tageslicht, und 
am Himmel über dem blockierten 

_— 


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noch besser, den Besuch unseres beratenden Mitarbeiters! 











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Der neue 


Großschaden- 
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deckt alle Operations- und 
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Behandlung in der 1., 2. oder 

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Ein 45jähriger Mann zahlt dafür monatlich 16.70 DM 
Eine Familie (Mann 24, Frau 23, 
1 Kind 2 Jahre) zahlt dafür monatlich 34.20DM 
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2 Kinder 3 u. 7 Jahre) zahlt dafür monatlich 60 DM 


Die Pflegekosten (Bett und Verpflegung) 
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Soll ich Stalin 
eins in die Fresse hauen ?: 


FORTSETZUNG VON SEITE 99 


Berlin zeigte sich die Dämmerung 
eines grauen, feuchten März-Sonn- 
tags. 

Am folgenden Nachmittag lud ein 
Freund mich in seine Wohnung ein, 
wo ich den Westberliner Bürger- 
meister Ernst Reuter treffen sollte. 
Wir holten Reuter in seinem Haus 
am Wannsee ab und fuhren mit 
ihm zu meinem Freund nach Dah- 
lem. Ich hatte ihn nie zuvor gese- 
hen. Er war ein massiger Mann, 
glattrasiert, mit hängenden Backen 
und den blauen Ringen der Über- 
müdung unter den Augen. Er war 
gerade erst von einer Sitzung des 
Parlamentarischen Rats in Bonn zu- 
rückgekehrt. 

Wir saßen in der Fensternische 
des Wohnzimmers und tranken 
Tee. Vor dem Fenster ragten hoch 
und kerzengrade einige Kiefern aus 
dem Schnee und überwachten un- 
ser Gespräch mit düsterer Würde. 

Ja, sie hielten die Stellung hier in 
Berlin, sagte Reuter. Es sei jetzt die 
schlimmste Zeit des Jahres. Die 
Versorgung mit frischem Obst und 
Gemüse sei auf dem jährlichen Tief- 
punkt angelangt. Die Grippe gras- 
siere. Aber solange wir Amerikaner 
die Entschlossenheit zeigten, zu 
bleiben, werde die Moral gut 
bleiben. 

Westdeutschland? Die Jugend sei 
in Ordnung; nur in den Älteren 
habe die Nazi-Gesinnung noch ein 
Übergewicht. Die Jugend sei skep- 
tisch und gegenüber den Führern 
der neuen Parteien mißtrauisch. Er 
könne ihr daraus keinen Vorwurf 
machen. Die Politiker hätten zu lan- 
ge in dem Vakuum gelebt, das aus 
dem Fehlen von Verantwortung 
entstehe. Nur indem man ihnen 
Verantwortung übertrage, könnten 
sie mit beiden Füßen auf die Erde 
kommen. Deshalb sei irgendeine 
Art deutscher Regierung nötig, je 
eher, desto besser. 

Auf keinen Fall aber, sagte Reu- 
ter fast bettelnd, sollten wir die 
Deutschen wieder bewaffnen. Ich 
versicherte ihm, daß wir keine der- 
artige Absicht hätten, aber ich 
konnte ihn nicht überzeugen. 

Es war dunkel geworden. Reuter 
ging. Sein Platz wurde von Ameri- 
kanern eingenommen, die zum 
Abendessen kamen. Mit ihrer An- 
kunft ging das Gespräch auf das 
übliche Geplauder und Geschwätz 
unter Auslandsamerikanern über. 
Vergessen waren die Ruinen drau- 
Ben, vergessen die zweieinhalb Mil- 
lionen Menschen, die in Not und 
Unsicherheit in dieser Stadt lebten, 
vergessen die großen Flugzeuge, 
deren Motoren wir in exakten Ab- 
ständen von drei Minuten durch 
den Regen brummen hörten. 

Ich wunderte mich über die un- 
erschütterliche Zähigkeit der gesell- 
schaftlichen Umgangsformen von 
uns Angelsachsen, und ich stellte 
mir verzweifelt die Frage: Wie viele 
Katastrophen müssen noch gesche- 
hen, wie viele Städte noch zer- 
schmettert werden, wieviel schreck- 
licher müssen die sichtbaren Bewei- 
se für Leid und Grausamkeit auf 
Erden werden — bis wir Amerika- 
ner aufhören, einander Drinks zu 
servieren und ganze Abende lang 
über die Preise von Antiquitäten, 
den Ärger mit den Dienstboten und 
die dürftige Auswahl an Schön- 
heitsutensilien in den PX-Läden zu 
schwätzen? = 


Nr. 35 vom 1. September 1968 





B:; heißt der Junge, der aus dem 
Waisenhaus fortgelaufen ist. Die 
Kinder haben ihn gefunden, und er 
sagt ihnen, daß er nach Afrika will. 
Dafür braucht er Geld. Die Kinder 
überlegen, wie sie ihm helfen kön- 
nen. Er erzählt ihnen wunderliche Din- 
ge über seine Mutter. Und als er nach 
den andern Kindern im Waisenhaus 
gefragt wird, antwortet er: „Aber ich 
war doch da oben das einzige Kind!“ 


E' ist ein Spinner!“ sagte Jamp 
später zu den anderen. „Oder 
glaubt ihr, was er erzählt?“ 

„Ich weiß nicht“, meinte Hans- 
Peter. „Er ist jedenfalls ein un- 
angenehmer Bursche.“ 

Tingi schwieg. Seine Mutter ist 
eine russische Prinzessin, dachte 
sie. Aber sie hat ihn nicht lieb. 

„Wir müssen ihm helfen, daß er 
fortkommt“, begann Jamp wieder. 
„Wenn er zehn Mark hätte, könnte 
er sich tagelang Brötchen kaufen. 
Zuerst muß er in die Stadt, und 
dann kann er ja Autos anhalten.“ 

„Klar“, sagte Hans-Peter. „Und 
wenn er den großen Hafen erreicht 
hat, soll er sehen, wie er ins Schiff 
kommt. Ich kann mir nicht vor- 
stellen, daß man blinde Passagiere 
verhungern läßt.“ 

Plötzlich erschien ihnen alles 
ganz einfach. 

„Aber wir haben keine zehn 
Mark“, erinnerte da Tingi. 

Und schon sah die Sache wieder 
anders aus. 

„Wo steckt ihr eigentlich immer?“ 





stern 


chen 


Kinder haben sternchen gern 
sternchen ist das Kind vom stern 





fragte Jampus, der vor seinem Haus 





GINA RUCK-PAUQUET 


Der Junge 


saß, um ein wenig Luft zu schnap- 
pen. „Man sieht euch ja gar nicht 
mehr.“ 

„Wir sind jetzt oft da hinten“, 
antwortete Jamp, und seine Hand 


mit der goldenen Trompete —_ recht unbestimmten 


Ist Boris ein Spinner? 


„Wir wollen nicht stören“, warf 
Hans-Peter ein. 





„Wieso?“ fragte Jampus. „Was 
macht ihr denn?“ 

„Wir singen“, erklärte Tingi 
rasch. 

Jampus machte große Augen. 
„Oh, dann komme ich aber mal 
raus und höre euch zu.“ 

„Ja“, meinte Jamp. „Aber komm 
lieber noch nicht. Wir üben nämlich 
erst.“ 

„Wenn wir die Lieder können, 
singen wir sie allen Leuten vor“, 
sagte Tingi. „Das soll eine Über- 





Der Blitz machte für Sekunden die Nacht hell. Und Tingi sa 
im alten Boot mit einer goldenen Trompete ZEICHNUNG: DIETE 


raschung sein.“ 

Hans-Peter trat ihr auf den Fuß. 
Aber Jamp hatte einen Einfall. 

„Glaubst du“, fragte er seinen 
Vater, „daß wir dann Eintritt neh- 
men können?“ 

Jampus lachte. 

„Meinetwegen!“ sagte er. „Habt 
ihr eigentlich keine Spur von dem 
Burschen gefunden, der aus dem 
Waisenhaus fortgelaufen ist?“ fiel 
es ihm dann ein. „Der Vorsteher 
sucht ihn immer noch verzweifelt.“ 


. „Was ist denn das für ein Junge?“ 
h Boris fragte Hans-Peter. 
R LANGE „Ach“, Jampus streckte seine lan- 





Nachdem der Roboter aus der Pyramide Jimmy das Gummipferd Die Amphibienmenschen flüchten, als sie 


seinen Auftrag erfüllt hat: den Staudamm das Tosen des herabstürzenden Wassers 
zu sprengen, steht sein Mechanismus still. erdacht und aufgezeichnet von Roland Kohlsaat hören. Auf Julio kommt eine Flutwelle zu 


Die beiden werden EEE ef Der tote Pharao hat #2 
„_—! herumgewirbelt 7 A \ sein Grab also doch X 

und vom Sog unter eg noch geschützt. 

Wasser gezogen. EU 


Aber Jimmy ist wie Ä & ’ & 


ein Gummiball. Er 
_\, überwindet alle 

Strudel. Dann hat 

die Brandung die 


| Rascher als gedacht .... 


| wird Julio von der - \ ; x N FE < 
“| Welle erfaßt. Er kann Zr ä Be) Ne Nm I — a8 ee; 
| a 4 . Strömung reißt sie Im Dämmerlicht sieht Julio noch einmal die Silhouett 
| y gen. immer weiter. der Pyramide. Der tote Pharao hatte endlich gesiegt. 








) 





ı Dann ist es soweit. In der 
. \ Ferne kocht das Wasser. - en a - a —— 
Julio und Jimmy waren nun den wilden Wassermassen >| Kirchturmhohe Fontänen Mitten hinein reißt es Julio und Jimmy. Im nächsten 
ausgeliefert. Irgendwo mußten die Fluten gegen Felsen < — steigen nach allen Seiten. Augenblick ist nur noch Schaum um sie. Gegen diese 
donnern und die beiden unabwendbar zerschmettern. = B=7.55° 1 Das ist die Hölle. Urgewalt ist nicht anzukommen. Fortsetzung folgt 


— 














stern ı0 







































Bild mit einer Num- 
mer gehört ein Bild 
mit einem Buchstaben. 
Setze die Bilder richtig zu- 
sammen und schreibe die da- 
beistehenden Buchstaben in 
der Reihenfolge von 1 bis 6 
in die Kästchen unten. Zu- 


diese Buchstaben das 
Lösungswort 


Das Lösungswort bezeichnet etwas, das wir für 
alle möglichen Arbeiten stets an der Hand haben 






Schreibe das Lösungswort auf eine Postkarte und 
schicke sie bitte bis zum 16. September 1968 an 
das sternchen, 2000 Hamburg 100, „Bilder-Lotto“ 





Auflösung aus Heft 31: Freude. 1. Preis: Kirsten 
Höhne, Bremerhaven. 2. Bernd Kost, Stöckheim. 
3. Klaus Rödel, Ismaning. 4. Karin Clever, Krefeld. 
Die übrigen Gewinner sind benachrichtigt worden 
ZEICHNUNGEN VON HANS JÜRGEN PRESS 


ein Germania Hauszelt mit zwei Luft- 
matratzen und zwei Schlafsäcken 

2. Preis 

ein Goldrad-Sportfahrrad 

3.-10. Preis 

je eine Kodak-Instamatic-Fotoausrüstung 
11.-20. Preis 

je ein Stabilbaukasten 

21.-30. Preis 

je ein Schüler-Schreibetui 

31.-50. Preis 

je ein Buch: „Spiel— das Wissen schafft“ 
51.-55. Preis 

je ein Buch: „Die Abenteuer des Huckle- 
berry Finn“ 

56.-75. Preis 

je ein Taschenbuch: „Die Abenteuer der 
Schwarzen Hand“ 


Doch nicht jeder Bürger lacht, 
wenn man ihn so sauber macht. 


Und der brave schwarze Mann 
kommt bei ihnen gratis dran. 


Paul und Reinhold zaubern keck 
allen alle Flecke weg. 


stern 


DerJungemitdergoldenen Trompete 


gen Beine aus, „er soll nicht ganz 
richtig im Kopf sein. Was weiß ich!“ 

Die Kinder sahen sich bedeu- 
tungsvoll an. 

„Heute ist Samstag“, erinnerte 
Jampus. „Dichterlesung bei Frau 
Punkt und Herrn Komma. Wascht 
euch die Ohren!“ 

Dann ging er ins Haus. 

„Ich bringe Boris noch Brot und 
Wurst“, sagte Hans-Peter. „Er will 
draußen im Boot schlafen.“ 

„Na ja“, meinte Jamp. „Ist ja 
schönes Wetter.“ 

Aber das stimmte nicht ganz. 
Noch hing zwar die Sonne wie ein 
blutroter Lampion über der Kirch- 
turmspitze, aber schon schob sich 
eine schwere Wolkenwand vor wie 
ein riesiges Maul. Gleich würde es 
sie verschlucken. 

Um acht trafen sich die Leute bei 
Frau Punkt und Herrn Komma. 
Dann saßen sie im Halbkreis und 
lauschten. Zuerst: las der Herr 
Komma eine Abenteuergeschichte. 

Sogar Samt und Seide waren ge- 
kommen. Sie hockten oben auf dem 
Schrank, und genau im spannend- 
sten Augenblick warfen sie eine 
Blumenvase um. Da lief Jampus 
das kalte Wasser in den Kragen, 
und die Gärtnerin lachte ihn aus. 

Die Frau Punkt las die Glüh- 
würmchengeschichte und noch aller- 
hand lustige Verse. Einer ging so: 

„Ein winzigkleines Känguruh, 

Das war entsetzlich eitel. 

Es trug vier rote Seidenschuh, 

Und füllte seinen Beutel 

Mit Blumen kunterbunt. 

Dann kam der Winter, und 

Das winzigkleine Kängereh, 

Das kriegte kalte Zehen. 

Es streute Blumen in den Schnee 

Und ward nicht mehr gesehen.“ 

Plötzlich hörte Tingi, daß es in 
der Ferne donnerte. Und obschon 
sie sich vor nächtlichen Gewittern 
noch mehr fürchtete als vor Ge- 
spenstern, mußte sie doch immerzu 
an Boris denken. Sie konnte ihm 
das Treibhaus aufschließen. So 
machte sie sich leise durch den 
Türspalt davon und rannte in die 
Dunkelheit hinaus. 

Als sie endlich hinter der Gärt- 
nerei atemlos anhielt, hörte sie den 
Zauberfisch. Wieder sang er wie 
an jenem Abend. Nein, er sang 
noch viel, viel schöner. Und sein 
Lied erklang vom alten Boot her. 
Tingi nahm all ihren Mut zusam- 
men und lief weiter. 

„Boris!“ rief sie. „Boris!“ 

Dann, als sie nahe genug heran- 
gekommen war, machte der Blitz 
für Sekunden die Nacht hell. Und 
Tingi sah Boris. Er saß auf dem 
Bootsrand und spielte auf einer 
goldenen Trompete. 


Fortsetzungimnächsten sfernchen 





Denn ein echter Schornsteinfeger, 
der will schwarz sein wie ein Neger. 








Brigitte bringt: 


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Lange Mäntel — 
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Zigeunerstil x Kleider mit passendem Schmuck x Samtkleider 
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Brigitte 


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Rendezvous mit wilden Tieren 


FORTSETZUNG VON SEITE 39 


pranke mit herausgestreckten Kral- 
len an meinem Kunstlöwen. Wie ich 
nachher feststelle, gibt das vier 
kleine Löcher. Die Luft, die heraus- 
strömt, riecht nicht gerade gut, denn 
wir haben das Tier mit den Abga- 
sen des Autos aufgeblasen. 

Mein Plastiklöwe schrumpelt 
ein, und nach zwölf Minuten zieht 
das ganze Löwenrudel uninteres- 
siert ab, ohne ihn weiter beschädigt 
zu haben. Die Löwen haben also 
meinen künstlichen Löwen grund- 
sätzlich so behandelt, als ob er ein 
richtiger wäre. Nun mag er zwar 
solch einer Großkatze ähnlich ge- 
sehen haben, ganz bestimmt aber 
hat er nicht das mindeste von 
Löwengeruc an sich. Freilich Lö- 
wen sind in erster Linie Augen- 
tiere, auch wenn ihr Geruchsver- 
mögen immer noch viel besser ist 
als das des Menschen. Wie aber 
werden sich Wildtiere verhalten, 
die schlecht sehen, dagegen sehr gut 
riechen können? 

Ich wollte es mit Elefanten pro- 
bieren. Seit kurzem bin ich glück- 
licher Besitzer einer lebensgroßen 
Dickhäuternachbildung. Fast zwei 
Jahre lang hatte ich mich in Deutsch- 
land bei den einschlägigen Fabri- 
kanten um diese Sonderanfertigung 
bemüht. Dann endlich erbarmte sich 


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meiner die Nürnberger Gummi- und 
Plastikwarenfabrik. Und jetzt lag 
das Riesentier kleingefaltet wie der 
Geist in der Flasche in einem Kar- 
ton hinter meinem Sitz. Ich fuhr zu 
Ian Douglas Hamilton. 


Hamilton ist ein junger britischer 
Biologe, der seit zwei Jahren Ele- 
fantenforschungen in den abge- 
legenen Teilen des Manyara-Natio- 
nalparks in Tansania betreibt. Ein 
Nashorn hat schon einmal auf ihm 
herumgetrampelt, ein Elefant sei- 
nen Wagen durchbohrt, aber trotz- 
dem hat er keine Angst vor gro- 
den Tieren. 


Wir pumpen den Elefanten mit 
dem Autoauspuff auf. Zwei Stun- 
den dauert das nur, während die 
üblichen kleinen elektrischen Pum- 
pen dazu 24 Stunden benötigen 
würden. 

Ian Hamilton stülpt sich die Vor- 
derbeine des aufgeblasenen Riesen- 
tieres einfach auf die Schultern, und 
dann begibt sich dieser ungewöhn- 
lich helle Elefant ein wenig zögernd 
in den Busch hinein, genau auf eine 
Elefantenherde zu. Die wilden 
Dickhäuter interessieren sich sicht- 
lich für den Neuling. Sie spreizen 
die Ohren ab, sie prusten, stellen 
die Schwänze auf und kommen im- 
mer näher. Dann aber macht einer 


Bandscheibenbeschwerden ? 


Japaner entdeckten neues Heilmittel! 


Der typische Bandscheibenschaden 
äußert sich in heftigen Schmerzen, 





deutschen Heilmittel 
ausgewertet. 


nach dem anderen kehrt und ver- 
schwindet lautlos im Grünen. 

Fünfmal machen wir den gleichen 
Versuch — immer mit dem gleichen 
Ergebnis. Die Tiere sind interes- 
siert, kommen näher, bedrohen den 
fremden Elefanten sogar, trauen 
der Sache dann aber nicht und lau- 
fen davon. Vielleicht liegt es dar- 
an, daß unser Luftelefant viel hel- 
ler ist als seine Vettern? 

Wir suchen ein Schlammloc, in 
dem sich Kaffernbüffel und Nashör- 
ner zu suhlen pflegen. Es ist zäher, 
klebriger,kohlenschwarzerSchlamm, 
und er riecht nicht gerade gut. Wir 
salben unseren Riesen von der 
Rüssel- bis zur Schwanzspitze da- 
mit ein; er sieht sofort viel echter 
und zünftiger aus. 





Den Elefanten 
sinkt der Mut 


Am nächsten Tag schleppt Hamil- 
ton unseren schmutzüberkrusteten 
Luftelefanten wieder in den Busch. 
Jetzt sind zwei Bullen ernstlich an 
ihm interessiert. Sie wollen sich 
offenbar sogar mit ihm anlegen, 
kommen jetzt viel näher heran, in 
keineswegs freundlicher Haltung, 
aber im letzten Augenblick schwin- 
det auch ihnen der Mut, und sie 
rennen schließlich im vollen Lauf 
davon. Nie haben wir einen wilden 
Elefanten dazu bewegen können, 


MALINERT 
Nach Einnahme der 


unseren nachgemachten auch nur 
mit dem Rüssel zu betasten. Sind 
Elefanten zu klug — oder zu feige? 


Unsere dritte Versuchsreihe gilt 
den Nashörnern. Jetzt aber möchte 
ich gern die Rollen tauschen: Die 
anderen sollen filmen und protokol- 
lieren, und ich selbst will mich mit 
meinem aufgeblasenen Rhinozeros 
unter die wilden wagen. Schließ- 
lich muß man sich von Zeit zu Zeit 
selbst beweisen, daß man kein 
Angsthase ist. 

Wir sind fast allein mit den wil- 
den Tieren im Ngorongoro, dem mit 
dreihundert Quadratkilometern 
sechstgrößten Krater der Erde, wo 
auf den weiten grünen Flächen mehr 
als 25 000 Großtiere leben. 


Auf einer kahlen Fläche sehen 
wir ein ruhendes Nashorn. Es 
schläft, und Nashörner haben einen 
gesunden, tiefen Schlaf. Sie können 
recht unwillig werden, wenn man 
sie plötzlich weckt. Wenn man nicht 
im Wagen sitzt, sondern auf zwei 
Beinen nur etwas Plastikhaut 
mit viel Luft darin vor sich her- 
schleppt, benimmt man sich gegen- 
über einem Nashorn schon sehr höf- 
lich. Deswegen rufe ich es schon aus 
großem Abstand an und werfe 
Steine in seine Nähe. 

Bald hebt das Tier die Ohren, 
den Kopf, und steht gemächlich auf. 
Es ist ein Bulle, und ich gehe lang- 
sam auf ihn zu, halte mich geduckt 
hinter dem Rücken meines Kunst- 





Befreien Sie sich 
von quälenden 


die je nach der betroffenen Wirbel- 
gegend in den Nacken, die Schultern, 
den Rücken oder in das Kreuz aus- 
strahlen. Diese Krankheit unserer 
Zeit bringt es mit sich, daß heute 
schon jeder zweite Berufstätige zwi- 
schen 20 und 60 Jahren an den Fol- 
gen der Überbelastung seiner Wir- 
belsäule leidet. 

Japaner entdeckten eine neue, dem 
natürlichen Vitamin B nahestehende 
Substanz, die besonders in den 
Nervenzellen eine schmerzstillende, 
heilende Wirkung entfaltet. Die da- 
mit gewonnenen internationalen 
Erfahrungen wurden in dem neuen 





MALINERT-Dragees kommt es da- 
her oft schlagartig zum Verschwin- 
den der heftigen Schmerzen, selbst 
wenn diese schon jahrelang bestan- 
den und erfolglos behandelt worden 
waren. 


Zur direkten Behandlung der be- 
fallenen Körperpartien empfiehlt 
sich die Anwendung der hochaktiven 
MALINERT-Salbe. 


Nutzen Sie die modernen Er- 
kenntnisse der Wissenschaft, um 
mit MALINERT die so peinigen- 
den Bandscheibenbeschwerden 
und Rückenschmerzen zu beseiti- 
gen! 





Blähungen! 


Blähungen sind ungewöhnlich weit verbrei- 
tet. Sie können durch Luftschlucken, ge- 
störte Verdauungsvorgänge oder aber durch 
Stauungen im Leib entstehen. Die typischen 
Beschwerden reichen dabei vom schnüren- 
den Herzstechen über drückende Magen- 
völle bis zu peinigenden Leibschmerzen und 
Spannungen. 


Bei den so quälenden Blähungen schafft das 
moderne Heilmittel ELUGAN rasche Ab- 
hilfe. 


Weltweite Untersuchungen zeigten, daß bei 
Blähungsbeschwerden die Luft im Leib 
nicht in freier Form vorliegt, sondern in 
einem trägen Schaumknäuel eingehüllt ist. 
Die Gase können deshalb nicht mehr zur 
Aufnahme durch die Darmwand gelangen 


Kalte Beine - eine Qual! 


Der so häufige Steh- und Sitzberuf 
trägt vorwiegend die Schuld an der 
weiten Verbreitung der Kreislauf- 
und Durchblutungsstörungen. Heute 
klagt schon jeder zehnte über Herz- 
beklemmungen, bleierne Schwere und 
Stauungen mit müden, schmerzenden 
Beinen. Vielfach stehen auch das lästige 
Ameisenkribbeln oder nächtliche Wa- 
denkrämpfe im Vordergrund. 

Hier hilft VENODRAG oft erstaunlich 
schnell. 

VENODRAG-Dragees enthalten näm- 
lich eine vielbeachtete und weltweit 
erfolgreich verwendete Substanz. Unter 
deren Einwirkung kommt es zur spür- 
baren Anregung der Blutzirkulation, 
zur Steigerung der Herzkraft sowie 
auffälligen Ausscheidung der an- 
gesammelten Körperschlacken. Weiter- 


104stern 


hin werden die Adern gekräftigt 
und mit frischem Sauerstoff versorgt. 
Neben den Dragees verwendet man — 
vor allem bei den so schmerzhaften 
Beinleiden — zusätzlich die VENO- 
DRAG-Salbe, die hochwirksam ist, 
gleichzeitig aber einen fast kosmeti- 
schen Duft besitzt. 


Die durch VENODRAG auf breiter 
Front aktiv werdenden Heilkräfte 
führen zu einem rasch wiederkehren- 
den Gefühl der kräftigen Durchblu- 
tung und einer geradezu belebenden 
Beschwingtheit. Der spürbare thera- 
peutische Erfolg beweist, daß die 
VENODRACG-Heilmittel die so be- 
lastenden Beinleiden und Kreislauf- 
störungen von Grund auf beeinflussen. 





ab. 


schnell 


und werden gestaut. Der im ELUGAN ent- 
haltene, praktisch unschädliche Wirkstoff 
läßt diese schleimigen Blasen -sekunden- 
zerfallen. Die freie Luft kann 
deshalb wieder durch die Darmzellen auf- 
genommen werden oder auf natürlichem 
Wege entweichen. Die im ELUGAN zusätz- 
lich noch verwendeten Fermente fördern 
nachhaltig die Verdauung. Die ELUGAN- 
Wirkung äußert sich in einem rasch auf- 
tretenden Gefühl der Erleichterung, vor 
allem aber in dem Verschwinden des so 
lästigen „Aufgeblähtseins“. Auch die durch 
die gestauten Gase bedingten Herz- und 
Kreislaufbeschwerden klingen kurzfristig 





MALINERT - VENODRAG - ELUGAN sind 
in allen Apotheken rezeptfrei erhältlich. 


nashorns, damit das richtige mich 
nicht entdeckt. 

Nashörner sehen recht schlecht, 
das weiß ich. Wenn etwa ein Bulle 
einem Weibchen folgt, geht er nicht 
schnurstracks auf sie zu, sondern 
schnüffelt sich auch auf offener 
Ebene an ihrer gewundenen Spur 
entlang. Wegen ihres schlechten 
Sehvermögens greifen Nashörner 
leicht an. Sie sehen nicht, was sie 
da vor sich haben, stürmen auf den 
vagen Umriß zu, halten aber mei- 
stens kurz davor an oder rennen 
dicht daran vorbei. Aber natürlich 
weiß man nie ganz sicher, was ein 
wildes Nashorn wirklich tun wird. 


Der Nashornbulle 
ist blind vor Eifersucht 


Mein Nashornbulle kommt lang- 
sam näher und wird immer erreg- 
ter. Das merkt man leicht: Das 
Schwänzlein geht hoch, er schnaubt, 
hebt und senkt den Kopf, läuft ein 
paar Schritte auf mich und mein 
Luftnashorn zu, weicht dann wieder 
zurück. Er beginnt richtig zu tän- 
zeln, genau wie es zwei Nashorn- 
bullen tun, die sich unbekannter- 
weise treffen. Einer will den ande- 
ren einschüchtern, jeder hofft, der 
andere werde abdrehen und davon- 
laufen. Doch den Gefallen tun wir 
unserem Gegner nicht. Er wird 
immer mutiger, aber wenn er zu 
nahe herankommt, brauche ich nur 
mein Rhinozeros etwas anzuheben 
und zu bewegen, schon sinkt dem 
Angreifer der Mut, und er zieht 
sich wieder zurück. 

Ich komme mir vor wie ein 
Torero in der Arena. Das Tänzel- 
spiel mit dem Nashornbullen macht 
mir Spaß, und ich vergesse ganz, 
daß mich nur Luft und ein bißchen 
Plastikhaut von ihm trennen. Ich 
richte mich sogar aus meiner ge- 
bückten Stellung auf, stehe jetzt 
aufrecht hinter meinem Riesenspiel- 
zeug, doch das wilde Nashorn 
nimmt das nicht wahr. Auch daß 
mein Tier gar nicht nach Nashorn 
riecht, nimmt er nicht zur Kenntnis. 
Er ist viel zu eifersüchtig. 

Aber er greift auch nicht ernst- 
lich an. Nur einmal berührt sein 
Horn den Kopf meines Kunsthorns, 
und ich habe schon Ansst, daß er 
merkt, wie weich der Schwindel 
ist. Aber nichts dergleichen. Ich 
hätte noch stundenlang mit dem 
wilden Bullen umeinanderherum- 
tänzeln können, und da das Spiel 
mir allmählich langweilig wird, 
ziehe ich mich zu meinem Gefähr- 
ten im Wagen zurück. Ich muß 
rückwärts gehen und den Kopf 
meines Nashorns dem andern immer 
zugewandt halten. Würde ich mich 
umdrehen, so könnte das der Bulle 
als Zeichen der Angst und einer 
Niederlage ansehen und mich von 
hinten berennen. So aber geht er 
erst zu der Stelle, wo ich eben ge- 
standen habe, und beschnüffelt 
interessiert den Boden. Dann folgt 
er langsam meiner Spur, mit der 
Nase stets dicht am Boden. Schließ- 
lich bleibt er endgültig stehen — und 
läßt einen wahren Wasserfall ab, 
gerade auf meine Spur. = 


3/68 F 


MARS SCHOKOLADENVERTRIEB GMBH DÜSSELDORF AT un. 








stern|o 


ln 
unserer Ehe 


war was los! »» 





Frauen können nicht logisch denken, heißt es immer. Helga von W. muß es können, 
recht erfolgreiche sogar. Frauen, die logisch denken können, sind aber nicht weiblich, 
von W. ist ganz und gar weiblich. Sie hat ein gutgeratenes Kind, nimmt die Liebe 


überhaupt eine fabelhafte Person. Nur 
Journalisten heute noch, wenn die vitale 


HELGA v. W.: Nun löchern 
Sie mich schon zum zweiten- 
mal mit der Frage, woran 
meine Ehe kaputtgegangen 
ist. Erwarten Sie wirklich, daß 
ich Ihnen das in drei Worten 
erkläre? Seien’s mir net bös, 
aber das find’ ich vermessen! 
Was weiß man denn selber, 
wenn man mitten drin 
steckt... Das heißt, ich wüßt’s 
schon... Wissen's was? 
Wenn Sie mal einen Monat 
Zeit haben, und ich hab’ zu- 
fällig auch gerade einen Mo- 
nat Zeit, dann tun wir uns 
zusammen, und ich werd’ ver- 
suchen, Ihnen das Ganze aus- 
einanderzudröseln, wenn das 
langt, ja? 


O je! Diese Frau ist ein 
Brocken! Sie ist die mider- 
borstigste, kritischste, unbe- 
quemste von allen Geschie- 
denen, die ich bisher inter- 
viervt habe. Nach acht Ehejah- 
ren in München hatte sie sich 
zeitiweilig von ihrem Mann 
getrennt („der allerletzte Ver- 
such!“), aber das Experiment 
schlug fehl, aus der provisori- 
schen Trennung wurde eine 
endgültige. Jetzt lebt sie also 
seit fünf Jahren in Hamburg, 
drei davon geschieden. Wir 
essen auf dem Süllberg bei 
Blankenese zu Abend, in einer 
ungestörten Nische mit Blick 
auf die unten auf der Elbe 
vorbeiziehenden Schiffe. 
Helga v. W. trägt ein weißes, 
grobgehäkeltes Chanelkostüm 
mit blauroter Umrandung; sie 
hat breite Schultern, auffal- 
lend feingliedrige Hände und 
das Gesicht einer nach Nord- 
deutschland versprengten Ita- 
lienerin, die sich nach Hitze 
und starken Farben zurück- 
sehnt. 


106|stern 





Die 
geschiedene 
Frau 


Ein Bericht 
von 
Eva Windmöller 
5. Folge 


99 \Venn eine 
Ehe zum 
Teufel geht, 
bleibt die 
Schande 
an der Frau 
hängenge 


vielleicht bestünde ihre Ehe mit einem 
junge Frau gelegentlich nicht ganz so fa- 


STERN: Stellen wir die Frage 
anders: Was würden Sie 
heute nicht mehr machen, 
wenn Sie noch mal von vorn 
anfangen könnten? 


HELGA v. W.: Ah, ihr Jour- 
nalisten seid schrecklich! 
Erstens ist das eine ganz 
hypothetische Frage, Sie kön- 
nen nie mehr von vorn an- 
fangen, Gott sei Dank, möcht’ 
ich sagen. Die berühmte 
Wunschvorstellung: Noch mal 
zwanzig sein mit der Erfah- 
rung von heute? Grauenvol- 
ler Gedanke! Nein, nicht für 
mich, bitt’ schön! Zweitens 
machen Sie doch die gleichen 
Fehler immer und immer wie- 
der mit gelegentlichen Ab- 
wandlungen. Das Uhrwerk da 
drinnen können’s net ändern. 
Mit zunehmenden Jahren be- 
kommen Sie sich vielleicht ein 
bisserl besser in die Hand, 
das wär ja auch schon was. Es 
ist komisch, ich weiß nicht, 
warum, aber es ist so: Wenn 
in Deutschland eine Ehe zum 
Teufel geht, bleibt die Schande 
an der Frau hängen. Haben 
Sie darüber schon mal nach- 
gedacht? All meine Bekann- 
ten und Verwandten und so- 
gar meine Freunde haben mir 
hinterher erklärt: Du hast 
versagt. Wahrscheinlich aus 
dem Unterbewußtsein her- 
aus, eine Frau sollte sich am 
Ende doch lieber dreinschik- 
ken. Und wenn sie’s nicht ge- 
sagt haben, haben sie’s ge- 
dacht. 


STERN: Und wie denken Sie 
selbst darüber? 


HELGA v. W.: Ich denk’, daß 
ich ganz bestimmt... ha! 
Nein, so leicht kriegen’s mi 
net! Aber ich will Ihnen was 


anderes verraten. Außenste- 
hende können immer so wun- 
derschön über eine Ehe urtei- 
len, hinterher. Das war ja 
vorauszusehen, sagen sie und 
sind so klug, als hätten sie 
einen Spion unterm ehelichen 
Kopfkissen gehabt. Dabei 
wissen sie nichts, gar nichts! 
Die entscheidenden Dinge 
zwischen Mann und Frau 
spielen sich ohne Zeugen ab. 
Bei mir haben sie alle gesagt: 
Nach acht Jahren kam eine 
Krise, da hat sie ihre Koffer 
gepackt, und die Ehe war 
zum Teufel. So schaut das 
von außen aus. Keiner kommt 
auf die Idee, zu sagen: Alle 
Achtung, die beiden haben es 
immerhin acht Jahre mitein- 
ander ausgehalten! Stellen 
Sie sich vor, das sind bald 
dreitausend Tage und Nächte! 
Wo sie es doch bei Gott nicht 
leicht miteinander hatten. 


STERN: Auf die Gefahr hin, 
daß Sie mich für penetrant 
halten, aber dieses Gespräch 
bleibt ja anonym, wie Sie 
wissen. Wieso hatten Sie es 
nicht leicht miteinander? 


HELGA v. W.: Weil’s bei uns 
eine Leidenschaft war bis zum 
Schluß. Weil wir uns beide 
hundertprozentig reingewor- 
fen haben. Da war was los, 
kann ich Ihnen sagen, da 
hat's geknallt, vom ersten 
Tag an. Acht Jahre sind das 
Optimum dessen, was eine 
Leidenschaft aushält. Wenn 
ich sehe, was die Frauenzeit- 
schriften uns heute immer 
noch an Patentrezepten unter- 
jubeln, schüttelt's mich: Ehe 
ist Gewöhnung, die Liebe läßt 
natürlich nach, Hauptsache, 
Sie stellen ihm ein Röschen 
vor den Frühstücksteller. — 


sie ıst Anwältin, eine 
heißt es weiter. Helga 
sehr wichtig und ist 
„wei Jahre jüngeren 
belhaft gewesen wäre 


Himmel noch amal, wie kann 
man so harmlos sein! Die Be- 
ziehung zwischen Mann und 
Frau ist noch nie harmlos ge- 
wesen, die geht bis an den 
Rand der Existenz, jeden- 
falls für den, der sich ins 
Feuer begibt. Wer natürlich 
auf Sparflamme koct, hat 
länger was davon. Gehen Sie 
mir weg mit diesen Vor- 
sichtskrämern! Wir leben im 
aufregendsten Jahrhundert 
aller Zeiten, die Welt ist voll 
von Revolutionen, und aus 
der Häkelecke der Ehebera- 
tungtönt es immer noch: Zieh’ 
ein Gartenzäunchen um dich 
herum, Männer haben große 
Füße, sie achten nicht dar- 
auf, wohin sie treten. 


Frau v. W. zerlegt mit bemweg- 
lichen Händen den Fisch, träu- 
felt Zitrone darauf und be- 
streut ihn mit Petersilie, be- 
vor sie ihn mit Hingabe ver- 
speist. Sie spricht über die 
Ehe mit dem gleichen Engage- 
ment mie Melina Mercouri 
über Griechenland, echauf- 
fiert sich jedoch nicht im ge- 
ringsten dabei. Dies sind ab- 
geschlossene Erkenntnisse — 
aufgeregt hat sie sich vorher. 
Frau v. W. arbeitet für eine 
Maklerfirma und reist viel. 
Sie bemohnt eine Dreizim- 
mermohnung in einer alten 
Villa, durch deren vermwilder- 
ten Garten ein Alsterarm 
fließt. Auf dem Speicher hat 
sie teure Lederkoffer aus Rom 
stehen, alles selbstverdient. 
Geld bedeutet für sie, Stil 
zu haben — beziehungsweise, 
ihn sich leisten zu können. 


STERN: Wer hatte mehr Er- 

folg im Beruf, Sie oder Ihr 

Mann? 

HELGA v. W.: Ah, darauf 
_— 


NEU RANOL”; 


mit Zweiphasenwirkung 


Ranol flüssig ist mehr als ein vorbeugen- 
des Tonikum - Ranol flüssig istein echtes 
Venen-Therapeutikum von hohem Wert 


© durch seine neuartige Wirk- 
stoffkombination, 
© durch die hohe Konzentration 
der Wirkstoffe, 
© durch das Zweiphasen-System 
(Tages- und Nachtform). 
Beinleiden entstehen nicht von 
heute auf morgen. In der Regel 
liegt eine angeborene Venen- 
schwäche vor, die sich aber erst 
bemerkbar macht, wenn der 
Kreislauf besonderen Belastun- 
gen ausgesetzt ist. Es stellen sich 
Beschwerden ein, wie Schwere- 
gefühl in den Beinen, Anschwel- 
len von Knöcheln und Beinen, 
Kribbeln bis zu ziehenden 
Schmerzen usw. Besonders nach 
Schwangerschaften machen sich 
oft die so lästigen Krampfadern 
bemerkbar. Menschen mit diesen 
Beschwerden stellen häufig an 
sich fest, daß sie schnell ermüden, 
oft abgeschlagen und nervös sind 
— die bekannten Begleiterschei- 
nungen einer vorhandenen Durch- 
blutungsstörung. 


Ein wirksames Arzneimittel gegen Bein- 
leiden muß also in erster Linie die Durch- 
blutungsstörung beseitigen und gleich- 
zeitig die Venenwände stärken. 





fl \ 


Gesunde Beine durch RANOL 


Ranol flüssig tut dies - und noch mehr. 


Ranol flüssig 

@ verbessert die Herzleistung, 

@ steigert die Durchblutung, 

© fördert den Rückfluß des 
Venen-Blutes, 

@ vermindert so den Druck in 
den Venen, 

@ erhöht die Strömungsge- 
schwindigkeit des Blutes, 

© senkt die Gerinnungsneigung 
des Blutes, 

© sorgt für optimale Sauerstoff- 
versorgung der Gefäßwände, 

® strafft die Venenwände, 

@ wirkt schmerzstillend. 


Warum Zweiphasen-System ? 


Menschen mit Durchblutungs- 
störungen fühlen sich am Tage oft 


Das Venen- 
Therapeutikum 
mit hochaktivem 
Zweiphasen-System 
 (Tages- | 
“ und Nachtform) 





822/1 


müde und abgeschlagen; Nervo- 
sität und innere Unruhe führen 
häufig zu Schlafstörungen, die 
Abgeschlagenheit am nächsten 
Tag ist umso schlimmer. In die- 
sen gestörten Tag-Nacht-Rhyth- 
mus der Körperfunktionen greift 
Ranol flüssig regulierend ein. Die 
Tagesform von Ranol flüssig 
wirkt zusätzlich anregend und 
leistungssteigernd, die Nachtform 
dagegen beruhigend und schlaf- 
fördernd. 


Ranol flüssig 
hat eine spürbare Sofortwirkung 


Sofort nach der Einnahme von 
Ranol flüssig spüren Sie neue 
belebende, pulsierende Kraft 
durch die Adern strömen. Frische 
und Beschwingtheit lösen das 
Gefühl der Mattigkeit ab, ein 
deutliches Zeichen dafür, daß das 
Blut kräftiger durch die Adern 
pulst. Oft schon nach wenigen 
Tagen bessert sich das Schwere- 
gefühl in den Beinen. Ihre Beine 
scheinen leichter zu werden. 
Gehen und Stehen werden Ihnen 
weniger zu schaffen machen als 
zuvor. Die Schmerzen in den 
Krampfadern bessern sich, ein 
Fortschreiten von neuer Krampf- 
adernbildung wird gebremst. Sie 
können sich wieder Ihrer Beine 
freuen. 


Eine Neuheit zur äußeren Behandlung von Beinleiden RANOL-G=L 





Die Anwendung von Ranol-Gel wird zur Unterstützung der Behandlung mit Ranol flüs- 
sig besonders bei oberflächlichen Krampfadern empfohlen. Ranol-Gel hat eine neuartige 
hochwirksame Zusammensetzung, es verbessert die lokale Durchblutung. Ranol-Gel 
wirkt außerdem abschwellend und schmerzlindernd. Den spontanen Kühleffekt von 
Ranol-Gel werden Sie als besonders angenehm empfinden neben der Tatsache, daß 
diese neuartige Einreibung garantiert nicht klebt und nicht fettet. 


Beginnen Sie noch heute mit Ihrer Ranol-Kur. Fragen Sie Ihren Apotheker nach Ranol 
flüssig und Ranol-Gel und überzeugen Sie sich selbst von der durchgreifenden und 
belebenden Wirkung dieser Arzneimittel. 

Melusin Arzneimittel GmbH - Düsseldorf 


ARZMEIMITTEL 





stern |1% A 


eelch weiß nicht, ob ich noch einmal heiraten will. Aber ganz 
bestimmt willich wieder einen Mann. Jede Frau willeinenMann!ge 


wollen Sie hinaus... Nein, 
das war bei uns kein Thema. 
Dafür waren unsere Berufe 
zu verschieden. Ich hab’ zeit- 
weise mehr Geld verdient, 
wenn Sie das meinen, aber 
das besagt überhaupt nichts. 
Mein Mann hat zwei Jahre in 
Paris als Fotograf gearbeitet, 
er ist gar kein deutscher Typ, 
auf Reisen hält man ihn 
immer für einen Franzosen. 
Er ist voller Unruhe und 
fängt zu viele Dinge auf ein- 
mal an, er war auch nicht 
lange fest angestellt. Aber 
wenn er sich erst einmal in 
eine Sache verbeißt, bringt er 
mehr zuwege als ich, er ist 
Quartalsarbeiter. Als wir ge- 
heiratet haben, war er 23 und 
fing gerade an, seine Texte 
selber zu schreiben, heute 
verdient er mit Schreiben 
mehr als mit Fotografieren. 
Ich war 25, hatte meine Refe- 
rendarzeit hinter mir und war 
bereits Mutter eines sechs- 
jährigen Sohnes; ich hab’ nach 
dem Abitur ein Kind _ ge- 
kriegt und den Mann gegen 
den Widerstand meiner ge- 
samten Familie sitzen lassen, 
das einzig Vernünftige, was 
ich tun konnte. Man müßte 
jungen Leuten bei Strafe ver- 
bieten, mit achtzehn den Füh- 
rerschein und mit zwanzig 
den Trauschein zu machen, 
das ist in beiden Fällen glat- 
ter Selbstmord! 


STERN: Glauben Sie, daß 
eine Ehe ein Leben lang gut- 
gehen kann? 


HELGA v. W.: Das ist wie- 
der so eine Frage... Es 
kommt ja auf die Ansprüche 
an. Je höher man organisiert 
ist, je mehr man voneinander 
will, desto größer sind die 
Angriffsflächen. Ein Feuer 
brennt nicht ewig, irgend- 
wann erlischt es, und dann 
muß jeder für sich wissen, ob 
er sich mit der Glut zufrieden- 
geben will — [mit ironischem 
Lächeln) die wärmt ja mit- 
unter auch noch ganz schön. 


STERN: Der Kölner Arzt und 
ehemalige Universitätsdozent 
Dr. Werner Kaufmann, ein 
alter Herr von 72, hat kürz- 
lich vorgeschlagen, Ehen auf 
Zeit zu schließen. Bei jungen 
Ehen ist immer die Gefahr, 
daß der Mann sich rascher ent- 
wickelt und die Frau zurück- 
bleibt, oder die Frau entwik- 
kelt sich rascher und der 
Mann bleibt zurück, oder 
beide gehen im gleichen 
Schritt, aber in auseinander- 
strebende Richtungen. In allen 
Fällen sei es besser, Schluß 
zu machen, das andere sei 
doch „dumpf ertragene Last“ 


106]B stern 








und Heuchelei, nur wenn Kin- 
der da wären, solle man bis 
zu deren 18. Lebensjahr war- 
ten. 


HELGA v. W.: Das ist wieder 
nix Halbes und nix Ganzes, 
a Schmarrn. Leute, die kein 
Kind haben, lassen sich so- 
wieso leichter scheiden, wenn’s 
nicht mehr stimmt. Aber 
meist sind doch Kinder da, 
und da fängt das Problem 
doch erst an! Es ist schlecht 
für ein Kind, wenn unglück- 


Die 
seschiedene 
Frau 


99 \it 
zwanzig den 
Trauschein — 
das ist 


doch glatter 


Selbstmord! m 


liche Eltern sich nicht schei- 
den lassen. Was soll man 
machen? Irgend etwas macht 
man immer falsch. Meine 
Eltern haben mich ins Inter- 
nat geschickt, weil ich meine 
Schwester tyrannisierte, das 
war auch verkehrt, denn ich 
hab’ meine Schwester tyran- 
nisiert, weil sie mir vorge- 
zogen wurde. In Amerika 
habe ich Eltern getroffen, die 
ihre Kinder mit dem Psycho- 
logiebuch in der Hand er- 
zogen, und heute nehmen 
diese Kinderchen LSD. In 
Deutschland hab’ ich Freunde, 
die durch den ganzen Nazi- 
Schlamassel eigentlich restlos 


verkorkst sein müßten, aber 
die sind weniger labil als die 
Zwanzigjährigen. 


STERN: Wie ist Ihr Junge mit 
seiner Situation fertig ge- 
worden? 


HELGA v. W.: Mein Junge ist 
heute fast schon ein Mann. 
Ich kann’s net wissen, was er 
mir später mal vorwerfen 
wird. Bis jetzt hat er mir 
noch nix vorgeworfen, ich bin 
seine Vertrauensperson, er 
erzählt mir mehr als Abitu- 
rienten ihren Müttern nor- 
malerweise erzählen. Aber 
manchmal denk’ ich mir, ich 
hab’ zwei schwerwiegende 
Fehler schon allein dadurch 
gemacht, daß ich ihn geboren 
habe — erstens ohne amtlich 
beglaubigten Vater, und zwei- 
tens bin ich keine ideale Mut- 
ter, ich müßte ausgeglichener 
sein, ich bin ja selbst noch 
nicht fertig. 


STERN: Haben Sie noch Ver- 
bindung zum Vater Ihres 
Sohnes? 


HELGA v. W.: Nein. Mein 
geschiedener Mann ist der 
Vater, er hat den Jungen 
adoptiert, damit er einen 
Namen hat, aber nicht nur 
deshalb. Mein Sohn geht im 
nächsten Jahr für ein Jahr 
nach England, dann will er 
Journalist werden, der Alte 
kümmert sich finanziell und 
beruflich um ihn. Die Leute 
glauben immer, man muß mit- 
einander bös’ sein, wenn man 
geschieden ist, das ist doch 
überholt! 


STERN: Halten Sie Ehekräche 
für gefährlich? 


HELGA v. W.: Nicht, wenn 
sie explosiv sind, wie sie’s bei 
uns waren. Kalte Kräche ja, 
die sind der Tod. Ah, wir sind 
beide explodiert und waren 
kreuzunglücklich, dann haben 
wir uns versöhnt und waren 
himmelhoch glücklich, alles 
immer im Zickzack, dadurch 
lernten wir uns kennen und 
wußten über einander Be- 
scheid. Zum Krach gehört 
auch Mut! Es gibt Frauen, die 
haben immer Haltung, das ist 
verdächtig. Sie wagen nicht, 
sich zu äußern, aus Angst, sie 
vergeben sich was, und dem 
Alten, der sie dann plötzlich 
so sehen würde, wie sie wirk- 
lich sind, könnte die Erkennt- 
nis dämmern: Was für a Biß- 
gurn hab’ ich da bloß geheira- 
tet! — In den ersten beiden 
Jahren meiner Ehe hab’ ich 
dreimal in fieberhafter Eile 
die Koffer gepackt, den Haus- 
türschlüssel auf den Sims ge- 
legt und die Milch abbestellt 


und bin zu meiner Mutter ge- 
fahren. Die hat mich getröstet, 
heimlich meinen Mann an- 
gerufen und mich am näch- 
sten Tag wieder zurück- 
geschickt. Einmal hat mein 
Mann mich beim Packen über- 
rascht und mich gefragt, ob er 
mir schon ein Taxi bestellen 
solle, da war das ganze Ma- 
növer für die Katz. 


STERN: Was haben Sie nach 
Ihrer Gerichtszeit gemacht? 
Wollten Sie eine Anwalts- 
praxis aufmachen? 


HELGA v. W.: Ich hatte eine 
Zeitlang die Idee, ja. Zuerst 
hab’ ich bei einem Kollegen 
als Sozius gearbeitet, aber 
dann fand ich, das sei nicht 
gut für meine Ehe. Mein Mann 
war freizügig, ich angebun- 
den, das gab Spannungen. 
Durch einen Vetter bin ich in 
eine Maklerfirma hineinge- 
kommen, Häuser und Grund- 
stücke. Das ist eine ganz gute 
Kombination für mich, ich 
vertrete die Interessen der 
Firma und führe Verhandlun- 
gen mit den Kunden, ich be- 
kam dadurch mehr Freiheit. 


Frau v. W. fährt mit einem 
ovalen, mattrosa glänzenden 
Zeigefingernagel an den Des- 
serts auf der Speisekarte her- 
unter. Bei „Birne Helene“ ver- 
hält sie. — „Das hat die mei- 
sten Kalorien“, sage ich. — 
„Dann ist’s grad’ recht für 
uns“, lacht sie und scheucht 
den Ober mit einer liebens- 
mürdigen Bestimmtheit, die 
Routine in großen Hotels ver- 
rät. Sie ist ein starkes Tier, 
undenkbar, daß sie je im Le- 
ben resigniert. 


STERN: Wollen Sie wieder 
heiraten? 


HELGA v. W.: Ob ich heira- 
ten will, weiß ich nicht. Ganz 
bestimmt will ich wieder 
einen Mann! Jede Frau will 
einen Mann. 


STERN: Es sieht nicht so aus. 
Nach der ersten umfassenden 
Scheidungsumfrage, die das 
Film- und Fernsehteam Stro- 
bel-Tichawsky kürzlih in 
München durchgeführt hat, 
will nur ein Drittel der ge- 
schiedenen Frauen zwischen 
25 und 40 wieder heiraten. 
Das zweite Drittel ist un- 
schlüssig, die Frauen des letz- 
ten Drittels sagen, sie hätten 
nun wirklich genug von den 
Männern. 


HELGA v. W.: Das glaube ich 
nicht! Das glaub’ ich keiner 
Frau! Wenn eine das behaup- 
tet, lügt sie! Oder sie ist 

—— 


8216 


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" Artikel-Nr. 


? Aal Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Grossbritannien 
Amae Strümpfe von Falke 


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Auch in 


Schuhmode - created by 





99 ie meisten MännersindsensibleralsFrauen. Undauchtreuer gg 


dumm und hat aus ihrer ge- 
scheiterten Ehe nichts gelernt. 


STERN: Was haben Sie dar- 
aus gelernt? 


HELGA v. W.: Sie machen 
mir Spaß! Ich kann ja nun 
schleht zugeben, daß ich 
dumm bin. Ich bin toleranter 
geworden, das hab’ ich aus 
meiner Ehe gelernt. Und 
außerdem hab’ ich endlich ka- 
piert, wenn auch leider zwei 
Jahre zu spät, daß Männer 
keine normalen Menschen 
sind. 


STERN: Ein interessanter Ge- 
sichtspunkt.... 


HELGA v. W.: ...jetzt tun 
Sie bloß nicht so, als ob Sie 
das nicht wüßten! 


STERN: Ich weiß es mittler- 
weile auch. Eine Freundin 
von mir hat mal gesagt: Es 
gibt Eskimos in Grönland und 
Giraffen im Zoo und Dampf- 
lokomotiven und Kranken- 
schwestern und Hauskatzen 
und noch unzähliges andere, 
was sich auf der Welt bewegt. 
Und dann gibt es eben auch 
Männer. Das sind fremde We- 
sen. 


HELGA v. W.: Das werde ich 
stehlen! Das ist pfundig! Ja, 
genau! Mannsbilder sind We- 
sen von einem anderen Stern. 
Sie denken anders. Dadurch 
kommen so blödsinnig viele 
Mißverständnisse auf. Ein 
Mann denkt geradeaus. Er ist 
einfach nicht in der Lage, die 
komplizierten Gefühlswin- 
dungen, die dem weiblichen 
Denken voraufgehen, nachzu- 
vollziehen. 


STERN: Das macht die Sache 
ja so hoffnungslos. Man 
glaubt, dieser Mensch muß 
doch jetzt begreifen, was man 
will, Sie haben es ihm doc 
deutlich genug zu verstehen 
gegeben. Und dann merken 
Sie nach einer Weile, daß er 
es nicht einmal ahnt. 


HELGA v. W.: Selber schuld, 
kann ich nur sagen. Mit feinen 
Andeutungen kommen Sie da 
nichf weiter. Sie müssen ihm 
klipp und klar auseinander- 
setzen: Das ist so und so und 
so! Am besten, Sie nehmen 
noch ein kleines Hämmerchen 
und hauen ihm zur Bekräfti- 
gung ein paarmal leicht auf 
den Kopf, damit er es auch 
bestimmt kapiert. 


STERN: In der Scheidungs- 
umfrage wurden die meisten 
Klagen darüber laut, daß 
Männer so unsensibel sind. 


HELGA v. W.: Also, das ist 
nun wieder etwas ganz ande- 


res! Da bringen wir aber jetzt 
zwei Sachen durcheinander. 
Das hat doch mit dem Denk- 
prozeß nichts zu tun! Ein 
Mann denkt vielleicht ein 
bisserl einseitig. Er denkt an 
seinen Beruf — bumms aus! 
Dann denkt er an seine Frau 
— bumms aus! Nie beides zur 
gleichen Zeit. Deshalb sind 
Männer ja auch einfach un- 
fähig, zu Hause anzurufen, 
um zu sagen, sie kämen spä- 
ter zum Essen heim. Deshalb 


Die 
geschiedene 
Frau 





8 UOhne 
Leidenschaft 
macht mir 
die Ehe 
einfach 
keinen 
Spalgg 


müssen sie doch nicht unsen- 
sibel sein! Sie machen -mich 
zum Advocatus diaboli — aber 
ich muß jetzt tatsächlich ein- 
mal eine Lanze für die Män- 
ner brechen. Und wenn alle 
Frauen mich für eine Verräte- 
rin am eigenen Geschlecht 
halten: Ich behaupte es, und 
ich habe es in der Praxis im- 
mer wieder festgestellt, daß 
dreiviertel aller Männer sen- 
sibler sind als Frauen! Und 
auch treuer! 


STERN: Das ist allerdings 
eine kühne Behauptung. Wor- 
auf stützt sich die? 


HELGA v. W.: Auf meine 
eigenen Erfahrungen natürlich 
nur. Glauben denn Sie, Frauen 
seien sensibler? 


STERN: Sie haben zumindest 
mehr Instinkt von Mutter Na- 
tur mitbekommen, mehr Wit- 
terung für Störungen und Ge- 
fahr. 


HELGA v. W.: Sie meinen, 
weil sie Kinder kriegen? 


STERN: Unter anderem zum 
Beispiel. Haben Sie noch nicht 
erlebt, daß Männer weit we- 
niger als Frauen die Span- 
nungen zwischen Menschen in 
einem Raum mitbekommen? 
Sie merken nur das, was sie 
selbst betrifft. Außerdem bin 
ich sicher, daß sie nur halb 
soviel über uns nachdenken 
wie wir über sie. 

HELGA v. W.: Warum soll- 
ten sie auch. Das wichtigste 
für sie ist der Beruf, und für 
die Frau immer noc die 
Liebe, trotz aller Emanzipa- 
tion, da gibt es keine Brücke 
zwischen den beiden Welten. 
Die wird es auch nie geben. 
Glauben Sie, zwei Männer 
würden hier beim Essen zu- 
sammensitzen wie wir und 
über nicht ganz greifbare Pro- 
bleme reden, die im Augen- 
blick gar nicht aktuell sind? 
Die hätten das Thema längst 
durch, darauf können Sie sich 
verlassen, und würden über 
den Fußball oder über den 
Job reden. Eigentlich gefällt 
mir das ja wieder an den 
Mannsbildern. Sie sind auf so 
beruhigende Weise praktisch. 


STERN: War Ihr Mann das 
auch? 

HELGA v. W.: Aha, da wären 
wir wieder. Was möchten’s 
gern wissen — ob er stur war 
oder launisch, oder ob er mich 
um meine besten Jahre be- 
trogen hat? Nein, nein! Ge- 
ben Sie’s auf, ich bin ein 
schlechtes Beispiel für Sie. 
Keiner hat Schuld bei uns, ich 
war ganz prima, er war ganz 
prima, das ist die Katastro- 
phe. Unsere Zeit war eben 
abgelaufen. Er ist in eine an- 
dere Phase hineingekommen 
als ich, er hat ein Mädchen 
kennengelernt, das etwas 
blaß ist, aber sehr lieb und 
sehr rührend. Mir kam sie 
immer vor, als habe sie zu 
lange in einem Poesiealbum 
gelegen. Was soll man da 
machen? Sie war so sehr das 
Gegenteil von mir, daß es da 
gar keinen Zweck hatte, zu 
kämpfen. Wir haben uns zeit- 
weise getrennt, und dann wa- 
ren wir wieder zusammen, 
und dann haben die beiden 
sich getrennt und waren wie- 


der zusammen, es war ziem- 
lich enervierend. Übrigens ist 
das ein Punkt, wo Männer 
gar nicht mehr praktisch den- 
ken, sondern plötzlich auf er- 
staunliche Weise sentimental 
werden. Da kennst du ihn 
zehn Jahre, siehst ihn dir an 
und denkst: Das darf doch 


nicht wahr sein! 


STERN: Hat er das Mädchen 
geheiratet? 


HELGA v. W.: Ich hab’s an- 
genommen, aber er hat nicht. 
Ich glaub’ auch nicht mehr, 
daß noch was draus wird. 
Wenn die Bahn frei ist, 
schwindet der Reiz. Es gab 
Momente, da hab’ ich mir 
überlegt, ob ich mich mit mei- 
nem geschiedenen Mann wie- 
der zusammentun soll. Aber 
das ist vorbei. Man steigt nie 
zweimal in denselben Fluß. 
Er hat es mir nie ausdrücklich 
gesagt, aber ich weiß, er hat 
von mir erwartet, daß ich 
mich ändere. Ich sollte so blei- 
ben wie ich bin, aber auch 
wieder so sein wie die Kleine, 
das wär für ihn ideal. Wir 
waren schon anstrengend für- 
einander, es wurde Zeit, daß 
wir uns erholten. 


STERN: Stellen Sie sich Ihre 
nächste Ehe gemütlicher vor? 
Wenigstens ein bißchen? 


HELGA v. W.: Ich fürchte, 
das wird mir nicht möglich 
sein. Ohne vollen Einsatz 
macht mir das Spiel keinen 
Spaß. Ich werde sicher wieder 
jemanden finden, bei dem es 
knallt. Vielleicht geht’s, wenn 
man sich dabei ganz gewaltig 
unter Kontrolle hat. 


STERN: Das ist aber irrsinnig 
anstrengend. 


HELGA v. W.: Was ist im 
Leben nicht anstrengend? Ich 
werde alles geben, was ich 
hab’. Aber ich werde auch 
alles fordern. Eins können Sie 
mir glauben: Wer nix fordert, 
der kriegt auch nix! 


Im nächsten STERN: 


Charlotte R., 29, 
seit zwei Jahren 
geschieden: 
»Frauen sindeitel 
vor dem Spiegel, 
Männer sind es 
den ganzen Tag« 


® >_ das auf Ihre Haarfarbe 


® abgestimmt ist: batist 








! Himmelskörper Fußpunkt 

LWIENEUNT in der 

Frauen- | fürErd- | Waren- Himmels- 
beruf] arbeiten | vorräte | Spion kunde 


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Anfän- Europäer 
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Winde im Mittel- 


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SILBENRÄTSEL 


a-cho-de-dra-e-e-en— 
ge —- gee -i—-ko-la-li- ma — 
man — mitt—ne—no-on-—pa-ra 
— rak — ral — scho — si — son — te — 
te — ti — tur — woch — zi — zo. 

Man bilde 10 Wörter, deren 2. und 4. 
Buchstaben, beide von oben nach un- 
ten gelesen, den Vor- und Zunamen 
eines deutschen Dichters (Galgenlie- 
der) ergeben. 





SUBIGKEIE un een 


Kirchengesang 


überzuckerte Pille 


Schrifttum. anuennnnn AUHEREROENS h 
Fluß zur nördl. Adria .....uaaseaesaseeee 


Mittelmeerwinde 


Wochentag 


Zirkusvorführfläche ......... 





Bluse: mit. Kapuze u... 


Verselbständigung. ......eeeeeeeeeeee 


RATEN UND RECHNEN 


Jedes Karo bedeutet eine Ziffer, glei- 
che Ziffern haben gleiche Karos. Durch 
Probieren, Nachdenken und Rechnen 
ist die Aufgabe durch Aufschreiben der 
richtig gefundenen Zahlen an Stelle der 
Karos waagerecht und senkrecht lösbar. 


Te - WZA- EN 
BON: AII-Suid 











Ad - SU md 


AUFLOSUNGEN AUS HEFT 34 


Silbenrätsel: 1. Wunder, 2. Ikarus, 3. Legende, 
4. Leutnant, 5. Interim, 6. Andromeda, 7. Mos- 
kau, 8. Steinschlag, 9. Obdach, 10. Malaria, 11. 
Empirem. 





Die ersten und letzten Buchstaben, beide von 

oben nach unten gelesen, ergeben: William 

Somerset Maugham 

Raten und Rechnen: 43 + 1536 = 1579 
x 5 _ 
17x #8 = 816 
731 + 32 = 763 














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Was den 12M und den 15M erfolgreich machte, haben wir so gelassen, 
wie es war. 

DenVorderradantrieb.Den großen Kofferraum. Und den großen Innenraum. 

An diesen Dingen haben wir nichts finden können, was noch zu ver- 
bessern wäre. 

Aber an ein paar anderen Dingen. 


Innen sicherer. 

Die Innenausstattung ist sicherer geworden. 

Das Lenkrad ist jetzt dick gepolstert. Und sitzt auf einer kurzen Lenk- 
säule mit einem Pralltopf, der sich bei einem Aufprall zusammenschiebt. 

Das Armaturenbrett ist jetzt unten und oben dick gepolstert. Und die 
flachen Kipphebel sind aus weichem Plastikmaterial. 

Auch die Fensterkurbeln haben jetzt einen flachen Griff aus dem gleichen 
weichen Plastikmaterial. Und auch die Türöffnungshebel sind flach. 


Innen schöner. 


Die sichere Innenausstattung sieht jetzt auch besser aus. 
Die Sitze und die Innenseiten der Türen sind schicker verkleidet. 


_ Der neue 12M un 
Die verbesserten Er 


Das neue Armaturenbrett hat neue Rundinstrumente. 
Und die neuen hübschen Farben innen passen zu den neuen hübschen 
Farben außen. 


Innen leiser. 
Wir haben an den neuen 12M und 15M einiges getan, um sie innen 
leiser zu machen. 
Besonders am neuen 15M. Wir gaben ihm Türen mit doppelten Wind- 
dichtungen. Wir entwickelten neue Gleichlaufgelenke, die die Vorderräder 
ohne Vibrationen und also ohne Lärm antreiben. 


Und zusätzlich bauten wir noch schallschluckende Materialien im Dach- 
himmel und im Motorraum ein. 


Eine luxuriösere Luxusausstattung: Der 15M XL. 


Noch kein 15M war so luxuriös ausgestattet wie der neue 15M. 

Aber wenn Sie's gerne noch luxuriöser hätten, dann können wir Ihnen 
ein richtiges Luxusauto anbieten. 

Den neuen 15M XL. 

Er kommt mit so feinen Dingen wie Ruhesitzen, besserer Polsterung auf 





Se 











d der neue 15M. 
folgreichen von Ford. 





allen Plätzen, holzgemasertem Armaturenbrett und holzgemaserter Seiten- Alle diese robusten V-Motoren haben vier Zylinder. 
verkleidung, unterschiedlichem Kühlergrill und Heck, zwei Kartentaschen, Die Getriebe aller dieser Motoren in allen diesen Ausführungen können 
einem beleuchteten und abschließbaren Handschuhfach, zwei Rückfahr- Sie jetzt auch mit einer Knüppelschaltung schalten, wenn Sie wollen. Sie 
leuchten. erhalten dann noch eine Konsole mit einem Ablagefach dazu. 

Nach wie vor gibt's den 15M als sportlichen 15M RS. Sind der neue 12M und der neue 15M nicht ein schöner Beweis dafür 


Und nach wie vor gibt's den 12M und den 15M als besonders geräumige daß man gute Autos noch besser machen kann? 
12M Turnier und 15M Turnier. Und als besonders elegante 12M und 15M XL 


Coupes. - \ pr 
Noch nie gab’s also beim 12M und beim 15M so viele Ausführungen fi ; \ f = B 


zur Auswahl. 
Mehr Motoren zur Auswahl. 


Noch nie gab’s beim 12M und beim 15M auch so viele Motoren zur 
Auswahl. 

Den 12M können Sie wie bisher serienmäßig mit einem 1,3 Liter-Motor 
(50 PS) bekommen. Aber er ist jetzt auch mit der 1,5 Liter*Maschine (55 PS) 
und sogar mit der 1,7 Liter-Maschine (75 PS) zu haben. 

Beim 15M und beim 15M XL können Sie unter diesen drei Motoren wählen: Der neue 15M und der neue 12M. 

1,5 Liter mit 55 PS. 1,5 Liter mit 65 PS. 1,7 Liter mit 75 PS. Die verbesserten Erfolgreichen von Ford. 








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sternmotor 





Der Männerklatsch 

über den Benzinverbrauch 
des NSU Ro 80 

nimmt groteske Formen an. 
An Biertischen ist 

von 20 Litern und mehr für 


100 Kilometer die Rede. 
B. Busch wollte 


es genau wissen. Er 


untersuchte den 
Durst des Wankelmotors 
ineinem gründlichen 


Verbrauchstest. Das Ergebnis 





Benzin, wie man in ihn hinein- 

pumpt!“ Dieses Wort stammt 
von einem Spezialisten für Zwei- 
taktmotore, mit dem ich einmal 
über Benzinverbräuche stritt. Wenn 
mancher Autofahrer wüßte, wie 
wahr dieses Wort ist, würde sein 
Auto weniger verbrauchen. Viele 
haben kein Fingerspitzengefühl im 
Fuß, sie fahren mit der berüchtig- 
ten „Bleisohle*. Sie dosieren das 
Gas nicht, sie „treten“ es. Dabei 
überfüttern sie ihren Motor, ohne 
das an Leistung herauszubekom- 
men, was sie an Kalorien in ihn 
hineindreschen. 


Als der Dreizylinder-DKW her- 
auskam, brachte dessen Benzin- 
durst seine Fahrer fast zur Ver- 
zweiflung. Bis sich die Auto Union 
entschloß, einen Druckpunkt in das 
Gasgestänge einzubauen. Damit 
schob sie dem Gasfuß des Fahrers 
einen Riegel vor. Der Durst des 
Motors sank im gleichen Verhält- 
nis, wie sich der Gasfuß nicht 
mehr ungewarnt senken konnte. 
Das Problem war gelöst. 


So leicht läßt es sich beim NSU 
Ro 80 mit Wankel-Motor nicht 
lösen. Denn sein Durst wird nicht 
nur vom Gaspedal, sondern auch 
vom Schalthebel der Selektiv- 
automatik gesteuert. Vom Getriebe 
also, dem ein „schlüpfriger“ hydrau- 
lischer Drehmomentwandler vor 
die Nase gesetzt wurde, der nur 
darauf wartet, Energie zu verzeh- 
ren. 


F in Automotor verbraucht soviel 


Neu entwickelten Automobilen 
sagt man gern etwas nach, ohne 
auch nur einmal dringesessen zu 
haben. Der Männerklatsch über 
den Verbrauch des NSU Ro 80 
nimmt, von welcher Seite auch 
immer genährt, groteske Formen 
an. Es ist da von zwanzig Litern 
Verbrauch auf hundert Kilometer 
die Rede, und die ahnungslosen 
Zuhörer wenden sich mit Grausen. 
Mein STERN-Testwagen (siehe 
Vergleichstest in Heft 6/68) brachte 
es auf einen Testverbrauch von 
14,9 Liter Normalkraftstoff auf 
hundert Kilometer. Wo also liegt 
der Hund begraben? 

Wankel-Motor, gekoppelt mit 
einer Halbautomatik, die man 
schalten kann, aber nicht schalten 
muß — das ist ein Instrument, auf 


ist für viele überraschend 


dem man gut und weniger gut 
spielen kann, je nach Talent und 
gutem Willen. Man beherrscht es 
um so eher, je rascher man das 
Wort „Selektivautomatik“ vergißt 
und das Auto so behandelt, als 
sei es lediglich mit einer automati- 
schen Kupplung ausgestattet: Kup- 
peln entfällt, schalten muß man. 
Wer den Ro 80 schaltfaul fährt oder 
ihn zu unpassenden Zeiten schaltet, 
der nutzt die Kraft schlecht, die 
Felix Wankels Kreiskolbenmotor 
produziert. Sie bleibt zum Teil im 
hydraulischen Wandler stecken, 
ohne je die Antriebsräder zu errei- 
chen. „Bleisohle“ und „Schaltfäule“ 
machen jedes Auto, vor allem aber 
den Ro 80, zum Säufer. 


Ich wollte es genau wissen und 
ließ in den Benzinkreislauf eines 
Ro 80 einen Meßkanister einbauen, 
der im Beifahrerfußraum mitfah- 
ren konnte. Während der Fahrt 
konnte ich vom Meßkanister auf 
den Haupttank umschalten und 
umgekehrt. Kilometerzähler und 
Tageskilometerzähler hatte ich vor 
Antritt der Fahrt geeicht. 

Um die nagende Neugier zu be- 
friedigen, ging ich zunächst einmal 
auf einen 125-km-Rundkurs über 
Bundesstraßen mit zahlreichen 
Ortsdurchfahrten. Ich. fuhr zügig, 
ohne mich überholen zu lassen, 
ging auf freier Strecke mehrfach 
auf 150 km/st, aber nicht darüber, 
schaltete das Getriebe durch, als 
wäre es nicht „halbautomatisch“, 
ließ in den Ortschaften jedoch den 
zweiten Gang stehen, der das Fah- 
ren im Stadtverkehr so angenehm 
macht, versuchte, mich so zu be- 
nehmen, als wäre der Ro 80 mein 
eigenes Auto (Testwagen werden 
gern „geschrubbt“). Solchermaßen 
verbrauchte ich genau 14,0 Liter 
Normalkraftstoff auf 100 Kilometer. 
Ich gebe zu, das war mir zu wenig. 
Ich führte allerlei günstige Um- 
stände ins Feld und beschloß, die- 
sen Verbrauchswert unter den Tisch 
fallen zu lassen. 


Am nächsten Tag fuhr ich einen 
Kurs durch Österreich, Liechten- 
stein und die Schweiz über den 
San-Bernardino-Paß und am Lago 
Maggiore entlang bis zur italieni- 
schen Riviera, führte sauber Buch, 
achtete auf meine Kilometerzähler 
und meine Tanks und errechnete 





am Zielort Alassio bei einem küh- 
len Glas, Campari den Verbrauch: 
Genau 14,0 Liter. Der Wagen war 
mit 200 kg beladen, nämlich mit 
Fahrer, Beifahrer und Gepäck. 

Das war mir immer noch zu 
wenig. Auf der Küstenstraße und 
in den Bergen zwischen Savona 
und Alessandria legte ich 309 Kilo- 
meter zurück und errechnete den 
Verbrauch: 13,2 Liter/100 Kilometer. 

Ich fuhr auf die Autostrada 
Genua-Mailand, drehte genau hin- 
ter dem Zahlschalter den Hahn auf 
und fuhr bis Mailand einen exak- 
ten Schnitt von 150 km/st heraus. 
Dabei vermied ich es, schneller als 
170 km/st zu fahren, mußte die- 
ses Limit aber, so oft es ging, ein- 
halten, weil die Behinderungen 
durch Lastzug- und Reiseverkehr 
erheblich waren. Verbrauch: auf 
100 Kilometer 17,0 Liter italienischen 
Normalbenzins, das ob seiner er- 
staunlich schlechten Qualität (zum 
Touristenmenü gesellt sich nun 
auch noch das Touristenbenzin) den 
Motor zum Klingeln brachte. 

Nebenbei bemerkt: Ich brauchte 
mich trotz meiner 170-km-Be- 
schränkung nicht ein einziges Mal 


Serie 





Ist der Ro80 ein Säufer? 


NEST 





So wurde der Spritverbrauch untersucht: Ein Meß- 


kanister, der im Beifahrer-Fußraum des 
Ro 80 mitfuhr, war in den Benzin-Kreislauf eingebaut 


überholen zu lassen und vermißte 
den Genuß der möglichen Spitze 
von 182 km/st ganz und gar nicht. 
Mein Gasfuß blieb um jenen Zenti- 
meter hinter dem Pedalanschlag 
zurück, die jene zehn bis zwölf 
zusätzlichen km/st und jene drei 
bis vier unnötigen Liter Mehrver- 
brauch für „Bleisohle“ ausmachen. 

Der weitere Konsum des Motors 
ergab eine beunruhigende Regel- 
mäßigkeit von 14 Liter/100 Kilo- 
meter, so etwa auf 368 km Schwei- 
zer Straßen im Raum zwischen 
Bodensee und Zürich. Ergebnis: 
Genau14,0Liter — und1,5lÖlpro 
1000 km. Durch Mailand hindurch 
waren es 15,6, und in Zürich ge- 
nügten schon 15,2 Liter auf 100 
Kilometer Stadtverkehr. 

Wessen NSU Ro 80 es nicht 
unter zwanzig Liter tut, der sollte 
es einmal wie Francoise Sagan 
oder Brigitte Bardot machen: 
Schuhe und Strümpfe ausziehen 
und die Pedale mit nackter Haut 
treten. Vielleicht hilft’s. Für ganz 
hoffnungslose Fälle weiß ich auch 
ein Rezept: Einen Diesel kaufen! 
Der wartet förmlich darauf, daß 
man ihn ins Kreuz tritt. 


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Wird George Wallace 


Amerikas Adolf Hitler? 


Der 
dritte Mann 


N:: vor kurzem schien es, als 
würden die diesjährigen ameri- 
kanischen Präsidentenwahlen die 
farblosesten seit Jahrzehnten sein. 
Jetzt aber fangen sie an, so auf- 
regend wie noch nie zu werden, und 
zwar auf eine Art, bei der man das 
Gruseln lernen kann. 


Die beiden großen Parteien hat- 
ten es sich diesmal mit dieser Kan- 
didatenaufstellung besonders be- 
quem gemacht. In der ganzen Welt 
hatte es ein fassungsloses Kopf- 
schütteln ausgelöst, daß sie in einem 
so furchtbar kritischen Augenblick 
der amerikanischen Geschichte 
nichts Eindrucksvolleres anzubieten 
hatten als Nixon und Humphrey — 
zwei stark verbraucht wirkende 
Routiniers, die sich seit Jahrzehn- 
ten in der zweiten Garnitur ihrer 
jeweiligen Partei herumtummeln. 
„Tricky Dicky“ gegen „Poor Hu- 
bert“, daß ein solches Duell nie- 
manden von den Sitzen reißen 
würde. war vorauszusehen. 








Was niemand vorausgesehen hat, 
war, daß es einen lachenden Drit- 
ten geben würde. Aber das ist ein- 
getreten. Die amerikanischen Präsi- 
dentenwahlen von 1968 werden 
kein Duell sein, sondern ein Drei- 
eckskampf. Und wenn es auch 
immer noch höchst unwahrschein- 
lich ist, daß der dritte Mann selber 
zum Präsidenten gewählt werden 
könnte: Schon heute wird in Ame- 
rika ernsthaft damit gerechnet, daß 
er genug Stimmen auf sich ziehen 
kann, um beiden „offiziellen“ Kan- 
didaten die erforderliche Mehrheit 
zu sperren, so daß die Volkswahlen 
ergebnislos enden und der nächste 
Präsident vom Repräsentantenhaus 
gewählt werden muß. Schon heute 











ist er zur Schlüsselfigur des Wahl- 
kampfes geworden. Schon heute ist 
die brennende Frage nicht, ob 
Humphrey gegen Nixon gewinnt 
oder Nixon gegen Humphrey, son- 
dern ob es Wallace gelingt, beiden 
den Sieg zu verwehren. 


Als George Wallace, der frühere 
Gouverneur von Alabama, sich im 
Februar selbst zum Präsident- 
schaftskandidaten nominierte, nahm 
das noch kaum jemand ernst. Solche 
Zählkandidaturen wilder Männer 
aus dem tiefen Süden hatte es auch 
früher schon manchmal gegeben. 
Etwas Seriöses war nie daraus ge- 
worden. Heute aber sieht es nach 
ihren letzten Meinungsumfragen so 
aus: Die fünf Staaten des tiefen 
Südens sind Wallace schon so gut 
wie sicher. Im ganzen Süden liest 
sein Stimmendurchschnitt jetzt bei 
34 Prozent. Und außerhalb des Sü- 
dens ist sein Stimmenanteil zwi- 
chen April und Juli von neun auf 
sechzehn Prozent gestiegen — und 
offenbar weiter in reißendem An- 
stieg. Im ganzen würden im Augen- 
blick fast zwanzig Prozent aller 
Amerikaner Wallace wählen. Sein 
Wahlkampf, den er seit Monaten 
im ganzen Lande mit Volldampf be- 
reibt, gleicht mehr und mehr einem 
Triumphzug. Seine Versammlungen 
sind überfüllt, sein Publikum ist 
‚egeistert bis zur Raserei, und sein 
Wahlfonds schwillt von Woche zu 
Woche. 


Einem Deutschen der älteren Ge- 
neration kommen bei den Nachrich- 
ten von Wallaces phantastischem 
Vormarsch unvermeidlich Erinne- 
rungen. Genau so etwas hat sich hier 
auch einmal abgespielt: bei den 
Reichstagswahlen von 1930, als 











ebenfalls ein vorher kaum ernst 
genommener Extremist und De- 
magoge innerhalb von wenigen 
Wochen zur wichtigsten Figur der 
deutschen Politik wurde — einfach 
durch die Faszination, die er auf die 
ständig wachsende Masse ausübte. 
Sein Name war Adolf Hitler. 


Pi Hitler erinnert Wallace nicht 
nur durch die Art seines Erfolges, 
sondern auch noch durch manches 
andere. Wie Hitler ist er Rassist. 
Wie Hitler schwärmt er von Gewalt. 
Wie Hitler stammt er aus den Tie- 
fen des Volkes und weiß es aus- 
zunutzen. Wie Hitler ist er ein Mas- 
senredner und Demagoge von un- 
gewöhnlicher Begabung und un- 
erschöpflicher Energie. Wie Hitler 
ist er eine Schimpfpotenz höchsten 
Grades — es wimmelt in seinen Re- 
den von „Volksvergiftern, Narren 
und Verrätern“. Wie Hitler macht 
er dabei nicht viel Federlesens: 
Johnson und Humphrey und Nixon 
und „dieser Sozialist Rockefeller“ 
und „all die radikalen Kerle aus 
New York“: „Es gibt keine Unter- 
schiede zwischen diesen Figuren, 


was ja jeder Stallarbeiter weiß und 
jeder Friseur und jeder Farmer und 
jeder Bauarbeiter und jeder Büro- 
angestellter und jeder Taxifahrer 
— ich weiß, daß sie es alle genau 
wissen, denn ich bin selbst Taxi- 
fahrer gewesen.“ 


Wallace ist übrigens auch Teller- 
wäscher und Kellner und Fernfahrer 
und Aktenbote im Parlament von 
Alabama gewesen, ehe er Gouver- 
neur dieses Staates wurde — eine 
legendäre amerikanische Karriere. 
Die hat er Hitler voraus. Auch das 
hat er Hitler voraus, daß er offen- 
bar schon als Gouverneur die Art 
von populärer Tatkraft und Tüch- 
tigkeit bewiesen hat, die Hitler erst 
als Reichskanzler zeigen konnte — 
die Repräsentation eingeschränkt, 
Arbeitsplätze geschaffen, Gehälter 
erhöht usw. Und wer spricht hier, 
Wallace oder Hitler? „Ich werde 
notfalls in der Hauptstadt 30 000 
Soldaten mit aufgepflanztem Bajo- 
nett aufmarschieren lassen, werde 
sie im Abstand von wenigen Metern 
postieren, und werde sie 365 Tage 
im Jahr im Einsatz halten.“ „Laßt 
die Polizei dieses Landes ein, zwei 
Jahre lang regieren, dann gibt es 


keine Unruhen mehr.“ „Wenn so ein 
Roter vor meinem Auto Sitzstreik 
macht, wird das das letzte Auto 
gewesen sein, vor das er sich in sei- 
nem Leben gesetzt hat.“ Es ist 
genau dieselbe penetrante Mischung 
von Spießerbravheit und Sadismus; 
und sie weckt genau denselben Lust- 
schrei bei den Massen; es ist kein 
gewöhnlicher Beifall, was diesem 
Höhepunkt Wallacescher Rhetorik 
antwortet, es ist ein Lustschrei, und 
er klingt auf amerikanisch heute 
nicht anders als seinerzeit auf 


deutsch. 


allace rechnet noch.nnicht damit, 

diesmal schon Präsident zu wer- 
den. Womit er rechnet — und womit 
viele andere Leute schon rechnen — 
ist, daß er genugStimmen bekommt, 
um zu verhindern, daß einer der 
beiden anderen Kandidaten die er- 
forderliche absolute Mehrheit im 
Wahlmännerkollegium gewinnt. 
„Dann“, erklärt er immer wieder 
genüßlich, „werden wir uns in einer 
Position befinden, in der wir scha- 
den können.“ Es wäre noch nicht 
die Position Hitlers im Januar 1933. 


Aber es wäre die Position Hitlers 
nach dem September 1930. 


Man wird sehen, ob die amerika- 
nische Republik mit Wallace besser 
fertig wird als einst die deutsche 
Republik mit Hitler. Natürlich sind 
ihre verfassungsmäßigen Einrich- 
tungen älter und fester eingewur- 
zelt. Aber auch Hitler kam legal an 
die Macht. Und Amerika ist heute, 
wie Deutschland damals, in einer 
tiefen Krise, vor der seine Routine- 
politiker sich als hilflos erweisen, 
und vor der seine alteingewurzel- 
ten Einrichtungen es nicht bewahrt 
haben. Die Versuchung der Gewalt 
ist dieselbe. Die Stimmung breiter 
Massen ist ebenfalls dieselbe — eine 
Stimmung wütender Ratlosigkeit 
und ratloser Wut. Und nun hat sich 
auch dort der Mann gefunden, der 
diese Wut freisetzt. 

Es ist etwas Furchtbares, was in 
Gang gesetzt wird, wenn eine solche 
Massenstimmung und ein solcher 
Mann zusammentreffen; etwas wie 
eine Naturkatastrophe, etwas wie 
ein Erdbeben. Ist es noch aufzuhal- 
ten? Robert Kennedy hätte es viel- 
leicht gekonnt. Aber Humphrey und 
Nixon? 


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»Wir haben bewiesen, daß geholfen 


Biafra-Hilfe 


Der Graf, 
der die 
Blockade 
brach 


Ein schwedischer Flieger 
riskiert sein Leben, 


um den Eingeschlossenen von 
Biafra Lebensmittel 


und Medikamente zu bringen 





werden kann.« Der sch 


ih R A 


D: viermotorige DC-7 don- 
nerte im Tiefflug über den 
afrikanischen Busch, zog eine 
elegante Schleife über die be- 
helfsmäßige Landepiste und lan- 
dete im fahlen Licht der Morgen- 
dämmerung auf dem letzten 
Feldflugplatz von Biafra. Der 
Pilot stieg aus dem Cockpit und 
schüttelte die schwarzen Hände, 
die sich ihm entgegenstreckten: 
Der schwedische Graf Carl Gu- 
staf von Rosen, 59 Jahre alt, 
hatte auf eigene Faust die nige- 
rianische Blockade gegen das ab- 
trünnige Biafra durchbrochen 
und brachte neun Tonnen Medi- 
kamente und Lebensmittel mit 
— eine Spende der dentschen 
Caritas. 


Carl Gustaf von Rosen kehrte 
als Held nach Stockholm zu- 
rück, und startete gleich darauf 
erneut. In einem Alter, in dem 
andere daran denken, sich zur 








\ 


Ruhe zu setzen, machte der flie- 
gende Graf noch einmal Schlag- 
zeilen. „Ich bin ein alter Knak- 
ker“, sagte er dem STERN, „und 
es gibt viele tüchtige junge Pilo- 
ten, aber wenn meine Erfahrung 
gebraucht wird, bin ich dabei.“ 
Seine erste Flugerfahrung 
machte der Graf kurz nach dem 
Ersten Weltkrieg als kleiner 
Junge. Damals nahm ihn der 
Mann seiner Tante Karin manch- 
mal in einem klapprigen Dop- 
peldecker mit. Dieser Mann war 
ein ehemaliger deutscher Jagd- 
flieger, der sich in Schweden als 
Zivilpilot verdingt hatte. Er hieß 
Hermann Göring und war in 
erster Ehe mit der Schwedin Ka- 
rin Freiin von Fock verheiratet. 
Bei Onkel Hermann entdeckte 
der Göring-Neffe seine Flieger- 
leidenschaft. Aber als Göring, 
der nach dem Tode seiner Frau 
Karin 1935 die Berliner Staats- 








Foto: POPPER 


Deutsche Spende in Biafra 
Die Flüge werden fortgesetzt 


Foto: TRANS WORLD 





Firm t) 


wedische Flieger und Göring-Neffe von Rosen, der auf eigene Faust Spenden nach Biafra fliegt. Rechts: ein Kind in Biafra 


schauspielerin Emmy Sonne- 
mann heiratete, zum zweiten 
Mann in Hitlers Staat aufstieg, 
verlor sich die Bewunderung. Im 
Abessinien-Krieg flog Rosen 
erstmals Sanitätstransporte für 
die von Mussolini angegriffenen 
Äthiopier. Wenig später, als die 
mit Hitler verbündeten Russen 
in Finnland einfielen, meldete er 
sich freiwillig zur finnischen Luft- 
waffe und erhielt seine Feuer- 
taufe als Kriegsflieger. 

Nach Kriegsende baute der 
fliegende Schwede für Kaiser 
Haile Selassie eine moderne 
äthiopische Luftwaffe auf. Zehn 
Jahre lang stand Rosen in kaiser- 
lichen Diensten. Zum Abschied 
schenkte ihm der Negus eine 
Kaffeeplantage, die heute von 
Rosens ältestem Sohn bewirt- 
schaftet wird. 

Rosen gedachte, sich das Leben 
etwas bequemer zu machen, und 





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16. Juni 68: FC Bayern Hof (schwarze Hosen) gegen Hertha BSC 


Die Verteidiger lagen plötzlich reglos am Boden 


wurde Chefpilot der schwedi- 
schen Chartergesellschaft,Trans- 
air“. 1960 holten ihn die Ver- 
einten Nationen noch einmal 
nach Afrika: Rosen flog Nach- 
schub für die UN-Truppen im 
Kongo-Krieg. Seitdem transpor- 
tierte der fliegende Graf vor- 
nehmlich sonnenhungrige Schwe- 
den ans Mittelmeer. 

In diesem August, als er selbst 
in Portugal Urlaub machte, über- 
raschte ihn eine Anfrage der 
„Iransair“, ob er einen Caritas- 
Transport durch die Biafra- 
Blockade bringen könne. Rosen 
packte die Badehose ein und flog. 

Er holte die Sendung in Frank- 
furt ab und kam bis Säo Tome, 
der portugiesischen Insel vor der 
afrikanischen Küste. „Die Lage 
auf Säo Tom&e war skanda- 
lös“, berichtet Rosen. „Die Hilfs- 
sendungen für Biafra stapelten 
sich. Seit über einer Woche war 
keine Maschine mehr gestartet. 
Die Gruppe internationaler Pilo- 
ten, die dort unten aus der Not 
Kapital zu schlagen versucht, 
hatte Angst vor der nigeriani- 
schen Luftabwehr. Das Rote 
Kreuz war völlig passiv. Das 
sind Beamte, aber keine Leute, 
auf die verhungernde Frauen 
und Kinder ihre Hoffnungen set- 
zen sollten.“ 

Obwohl Rosen striktes Ver- 


bot hatte, in den Kessel einzu- 
fliegen, ubwohl weder er noch 
seine fünfköpfige Besatzung 


gegen das Kriegsrisiko versichert 
waren, rollten die Schweden auf 
die Startbahn — und schafften es 
hin und zurück, einmal, zwei- 
mal, mehrmals. 

„Was wir eingeflogen haben“, 
sagt der Blockadebrecher, „ist 
ein Tropfen auf den heißen 
Stein, aber wir haben bewiesen, 
daß geholfen werden kann, wenn 
der Wille dazu besteht.“ Vom 
Roten Kreuz bekam der Schwede 
einen Rüffel, weil er die „inter- 
nationalen Verhandlungen ge- 
fährde“. Rosens Arbeitgeber, die 
„Iransair“, stellte sich dagegen 
hinter ihren Chefpiloten. „Die 
Flüge werden fortgesetzt", hieß 
es in Stockholm. 

Hero Buss 


Foto: v. d. Becke 


Affären 


Immer Ärger 
mit Hertha 


Die Skandalchronik 
des Berliner 
Fußballvereins Hertha BSC 


ie Spende kam von Axel 

Springer persönlich: ein 
Scheck über 300000 Mark für 
den Berliner Fußballverein Her- 
tha BSC, der im Juni wieder in 
die Bundesliga aufgestiegen war 
und die alte Reichshauptstadt 
wenigstens aus der Fußballiso- 
lierung befreit hatte. Scherzhaf- 
ter Kommentar Springers: 
leicht ist das die letzte Geldüber- 
gabe, bevor ich enteignet werde.“ 


Das Berliner Fußballglück hielt 
nicht lange. Letzten Montag 
fragte Springers „Bild-Zeitung“ 
in Riesenlettern: „Kam Hertha 
nur durch Bestechung in die Bun- 
desliga?“ Denn auf einer Sekt- 
party im Tennisklub verkündete 
Hertha-Präsident Heinz Lohmül- 
ler seinem Vereinsanwalt Man- 
fred Block, der für den Aufstieg 
entscheidende Sieg über den FC 
Bayern Hof habe 38000 Mark 





Anwalt Block (l.), Chef Lohmüller 
Krach nach dem Sekt 





„Viel-' 


gekostet. Damit seien sieben 
Hofer Spieler bestochen worden. 

Entrüstet erklärte Block seinen 
Austritt aus dem Verein und 
alarmierte die Öffentlichkeit. 
Block zum STERN: „Ich habe mit 
dem Fußball abgeschlossen.“ 

Vergebens versuchte Hertha- 
Präsident Lohmüller die Wogen 
der Erregung mit der Behaup- 
tung zu glätten, seine Be- 
stechungsbeichte sei nur als ein 
in Sektlaune gemachter Scherz 
zu verstehen. 

Inzwischen hat die Kriminal- 
polizei (wegen Verdachts der 
Bestechung, des Betrugs und 
der Untreue) und der Deutsche 
Fußball-Bund Ermittlungen auf- 
genommen. Erstes Ergebnis: der 
Hertha-Bote Lothar Pötschke 
war vor dem entscheidenden 
Spiel tatsächlich mit 38 000 Mark 
nach Hof gefahren. Dieses Geld, 
so erklärt er jedoch, sei keines- 
falls zur Bestechung der Mann- 
schaft gedacht gewesen. Er habe 
damit vielmehr den Hofer Spie- 
ler Breuer für Berlin einkaufen 
sollen. Doch Breuer gibt an, von 
einem solchen Angebot nichts zu 
wissen. 

Energisch bestreiten Brauer 
und der Rest der Hofer Mann- 
schaft, Gelder aus Berlin bekom- 
men zu haben. Der Präsident 
vom FC Bayern Hof, Franz An- 
ders, erinnert sich jedoch, vor 
dem Spiel gegen Hertha habe er 
einen Mann aus dem Büro ge- 
worfen, der ihm eine große 
Geldsumme angeboten habe für 
den Fall, daß Hof freiwillig ver- 
liere. 

Nach dem Spiel muß auch 
Franz Anders den Verdacht ge- 
habt haben, es könne einiges 
nicht mit rechten Dingen zuge- 
gangen sein. Nachdem die Ber- 
liner das Siegestor geschossen 
und zwei Hofer Verteidiger re- 
gungslos am Boden gelegen hat- 
ten, entfuhr es dem enttäuschten 
Präsidenten: „Einige unserer 
Spieler wollten heute nicht ge- 
winnen. Das war Sabotage am 
Verein.“ 

Hertha ist schon lange eine 
skandalumwitterte Fußballdame. 
Zahlreiche Fehltritte begründe- 
ten ihren schlechten Ruf: 
© 1963 soll der damalige Her- 
tha-Schatzmeister Günter Herzog 
dem Mittelläufer von 1860 Mün- 


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»Kriminell waren wir nie« 


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chen, Alfons Stemmer, 2000 
Mark zugesteckt haben, damit 
er so schwach spiele, daß Hertha 
viele Tore schießen könne. Stem- 
mer spielte erbärmlich schlecht, 
Hertha gewann 2:1. 

® 1964 wurden die Berliner be- 
schuldigt, dem Stürmer Manfred 
Rummel (Preußen Münster) 5000 
Mark dafür geboten zu haben, 
daß er im Spiel Stuttgart-—Mün- 
ster eine Verletzung markiere, 
um Münsters Abstieg zu besie- 
geln und damit Herthas bedroh- 
ten Bundesligaplatz zu retten. 


@ 1965: Hertha BSC wird wegen 
schwerer Verstöße gegen das 
Statut (Zahlung zu hoher Ab- 
lösesummen und Gehälter) aus 
der Bundesliga ausgestoßen. Zur 
gleichen Zeit verschwinden aus 
der Vereinskasse 192 000 Mark. 


® 1965 wird bekannt, daß Her- 
tha für. 200000 Mark Eintritts- 
karten schwarz gedruckt und 
verkauft hatte. 

Einer der großen alten Män- 
ner des deutschen Fußballs, 
Ernst Kuzorra, Kapitän der 
Schalker Wundermannschaft aus 
den dreißiger Jahren, nennt Her- 
thas Skandalchronik schlicht eine 
Schweinerei: „Wir Schalker wur- 
den damals hart bestraft, nur 
weil wir ein paar Piepen erhiel- 
ten. Kriminell waren wir nie.“ 

Kuzorra, der heute in Gelsen- 
kirchen ein Tabakwarengeschäft 
betreibt, spielt damit auf den 
größten Skandal in der deut- 
schen Fußballgeschichte an. 1930 
schloß der Westdeutsche Spiel- 
verband die gesamte Schalker 
Mannschaft für ein Jahr aus. Der 
Bann traf so berühmte Kicker 
wie Szepan, Kuzorra, Tibulski. 

Der auf reinen Amateursport 
bedachte Verband hatte aus 
Schalkes doppelter Buchführung 
herausgelesen, daß die Stars 
gleich Berufsspielern mit Spesen, 
Löhnen und kleinen Geschenken 
gespickt worden waren. Schalkes 
Kassierer Wilhelm Nier, der als 
Hauptsünder angeklagt war, 
konnte den Vorwurf nicht ver- 
winden. Er ertränkte sich im 
Rhein-Herne- Kanal. 


Hans Werner 


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2 


Gesellschaft 


Kuß und 
Schluß 


Gunter Sachs will sich 
von Brigitte Bardot doch nicht 
scheiden lassen 


itder Ausdauer eines Fichtel 

& Sachs-Motors dementierte 
Gunter Sachs (35) Mitte August, 
was er Anfang August selber in 
die Welt setzen half: Gerüchte 
über eine bevorstehende Schei- 
dung von seiner Ehefrau Brigitte 
Bardot (33), die sich in St.-Tropez 


»Ein Kuß ist noch kein Scheidungsgrund.« Brigitte Bardot mit dem Sachs-Nebenbuhler »Gigi« Rizzi 


mit entblößtem Oberkörper dem 
italienischen Reederssohn „Gigi“ 
Rizzi zum Kusse darbot (STERN 


33/68). 
„Ein Kuß ist noch kein Schei- 
dungsgrund“, bedeutete Sachs 


vorletzte Woche in seinem Haus 
am Genfer See dem italienischen 
Journalisten Romano Pizzigoni. 
Man müsse bedenken, daß seine 
Frau von früh bis spät von sol- 
chen Typen umlagert sei, und 
nur Journalisten kämen auf die 
absurde Idee, das in Verbindung 
mit einer Scheidung zu bringen. 


Scheidungsabsichten hatte 
Sachs allerdings wenige Tage zu- 
vor selber wissen lassen. Am 
Strand von Kampen auf Sylt, bei 
Buhne 16, plauderte er vor der 
Sternredakteurin FlorentinePabst 


Kopfschmerz weg 


mit Leichtigkeit - 


Alle Welt weiß: 









Ss 





Fo 


in Gegenwart einer Freundin 
zwischen 13.30 Uhr und 14.20 Uhr 
am 4. August unbekümmert aus: 
„Was heißt denn schon Schei- 
dung? Ein unwichtiger Gerichts- 
termin ohne viel Rummel.“ In- 
zwischen dementierte Gunter 
Sachs allerdings, auch das ge- 
sagt zu haben. 

Auch die BB nahm eine Kor- 
rektur vor: Sie trennte sich kurz- 
fristig von dem Sachs-Neben- 
buhler „Gigi“ Rizzi, der plötz- 
lich eime wichtige Geschäfts- 
reise nach Italien unternehmen 
mußte. 

Ob das die Sachs-Ehe kitten 
kann, bleibt fraglich. Freunde 
der BB ließen die Zeitung „Fran- 
ce-Soir“ wissen: „Eine Rückkehr 
zu Gunter ist ausgeschlossen.“ 


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Attentat 


Die 
willkommene 
Bombe 


Der griechische 
Regierungschef wird 
verdächtigt, den Anschlag auf 
sich bestellt zu haben 


E: war 7 Uhr 40. Gerade pas- 
sierte der griechische Minister- 
präsident Georgios Papadopoulos 
die Küstenstraße von Kap Sou- 
nion nach Athen in Höhe des 
Kilometersteins 31. Da explo- 
dierte hinter seiner Limousine 
eine Bombe. Doch die Spreng- 
stoffladung verfehlte ihr Ziel: 
Der Chef der Militärregierung 
und die ihn begleitenden Sicher- 


Offizielles Pressefoto vom Attentatsort 





Um 7 Uhr 40 explodierte eine Pulverkaffeebüchse voll Dynamit 


dersprüche auf, Offiziell heißt es: 
Nach der Explosion verfolg- 
ten zwei Leibwächter einen 
Mann in Badehose, der von der 
Straße weg zum Strand flüchtete. 
Von hoher See näherte sich dem 
Verdächtigen ein Boot, das aber 


wegen der vielen Badegäste das 
Ufer nicht erreichen konnte. Der 
Flüchtende wurde festgenommen. 

Die Geheimpolizei gab an, es 
handle sich um den 30jährigen 
Leutnant Georgios Panagoulis, 
einen „von faschistischen Reak- 


tionären bezahlten Meuchelmör- 
der“. Die Leibesvisitation des — 
fast nackten — Mannes habe 
nämlich 13 000 Drachmen (etwa 
1700 Mark) zu Tage gefördert. 
Georgios Panagoulis habe auch 
schon gestanden, nicht nur das 


heitsbeamten blieben unverletzt. 

Dankbar feiert Papadopoulos 
seitdem seine Rettung als einen 
Beweis göttlicher Vorsehung. 
Gegner des Regimes allerdings 
glauben, daß weniger die himm- 
lischen Mächte als die durchaus 
irdischen der Militärregierung die 
ganze Bombengeschichte samt 


ihrem wundersamen Ausgang 
vorgesehen haben. 

Zumindest weist die amtliche 
Attentatsdarstellung einige Wi- 


Foto: Garolla 








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Attentat verübt, sondern noch 
weitere 15 Sprengkörper auf der 
Küstenstraße gelegt zu haben. 


Die Darstellung der Sicher- 
heitsbeamten schienen auf den 
ersten Blick glaubwürdig: Geor- 
gios Panagoulis, Offizier einer 
Sondereinheit, galt als Spezia- 
list für die Fachgebiete „Unter- 
wassersprengungen“ und „Über- 
leben und Entkommen“. Außer- 
dem war er schon vor Monaten 
desertiert, hatte sich nach seiner 
Verhaftung durch den griechi- 
schen Geheimdienst in Israel 
von einem Schiff vor der grie- 
chischen Insel Ägina wieder in 
die Freiheit abgesetzt und wurde 
seitdem offiziell als gefährlicher 
Widerständler gesucht. 


Doch dann kamen Zweifel auf: 


® Der Sprengstoffanschlag war 
so dilettantisch ausgeführt, daß 
nur eine von zwei Pulverkaffee- 
büchsen voll Dynamit in die Luft 
geflogen war. Ein Sprengfach- 
mann wie Panagoulis hätte ganze 
Arbeit geleistet. 

® Fotos vom Tatort zeigten, daß 
die Küste an dieser Stelle sehr 
felsig ist. Es war unwahrschein- 


Fotos: Diethnes 























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lich, daß gerade hier und ausge- 
rechnet zu dieser frühen Mor- 
genstunde so viele Badegäste im 
Wasser waren, daß das angeb- 
liche Boot mit Komplicen des 
Attentäters nicht landen konnte. 
® Wenn aber tatsächlich ein Boot 
zur Stelle war, warum trug dann 
der nur mit Badehose bekleidete 
Attentäter 13 000 Drachmen mit 
sich herum, die er sicherer im 
Schiff hätte deponieren können? 

Die Vermutung lag nahe, daß 
die Militärregierung sich ihr 
Attentat selber bestellt hatte, um 
erneut mit gutem Grund gegen 
unliebsame Gegner des Regimes 
vorgehen zu können. Die Ver- 
mutung wurde zum Verdacht: 
® In Rom erklärte der geflüch- 
tete griechische Student Eusta- 
chios Panagoulis, er glaube nicht, 
daß es sich bei dem angeblichen 
Attentäter um seinen Bruder 
Georgios handle. Eustachios 
Panagoulis: „Von Freunden, die 
aus Griechenland herausgekom- 
men sind, weiß ich mit an Sicher- 
heit grenzender Wahrscheinlich- 
keit, daß mein Bruder schon seit 
Monaten verhaftet ist und nicht 
erst seit dem Attentat. Er sitzt 
im Hauptquartier der Geheim- 
polizei in Dionysos und wird 
von 20 Männern gefoltert.“ 
© Die griechische Geheimpolizei 
korrigierte prompt ihre Dar- 
stellung und erklärte, es handle 
sich bei dem Verhafteten in 
der Tat nicht um den 30jäh- 
rigen Leutnant Georgios Pana- 
goulis, sondern um dessen ein 
Jahr jüngeren Bruder Alex- 
andros. Dieser habe sich als 
Georgios ausgegeben, dem er 
täuschend ähnlich sehe. Damit 
sei der Verhaftete auch kein 
Faschist, sondern ein ehemaliger 
Funktionär der verbotenen links- 
gerichteten Zentrumsunion. War- 
um Alexandros („Alekos“) Pana- 
goulis, der nach Angaben seines 
Bruders Eustachios ebenfalls 
schon lange vor dem Attentat 
verhaftet worden sein muß, sich 
für Georgios ausgegeben haben 
soll, vermochten die Geheimpoli- 
zisten nicht schlüssig zu erklären. 

Wer auch immer die Bombe ge- 
legt hat — sie war der Militär- 
regierung in Athen sehr will- 
kommen: Sie gab den Anlaß für 
Massenverhaftungen und einen 
groß angelegten Propaganda- 
rummel für Ministerpräsident 
Papadopoulos. Die griechischen 
Zeitungen waren voll von Glück- 
wunschtelegrammen für den Re- 
gierungschef. Prominenteste Gra- 
tulanten: der amerikanische Bot- 
schafter in Athen, Phillips Talbot, 
und König Konstantin, der im 
Dezember 1967 vor Papadopoulos 
nach Rom geflüchtet war. 

Und auch der Grundstein für 
eine Märtyrerlegende der regie- 
renden Militärs fiel bei dem an- 
geblichen Anschlag ab: Der Athe- 
ner Gemüsehändler Georgis 
Tsokas rief seine Landsleute zu 
Spenden auf, um am Attentats- 
ort eine Gedenkkapelle zu er- 
richten. Sein Wunsch: Jeder 
Grieche soll dort später Gott für 
die wunderbare Rettung des 
Wohltäters der Nation, Papado- 
poulos, danken können. 


Landwirtschaft 


Auf Deubel 


komm 0raus! 


Bonn zahlt 80 Millionen Mark 
für Obst und Gemüse, 

das in EWG-Ländern auf 
den Müll wandert 


n Belgien kippten Bauern hun- 

derttausende Köpfe Blumenkohl 
auf den Müll, übergossen sie mit 
Benzin und steckten sie in Brand. 
Für jeden verfeuerten Kohlkopf 
kassierten sie bis zu 40 Pfennig. 

In Südfrankreich und Italien 
schütteten Bauern 250000 Ton- 
nen Pfirsiche und ebenso viele 
Tonnen Äpfel in Schluchten, zer- 
malmten sie mit Treckern oder 
warfen sie den Schweinen zum 
Fraß vor. Für jedes vernichtete 
oder verfütterte Kilo Obst sack- 
ten sie bis zu 45 Pfennig ein. 

Auf Sizilien walzten Bauern 
mit Planierraupen tausende Ton- 
nen Apfelsinen zu Brei. Für je- 
des Kilo zermanschte Orangen 
steckten sie bis zu 40 Pfennig ein. 

Die skandalösen Lebensmittel- 
vernichtungen geschahen auf Ge- 
heiß der EWG und auf Kosten 
der Steuerzahler. Brüssels Agrar- 
politiker nennen es freilich vor- 
nehmer Intervention, was der 
Duden mit „(wirtschaftliche) Ein- 
mischung eines Staates in die 
Verhältnisse eines anderen“ 
übersetzt. Um die Erzeuger- 
preise stabil, das heißt möglichst 
hoch zu halten, garantiert die 
EWG den Bauern einen Mindest- 
preis. Sie kauft überschüssige 
Ware auf, wenn der Marktpreis 
unter den Garantiepreis sinkt. 
Weil die EWG-Kommission aber 
selbst nicht weiß, wohin mit den 
Obst- und Gemüsebergen, ge- 
stattet sie den Erzeugern, den 
Überschuß „aus dem Markt zu 
nehmen“ — zu vernichten. So 
wird die Preisgarantie zur staat- 
lichen Vernichtungsprämie. 

240 Millionen Mark kostet die 
europäischen Steuerzahler in 
diesem Jahr die Obst- und Ge- 
müsevernichtung, 80 Millionen 
davon müssen die Bundesbürger 
aufbringen. Den Löwenanteil 
(160 Millionen) kassieren die 
italienischen Bauern. Leer dage- 
gen gehen die deutschen Land- 
wirte aus. Der Grund: Die Bun- 
desregierung ist gegen die Ver- 
nichtung. Weil aber alle anderen 
EWG-Partner dafür gestimmt 
haben, zahlt auch Bonn seinen 
Anteil in die Vernichtungskasse 
und trägt somit dazu bei, daß 
holländische, belgische, französi- 
sche und italienische Bauern für 
den Müll pflanzen und ernten. 

Brüssel subventioniert die Be- 
quemlichkeit und den Betrug: 
Die EWG-Marktordnung - nimmt 
den Erzeugern einen wichtigen 
Teil des Unternehmerrisikos ab. 
Preisgarantien und zusätzliche 
nationale Anbau-Zuschüsse ver- 
führen die Bauern dazu, über den 
Bedarf hinaus und an ihm vorbei 
zu produzieren. Unrentable Obst- 


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anlagen werden weiterbetrieben, 
kaum gefragte Sorten weiter an- 
gebaut und eher ein Hektar Blu- 
menkohl mehr als einer weniger 
angepflanzt. Diplom-Volkswirt 
Thomas Schlier von der Arbeits- 
gemeinschaft der Verbraucher- 
verbände in Bonn: „In Frank- 
reich und Italien produzieren die 
Bauern auf Deubel komm raus.“ 


Die Vernichtungsprämien ver- 
locken ferner dazu, die Interven- 
tionsbestimmungen großzügig 
auszulegen, sich um den Verkauf 
kaum zu kümmern und krimi- 
nelle Praktiken anzuwenden. 
Diplom-Volkswirt Schlier: „In 
allen bisher bekannten Fällen 
wurden Früchte lange vor einer 
echten Absatzkrise vernichtet. 
Während die Erzeuger einen Teil 
ihrer Ernte steuerbegünstigt zer- 
störten, lagen die Preise für Han- 
del und Verbraucher noch nor- 
mal und teilweise überdurch- 
schnittlich hoch. Die Märkte in 
den Hauptverbrauchsgebieten 
waren noch nicht überlastet.“ 


So erbot sich der Bremer 
Fruchthof, größte Fruchtverwer- 
tungs-Gesellschaft Europas, grö- 
Bere Obst- und Gemüseüber- 
schüsse abzunehmen. Die EWG- 
Kommission antwortetenach sie- 
ben Wochen: „Wir sind nicht zu- 
ständig.“ Großhändler aus dem 
Ruhrgebiet wollten mehr und bil- 
ligeren Blumenkohl aus Belgien 
beziehen. Doch die Erzeuger kas- 
sierten lieber aus der EWG-Kas- 
se und kippten den Kohl auf den 


.Müll. Auf Sizilien leitet gar die 


Mafia, die den Obst- und Ge- 
müsehandel auf der Insel weit- 
gehend kontrolliert, die Vernich- 


> te 
a 





sern der EWG-Länder. Um die 
Berge abzubauen, sollen Weizen, 
Zucker und Butter auf Kosten 
der Steuerzahler unter anderem 
zu Viehfutter verwandelt werden. 

Vorschläge, die Überschüsse 
an leichtverderblichen Waren wie 
Obst, Gemüse und Butter nach 
Biafra oder in andere Hunger- 
gebiete der Welt zu schicken, 
scheitern an den Transport- 
schwierigkeiten und zu hohen 
Kosten. Aber: Bonn und Brüssel 
müssen dafür sorgen, daß es gar 


Zitat der Woche 


Das Kölner Boulevard- 
blatt »Express« veröffent- 
lichte in seiner Ausgabe 
vom 10. August 1968 fol- 
gende Anzeige: 


»Bisher glückliches, leb- 
haftes junges Ehepaar in 
Mansardenwohnung sucht 
auf Grund der neuen En- 
zyklika dringend billigen, 
gebrauchten Fernsehappa- 
rat.« 





nicht erst zu solchen Überschüs- 
sen und Vernichtungsaktionen 
kommt. 

Die Arbeitsgemeinschaft der 
Verbraucherverbände: „Die Sub- 
ventionen müssen gekürzt und 
besser verteilt, Anbau und Ver- 
kauf besser geplant und die Prei- 
se gesenkt werden.“ Der Deut- 
sche Bauernverband: „Auch wir 
sind gegen das Gießkannenprin- 
zip. Subventionen sollten nur 
solche Produktionszweige erhal- 





Apfelsinenvernichtung in Sizilien 
Für jedes Kilo Müll bis zu 40 Pfennig von der EWG 


tungsaktionen. Sie erklärte unter 
anderem gute zu verdorbener 
Ware und ließ sie samt Kisten 
„aus dem Markt nehmen“. Für 
Ausschuß zahlt die EWG eben- 
falls Entschädigungen. 

Doch nicht nur Gemüse und 
Obst, auch Weizen-, Zucker- und 
Butterberge wachsen den Euro- 
päern über den Kopf. Die Bilanz: 
Überschüsse von acht Millionen 
Tonnen Weizen in diesem Jahr, 
1,1 Millionen Tonnen Zucker und 
300 000 Tonnen Butter lagern in 
Vorratskammern und Kühlhäu- 


ten, die es wirklich nötig haben. 
Der Anbau sollte auf nationaler 
Ebene gedrosselt werden. Das 
ist in erster Linie ein EWG- 
Problem.“ 

Daß einiges faul ist im EWG- 
System, sieht man inzwischen — 
viel zu spät — auch in Brüssel 
ein. Unter dem Druck heftiger 
Proteste gegen die Vernichtungs- 
aktionen dieses Sommers will 
die EWG-Kommission im Herbst 
die Preisgarantien für Obst und 
Gemüse „überprüfen“. 

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Verkehr 


300 PS 
und neun 
Tote 


Ein Düsseldorfer Juwelier 
schaffte sich einen 
Sportwagen an, den er nicht 
beherrschen konnte 


E inen Urlaub konnte sich der 
Schuhmachermeister Jergnicht 
leisten. So wollte er seiner Fami- 
lie wenigstens einen schönen Tag 
machen, fuhr mit Frau und vier 
Kindern an den Bodensee und 
nahm auch noch die kleine Nichte 
mit. Doch ehe es Abend wurde, 
war von ihnen nur noch- der 
Jüngste am Leben. Ein anderes 
Auto war ihnen entgegengekom- 
men. 


Der in dem andern Auto war 
Juwelier und konnte sich fast 
alles leisten. So nahm er noch 
drei Leute mit zu seiner Spritz- 
tour, die zur Fahrt in die Ewig- 
keit wurde. Er hatte einen win- 
zigen Moment vergessen, daß 
sein Fuß auf dem Gashebel eines 
Rennwagens stand. 

Denn erst einen Tag hatte der 
32jährigee Düsseldorfer Gold- 
schmied Hans Huch seinen neuen 
215 Stundenkilometer schnellen 
ISO Rivolta S4 ausprobiert. Viel 
zu wenig, um die 304 PS des 
italienischen Sportwagens zu be- 









“ 


At Jerg (43) 


u 


Maria Jerg (37) 


Tod beim Ausflug zur Insel Mainau 


12|stern 


Dittmar Jerg (12) 


PR ER 





Sportwagen ISO Rivolta S 4, 8 Zylinder, 215 Spitze, 50 000 Mark 
»Er war ein schneidiger Fahrer und überholte millimeterscharf« 


zwei hübschen Serviererinnen, 
der 25jährigen Erika Henz und 
der 20jährigen Heidi Caspelherr, 
von Wasserburg die Bodensee- 
straße nach Meersburg gebraust. 

Die Leute in dem anderen Wa- 
gen waren ganz das Gegenteil: 
sparsame Schuhmachersleute, der 
43jährige Josef Jerg und seine 
Frau Maria, die unter großen 


herrschen. ‚Aber er war ein 
„schneidiger Autofahrer“, wie 
ihn seine Tante nennt, ein spen- 
dabler Gast in allen Restaurants, 
ein Freund schöner Mädchen, ein 
Mann mit 20000 Mark in der 
Tasche. „Wir wollen noch schnell 
in die Bar zischen“, hatte er sei- 
nem Freund „Bubi“ Roesgen ge- 
sagt, und dann waren sie mit 





Siegfried Jerg (11) Margot Jerg (8) Angelika Slesiona (14) Hans Huch (32) 


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persönlichen Opfern ein Geschäft 
in Uttenweiler bei Biberach auf- 
gebaut hatten. Ihr Geld reichte 
gerade zu einem Tagesausflug 
mit dem Opel Caravan, und die 
vier Kinder zwischen sechs und 
zwölf Jahren waren begeistert 
von der Fahrt, vom Bodensee 
und davon, daß in Friedrichs- 
hafen ihre vierzehnjährige Cou- 
sine Angelika zu ihnen stieg. 
Höhepunkt war der Besuch auf 
der Insel Mainau, das Schönste, 
was die Kinder in ihrem Leben 
zu sehen bekamen, und das 
letzte. Denn als sie fröhlich von 
dort nach Friedrichshafen zu- 
rückfuhren, kam ihnen der 
Düsseldorfer Juwelier entgegen. 

Er überholte einen Mercedes 
2505, in dem der Pfullinger Zahn- 
arzt Eberhard Dalm saß. Dalm 
erinnert sich: „Ich hatte gerade 
einen Lastwagen überholt, da 
schoß ein Sportwagen an mir 
vorbei mit mindestens 150 Stun- 
denkilometern. Etwa 600 Meter 
vor mir geriet der Wagen an 
einer Kuppe ins . Schleudern, 
schwebte in der Luft und fuhr 
in den entgegenkommenden 
Caravan. Ich habe dann all die 
Kinder aus dem Kombi geholt. 
Sie stöhnten furchtbar, waren 
eingeklemmt, überall lagen 
Fleischfetzen. Als ich in die 
Reste des Sportwagens sah, 
wußte ich: Da ist nichts mehr zu 
machen. Nur einer war heraus- 
geschleudert, Herr Roesgen, 
schwer verletzt. Für das sechs- 
jährige Bübchen, den Wolfgang 
Terg, werde ich sorgen, wenn er 
davonkommt.“ 


Ob er aber davonkommt, mit 


‚P I | 
+, Fy . 
7 2 5 


| 





Erika Henz (25) Heidi Caspelherr (20) 


Tod bei der Spritztour in die Bar 


[ofo23 .Zo\ 


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seinem verletzten Gehirn und 
den Knochenbrüchen, wissen die 
Ärzte nicht. 

Neun Menschen starben bei 
dem Zusammenstoß, auch der 
schnelle Fahrer Hans Huch. Er 
muß vor der Kuppe und beim 
Anblick des entgegenkommen- 
den Wagens einen Fehler ge- 
macht haben, der typisch ist für 
die „Umsteiger“ von Durch- 
schnittsautos auf Renner: Durch 
Gasgeben wie durch Bremsen 
können die Hinterräder durch- 
drehen und den Wagen sofort 
zum Schleudern bringen. 


Der Autotester B. Busch for- 
dert daher: „Wer auf einen stark 
motorisierten Wagen umsteigt, 
lebt solange gefährlich, bis er 
sich ganz an die Kraft dieses 
Autos herangetastet hat. Manche 
kaufen sich auf Grund ihres Gel- 
des einen Wagen, den sie auf 





u 
Verletzter Wolfgang Jerg (6) 


Von der sechsköpfigen 
Familie blieb 
nur ein Kind übrig 


Grund ihrer Fähigkeiten gar 
nicht beherrschen können. Sol- 
che ‚Umsteiger‘ sollten zuerst im- 
mer allein fahren, um sich nicht 
durch andere ablenken oder zum 
Rasen verleiten zu lassen. Denn 
diese Wagen lenken sich nicht 
nur mit dem Lenkrad, sondern 
ebenso mit dem Gaspedal. Das 
Vernünftigste wäre eine Sonder- 
prüfung und ein Zusatzführer- 
schein für schnelle Wagen.“ 


Doch der Todesmann aus Düs- 
seldorf war vom Schnelligkeits- 
rausch besessen. „Er überholte 
immer millimeterscharf“, sagte 
seine Tante, „da konnte man 
eine Zeitung dazwischenlegen.“ 

Dazu reichte es auf der Boden- 
seestraße nicht mehr. 





Verantwortlich für: BON(N)BONS, KA- 
RIKATUREN, FRITZ WOLF, VIERTES 
PROGRAMM, LEXIKON DER EROTIK, 
STERNCHEN, AMADEUS: Erhard Kort- 
mann; LESERBRIEFE, ERLAUBT -— 
VERBOTEN — STRAFBAR, „SEBA- 
STIAN HAFFNER“, BERICHT AUS 
BONN: Gerhard Gründler; PERSONA- 
LIEN: Inga Thomsen; LIEBER STERN- 
LESER: Henri Nannen; PRAG: Egon 
Vacek; BARNARD: Günter Dahl; 
GRZIMEK, EXPERTEN-FRAGE: Gün- 
ther Schwarberg; ALAIN DELON: 
Wilfried  Achterfeld; FANTAZZINI: 
Wilfried Ahrens; KENNAN: Wolf 
Schneider; JOURNAL: Pitt Severin; 
HOROSKOP, RÄTSEL: Peter Kahl; 
STERN-KÜCHE: Ulrich Klever; GE- 
SCHIEDENE FRAU: Horst Treuke; 
AUTOTEST: Hans Werer; DIESE 
WOCHE, BIERMANN: Winfried Maaß; 
ROMAN: Dr. Doralies Hüttner; BILDER: 
Günther Beukert. Alle in Hamburg. 


FORTSETZUNG VON SEITE 24 


einer auf die Hupe eines Sperrfahr- 
zeugs, worauf alle übrigen Hupen 
der Lastwagen und Autobusse in 
Tätigkeit gesetzt werden, so dab 
die Straße von einem ohrenbetäu- 
benden, die Menge aufputschenden 
Lärm erfüllt ist. 


Die Panzer rühren sich nicht von 
der Stelle, doch von den rückwärti- 
gen Fahrzeugen steigen jetzt die 
Soldaten ab, nehmen die Maschinen- 
pistolen senkrecht vor die Brust, 
stecken mit beinahe gemütlichen 
Bewegungen die blanken Bajonette 
auf die Schnellfeuergewehre und 
beginnen, in die Menge hineinzu- 
marschieren. Als diese nicht Platz 
macht, knallen die ersten scharfen 
Salven in den Himmel. 


Von diesem Augenblick an ist die 
Straße vom Lärm der Schnellfeuer- 
waffen erfüllt, Während die Schüsse 
zuerst noch zufällig in den oberen 
Stockwerken der Häuser einschla- 
gen, ändern die Russen, als ihnen 
weiterhin nicht Platz gemacht wird, 
ihre Taktik und schießen gezielt in 
die oberen Fenster. Die Scherben 
regnen auf die Menge herab, doch 
auch das hat nicht den beabsichtig- 
ten Effekt. Die Straße wird nicht 
geräumt. 


Um das Rundfunkhaus konzen- 
trierten sich in den nächsten zwei 
Stunden die militärischen Aktionen, 
die man allerdings nicht Kämpfe 
nennen kann. Sie gipfeln darin, daß 
zwei Panzer in Brand gesetzt wer- 
den. Der eine fährt noch, während 
bereits die Flammen zwischen den 
Ketten herausschlagen. 


Ein junger Mensch öffnet den 
Tankverschluß eines Munitionswa- 
gens und hält ein brennendes Pa- 
pier darüber. Mit einer ungeheuren 
Stichflamme explodiert sowohl das 
Benzin als auch die Munition, und 
es ist ein Wunder, daß es dabei 
keine Toten gibt. 


Die nächsten Häuser auf bei- 
den Straßenseiten und sogar die 
Bäume beginnen zu brennen. Sie 
brennen noch am späten Nachmit- 
tag. Da aber hat sich die Szene 
völlig gewandelt. Die Panzer sind 
um das Rundfunkgebäude ver- 
schwunden, die Fahrzeuge der Pan- 
zersperren zu Skeletten verbrannt. 
Die Straße ist bedeckt mit einer 
glitschigen Schicht aus Benzin, Ol 
und Wasser. Längs der Häuser lie- 
gen fußhoch Glasscherben. Die 
Drähte der Straßenbahnlinie hän- 
gen herab. Die Fenster der meisten 
umliegenden Häuser sind zerstört, 
und aus den oberen Stockwerken 
qualmt es noch. 


In dem trostlosen, nach Brand 
und Pulverdampf riechenden Kriegs- 
milieu, aus dem die eigentlichen 
Urheber, nämlich die Sowjets, ver- 
schwunden sind, entwickelt die Ju- 
gend von Prag eine Art von Volks- 
fest. Tausende von Mädchen und 
Jungens wandern auf und ab und 
schauen sich den Schaden an, als 
beträfe sie das alles gar nicht. 


Vom untersten Balkon des Rund- 
funkgebäudes, dessen Türen ver- 
schlossen sind und das im Inneren 
von den Sowjets besetzt ist, spricht 
ein junger Rundfunksprecher im 
bunten Hemd über die Ereignisse 
zur Menge, und zwar ganz im Sinne 


Das Drama von Prag 


der Regierung, die lahmzulegen die 
Sowjets und ihre Verbündeten ein- 
marschiert sind. 


Unweit des Rundfunkgebäudes 
sind in einem schwerbeschädigten 
Auto Listen ausgelegt, in die sich 
alle eintragen sollen, die hinter 
Duböek stehen. Ein Mann legt die 
Hände an den Mund und schreit 
in die Menge, alle mögen kommen 
und unterzeichnen. Seiner Auffor- 
derung folgen viele. 


Ich frage, ob hier jemand deutsch 
versteht. Es meldet sich jemand, mit 
dem ich ins Gespräch komme. Ne- 
ben ihm steht ein Einarmiger in 
einem braunen Anzug, der eine 
ganze Weile stumm bleibt, bis er 
schließlich in akzentfreiem Deutsch 
sagt: „Ich spreche auch deutsch.“ 
Ich frage ihn, woher er kommt, und 
er sagt, er schäme sich, es zu sagen. 
Er kommt aus der DDR und sagt: 
„Ich bin hier eingeladen, aber unser 
Militär nicht. Wir haben hier nichts 
verloren.“ 


In diesem Augenblick trifft aus 
einer Seitenstraße ein Transporter 
ein, der drei Särge geladen hat. Der 
Wagen hält an einer Stelle, wo 
schon seit einer Stunde ein junger 
Mensch mit einer Fahne wie ein 
Denkmal steht. Hier hat es am 
Morgen einen Toten gegeben. 


Bevor noch die Menge sieht, daß 
die Särge in dem Transporter leer 
sind, erscheinen vier vollbesetze 
Wagen der Sowjets, die in Richtung 
Altstadt fahren: Das Zusammen- 
treffen der Särge und der Russen 
bewirkt, daß sich die Jahrmarkt- 
stimmung augenblicklich in das Ge- 
genteil verkehrt. Die Menge rottet 
sich zusammen, so daß die Wagen 
fast zum Stehen kommen. Die Leute 
spucken auf die Fahrzeuge. Der Ruf, 
den ich schon den ganzen Tag ge- 
hört habe: „Ihr Faschisten“, ertönt 
von neuem aus hundert Kehlen, 
und wieder tun die Sowjets so, als 
hören sie nur „Spazieren“. Sie neh- 
men keine Notiz von dem Lärm, 
dem Pfeifen und dem Gebrüll, das 
sich um sie erhebt, und fahren nun 
mit gemäßigtem Tempo weiter. 


Abseits in einer Nebenstraße 
steht ein ausgebrannter Panzer, auf 
den sind mit roter Farbe zwei große 
Hakenkreuze gemalt. Als ich dort 
stehe und eine Notiz mache, nimmt 
mir ein Tscheche das Blatt aus der 
Hand, erbittet sich auch den Stift 
und schreibt auf mein Papier 1939, 
dahinter malt er ein Hakenkreuz, 
und 1968, und dahinter malt er ein 
zweites Hakenkreuz. 


Der Tag ist schon fast zur Neige, 
als ich noch einmal zum Gebäude 
des Zentralkomitees in der Nähe des 
Moldau-Ufers zurückkehre. Das Haus 
ist seit dem frühen Morgen von 
einer dichten Kette von Panzern 
wie mit einem stählernen Zaun um- 
geben. Während am Morgen die 
Sowjets nicht erlaubten, sich den 
Panzern zu nähern, kann die Bevöl- 
kerung sich jetzt unmittelbar bis an 
die Sperre vorbewegen. Dort auf 
dem Bürgersteig gab es am frühen 
Vormittag drei Tote: Ein Mädchen 
wurde von einem Panzer überfah- 
ren, und zwei junge Männer wur- 
den von Fallschirmjägern erschos- 
sen. Die Stellen sind durch grüne 
Zweige und kleine tschechoslowa- 
kische Fahnen markiert. 


Gegen achtzehn Uhr nähert sich 
den Mahnmalen in tiefem Schwei- 
gen ein Zug von etwa sechzig jun- 
gen Menschen, denen eine blutge- 
tränkte tschechoslowakische Fahne 
vorangetragen wird. Sie machen erst 
Halt. als sie unmittelbar unter den 
Rohren der Panzer angelangt sind, 
dann singen sie halblaut und im 
Rhythmus eines Trauermarsches die 
Internationale. Die achthundert Sol- 
daten auf den Panzern und unter 
den Bäumen des Moldau-Ufers blik- 
ken stumm auf diese Demonstration. 
Der Versuch von einigen Jungen, 
mit ihnen ins Gespräch zu kommen, 
mißlinst. 

Aus einem der Fenster des Zen- 
tralkomitees, hinter denen sich das 
Büro Dubt&eks befand, blicken die 
Gesichter von sowjetischen Fall- 
schirmjägern unter ihren Kappen 
herab. 


Amadeus Deutscher Marschtritt dröhnt durch Prag, 
Deutscher Sieg vom alten Schlag: 


Friedenstöne überall — 
dann folgt nachts ein Überfall. 


Hitler gestern, Ulbricht heute, 

es ist stets die gleiche Meute: 
Bruderkuß mit den Genossen — 
dann wird hinterrücks geschossen. 


Gegen „Friedensstörer“ hetzen 

und den Frieden selbst verletzen, 
Freiheit fordern für die Schwachen — 
selbst sich zum Diktator machen. 


Amadeus konstatiert: 

Wer jetzt gegen Prag marschiert, 
wird auch zu gegeb’nen Zeiten 
andre Grenzen überschreiten! 


ECKART HACHFELD 





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Sportkontakte 





Haydn 


in Güstrow 


DDR ehrt Sportsieger aus 
der Bundesrepublik 
mit dem Deutschlandlied 


Sechsmal erklang vor wenigen 
Tagen im Stadion der DDR- 
Stadt Güstrow das Deutsch- 
landlied. Es erklang zu Ehren 
von sechs westdeutschen Sport- 
anglern, die bei den Weltmei- 
sterschaften in Güstrow die 
meisten Titel gewannen. „Wir 
waren völlig platt“, berichtet 
ein Teilnehmer aus der Bun- 
desrepublik, „und staunten 
am meisten darüber, wie flüs- 
sig die Volksmarine-Kapelle 
die Haydn-Hymne spielte.“ 

In Güstrow haben keineswegs 
untergeordnete Sportfunktio- 











gespannt werden, Kontakte 
zwischen Sportlern aus beiden 
Teilen Deutschlands im Kitt- 
chen enden zu lassen. 


Nur ein Trick des nordrhein- 
westfälischen Innenministers 
Willi Weyer machte es mög- 
lich, daß ostdeutsche Sportbe- 
sucher in der Bundesrepublik 
das Zeichen DDR auf Trikots 
und Transparenten zeigen dür- 
fen. Als im vergangenen Jahr 
die DDR-Kanuten zu den Eu- 
ropameisterschaften in Duis- 
burg mit Hammer und Zirkel 
anrückten und ihre drei Buch- 
staben sogar auf einem Schild 
vorneweg trugen, empfahl 
Weyer seinen Polizisten, „ein- 
fach nicht hinzuschauen“. 


Die starre Haltung der Bun- 
desregierung treibt den west- 
deutschen Sport in eine ge- 
fährliche Isolierung. Um Ärger 
mit den Deutschen zu vermei- 
den, weigern sich immer mehr 
internationale Verbände, Mei- 
sterschaften an die Bundesre- 
publik zu vergeben. So verlor 





näre gegen Ostberliner Richt- 
linien verstoßen. Vor drei Jah- 
ren, als der Ludwigshafener 
Amateurboxer Hans Freistadt 
in Ostberlin Europameister 
wurde, spielten DDR-Militär- 
musiker für ihn ebenfalls das 
Deutschlandlied. Und als die 
schwarzrotgoldene Bundesflag- 
ge gehißt wurde, spendeten 
die Ostberliner Beifall. 


Was drüben möglich ist, darf 
in der Bundesrepublik nicht 
geschehen. Zwei Drittel aller 
Bundesdeutschen sind nach ei- 
ner Umfrage zwar der Mei- 
nung, man solle DDR-Mann- 
schaften bei internationalen 
Sportereignissen in der Bun- 
desrepublik ruhig mit ihrer 
Flagge und ihrer Hymne auf- 
treten lassen. Und Bundesmi- 
nister Herbert Wehner erklär- 
te, diese Symbole, in unseren 
Stadien dargeboten, hätten 
nichts mit Anerkennung der 
DDR zu tun. Aber die Bundes- 
regierung verbietet nach wie 
vor Fahne und Hymne der 
DDR. Unser politisches Straf- 
recht könnte sogar dafür ein- 


»...und die Siegerehrung nimmt jetzt ein Vertreter des Innenministers vor!« 


Köln die Boxeuropameister- 
schaften 1969 an Bukarest, 
weil die Stadt Köln, die schon 
15000 Mark in die Vorberei- 
tungen investiert hatte, nicht 
garantieren konnte, daß Euro- 
pameister aus der DDR mit 
ihrer Flagge und Hymne ge- 
ehrt würden. 


Dabei hat der Bonner Eier- 
tanz vor Ulbrichts Symbolen 
nur wenig Zukunft. Spätestens 
1972, wenn auch die DDR 
zu den Olympischen Spielen 
nach München kommt, werden 
die Sportler von drüben hier 
bei uns ihre Fahnen aufstellen 
und ihre Hymne hören. Letzte 
Bonner Hoffnungen hat vor 
kurzem der Präsident des In- 
ternationalen Olympischen Ko- 
mitees, Avery Brundage, zer- 
stört. Vor der Presse in Chi- 
cago sagte er: „Ich glaube, in 
Mexiko werden die beiden 
deutschen Mannschaften zum 
letztenmal mit einer Flagge 
(schwarzrotgold mit den fünf 
Ringen) und einer Hymne 
(Beethoven) auftreten. 

Welche abenteuerlichen Aus- 


wege einige Bonner Politiker 
immer noch suchen, verriet die 
angesehene Züricher Zeitung 
„Sport“: „Prinz Konstantin 
von Bayern, Bundestagsmit- 
glied der CSU, hat gesprächs- 
weise die Ansicht geäußert, 
man könne 1972 entweder die 
ganze Stadt München oder we- 
nigstens die olympischen Wett- 
kampfstätten während der 
Dauer der Spiele zum exterri- 
torialen Gebiet erklären, also 


Diplomatie 





Rückzug 
vom Balkan 


Blachstein ist zu krank 
für Belgrad, aber 
fit für den Wahlkampf 


Seine Gesundheit kapituliert 
vor dem Balkan-Klima. Den 
Wahlkampfstrapazen für ein 
Bundestagsmandat fühlt er sich 
dennoch gewachsen. Peter 
Blachstein (57), der Bonner 
Botschafter in Jugoslawien, 
gibt seinem Freund und Dienst- 
herrn Willy Brandt Rätsel auf 
und liefert den Außenminister 
dazu noch der Schadenfreude 
seiner Gegner aus. 

Nach 72 Tagen Amts- und 
nur 18 Tagen Arbeitszeit 
überraschte der zum Diploma- 
ten ernannte Abgeordnete sei- 
ne Vorgesetzten mit der An- 
kündigung, er wolle seinen 
Posten aufgeben und 1969 
wieder für den Bundestag 
kandidieren. 

Mit dem „vier Monate dau- 
ernden tropischen Sommer in 
Belgrad“ rechtfertigte er sei- 
nen Entschluß. Seine Partei- 
freunde in Bonn waren ver- 
wirrt. Denn ehe Blachstein für 
Belgrad zusagte, hatte er sich 
— im Frühjahr — Bedenkzeit 
für ärztliche Konsultation er- 
beten. Seit KZ- und Gefängnis- 
haft vor 35 Jahren mit nachfol- 
gender Emigration ist er mit 
Herz-, Lungen- und Leberlei- 
den schwer belastet. Aber der 
Befund war günstig. Blachstein 
erzählte, daß ihm die Ärzte 
sogar geraten hätten, von 
Rhein und Elbe an Save und 
Donau umzuziehen. 

Selbst die Tatsache, daß die 
mittlere Juli-Temperatur dort 
mit 22 bis 24 Grad um fünf bis 
sechs Grad höher als in Bonn 
liegt, blieb unbeachtet. 

Der Botschafter, der am 6. 
Juni auf Titos Sommersitz Brio- 
ni sein Beglaubigungsschrei- 
ben überreichte, erlebte gera- 
de noch die Jugoslawien-Visite 
seines Ministers vom 12. bis 
15. Juni. Eine Woche danach 
gab er auf, kam nach Ham- 
burg und legte sich in eine 
Klinik. Auf den west-östlichen 
Cocktail-Partys in Belgrad 
praktiziert seitdem wieder die 
robuste DDR-Gesandte Lore 





aus der Bundesrepublik aus- 
klammern. Die Souveränität 
könnten entweder der Münch- 
ner Oberbürgermeister oder 
— noch besser — der Präsident 
des IOC ausüben. Zweck der 
Übung: Vermeidung von po- 
litischen Peinlichkeiten gegen- 
über Ostdeutschland.“ 

Noch immer liegen gesamt- 
deutsche Illusionen mit dem 
olympischen Ehrgeiz im Wett- 
streit. Hans Werner 


Staimer (62) deutsche Allein- 
vertretung. 

Voller Schadenfreude ver- 
folgen Brandts Gegner in der 
CDU/CSU die Blachstein- 
Affäre. Sie empfinden späte 
Genugtuung dafür, daß sie im 
Frühjahr ohnmächtig zusehen 
mußten, wie der ungeliebte 
Außenminister einen profi- 
lierten Parteimann zu Tito 
schickte. Brandt konnte damit 
der CDU/CSU heimzahlen, 
daß sie ihn zuvor durch ein 
Veto des Kanzlers hatte daran 
hindern lassen, den — inzwi- 
schen zum Holland-Botschaf- 
ter avancierten — Legationsrat 
Hans Arnold nach Belgrad zu 
entsenden. Heute heißt es bei 
der CDU/CSU: Wer zuletzt 
lacht, lacht am besten. 

Die Lösung des Rätsels 
Blachstein muß Willy Brandt 
in Hamburg suchen: Den 
Marschbefehl für Belgrad 
schon in der Tasche, ließ sich 
der diplomatische Außenseiter 
noch in den SPD-Landesvor- 
stand wählen. Und im SPD- 
Kreisvorstand von Hamburg- 
Eimsbüttel zündete Blachstein 
die Bombe, indem er den Ge- 
nossen seine Bewerbung für 
eine Bundestagskandidatur mit 
dem Hinweis auf seinen baldi- 
gen Rückzug vom Balkan 
schmackhaft zu machen suchte. 

Aber der Hamburger SPD- 
Landesvorsitzende Paul Never- 
mann ist skeptisch: „Ich glau- 


72 Tage nach Übergabe des Beglaubigungs- 
schreibens arı Tito verlor Blachstein die Lust 


be nicht, daß nach diesen Vor- 
fällen seine Wahl sicher ist.“ 
Über die Stimmung innerhalb 
der SPD wurde Blachstein von 
einem Mitglied des Hambur- 
ger Landesvorstandes unter- 
richtet: „Eine einzige Blamage 
für Dich und die Partei.“ 

Peter Stähle 





stern 


sieh fern Lell mit stern 


| gaaıye 30. August 


1. PROGRAMM 





REGIONALSENDUNGEN 
































2.PROGRAMM 














So gern die Familie Pentecost 
die Kinder von Mays tödlich 
verunglücktem Bruder auch 
aufgenommen hat, allmählich 
wird es problematisch für alle. 
Jenny, 17, schwärmt hem- 
mungslos für denerfolgreichen 
Schriftsteller Jocelyn. Emma, 6, 
verfolgt hemmungslos den 
siebenjährigen Gaylord mit 


Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch. Rdf.), Kreuzberg/ Bayerisch. Rdf.: 18.30 Ich armes wel- 17.40 Reisewetter 
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.) sches Teufli. 19.05 Nachrichten und ak- ihrer S ielwut Und David 16 
10.00 Tagesschau. 10.20 Sie 67. Skizzen zu einem Por- tuelle Viertelstunde. 19.25 Abendschau 17.45 Nachrichten und Wetterbericht h di $ ö L ® ö 2 h ? 
trät der modernen Frau: Dr. Hildegard Hamm-Brü- Hessisch. Rdf.: 18.10 Porträt einer r , t die neewonnneiıt, nachts 
cher. 11.05 Naysrgraons, Schlager, die keine wurden. | Stadt. Michelstadt. 18.40 Das Sand- | 17.50 Drehscheibe — Magazin zum Feierabend a : je) h Ms ö ” 
Mit Corry Brokken, Bibi Johns, Lolita, Rex Gildo u. a. männchen. Margot und der kleine Mo- ; 2 5 en. a at 
Regie: Rainer Bertram, 12.00 Das aktuelle Magazin ritz. 18.50 Die Hessenschau. 19.10 Graf 18.15 Die Sport-Information SPAZIENERZUGE R BE e Y & 
- | Yoster gibt sich die Ehre. Big Bull's Dreißig Minuten rund um den Sport Anest. Denn seit eınıger Zeit 
16.25 Tagesschau (außer Bayern) Ende. 19.50 Heute in Hessen ; ‚Do . 5 “ 
" 8 R Y NDR u. Bremen: 18.05 Berichte vom 18.50 Er und sie treibt ein Unhold nachts sein 
16.30 Internationale R w Tage. 18.19 Nordschau. 18.53 Sandmänn- . . ® A 
SE chen. Margot und der kleine Moritz, „Paula groß in Fahrt“ Unwesen. Zwei Kinder sind 
5 19.00 Berichte vom Tage. 19.26 Land- Von Leonhard Stern und Arnie Rosen : 
Bericht vom 5. Renntag in Iffezheim arzt Dr. Brock. Feueralarm ART uns ara sun danken te Paula Pröntiss bereits überfallen worden. 
= Saarländ. Rdf.: 18.05 Der kleine Vaga- Dick Richard Benjamin 
17.00 Jugendmagazin bund. 18.30 Der kleine Schauspielfüh- Penopolia NIPREFNKARISEDIEN IE: Wolfe Barzelle Henry, Gaylords Freund, und 
be 5 . , rer, 18,40 Sandmännchen, 18.45 Unser Oskar North ...seenuns senans» Jack Cassidy ein Mädchen —ın derselben 
„Zeltlager international“ heißt der deut- Sohn Nicki. Spaghetti, Spaghetti. 19.20 Aus 13 Episoden besteht diese neue Un h, q id - d 
sche Beitrag zum Jugendmagazin. 85 bel- Prisma. 19.35 Der aktuelle Bericht ea oben 5 a tie A Ei z cht in er Davı wıeder 
gische, englische, kanadische und deutsche | SFB: 18.05 Rocambole. Abenteuerfilm. a Bin yon a Na 2 ; 
Kinder verleben in einem Jugendzeltlager 18.30 Der Zeitungsverkäufer. Fernsch- ; Me Y . fie n ‚itet 1 ey unterwegs war. In May steigt 
in der Lüneburger Heide ihre Ferien spiel. 19.05 Sandmännchen. 19.23 Wet- 21 em LOTK. ET ‚arbeite a s 2ICc Tl i k 
terbericht. 19.25 Abendschau Comic strips, sie beim. Touristen-Hilfs- ein schrecklicher Verdacht hoch 
17.15 Jugend diskutiert über aktuelle Politik | südd. Rdf. u. SWF: 18.05 Drei Sterne. werk auf dem Flugplatz. Bemerkenswert 
Das Gespräch mit Berufstätigen und Schülern | Die Pompadour und die Kochkunst an dieser Ehe ist, daß hier zwei Tempe- 
leitet Robert E. Lembke ei h 18.40 eg Baden- ramente aufeinandertreffen, die nicht all- 
ürttemberg (Mainz: Blick ins Land). täglich sind. — Regie: Leonhard Stern 
17.55 Programmvorschau 19.10 Sandmännchen. Die kleine Lok. en 2 
, 19.20 Der Vater und sein Sohn. Die 19.27 Der Wetterbericht 
18.00 Tagesschau (außer Bayern) Landpartie, 19.54 Nachrichten 
ö WDR: 18,05 Das Betihupferl. Es war 19.30 Heute. Nachrichten, Themen des Tages 
20.00 Tagesschau und Wetterbericht einmal ..... ein Tönchen. 18.10 Lieder me 
Reisewetterbericht zum Wochenende der Völker. Albaner in Sizilien. 18.25 | 20.00 Das Kriminalmuseum 
, Guten Abend! 18.30 Hier und Heute. R R ; 
20.15 Monitor — Berichte zur Zeit en Er leihen Methoden des Der Scheck m späten Vormittag ging Joce- 
'ranz Josef Wanninger. Der Barhok- Pen Ns Su Be 5 : 
2 S I und die vierte Runde ker. 19.40 Lieder der Fischer. Ein klei- Nach Unterlagen der Kriminalpolizei frei lyn ins Dorf. Die Leute waren 
1.00 „Au nes griechisches Feuilleton gestaltet 2 " in hellster Aufregung. Das überfal- 
Aus der Kriminalserie „Simon Templar“ Von Maria Matray un nswald Krüger l Kind jeb hre al i 
2 „ ene ind war sieben Jahre alt, ein 
Mit Roger Moore als Simon Templar, Walter 3 PROGRAMM Andreas Bechmer ........ Günther Ungeheuer hnehin höchst mr I i ade 
Brown, Tony Wright, Meredith Edwards u. a. ” Margot Bechmer .............: Renate Grosser ohnehin hochst nervoses, eMP : 
x u ey R WDR Den: Dietel rc. nn sames Mädchen; es lag nun mit 
en! “ ar ' 1 b. Eberhard Wendhausen .......... eter Pasetti \ on e) 
Pr 1 19.00 Neuigkeiten ünd Ankündigungen Dr. Werner Grothe ........nnc0e: Rolf Wanka schweren Prellungen und einem 
. 19.05 Sandmännchen Liane Hielscher, Fritz Strassner, end eo Nervenschock im Krankenhaus. 
{u IR ’ a Beckhaus, Hans-Dieter Asner, Rudo chünd- M 5 . 
\ ; 19,10 en aus Nordrhein ler, Walter Sedlmayr u. a. Die Frauen standen erregt, in 
x 5 a 19.15 Hierzulande — Heutzutage _— ohnmächtigem Zorn vor den Haus- 
/ 19.45 Für und Wider I, türen, maßlos erbittert, daß so et- 
19.50 Für Gastarbeiter aus Italien | aa 4; ; 
was in ihrer Gegend geschehen 
20.00 Tagesschau und Wetterbericht \ k 1, 2 Di R er RBSN t 
20.15 Zum Tage — Prisma der Welt Konnte. wule, EINE eine h u; ng 
20.30 Exakte Wissenschaft Chemie sie. „Davon kann sie glatt über- 
Von und mit Armin Weiß schnappen.“ Sie sagten es immer 
2. Grundreaktionen der Chemie wieder 
21.00 Die Zimmerwirti I pie 
= a Die Männer standen vor den Hof- 
n ß Fernsehspiel nach Jacques Audi- m B ß ß 
Tony Wright, Roger Moore und Jean Au- berti türen, blinzelten in die Sonne und 
a ——_—_—_ Sonne a Meraar Cirque a, Mimsee lüpften mit einem Finger die Müt- 
macht sich Sorgen um ihren Verlobten rista ..... FERERLERE edi Mare j Da: © 4 5 - “ er 
Steve, der demnächst zum Meisterschafts- Monsieur Tienne .. K.M. Vogler Sell. „Es ist nicht an ‚glauben ‚sag 
kampf gegen den Australier Johnnie An- Monsieur CirquS .... W. Jokisch ten sie. „Sich ‚an einem Kind zu 
gel antreten soll, Boxerisch ist er diesem Jürgen Arndt, Walter Ladengast, vergreifen! Es ist nicht zu fassen.“ 
Gosner über] ber C : iR, daß Helmut Brasch, Götz Olaf Rausch, RS A . 
a Profing nicht 1 onnie a daf W. Lieven und R. Behrend Sie sagten es immer wieder, ver- 
es 8 nt ımmer sauber zu- Musik: Hans Martin Majewski zwreife Ü | ] 
geht. In ihrer Angst bittet sie Simon Regie: Ludwig Cremer . Die Geschäfte des Kaufmannes Bechmer zweifelt bemüht, diesen dunklen 
Templar um Hilfe. Ein Ausscheidungs- | 22.30 Nachrichten scheinen zu florieren. Aber die Lage sei- Fleck, der da aul ihr Gemeinwesen 
amp! Wylechen ne en ans nr 22.35 Claude Debussy: „Soiree dans ner „DaR ee nicht 2 u wie €: gefallen war, fortzuwischen. 
ca und dem Australier scheint ihren Ver- Grenade“ aus „Estampes“ vorgibt. Das Darlehen eines Kunden mujs nd 7 1 u i 
dacht zu bestätigen, denn in der vierten Es spielt Ludwig Hoffmann kurzfristig zurückgezahlt werden. Dem Einige waren weniger aufgeregt 
Runde bleibt der Boxer aus Jamaika tot Gläubiger wurde zwar ein Warenlager als und vertraten ihre eigene Auffas- 
im Ring liegen... Regie: Leslie Norman Pauns an Als dieser es La- sung. Sie nahmen das Böse als nun 
»r überprüft, wird er mißtrauisch. In- : a u .. 
21.50 Tagesschau, Kommentar, Wetter Ps Ana ac an einmal gegeben hin, aber sie wür- 
Reisewetterbericht zum Wochenende Vorbereitungen für eine Geschäftsreise. den nun aufpassen. Und wenn 
P = Foto: Peter Pasetti (links) und Günther ihnen dieser Bursche in die Finger 
22.10 Die Hochzeitsnacht (wdhl.) Ungeheuer (rechts). Regie: Helmut Ashley fiele, dann würde ihn die Polizei, 
a Re ii Anschl. Kurznachrichten wenn er ihr überantwortet würde, 
olfgang ahl, Kurt Rackelmann, illi Rose, IC £ j 
Bruni Löbel, Irmela Goctzen, R. Behrend u. a. 21.00 Manfred Hausmann a a rn b 
Das Fernsehspiel des zur Zeit in den Zum 70. Geburtstag des Dichters nr ıc n © ken a. 3 kfck. 
USA lebenden 36jährigen Autors Gert 0 scheulich, ehrlich ’ sagte das alleK- 
Hofmann („Der Bürgermeister“) berichtet 21.3 1 von 724 . tierte junge Ding im Tabakladen. 
von der friedlichen Hochzeitsfeier eines Die Aktion Sorgenkind stellt vor: „Also wirklich. da muß man ja da- 
jungen, gutbürgerlichen Paares, die durch Rehabilitationszentrum Siegerland it noch laß 4 im: Bett um- 
einen ehemaligen Kriegskamer’ ien des - ut TEenNen, Ca TRAl N 
Brautvaters gestört wird. Als der Milita- 21.45 Ella Fitzgerald 1968 gebracht wird. 
er 2 m, Gaatnich: ar ae an „Lady des Jazz“ auf Deutschland-Tournee Dieser Mr. Pentecost war ein fei- 
Anner ‚Sieht Dan! Selten; ISMIESSSEScHim- Es spielt das Tee-Carson-Trio ner Herr, ihm gegenüber konnte 
ten anstecken lassen, benehmen sis sich Ausschnitte eines öffentlichen Konzertes in der hie vom Bett sprechen, ohne 
im Rausch ihrer Erinnerung mie siegrei- Dsutschlandkalle Berlin inan TuNIE: v prechen, 0 
che Soldaten in einer beschlagnahmten eine anzügliche Antwort oder einen 
Wohnung. — Regie: Ludwig Cremer Rainer Behrend, Kurt Rackelmann und | 22.45 Heute. Wetter, Themen des Tages schiefen Blick zu riskieren wie bei 
Wolfgang Wahl in „Die Hochzeitsnacht“ : u 
23.15 Tagesschau (um 22.10 im I. Programm) Anschl. Reisewetter vielen anderen. 


„Ja.“ Jocelyn steckte das Wech- 
selgeld ein. „Und das schlimmste 


ÖSTERREICH Kanäte 2, 4-8, 10 


11.00 Programm für Schichtarbeiter. 
18.30 Nachrichten. 18.35 Österreich- 


LUXEMBURG Kanal 7 


19.45 Zeichentrickfilm. 19.53 Vor der 
Kamera... 19.58 Wettervorhersage, 


0ST-PROGRAMM kKanäte 3-6, 11 


15.20 Medizin nach Noten. 15.30 Bunte 
Mischung. 16.30 Kurbelwellen-Ferien- 


SCHWEIZ Kanäle 2, 3, 7, 10 


14.10 Schulfernsehen. — 18.55 Tages- 
schau. 19.00 Die Antenne. 19.25 Der 





ist, daß es jeder von uns sein könn- 
te. Jeder — auch ich, Miß Bates.“ 










Pfiff, —_ en, ehe Ein am ar Geheimauftrag En obs er das Sn Fräulein en TE .. BEIDE: „Ach, aber doch nicht Sie, Mr. 
Ferienende. 18.10 Brandzeichen M. | Drake. Abenteuerserie. 19.27 Sport. | und der Löwe. Fernsehfilm. 20.00 | Filmserie. 21.25 Das Gericht tagt... gr ‘ n 
Pferdezucht in Mecklenburg. 19.25 | 19.45 Zeit im Bild. 20.15 Einmal noch | Tagesschau. 20.20 Das Experiment. | Filmserie. 21.50 Catch Pentecost.“ Sie kicherte nervös. 





Wetter. 19.30 Aktuelle Kamera. 20.00 
Prinz, der Soldat. 20.35 Der gefilmte 
Brehm. 1.35 Aktuelle Kamera. 21.55 
Wolf unter Wölfen (4) 


die Heimat seh’n. Spielfilm mit Ru- 
dolf Lenz, Anita Gutwell u. a. 21.50 
Bitte legen Sie ab! Ein Prominen- 
tenporträt. 22.50 Zeit im Bild 


Von Gerd Oelschlegel. 21.50 Tages- 
schau. 22.00 My name is Barbra. 50 
Minuten mit dem teuersten Showstar 
der Welt: Barbra Streisand 


„Warum nicht?“ sagte er scharf. 
Konnte man wirklich so borniert 
sein? 






1320|sfern 


ERIC « MALPASS 








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"Wenn suß 
das ‘Mondlicht 


au; den’Hugeln 
schlajt 









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— 





May beobachtete ihren Mann und Jenny. Ich werde sie im Auge behalten müssen, dachte sie 


„Nein, wirklich — Mr, Pentecost! 
Sie sind doch ein Gentleman.“ 

„Wenn er nicht gerade kleine 
Kinder überfällt, ist dieser Mann 
vielleicht auch einer“, sagte Jocelyn 
müde. Manchmal war er deprimiert 
über die Untiefen und Abgründe 
des menschlichen Geistes. Wenn 
wir doch alle nur ein bißchen ein- 
facher und geradliniger sein könn- 
ten, dachte er, als er den Laden 
verließ. Nein, also wirklich! dachte 
Miß Bates und überlegte einen Mo- 
ment, ob das eben ein Geständnis 


gewesen sei, oder ob Mr. Pentecost 
sich nur einen kleinen Scherz er- 
laubt habe. Nachdem sie kurz ihr 
Spatzenhirn bemüht hatte, ent- 
schied sie sich für das letztere. 

Der Schlachter machte es sich ein- 
facher. „Weiß Gott, den möchte ich 
nur fünf Minuten in die Finger krie- 
gen“, sagte er und hieb wütend 
auf eine Lammkeule ein. 

„Ja“, sagte Jocelyn. Als ob das 
dem armen verschreckten Wesen 
helfen würde, das jetzt im Kran- 
kenhaus lag, den Unhold noch vor 


Illustrationen: Dieter Lange 


Augen, einen erbärmlichen verwirr- 
ten Nachtwanderer oder einen 
lasterhaften, verabscheuungswürdi- 
gen Rohling? Wie mußte man ihn 
sich vorstellen? Wie sollte man mit 
ihm verfahren? Verdiente er eine 
rasche harte Verurteilung oder Pfle- 
ge und Mitleid? Jocelyn wußte es 
nicht. Es war eine der vielen Fra- 
gen, die der Durchschnittsbürger so 
einfach zu beantworten fand, und 
die Jocelyn so kompliziert schien. 
Bedrückt kam er heim und dachte 
darüber nach, daß vermutlich die 


gefährlichste aller menschlichen 
Schwächen nicht Haß oder Zorn 
oder Machtgier war, sondern die 
ganz gewöhnliche alltägliche Dumm- 
heit ehrbarer Leute. 

May kam ihm im Hausflur ent- 
gegen. „Verzeih, daß ich mich vor- 
hin so angestellt habe, Liebling.“ 

„Aber ich bitte dich!“ Er lächelte 
sie freundlich an. 

„Ich wollte, wir könnten ein 
Weilchen wegfahren“, sagte sie. 
„Und sie alle mitnehmen — nur 
weg von hier.“ 

Er sah sie nachdenklich an und 
ärgerte sich, daß er nicht selbst dar- 
auf gekommen war. Die arme May! 
Erst der Schock über den Tod des 
Bruders, dann die Belastung mit 
seinen Kindern und nun auch noch 
diese schreckliche Geschichte, die 
sie alle bedrohte. „Warum nicht?“ 
sagte er. „Ein paar Tage an der 
See würden uns allen guttun. Und 
die Kinder wären begeistert.“ 


W. sich jedoch herausstellte, 


waren ein paar Tage an der See 
zu dieser Jahreszeit nicht zu reali- 
sieren. Jocelyn machte sich mit 
einem Hotelführer und dem Telefon 
ans Werk. Doch seine bescheidene 
Anfrage, ob man einen älteren 
Herrn, ein Ehepaar, zwei Teenager 
verschiedenen Geschlechts und drei 
kleine Kinder unterbringen könne, 
wurde von den Hoteliers entweder 
mit Befremden aufgenommen oder 
mit glattem Hohngelächter beant- 
wortet. May und Jocelyn sahen ein, 
daß sie mit einem einzigen Tag an 
der See zufrieden sein mußten. 

„Durch halb England fahren, nur 
um einen Blick aufs Meer zu wer- 
fen?“ fragte Großvater. „Ihr seid 
ja verrückt.“ 

„Du kommst mit, 
vater“, sagte May. 

„Ich? Blödsinn. Ich hasse das 
Meer. Es ist kalt und grau und 
unfreundlich.“ 

„Die Seeluft wird dir guttun.“ 

„Seeluft hat noch keinem gutge- 
tan. Das sagt einem doch der ge- 
sunde Menschenverstand. Sie greift 
die Lunge an.“ 

„Hör mal, Schwiegervater“, sagte 
May. „Willst du mich wirklich 
zwingen, dir vorher extra ein Mit- 
tagessen zu kochen, bevor wir fah- 
ren? Das ist mein Jahresurlaub. 
Schriftsteller können sich keine 
zwei Wochen in St.-Tropez erlau- 
ben.“ 

„Dann wird's allerhöchste Zeit, 
daß er einen anständigen Beruf er- 
greift“, brummte der Alte. Aber er 
gab nach. „Du kriegst mich immer 
rum, May. Weil du auf meine Gut- 
mütigkeit spekulierst.“ 

„Unsinn. Die besitzt du ja gar 
nicht“, sagte sie übermütig. 

Gaylord nahm diese Nachricht 
gleichgültig hin. Emma würde ja 
auch mitkommen, dieser Mühlstein 
um seinen Hals! Da konnte er eben- 
sogut daheimbleiben und hier lei- 
den, als hundert Meilen weit fah- 
ren, um dort das gleiche durch- 
zumachen. Aber dann hatte er einen 
großartigen Einfall. 

Von sozialen und ökonomischen 
Unterschieden hatte Gaylord nur 
sehr vage Vorstellungen. Aber er 
wußte, daß Henry Bartletts Mutter 
Witwe war, und er bedauerte 
Henry manchmal, weil dieser aus 
unerfindlichen Gründen immer ab- 
seits zu stehen schien und traurig 
zuschaute, während Gaylord, ohne 
zu wissen, warum und wieso, im- 


Schwieger- 


stern |: 


SONNABEN D 31. August 






1. PROGRAMM 





REGIONALSENDUNGEN 




















































Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch. Rdf.), Kreuzberg/ 
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.) 
10.00 Tagesschau. 10.20 Crumbles letzte Chance, Fern- 
sehspiel von Leo Lehman. Mit Rudolf Platte, Hilde 
Volk, Dieter Henkel, Lis Verhoeven u. a. Regie: Erik 
Ode. 12.00 Das aktuelle Magazin 





14.25 


14.30 Heute spielen wir Kasperletheater 
Ein Puppenspiel von Johanna Schüppel 


Babbitt’s Erben 1968 


Filmfeuilleton über die Amerikaner 
Von Andre H. Carbe 


Koch-Glub 

Bewährte Hobbyköche der Bruderschaft 
Marmite zeigen Rezepte, die sie aus dem 
Urlaub mitgebracht haben 

Leitung der Sendung: Horst Scharfenberg 


Als die Bilder laufen lernten 


Abenteurer und Komiker 
Mit Bob Monkhouse 


Beat-Cluk — Show für Teens und Twens 
Regie: Michael Leckebusch 


1z.coo Vom Wohnen der Deutschen 


Menschen und ihre vier Wände 

Ein Bericht von Ulrich Conrads und 

Manfred Durniok 

Der Film gibt einen Querschnitt durch das 
Möbelangebot deutscher Einrichtungshäu- 
ser, gibt Hinweise auf die Art der Käu- 
ferbeeinflussung und läßt Fachleute über 
die stilistischen Bemühungen der Möbel- 
produzenten zu Wort kommen 


17.45 Die Sportschau — Aktuelles vom Tage 
20.00 Tagesschau und Wetterbericht 


0.15 Baden-Badener Roulette 


Mit Hildegard Knef, Alice und Ellen Kessler, 
Milva, Olivera Vuco, Raphael, Tino Rossi, 
Boris Rubaschkin, Günther Schramm, Giuseppe 
di Stefano, dem Botho-Lucas-Chor und den 
Herbert Dancers. Choreographie: Herbert Schu- 
bert. Es spielt das Tanzorchester des Südwest- 
funks unter der Leitung von Rolf-Hans Müller. 
Manuskript: Wolfgang Franke 


5 


Tagesschau (außer Bayern) 


15-00 


15.30 


16.00 


16.30 








Hildegard Knef ist Gast in dieser Direkt- 
sendung aus Baden-Baden. Durch das Pro- 
gramm führt der Schauspieler Günther 
Schramm. Die Regie führt Dieter Pröttel 


21.45 Ziehung der Lottozahlen (IN FARBE) 





21.50 Tagesschau. Wetter, Wort zum Sonntag 


22.10 Grüne Herzen 


Mit Gerhard Zimmermann, Erick Penet, Marise 
Maire, Frangoise Bonneau u. a. 

(Für Jugendliche nicht geeignet) 

Um entmwurzelte Jugendliche in einer In- 
dustriestadt geht es in dem französischen 
Spielf:Im aus dem Jahre 1966, der mit Lai- 
endarstellern gedreht wurde. Zwei junge 
Leute, werden auf Bemährung aus dem 
Geföngnis entlassen. Sie kehren zurück 
in c!e Pariser Arbeitervorstadt Nanterre. 
In {en Familien finden sie keinen Halt, 
ihre Freunde drücken sich vor geregelter 
Arbeit. Die Gesellschaft unternimmt so 
gu! wie nichts, den gefährdeten jungen 
Manschen zu helfen. Regie: E. Luntz 


23.45 Tagesschau 

































0ST-PROGRAMM Kanäle 3-6, 11 


14.00 Nachrichten, 14.05 1-2-3. Musi- 
kalisches Feuilleton. 15.00 Die Spur 
führt zum Teufelszahn. 16.30 Jugend- 
basar, 17.30 Nachrichten. 17.35 Sport 
aktuell. 19.00 Tele-BZ. 19.25 Wetter. 
19.30 Aktuelle Kamera. 20.00 15 Jahre 
Schlagerrevue. 21,50 Gefahr an mei- 
ner Seite. Kriminalfilm. 22.50 Aktu- 
elle Kamera. 23.10 Sport 













Direktübertragung 
18.30 Nachrichten. 


Baden-Badener 
tungssendung. 


12]stern 


14.30 Internationales 


zu Woche. 19.00 Familie Feuerstein. 
19.27 Sport. 19.45 Zeit im Bild. 20.15 
Roulette, 
21.45 
22.15 Zeit im Bild. 22.25 Der Speer 
der Rache, Wildwestfilm 





Bayerisch. Rdf.: 14.10 Panorama Ita- 
liano. Eine Sendung für Italiener in 
Deutschland. 18.30 Der politische Wo- 
chenkommentar. 18.45 Der kleine Vaga- 
bund, Der Angeklagte. 19.15 Aktuelles 
am Samstag. 19.30 Abendschau 


Hessisch. Rdf.: 18.30 Musik und gute 
Laune. Brasiliana Revue, 18.50 Die 
Hessenschau. 19.10 Lieber Onkel Bill 
(IN FARBE). Er liebt mich, er liebt 
mich nicht. 19.50 In dieser Woche 


NDR u. Bremen: 18.30 Das Gasthaus 
zum Einhorn. Das Schlachtfest. 19.00 
Berichte vom Tage. 19.15 Die aktuelle 
Schaubude (IN FARBE). Unterhaltungs- 
sendung der Nordschau 


Saarländ. Rdf.: 18.30 Über so was 
macht man keine Witze. 18.35 Sand- 
männchen. 18.40 Völlig falsche Vorstel- 
lungen, Eine Variete-Schau mit inter- 
nationalen Künstlern. 19.20 Prisma. 
19.35 Der aktuelle Bericht 


SFB: 9.00 Zeugen der Zeit: Hans Habe. 
13.00 Zu Gast bei unseren Gästen: 
Frankreich. 18.30 Die Abenteuer der 
Seaspray (IN FARBE). Das Geheimnis 
der Insel. 19.05 Sandmännchen (IN 
FARBE). 19.15 Blick in die Presse. 19.23 
Wetterbericht. 19.25 Abendschau 


Südd, Rdf. u. SWF: 18,30 Hucky und 
seine Freunde. Zauberkünstler Jinks 
(wdhl,). 18,40 Abendschau Baden- 
Württemberg (Mainz: Blick ins Land). 
19.10 Sandmännchen (IN FARBE). Wir 
sind drei, 19.20 Lieber Onkel Bill (IN 


FARBE). Muttersprache, 19.54 Nach- 
richten 
WDR: 14.00 Die Woche — Hier und 


Heute. 18.30 Guten Abend! 18,35 Hier 
und Heute. 19.10 Mona (IN FARBE). 
Der Tyrann. 19,40 Intermezzo im Mo- 
nat September (IN FARBE), Von und 
mit Erika Sklorz 


3.PROGRAMM 


WDR 


Neuigkeiten und Ankündigungen 
Sandmännchen 

Nachrichten aus Nordrhein- 
Westfalen 

Hierzulande*— Heutzutage 
Prisma des Westens/Sport 

Gott und die Welt 

Tagesschau und Wetterbericht 
Extempore — Unvorhergesehenes 
The Roaring Twenties 
Spielfilm, USA 1939 

Regie: Raoul Walsh 

Mit James Cagney, Humphrey 
Bogart, Priscilla Lane u. a. 
Nachrichten und Sportergebnisse 


Peter Rühmkorf liest das Ge- 
dicht „Aussiht auf Wandlung“ 


19.00 
19.05 
19.10 


19.15 


19.45 
20.00 
20.15 


21.00 


22.40 
22.45 


aus „Kunststücke* 


Zur Gattung der Revuefilme gehört der 

amerikanische Streifen „Es tanzt die 

Göttin“, in dem Rita Hayworth und 

Gene Kelly die Hauptrollen spielen 
(um 23.15 im II. Programm) 


Tennisturnier. | 16.00 
aus Pörtschach. 


18.35 Von Woche 


Jazz. 







fibel. 18.36 








Unterhal- 


Sportjournal. | Großer 















Ring mit 


14.30 


14.58 
15.00 


15.25 


15.55 


16.20 


17.55 
18.00 


18.30 


18.50 


19.27 
19.30 


20.00 


21.40 
21.50 


23.10 
23.15 


ÖSTERREICH Kanäte 2, 4-8, 10 I SCHWEIZ Kanäle 2,3,7,10 


16.45 Jugendfernsehen. 
17.30 Russisch (8). 18.00 Kleine Tier- 
Im Brennpunkt. 
Tagesschau. 19.00 Flipper. 19.30 Völ- 
ker und Kulturen des Altertums. Die 
Etrusker (3). 20.00 Tagesschau. 20.20 
Außenschleife. 
Fernsehspiel. 21.50 Tagesschau. 22.00 
S.T. und das große Spiel 





2.PROGRAMM 


Programmvorschau 
Anschl. Beispiele guter Taten 
Kurznachrichten 


Fahrten ins Abenteuer (Wdhl.) 
Unternehmen Tahiti 


Hallo, Freunde! 


Zoo-Direktor Heinz Georg Klös zu Gast im 
Berliner Jugendstudio 


Der Texaner — „Der Kassenraub“ 
Western-Serie mit Rory Calhoun 
Deutsche Schwimm-Meisterschaften 


Übertragung aus der Schöneberger 
Schwimmhalle in Berlin 
Reporter: Harry Valerien 


Nachrichten und Wetterbericht 


Samstags um sechs — Informationen und 
Meinungen aus den Bundesländern 





Neues vom Film 
Kinobummel am Wochenende 


Televisitation 


„Spiele am Kamin“ 

Von und mit Peter Frankenfeld 

Mit Lonny Kellner, Bibi Johns, Ursula Noack, 
Helmut Ashley und Ernst Maria Lang. Regie: 
Thomas Land 


Der Wetterbericht 
Heute, Nachrichten, Chronik der Woche 


Der Zerrissene 






Posse mit Gesang von Johann Nestroy 

Herr von Lips zer ccnnnes nun san Josef Meinrad 
SHÜNGE +00 ur ne ya na Johannes Neuhauser 
SPOINET sanken Tonio Riedl 
Wixer au. Era en ach ae Peter Kreuziger 


Madame Schleyer .............. Martha Marbo 
Franz Muxeneder, Eduard Fuchs, Elfriede Ram- 
happ, Walter Varndal, Günther Lass, Adolf 
Karl, Franz Saal, Erwin Höfler und N. Blafard 





Herr von Lips hat keine Freude mehr am 
Leben. Sein Reichtum hat ihm die Erfül- 
lung aller Wünsche gestattet, und nun ha- 
dert er mit sich und der Welt, die ihm 
nichts mehr zu bieten vermag. In seiner 
Sucht nach Neuem und Unbekanntem 
schwört der Junggeselle Lips seinen Freun- 
den, er werde das erste weibliche Wesen 
heiraten, das ihm begegnet Foto: 
Elfriede Ramhapp und Franz Muxeneder. 
Inszenierung: Josef Meinrad 


Anschl. Kurznachrichten 
Der Kommentar (Dr. Klaus Scholder) 


Aus der Schwimmhalle in Berlin-Schöneberg: 
Das aktuelle Sport-Studio 


Berichte, Interviews, Ziehung der Olympia- 
Lotterie, Lottozahlen, „Großes Los“ 


Nachrichten und Wetterbericht 
Es tanzt die Göttin 


Amerikanischer Spielfilm (1944) 

Mit Rita Hayworth, Gene Kelly, Lee Bowman, 
Phil Silvers, Jinx Falkenburg, Leslie Brooks, 
Eve Arden, Otto Kruger und Curt Bois. Regie: 
Charles Vidor 


LUXEMBURG Kanal 7 


19.45 Zeichentrickfilm. 19.53 Vor der 
Kamera... 19.58 Wettervorhersage. 
20.00 Tagesschau. 20.20 Der Graf von 
Monte Christo (Le comte de Monte- 
Cristo). Sp....!m f1. Teil} von Ro- 
bert Vernay. Mit Jean Marais, L. 
Amanda und R. Pigaut in den Haupt- 
rollen. 21.40 Ultraman. Filmserie 





18,55 












mer dazugehörte. Es war höchst 
unwahrscheinlich, daß Henrys Mut- 
ter es sich erlauben konnte, mit 
ihm an die See zu fahren. Folg- 
lich wäre es doch wirklich nett, 
wenn er Henry auffordern würde, 
mit ihnen zu kommen. 

„Könnten wir Henry nicht mit- 
nehmen?" fragte er. 

Zuerst stutzte Mummi. Es war 
überhaupt nicht Gaylords Art, sich 
freiwillig mit Spielkameraden zu 
umgeben. Dann kam ihr die Er- 
leuchtung. „Ach so, du kleiner Op- 
portunist“, sagte sie. 

„Was ist ein Opportunist?“ 

„Jemand, der seinem Freund Em- 
ma aufhalst.“ 

Gaylord war tief gekränkt. „Des- 
halb wollte ich Henry nicht dabei 
haben. Ich wollte Henry einladen, 
weil seine Mutter es sich nicht 
leisten kann, mit ihm ans Meer zu 
fahren.“ Also so was! Er mußte ja 
zugeben, daß seine Beweggründe 
nicht immer schlicht und geradlinig 
waren, aber wenn sie es schon ein- 
mal waren, dann hätte er auch gern 
Anerkennung dafür gefunden. 

May schaute ihn immer noch 
amüsiert an. „Natürlich kann er 
mitkommen, Liebling. Und es ist 
sehr lieb von dir, daß du daran 
gedacht hast, ihn einzuladen. Wenn 
er dir obendrein auch die lästige 
Emma noch etwas abnimmt, dann 
bist du ja fein raus.“ 


J.. hätte ein Pfennig auf Gay- 
lords Unterlippe Platz gefunden. 
„Daran habe ich überhaupt nicht 
gedacht“, sagte er verdrossen. Doch 
trotz seiner Entrüstung mußte er 
zugeben, daß Mummi hier nicht so 
ganz unrecht hatte. Etwas ganz und 
gar Selbstloses zu tun, ohne sich 
einen persönlichen Vorteil zu er- 
hoffen und dadurch nicht nur dem 
Freund eine Wohltat zu erweisen, 
sondern auch noch eine nicht zu 
verachtende Belohnung nachgewor- 
fen zu kriegen — das schien Gaylord 
ein glänzendes Beispiel dafür, wie 
es im Leben zugehen sollte und 
tatsächlich nur so selten zuging. 
Seine Laune wurde zusehends hei- 
terer. 

Er trabte voller Eifer los. Henry 
war im Garten. „Ich gieße meine 
Eiche“, sagte Henry. 

Gaylord betrachtete die schwarze 
schlammige Erde. Da war nichts zu 
sehen. „Ist sie noch nicht raus?“ 

„Nein.“ Henry nahm einen Stock 
und zog Furchen in den Boden, 
damit das Wasser abfließen konn- 
te. Das schmutzige Wasser floß 
hinein, ein paar Zentimeter nur, 
dann blieb es stehen. Gaylord fand, 
es sei Zeit, vom Grund seines Be- 
suches zu sprechen. Er mußte es 
natürlich taktvoll machen. 

„Fährst du dieses Jahr an die 
See?“ begann er vorsichtig. 

Henry schaute ihn mit runden, 
ernsten Augen an. Dann buddelte 
er weiter. „Nein“, sagte er. 

Gaylords Herz quoll über vor 
Mitleid. „Am Meer ist es nicht im- 
mer schön“, sagte er. „Manchmal 
regnet es auch.“ 

„Ja“, sagte Henry. 

„Manchmal gibt es auch Sturm- 
flut, und dann ertrinken die Leu- 
te“, sagte Gaylord, 

Henry buddelte weiter. „Wir fah- 
ren am Mittwoch — für einen Tag 
nur“, sagte Gaylord sanft. 

Henry buddelte immer noch. 

„Mummi sagt, du könntest mit- 


ERIC « MALPASS 








"Wenn suß 
das 
Mondlicht 


auf den’Hugeln 
Schlajt 





Sie fuhren alle miteinander ans Meer. 
Auf dem Rücksitz saßen 
Gaylord und Emma. Nach ein paar 
Meilen sagte Emma: »Wenn 
wir nicht bald halten, platze ich!« 


kommen, wenn du Lust hast.“ 
Henry hörte auf zu buddeln. Seine 
Augen, durch die runden Birillen- 
gläser noch größer als in Wirk- 
lichkeit, richteten sich starr auf das 
Gesicht seines Freundes. „Du... 
du meinst... ich soll mit?“ stotterte 
er. 

„Jar“ 

Stille. „Ich kann nicht“, sagte 
Henry. Er machte ein Gesicht, als 
würde er gleich heulen. Auch Gay- 
lord hätte fast geheult. „Wir fahren 
morgen nach Österreich.“ 

„Liegt das am Meer?“ 

„Nein“, sagte Henry. „Das ist 
ein Land, und da gibt's kein Meer. 
Ringsum liegen bloß andere Län- 
der.“ 

Na, das schien ja ein armseliger 
Platz für die Sommerferien zu sein. 
Doch Gaylord war viel zu taktvoll, 
um es auszusprechen; wahrschein- 
lich war es das Äußerste, was Hen- 
rys Mutter sich leisten konnte. Ein 
Land ohne Meer und Küste — das 
mußte ja wohl so ziemlich das bil- 
ligste sein, wo man hinfahren konn- 
te, nicht wahr? 


„Na“, fragte Mummi, „fährt er 
mit uns?“ 

„Nein“, sagte Gaylord traurig. 
„Er wäre gern mitgekommen. Aber 
er kann nicht. Seine Mummi nimmt 
ihn morgen mit nach Österreich.“ 
Er lehnte sich an seine Mutter, 


lehnte den Kopf an ihre Seite und 
schaute zu ihr auf. Dann sagte er 
sehr vertraulich und mit ungeheu- 
rem Mitgefühl: „Ich glaube, das ist 
alles, was seine Mutter sich leisten 
kann.“ 


M. war eine hochintelligente 


Frau, aber die Bildung hatte Lücken, 
und sie wäre die letzte gewesen, 
das abzustreiten. 

Astronomie zum Beispiel. May 
konnte nie behalten, ob sich nun 
die Sonne um den Mond drehte 
oder umgekehrt, und was das 
Schlimmste war: sie konnte nicht 
einsehen, wieso das wichtig sein 
sollte. Die Sonne ging jeden Mor- 
gen auf und ging unter zur Schlafens- 
zeit. Ihr Leben war säuberlich in 
Tage und Monate und Jahre auf- 
geteilt, und ob diese Einteilung von 
den Astronomen oder dem Allmäch- 
tigen stammte, das wußte sie nicht 
zu sagen. Was schert mich, wie das 
nun genau funktioniert, dachte sie. 

Genaugenommen gab es nur 
einen Punkt im kosmischen Zeit- 
plan, der sie wirklich irritierte, und 


- das war eine vom Menschen er- 


sonne Tücke, die sogenannte „Eng- 
lische Sommerzeit“. Es empörte sie 
maßlos, daß man sie jeden April 
um eine Stunde Schlaf betrog, und 
keiner konnte sie davon überzeu- 


gen, daß sie ihr im Oktober zurück- 
erstattet wurde. Mehr noch, sie 
hatte das unbehagliche Gefühl, daß 
sie zwischen April und Oktober 
jede Nacht eine Stunde Schlaf ein- 
büßte, wiewohl es ihr nie gelungen 
war, sich selbst oder gar anderen 
Leuten dies mathematisch überzeu- 
gend nachzuweisen. 

Eine andere von Mays Lücken 
war die Navigation. Wenn man 
nach Norden reiste, ging es ja noch. 
Aber wenn man nach Süden fuhr, 
mußte man — so wies sie mit zwin- 
gender Logik nach — die Karte um- 
gekehrt halten, weil sonst die Sei- 
tenstraßen in falscher Richtung ab- 
zweigten. 

An diesem Morgen ging es jedoch 
in Richtung Osten. Jocelyn saß am 
Steuer, neben ihm Jenny — kühl, 
frisch und köstlich duftend, und da- 
neben Großvater mit dem Straßen- 
atlas. Auf dem Rücksitz saß Mum- 
mi, entspannt und heiter, neben ihr 
David mit verschlossener Miene, 
Gaylord und Emma, hinter ihnen 
schlief Amanda in der Tragetasche. 

Nach ein paar Meilen sagte Joce- 
lyn: „Von jetzt ab kenne ich den 
Weg nicht mehr.“ 

Großvater schlug den Straßen- 
atlas auf und wühlte in seiner 
Jackentasche. „Verflucht“, sagte er. 
„Ich habe die falsche Brille ein- 
gesteckt.“ Er spähte blinzelnd auf 
die Karte. „Ich kann nichts er- 
kennen. Kannst du Karten lesen, 
Jenny?“ 

„Nein, leider nicht, Onkel John.“ 

Er drehte sich schwerfällig um 
und drückte seiner Schwiegertoch- 
ter den Atlas in die Hand. „Da, 
May, dann eben du.“ Worauf er 
sofort einschlief. 

Eine Stunde später erwachte er, 
erfrischt und kampfgestärkt. Mit 
grimmiger Miene schaute er sich 
um. „Ich dachte, wir wollten zur 
Ostküste“, knurrte er. 

„Da fahren wir ja’ auch hin“, 
sagte May. 

„Dann muß ich mich fragen, war- 
um wir dann um acht Uhr morgens 
unseren Schatten vor uns haben?“ 

Wenn sich vor den Vorderrädern 
jäh ein tiefer Abgrund aufgetan 
hätte, hätte Mays Entsetzen nicht 
größer sein können. Zumal sie keine 
blasse Ahnung hatte, worauf er 
überhaupt hinauswollte. „Was in 
aller Welt hat denn das damit zu 
tun?“ fragte sie. 

„Guter Gott, Weib, und ob das 
etwas damit zu tun hat. Wo geht 
denn wohl die Sonne auf?“ 

„Über dem Henkerswald — im all- 
gemeinen“, sagte May verzweifelt. 

Der Alte schnaubte entnervt. „In 
welcher Himmelsrichtung.“ 

„Im Osten“, sagte May beleidigt. 
Das war nicht fair. Sie hätte nie 
gedacht, daß zwischen ihren beiden 
wunden Punkten, dem Kartenlesen 
und der Astronomie, eine Bezie- 
hung bestehen könnte. 

„Im Osten“, wiederholte der Alte 
bissig. „Richtig. Wir haben immer 
noch Morgen. Darum steht die 
Sonne immer noch im Osten. Folg- 
lich müßte sie vor uns stehen, wenn 
wir nach Osten fahren. Statt dessen 
steht sie direkt hinter uns“, sagte 
er hochbefriedigt. 

May war selten so wütend ge- 
wesen. Männer konnten wirklich 
zu pedantisch sein! Aber sie be- 
herrschte sich noch, während sie 
sich eilig vergewisserte, was die 
Landkarte dazu sagte. Dann erklärte 
sie hoheitsvoll: „Ich richte mich 
weder nach dem Polarstern noch 
nach dem Moos an Baumstämmen, 


„Der Contergan-Prozeß soll 
etwa 2 Jahre dauern” 
Erst nach dem Urteil können Schadenersatz- 


ansprüche eingeklagt werden. 
(Hamburger Abendblatt 25.5.68) 





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1. PROGRAMM 


Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch. Rdf.), Kreuzberg/ 
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.) 
10.00 Tagesschau. 10.20 Die Straße der Piloten. Die 
abenteuerliche Geschichte der Luftfahrt (2). Von und 


mit C. C, Bergius 





11.00 
11.30 


12.00 
12.45 
13.15 
14.30 


15.05 
15.40 


16.15 


17.00 


18.30 
19.00 
19.30 
20.00 


20.15 


22.45 


--0ST-PROGRAMM Kanäte 3-6, 11 


14,00 Zu Besuch 
14,30 Wünsch dir was! 15.25 Nach- 
richten. 15.30 Die Geschichte der Si- 
mone Machard. Von Bertolt Brecht. 


17.45 Nachrichten. 18.00 Sport aktuell. 
19.30 Aktueile Kamera. 20.00 Erlese- | aus 


nes. Spielszenen. 21.35 L. B. J. und 
Boys. 
trachtung. 22.05 Nachrichten 


seine 





Programmvorschau 


Mitten in dieser Welt 
Ein Film zum 82. Deutschen Katholikentag 
Von Erich Kock und Bodo Ulrich 


Internationaler Frühschoppen 
Wochenspiegel — Ereignisse der Woche 
Magazin der Woche - Regionalumschau 


Ratereise um die Welt 
Trollfrau Gilitrutt (Kinderstunde) 


Fernfahrer — „Die Kontrolle“ 


Die Orchidee 
Eine Aristokratin wird bürgerlich 


Turf und Tradition 

Iffezheimer Impressionen vom vorletzten Renn- 
tag der Galopprennwoche mit der Übertragung 
des „Großen Preises von Baden-Baden“ 

Diese Sendung — direkt ausgestrahlt — 
berichtet über den Verlauf des wichtigsten 
Rennens der Iffezheimer Woche, des mit 
150000 Mark dotierten „Großen Preises 
von Baden-Baden“. Für die Fans wird das 
Rennen unmittelbar darauf in Form einer 
Aufzeichnung wiederholt 


Keine Wahl ohne Qual 


Gecil Parker, A. E. Matthews, David Tomlin- 
son, Lana Morris, Helen Backlin u. a. 

Die englische Filmkomödie aus dem Jahre 
1949 macht sich mit typisch englischem 
Humor über die Marotten angestaubter 
Aristokraten und. die Eskapaden allzu 
cleverer Politiker lustig. — Seit Oliver 
Crommell hat stets ein Pym im eng- 
lischen Parlament gesessen. Solche Tra- 
dition verpflichtet. Deshalb sieht sich der 
junge Viscount Pym im Jahre 1945 ge- 
zwungen, bei den Wahlen für das Unter- 
haus zu kandidieren, obwohl er keinen 
politischen Ehrgeiz hat. Seine Niederlage 
gegen den Labour-Konkurrenten ent- 
täuscht seine Verlobte und empört den 
traditionsbewußten Butler der aristokra- 
tischen Familie ... 


Die Sportschau — Auf der Tribüne 
Weltspiegel - Korrespondenten berichten 
Die Sportschau — Berichte, Informationen 


Tagesschau und Wetterbericht 


über den Gehorsam 


Szenen aus Deutschland, wo die Unter- 
werfung des eigenen Willens unter einen 
fremden als Tugend gilt 

Autoren: Claus Hubalek und Egon Monk 
Schauspieler: Das Ensemble des Deutschen 
Schauspielhauses 

Musik: Hans Koller 

Musiker: Das Jazz-Sextett des Deutschen 
Schauspielhauses 

Claus Hubalek und Egon Monk schrieben 
zur Eröffnung der neuen Spielzeit des 
Deutschen Schauspielhauses Hamburg ein 
Stück, das am 1. September uraufgeführt 
wird, In Szenen, Liedern und Dialogen, 
in Form von Berichten und durch die 
Montage historischer und gegenmwärtiger 
Beispiele stellen sie die Fähigkeit der 
Deutschen dar, besonders bedingungslos 
und, wenn es gefordert wird, auch blind 
gehorsem zu sein. Die Autoren erzählen 
die Lebensgeschichten von sieben recht- 
schaffenen und anständigen Leuten. Zu 
Anfang des Jahrhunderts geboren, von 
Kindheit an zum Gehorsam erzogen, un- 
terwarfen sie sich zweimal in ihrem Le- 
ben Obrigkeiten, die sie in Katastrophen 
führten. Sind sich die sieben heute, am 
Ende ihres Lebens, eines schuldhaften 
Verhaltens bewußt? 


Anschließend gegen 22.15: 
Diskussion im Fernsehstudio Hamburg-Lokstedt 


Tagesschau und Wetterbericht 


im Märchenland. | 14.00 


Schaukelpferd. 


Wien (2). 


Dokumentarische Be- 


134]|stern 








ÖSTERREICH Kanäte 2, 4-8, 10 


Internationales 
(Pörtschach). 17.00 Das wunderbare 
17.25 Kontakt. 
Aus der Geschichte des Motorrenn- 
sports. 18.25 Toutou. 18.30 Ein Lied 
19.00 Zeit im 
19.30 Sport. 20.15 Jegor Bulytschow 
und andere. Schauspiel von Maxim 
Gorki. 21.40 Zeit im Bild 


SONNTAG 1. September 


3. PROGRAMM 


WDR 


19.00 Neuigkeiten und Ankündigungen 


19,05 Sandmännchen 


19,10 Nachrichten aus Nordrhein- 


Westfalen und Sportergebnisse 
19.15 Gotik im Niemandsland 

Ein Bericht über die Deutschen 

in der Zips 

Von Sven Schürenberg 


Der geistige und weltliche Mittelpunkt 
der selbständigen Zips im Mittelalter 


waren die Bischofskirche St. Martin 
und (im Hintergrund) die Zipser Burg 
— die größte in Mitteleuropa 


19,45 Journal für Gärtner 
20.00 Tagesschau und Wetterbericht 
20.15 1. John Alboks New York 
USA 1966 
Regie: Gordon Hyatt 
2. Salut les Cubains 
Frankreich 1963 
Regie: Agnes Varda 
21.05 Söhne und Töchter 


Sons and Daughters — 
Days of Protest 
In dieser Dokumentation über 
eine Protestaktion amerikanischer 
Studenten gegen die Verschif- 
fung von Soldaten nach Vietnam 
am 15. und 16. Oktober 1965 die- 
nen filmische Ein- und Rückblen- 
den vom grausamen Krieg dazu, 
das Eingreifen der Studenten mo- 
ralisch zu rechtfertigen und den 
Regierungskurs zu verurteilen. 
Die Demonstranten von 1965 ver- 
anstalteten keine allgemeine Pro- 
testkundgebung gegen die Ge- 
sellschaft im Sinne späterer Stu- 
dentenunruhen, Sie sind diszi- 
pliniert, lehnen bei ihren Aktio- 
nen Gewalt ab und verstehen 
sich als „Retter der amerikani- 
schen Demokratie", also durch- 
aus innerhalb des Systems 

22,20 Nachrichten und Sportergebnisse 

22.25 Kurt Ihlenfeld liest die unver- 
öffentlichte Reflexion „Ansichts- 
karten“ 








Pannen 


Als Fremdenführerin betätigt sich Für- 
stin Gracia Patricia in der Sendung 
„Die Star-Show“, die um 20.00 Uhr im 
Zweiten Programm zu sehen ist. Sie 
führt die Zuschauer u. a. ins Spielka- 
sino und begleitet sie zur Autopiste, 
wo der englische Komiker Terry Tho- 
mas seine Späße treibt. Hier ein Sze- 
nenbild mit Mitgliedern des Balletts 
David Winters. Regie: Michael Pfleghar 


Tennisturnier 


17.55 | Ivanhoe, 17,55 


Bild, | schau. 20.15 














SCHWEIZ Kanäle 2, 3, 7, 10 


17.00 Briefmarkenecke. 17.10 St. Tro- 
pez — eine ganz schräge Sache. 17.30 
Nachrichten. 
Sportresultate. 18.45 Tatsachen und 
Meinungen. 19.30 Sport. 20.00 Tages- 
Taxichauffeur 
Spielfilm. 21.45 Werner Kaegi: Con- 
certo für Jazzquartett und Streicher 
(wahl.). 22.00 Nachrichten 


2.PROGRAMM 


11.30 Programmvorschau 
Anschl. Beispiele guter Taten 
12.00 Cordialmente dall’Italia — Unterhalt- 
same Sendung für Italiener und Deutsche 
12.45 Drehscheibe — Auswahl zum Sonntag 


13.40 Abenteuer auf Malta (1. Teil, Wdhl.) 


Mit Mary Lu Ripard, Aidan Mompalao de Piro, 
Mario Debono, Vanni Riolo, Guido Haliba, Jo 
Mompalao de Piro, Charles Thake u. a. Regie: 
Lothar Michael Schmitt 


14.10 Flipper — „Das Mädchen Janie“ 


Mit Brian Kelly, Luke Halpin, Tommy Norden, 
Susan Abbot u. a. 
Regie: Ricou Browning 


14.0 Flucht vor den Pflichten 


Über den deutschen Jugendtourismus be- 
richtet Otto Wilfert 


15.10 Nachrichten und Wetterbericht 


15.15 Von Land zu Land 
Spanisches Selbstporträt 


15.45 Deutsche Schwimm-Meisterschaften 
Übertragung aus der Schöneberger 
Schwimmhalle in Berlin 


17.25 Bonanza — „Die Schlammschlacht“ 
[Farbe | Fernsehfilm von Wally George 

Regie: R. G. Springsteen 
18.15 Nachrichten, Wetter, Sport 
18.30 
19.00 





Pfarrer Sommerauer antwortet 
Die Sport-Reportage 

Berichte — Nachrichten — Totozahlen 
Wetterbericht und Nachrichten 


Bonner Perspektiven — Informationen 
und Meinungen aus der Bundeshauptstadt 


Die Star-Show 


Fürstin Gracia Patricia präsentiert: Gilbert 
Böcaud, Frangoise Hardy, Terry Thomas, die 


19.27 
19.40 


20.00 


David-Winters-Dancers. Regie: M. Pfleghar 
2055 Das Balalaika-Orchester 


Ossipow 


Russische Musik mit den Solisten Ludmilla 
Sykina, Valentina Levko, Iwan Petrow, Lily 
Nowgorodova, Yury Mironow. Regie: K. Ulrich 


TUR TORRENT: 





Lily Nomwgorodova und Yuri Mironow (Fo- 


to), Solisten des Moisejemw-Ensembles, 
maren bei der Deutschland-Tournee des 
Balalaika-Orchesters Ossipow mit dabei 


Die dritte Chance 
Ursprung und Wirklichkeit unserer Verfassung 


Ein Gespräch unter Beteiligten am 20. Jahres- 
tag. Leitung; Gerd Schroers 


Nachrichten und Wetterbericht 
Impulse 


Zwei Jahre vergeblich zur Schule? 

Von Klaus Alfred Meyer 

Jeder Gymnasiast geht zwei Jahre lang 
vergeblich zur Schule, weil im Durchschnitt 
jede vierte Unterrichtsstunde ausfällt. 
Diese Rechnung macht Ministerialdirigent 
Dr. Heinrich Schöne, Planungschef im 
rheinland-pfälzischen Kultusministerium, 
auf, Schönes Überlegungen haben das 
ZDF veranlaßt, die Unterrichtssituation 
an mehreren ausgewählten Gymnasien 
in der Bundesrepublik zu beobachten, 
und zwar beim Beginn des neuen Schul- 
jahres 


21.40 


22.25 
22.30 


LUXEMBURG Kanal 7 


19.45 Zeichentrickfilm, 19.53 Vor der 
Kamera. 19,58 Wettervorhersage. 


18.00 | 20.00 Nachrichten und Sport. 20.10 


Der Graf von Monte Christo (Le 
comte de 


Monte-Cristo). Spielfilm 
Bänz. | (2. Teil) von Robert Vernay. Mit 
Jean Marais, L. Amanda und R. Pi- 
gaut in den Hauptrollen, 21.40 Train 
Bleu. Filmserie 








FORTSETZUNG VON SEITE 133 


sondern nach der offiziellen Stra- 
Benkarte. Und danach befinden wir 
uns auf der A 47, die nach Norwich 
und an die Ostküste führt.“ 

„In der einen Richtung“, sagte 
Großvater sarkastisch. „Und was 
ist mit der anderen?“ 

May sah auf der Karte nach. 
„Willst du etwa behaupten, ich hätte 
uns nach Birmingham dirigiert?“ 

„Ja, genau das.“ 

„Ist dir schlecht, Gaylord?“ fragte 
Emma. 

„'türlich nicht“, sagte Gaylord. 

„Gaylord ist schlecht“, sagte Em- 
ma, und sogleich stimmte sie nach 
einer ihr bekannten Melodie ein 
herzzerreißendes Lied an: „Ups! So 
rülpst das Frühstücksbrot. Ups! 
rülpst der Kakao“, sang sie ver- 
gnügt. 

„Ruhe!“ brüllte Großvater, Emma 
verstummte. 


$. brausten an einem Straßen- 
schild vorbei. „Birmingham, zehn 
Meilen“, sagte Gaylord. 

„Jocelyn! Halt! Umdrehen, ehe es 
zu spät ist!“ befahl sein Vater. 
„Halt dich um Himmels willen aus 
den Einbahnstraßen raus, sonst fah- 
ren wir stundenlang im Kreis her- 
um wie die Ratten im Käfig.“ 

„Mußt du denn immer gleich so 
grob werden“, sagte May. Sie hatte 
großen Respekt vor dem alten 
Mann. Aber morgens war er manch- 
mal wie vom Teufel besessen. 

„Zum Teufel, was soll ich denn 
machen? Hier ist doch Wendever- 
bot“, sagte Jocelyn gereizt. 

„Wenn wir nicht bald halten, 
platze ich“, sagte Emma. 

Jenny war entsetzt. „Emma!“ 

Und der Alte schnaubte: „Viel- 
leicht sagt jemand der jungen Dame, 
daß sie sich hier nicht im Omnibus 
nach Blackpool befindet, sondern 
unter zivilisierten Menschen, und 
daß sie sich gefälligst um eine ent- 


sprechende Contenance bemühen 
möchte.“ 
„Was ist Contenance?“ fragte 


Gaylord. 

„Ich habe doch bloß gesagt...“, 
fing Emma an, 

„Eben, eben“, schnappte der Alte. 

Einen Augenblick später kamen 
sie an einem Schild vorbei mit der 
Aufschrift „Nächster Parkplatz 500 
Meter.“ 

Paps verlangsamte das Tempo, 
scherte in den Parkplatz ein und 
hielt. Vier Türen wurden gleich- 
zeitig aufgerissen. Emma schoß in 
die Büsche. May sagte mit erzwun- 
gener Heiterkeit: „Nun, wer möchte 
einen Kaffee?“ 

Großvater sagte im Tone der 
Entrüstung: „Kaffee? Ja, gib du de- 
nen nur noch Kaffee, dann können 
wir alle fünf Minuten anhalten.“ 

May schraubte den Deckel von 
der Thermosflasche ab und goß 
ein. Großvater zuckte die Achseln. 
„Schön, aber ich hab’ dich gewarnt.“ 
Trotzdem nahm er eine Tasse. „Aus 
der Thermosflasche schmeckt er nie 
anständig“, brummte er. 

„Entschuldige“, sagte May spitz. 
„Ich hätte natürlich die Bohnen 
und die Kaffeemühle und die Kaf- 
feemaschine und das Wedgewood- 
service mitbringen sollen.“ 

Der Alte musterte sie kühl. „Wohl 
ein bißchen gereizt heute morgen, 
was, May?“ Er ging zu Jocelyn 


Heißseliebt und 


kali 
1 seirunken 


Doornkaat, 
Deutschlands meistgetrunkener Klarer. 







Doornkaat, 
. nur in der grünen Vierkantflasche. 
Über 160 Jahre im Familienbesitz. 





1. PROGRAMM 


Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch. Rdf.), Kreuzberg/ 
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.) 
10,00 Tagesschau. 10,20 Die Sportschau, 10.50 Drei Ta- 
ge Berlin — und Hochzeit inbegriffen. Hinweise von 
Gerda Harnack für Berlin-Besucher. 11.20... . und die 
Seine ist wie ein Mädchen. Filmbericht von Georg 
Bense. 12.00 Das aktuelle Magazin 








16.40 Tagesschau (außer Bayern) 
16.45 Japanische Teekessel 


17.00 Blütenpracht, die nie verwelkt 


Jutta Lammer zeigt, wie man Strohblumen 
präpariert 


17.15 Meine Wohnung 


Heitere Umzugsgeschichte aus Jugoslawien 


17.30 Behaglich wohnen muß nicht teuer sein 
Mit Marianne Vos 
Saison-Sessel sollten sie haben 


18.00 Tagesschau (außer Bayern) 
20.00 Tagesschau und Wetterbericht 


20.15 Report München - Filmberichte zu 
Nachrichten von gestern und morgen 


21.00 Alles oder nichts 


Fragespiel mit Erich Helmensdorfer 


Spitzenkandidatin in der heutigen Sen- 
dung wird die Hamburger Buchhändlerin 
Eva Maria Bertrum sein. Zu ihrem Wis- 
sensgebiet „Venedig“ will sie die 4000- 
Mark-Frage beantworten. Um 1000 DM 
geht es für den Regierungsinspektor 
a.D. Karl Langer aus Mainz, dessen 
Hobby der „Allgemeine Betriebsdienst 
der Deutschen Bundesbahn“ ist, um 2000 
DM für den Kakteen-Fachmann Dipl.-Ing. 
Heinz Mindt aus Niederrodenbach bei 
Frankfurt. Die Hausfrau Lieselotte Möh- 
rer aus Gmünd/Eifel wird über Michel- 
angelo befragt werden 


21.45 Der Beginn (war. 


Ein Fernsehfilm von Günter Herburger 
und Peter Lilienthal 

RIGE sn een Kim Parnass 
Vater susanne na Joachim Wichmann 





Mütter 2.0, 20a Eva Brumby 
Tante wanna sera. Ursula Alexa 
Untermieter . Martin Brandt 


DuBla aan nn Dunja Rajter 
Rolf Zacher, Verena Buss, Ingrid Oppermann, 
Günter Graf-Weisköppel, Günter Hoffmann, 
Giesbert Münster, Karl-Heinz Tischendorf, 


Jean-Frangois Le Moign, Fritz L. Büttner, Jule 
Hammer, Felicitas Huesmann und die Beat- 
Band „Boo & The Boo Boo's“ 





Die Autoren wollen in diesem Fernseh- 
film untersuchen, ob sich die heutige Ju- 
gend noch so leicht manipulieren läßt wie 
eine frühere Generation. Im Mittelpunkt 
dieses „realistischen bis utopischen Ju- 
gendbildes“ steht der junge Rick, der von 
einer längeren Auslandsreise nach Berlin 
zurückkommt. Die Zeit zwischen Schulent- 
lassung und Arbeitsbeginn hater benützt, 
um per Anhalter um die Welt zu rei- 
sen, Er hat zwar eine Lehrstelle bei 
einem Elektrowerk, kann sich aber nicht 
entschließen, die Arbeit anzutreten... 
Hier ein Szenenfoto mit Kim Parnass und 
Dunja Rajter (Bildmitte). Die Regie führt 
Peter Lilienthal 


23.00 Tagesschau, Kommentar, Wetter 


INETETTT WERFEN De) 


15.25 Medizin nach Noten. 15.35 Eng- 
lisch (1). 16.00 Tele-BZ. 17.00 Nach- 
richten, 17.05 Sie wissen, was Liebe 
ist. Fernsehfilm. 18.00 Hanoi, Diens- 
19.00 Der nächste 
bitte... 19.25 Wetter, 19,30 Aktu- 
elle Kamera, 20.00 Die Dreizebn. So- 
wjetischer Spielfilm, 21.55 An der 
Küste von Murmansk. 22.15 Aktuelles 


tag, der 13. 


nettes“ 





136) stern 


ÖSTERREICH Kanäle 2, 4-8, 10 


18.00 Jean et Helen&. Französisch. 
18.20 Toutou. 18.25 Nachrichten. 18.30 
Österreich-Bild. 19.00 Verliebt in eine 
Hexe. 19.45 Zeit im Bild. 20.15 Post- 
fach 7000. 21.15 Telesport am Mon- 
tag. 22.15 Zeit im Bild. 22.25 The 
World of Charlie Drake. Mit Charlie 
Drake, Henry McGee und „The Ro- 


MONTAG 2. September 


REGIONALSENDUNGEN 





Bayerisch. Rdf.: 18.30 Mussa, der 
Tuareg (IN FARBE). Blutfehde mit 
Kell und {rasur. 19.05 Nachrichten, ak- 
tuelle Viertelstunde. 19.25 Abendschau 
Hessisch. Rdf.: 18.10 Des Königs Vaga- 
bund. Die Nachtigall. 18.40 Das Sand- 
männchen. Jan als Reporter. 18.50 Die 
Hessenschau. 19.10 Der Western-Held 
{IN FARBE). Das Comeback. 19.50 
Heute in Hessen 

NDR u. Bremen: 18.05 Berichte vom 
Tage. 18.19 Die Sportschau der Nord- 
schau. 18.53 Sandmännchen. Jan als 
Reporter. 19,00 Berichte vom Tage. 
19.26 Privatdetektivin Honey West. Ge- 
fälschte Millionen 

Saarländ. Rdf.: Warten auf Dodo 
(wahl.). 18.30 Erfindungen. 18.40 Sand- 
männchen. 18.45 Riesenstadt Ruhrge- 
biet. Die Nacht. Dokumentation. 19.20 
Notizen vom Wochenende. 19.35 Sport 
SFB: 18.05 Der kleine Vagabund. Das 
geheimnisvolle Haus, 18.30 Polizeifunk 
ruft... (IN FARBE). Empfang in Ja- 
pan. 19.05 Sandmännchen (IN FARBE). 
19.15 Blick in die Presse. 19.23 Wetter- 
bericht. 19.25 Abendschau 

Südd. Rdf. u. SWF: 18.05 Jörg Preda. 
Wochenende in Dakar (Wdhl.). 18.40 
Abendschau Baden-Württemberg 
(Mainz: Blick ins Land). 19,10 Sand- 
männchen. Kinderlieder. 19.20 Landarzt 
Dr. Brock. Das Findelkind. 19.54 Nach- 
richten 

WDR: 18.05 Simsalabim (IN FARBE). 
Kiste- und Sacktrick. 18.10 Theo Lingen 
präsentiert ... aus Hollywoods lusti- 
gen Tagen (IN FARBE). Der Liebe 
Ohnmacht. 18.25 Guten Abend! 18.30 
Hier und Heute. 19.10 Weltreisen und 
Abentever (IN FARBE). Treffpunkt 
New York. Fiesta Mexicana. 19,40 Dr. 
Kildare (IN FARBE). Väter und Töch- 
ter. 19.45 Wochenvorschau (IN FARBE). 
Von und mit Klaus-Dieter Pittrich 


3.PROGRAMM. 


WDR 
19,00 Neuigkeiten und Ankündigungen 
19.05 Sandmännchen 
19.10 Nachrichtenaus Nordrhein- 
Westfalen 
19.15 Hierzulande — Heutzutage 
Prisma des Westens 
Almanach der Woche 
19.45 Für und Wider 
19.50 Für Gastarbeiter aus Italien 
20.00 Tagesschau und Wetterbericht 
20.15 Zum Tage — Prisma der Welt 
20.30 Geographische Streifzüge 
Von Günter Brinkmann 
12, Bodensee 
21,00 Nachrichten 
21.05 Christian Cannabich: 
1. Satz (Allegro non tanto) 
aus der Symphonia Concertante 
Es spielt das Kurpfälzische 
Kammerorchester 
Leitung: Wolfgang Hofmann 








Rolf Zacher, Verena Buss, Kim Parnass 

und Dunja Rajter in dem Fernsehfilm 

„Der Beginn“ (um 21.45 Uhr im I. Pro- 
gramm) 










19.25 Sportecho. 


Diskussion 


NHL ATATENFIT IE Be Au) 


18,55 Tagesschau. 19.00 Die Antenne. 
20.00 Tagesschau, 
20.20 Für junge Leute: Hits ä Go Go 
(IN FARBE). 21.10 Forum 68. Eine 
Auseinandersetzung mit Zeitproble- 
men, die von der Öffentlichkeit zur 
gestellt 
sprächsleiter: Dr. A. E. Hohler. 22.10 
Tagesschau. 22,20 Russisch (8, Wdhl.). 


2.PROGRAMM 


17.45 Nachrichten und Wetterbericht 
17.50 Drehscheibe — Magazin zum Feierabend 


18.15 Das verlassene Dorf - „Im Stich gelassen“ 


Nur Balthasar weiß, wo man mirklich 
Wasser in Foncouverte finden kann. Doch 
er lebt noch immer mit Blanchette abseits 
von den neuen Siedlern. So bleibt nichts 
anderes übrig, als in Avignon um Mit- 
hilfe der Behörden zu bitten. Doch man 
vertröstet die Dorfbewohner. Inzwischen 
aber trocknet der Fluß vollständig aus, 
Foncouverte ist endgültig ohne Wasser. — 
Die Regie führt Robert Guez 


Twens im Rhythmus 


Manuela und die Sieger der 
Chance“ 1967 

Heidi Berndt, Kris Kruse, Sandra und Sharon 
und „Die Anderen“. Regie: Vladimir Sis 


18.50 
„Show- 





Sie singen Folklore: Sandra und Sharon 
19.27 Der Wetterbericht 
19.30 Heute. Nachrichten, Themen des Tages 
20.00 Tagebuch — Aus der katholischen Kirche 


Gesundheitsmagazin PRAXIS 


Mit einem Bericht von Sigrid Schenken- 
berger: „Gesundheit über den Wolken“ 


Anschl. Kurznachrichten 


20.15 


21.00 


Der besondere Film 


Atalante 


Mit Dita Parlo, Jean Daste, Michel Simon, 
Louis Lefebvre u. a. 





" 


Dieser französische Spielfilm wurde 1934 
gedreht. In einem kleinen Dorf am Fluß 
hat Jean, der Schiffsführer der „Atalante“, 
seine Juliette geheiratet. Die junge Frau 
folgt ihm auf das Schiff und lebt dort mit 
ihrem Mann und in der Gesellschaft eines 
Schiffsjungen und des schrulligen „Vater 
Jules“. Aber bald leidet sie unter der Ein- 
tönigkeit ihres Lebens. Als ein fliegender 
Händler ihr die Schönheiten von Paris in 
den leuchtendsten Farben geschildert hat, 
verläßt Juliette heimlich das Schiff, das 
gerade in der Nähe von Paris vor Anker 
liegt, um einmal durch die Straßen der 
Großstadt zu bummeln . . . Foto: Dita 
Parlo und Jean Daste. Regie: Jean Vigo 


Anschl. Ratschlag für Kinogänger 
Fünf Minuten Filmkritik 


22.25 Heute. Nachrichten, Themen des Tages 


22.45 Philosophie im Zeitalter 
der Wissenschaft 


Eine Diskussion aus Anlaß des 14. Internatio- 
nalen Kongresses für Philosophie in Wien 


LUXEMBURG Kanal 7 


19.45 Zeichentrickfilm. 19,53 Vor der 
Kamera... 19.58 Wettervorhersage. 
20.00 Tagesschau. 20.20 La cible vi- 
vante (The Great Gabbo). Spielfilm 
mit Erich von Stroheim, N. B. Hu- 
gues und Don Dureya. 21.50 Heirats- 
institut. Ein Film aus der Serie „Im 
Namen des Gesetzes" 












werden. Ge- 















FORTSETZUNG VON SEITE 134 


und redete ernsthaft auf ihn ein. 
May schnappte ein paar Worte auf: 
„überarbeitet“, „tut zuviel", „zart 
behandeln“, und zu ihrem unbe- 
schreiblichen Entsetzen auch noch 
„in ihrem Alter“. Sie wollte gerade 
loslegen und ein paar Breitseiten 
in alle Richtungen abfeuern, als 
Amanda aufwachte und ihre Auf- 
merksamkeit beanspruchte. Und 
dann kam Emma wieder und strahl- 
te sie alle an. „Jetzt geht's mir wie- 
der besser“, verkündete sie ver- 
gnügt. 

Schließlich konnten sie weiter- 
fahren. Großvater, seiner eigenen 
Mahnung eingedenk, daß man May 
nachsichtig behandeln müsse, sagte 
zu seiner Schwiegertochter: „Richte 
dich nur einfach nach der Sonne, 
May, dann kann nichts schief- 
gehen. Kümmere dich gar nicht um 
Straßennummern und Schilder.“ 

„Ja“, antwortete May und hielt 
sich gehorsam an seinen Rat. 

Gegen Mittag hatten sie die Ost- 
küste gefunden. May war mit sich 
zufrieden. „Seht ihr! Ich hab’s ge- 
schafft“, sagte sie stolz. 

Großvater schnaubte. „Wenn du 
auf einer Insel lange genug nach 
Osten fährst, kannst du das Meer 
ja wohl kaum verfehlen.“ Dagegen 
war freilich nichts zu sagen. Groß- 
vater war heute nicht gerade leut- 
selig gestimmt. 


M.:--.: erstreckte sich der 


glatte, feste Sand, jungfräulicher 
Sand, aus dem man Burgen bauen 
konnte und Kanäle, in die man das 
salzige Seewasser ableiten konnte. 
Und Sonne im Überfluß! Sonne, die 
auf die salzbesprühten Glieder und 
den trägen Ozean herniederbrannte. 
Und eine leichte Brise wehte. 


Gaylord wußte sich vor all dem 
Reichtum nicht zu lassen. Es gab 
mehr Sand, als man je in Burgen 
verwandeln konnte. So viele Dü- 
nen, die sofort erforscht werden 
mußten. Aber zu seinem Schrecken 
sah er, daß Mummi schon wieder 
dabei war, alles nach bewährtem 
Muster zu organisieren. Sie breitete 
ein Tischtuch auf dem Sand aus, 
öffnete Dosen, bestrich Brötchen. 
Als ob auch nur irgendeiner jetzt 
Lust hätte, Zeit ans Essen zu ver- 
schwenden. Essen konnte man je- 
den Tag zu Hause. 

„Kann ich ins Wasser gehen, 
Mummi?“ 

„Erst wird gegessen, Liebling.“ 

„Aber du sagst doch immer, daß 
man erst zwei Stunden nach dem 
Essen baden darf.“ 

„Ja, das ist richtig.“ 

„Dann kann ich jetzt also gehen?“ 

May hatte zwar nicht ausdrück- 
lich ja gesagt, aber auch ganz ge- 
wiß nicht nein. Gaylord sprang da- 
von und lief selig den einsamen 
Strand entlang. Der Sand war kühl 
und feucht unter seinen Füßen, die 
Sonne brannte heiß auf seiner 
nackten Haut, und er rannte dem 
Wasser entgegen. 

Er war erleichtert, als er merkte, 
daß Emma ihm nicht folgte. Naß 
werden gehörte wohl nicht in ihren 
Spielplan. 

Der alte Pentecost besorgte sich 
einen Liegestuhl, die Times und 
eine Zigarre und versuchte, so gut 
das am offenen Meer möglich war, 
sich seine gewohnte Gemütlichkeit 
zu schaffen. Doch schon schleppte 


... U 





IEITT, 


die man nicht verg 






In 


Kleidung aus Dacron* ist in guten 
Fachgeschäften erhältlich. 


Du Pont de Nemours (Deutschland) GmbH, 
4 Düsseldorf, Bismarckstraße 95 


U POND 


Bessere Dinge für ein besseres Leben 
... dank der Chemie 


*Dacron ist das eingetragene Warenzeichen 
für Du Ponts Polyesterfaser 





DD 8053 


1. PROGRAMM 


Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch. Rdf.), Kreuzberg/ 
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.) 


10.00 Tagesschau. 10.20 Sie 67. Skizzen zu einem Por- 
trät der modernen Frau: Rita Tushingham. 11.05 Skiz- 
zen und Notizen. Zur Orientierung für junge Leute. 
12.00 Das aktuelle Magazin 





16.40 
16.45 


17.05 


18.00 
20.00 


20.15 


21.00 


Tagesschau (außer Bayern) 


Feuer! — Feuer! 
Puppenfilm (Kinderstunde) 


Die Kinder von Dlolon 


Japanischer Spielfilm (Kinderstunde) 
Tagesschau (außer Bayern) 
Tagesschau und Wetterbericht 


Mode und Musik 


Ein Film von Antonia Hilke über die neue 
Pariser Wintermode 68/69 

Mit Alice und Ellen Kessler, William Milie, 
Ina Balke, Britta Bauer, Nicole de la Marge 
und Ingrid Ruh; dazu Variet& mit Gerard Se- 
thy, Jonathan und Andre Valardy. Choreogra- 
phie: William Milie 


Das Film-Festival 


EI Die eine und die andere 











22.45 


15.20 Medizin nach Noten. 15.30 Ju- 
gendbasar. 16.30 Kinder spielen für 
Kinder. 17.00 Nachrichten, 17.05 Wenn 


Musik 


19.00 Hauptfilm läuft. 19.25 Wetter. 
Aktuelle 
Staatsanwalt hat das Wort. 21.30 Die 
Zeitgeschichte und der Zufall. 22.00 
Aktuelle Kamera 


19.30 


Mit Malka Ribovska, Philippe Noiret, Marc 


Cassot, Christian Alers u. a. 








Dieser französische Spielfilm entstand 
1967. Die Heldin ist die dreißigjährige 
Schauspielerin Anne, die seit Jahren mit 
dem älteren Fotografen Julien zusammen- 
lebt. Anne erlebt in dem Film ein bana- 
les und dennoch heroisches Abenteuer, 
als sie versucht, über den eigenen Schat- 
ten zu springen. Den äußeren Anstoß 
dazu gibt eine kurze Begegnung mit ihrer 
Schwester; sie weckt in der Schauspiele- 
rin den Wunsch, der Schwester ähnlich zu 
werden und sich auf diese Weise von den 
unbefriedigenden Gewohnheiten ihres bis- 
herigen Lebens zu lösen. Unsere Fotos 
zeigen die Hauptdarstellerin Malka Ri- 
bovska (im unteren Bild mit Philippe Noi- 
ret). Die Regie führt Rene Allio 






Tagesschau, Kommentar, Wetter 


für Anfänger. 
Nachrichten. 
erklingt. 18.05 Englisch (32). 


Kamera. 20.00 Der 


stern 


DIENSTAG 3. September 


REGIONALSENDUNGEN 





18.00 Walter and Connie. 
18.20 
18.30 Neues aus der 
Landwirtschaft. 19.00 Die Abenteuer 
des Hiram Holiday. 
Bild. 20.15 Diese unsere Welt. Film- 
berichte zum Weltgeschehen. 
Eine reine Haut. 
Rhys Adrian. 22.10 Zeit im Bild 


Bayerisch. Rdf.: 18.30 Graf Yoster gibt 
sich die Ehre. Fair play, Herr Mar- 
quis! 19.05 Nachrichten und aktuelle 
Viertelstunde. 19.25 Abendschau 


Hessisch. Rdf.: 18.10 Kommissar Frey- 
tag. Hundert Limousinen. 18.40 Das 
Sandmännchen. Tiere im Winter. 18.50 
Die Hessenschau. 19,10 Verliebt in eine 
Hexe. Sag’ die Wahrheit! 19.50 Heute 
in Hessen 

NDR u. Bremen: 18.05 Berichte vom 
Tage. 18.19 Nordschau. 18.53 Sand- 
männchen. Tierfilme, 19.00 Berichte 
vom Tage, 19.26 Ferien in Lipizza. Der 
Preis von Sava 

Saarländ. Rdf.: 18.05 Das Gasthaus 
zum Einhorn. Ein Affentheater. 18.30 
Zu Gast im Studio. 18.40 Sandmänn- 
chen. 18.45 Ein Fall für Robin Scott. 
R. S. in Philadelphia. 19.20 Prisma. 
19.35 Der aktuelle Bericht 


SFB: 18.05 Aus der christlichen Welt, 
18.20 Felix, der Kater. Felix und das 
Golfspiel. 18.30 Wohin der Wind uns 
weht. Äthiopien. 19.05 Sandmännchen. 
19.15 Blick in die Presse. 19.23 Wetter- 
bericht. 19.25 Abendschau 


Südd. Rdf. u. SWF: 18.05 Gefährliche 
Experimente. Die Angst-Barriere. 18.40 
Abendschau Baden-Württemberg 
(Mainz: Blick ins Land). 19.10 Sand- 
männchen. Ritter Kunibert und Hei- 
ner. 19.20 Meine Freunde und ic. 
Spiel mit Musik. 19.54 Nachrichten 


WDR: 18.05 Keine Angst vor kleinen 
Spielen. Medizin aus Singapur, Das 
Geschäft mit Chao Chung. 18.25 Guten 
Abend! 18.30 Hier und Heute. 19.10 
Heiterer Feierabend. Lieblinge unse- 
rer Eltern. Friedrich Kayssler/Maria 
Koppenhöfer. 19.40 Sendung und Echo. 
Von und mit Gisela Claudius 


3.PROGRAMM 


WDR 
Arbeit, gesucht — geboten 


Informationen zur Arbeitsmarkt- 
lage in Nordrhein-Westfalen 
Neuigkeiten und Ankündigungen 
Sandmännchen 

Nachrichten Aus Nordrhein- 
Westfalen 

Hierzulande — Heutzutage 
Prisma des Westens 

Für und Wider 

Für griechische Gastarbeiter 
Tagesschau und Wetterbericht 
Zum Tage -- Prisma der Welt 
Französische Literatur auf 
dem Weg in die Moderne 

3. Andre Malraux 

Nachrichten 

Guillaume Costeley: 

„Allons gay, bergeres“ 

Es singt das Deller Consort 





Tanzend werden Alice und Ellen Kess- 

ler neue Modelle der Pariser Mode- 

häuser vorführen. Sie sind in der Sen- 

dung „Mode und Musik“ um 20.15 Uhr 
im Ersten Programm zu sehen 


Englisch 


Toutou. 18.25 


19.45 Zeit im 


21.00 


Fernsehspiel von | Schweikart, 22.25 


Tagesschau 


17.45 
17.50 
18.15 


2.PROGRAMM 


Nachrichten und Wetterbericht 
Drehscheibe — Magazin zum Feierabend 


Alles unter einem Dach 


„Die Kriegslist“ 
Von Claude Choublon und J. C. Tacchella 






TACAUBE: canon ageraeinieieee Daniel Ceccaldi 
EBther 20: une ng dan ag Claire Maurier 
Honorine ....escreren0: Madeleine Clervanne 
Claudie ..... . Christine Simon 
Pascal =. user Jacques Balantin 


Regie: Joseph Drimal 


1850 Die Globetrotter 


„Kein Spaß mit Bären“ 


Von Radu Anagnoste, Claude Boissol und 
Jacques Remy 

PietTe ı.sorcuneennne ren nn nenn Yves Renier 
BOD sauna Edward Meeks 


Von Edinburgh kommend, landen Bob und 
Pierre in Bukarest. Dort treffen sie Nancy 
wieder, die amerikanische Millionärstoch- 
ter, die sie in Istanbul kennengelernt 
hatten. Das junge Mädchen ist mit sei- 
nem Verlobten auf Einladung eines Jagd- 
clubs in Rumänien. Bob und Pierre schlie- 
ßen sich der Jagdgruppe an... Regie: 
Claude Boissol 


19.27 Der Wetterbericht 
19.30 Heute. Nachrichten, Themen des Tages 


20.00 Der Sport-Spiegel 


Zur Diskussion: Sport in der Sowjetunion 
Gesprächsleitung: Harry Valerien 


20.30 Das Prayer Ahenteuer 


21.00 


21.50 


22.20 


Heinz Metlitzky berichtet über die Entwick- 
lung in der Tschechoslowakei 

Wird die Tschechoslowakei der erste 
freiheitlich orientierte kommunistische 
Staat Europas sein, oder bleibt der Pra- 
ger Ausflug in die sozialistische Demokra- 
tie nur ein episodenhaftes Abenteuer? 
Ein außerordentlicher Parteitag der tsche- 
chischen und slowakischen Kommunisten, 
der am 9. September beginnt, wird darauf 
Antwort geben. Mit der Situation vor 
dem Parteikongreß beschäftigt sich der 
Bericht 


Anschl. Kurznachrichten 


Tennis-Schläger und Kanonen 


„Schachmatt, Senior Collisi!“ 
Kriminalfilm von Bill Ballinger 
Alexander Scott ....,errreresonneren Bill Cosby 
Kelly Robinson Robert Culp 
Dean Sherman ...c.cocsseuerenennn Alf Kjellin 
Tilde Ulla Stromstedt 
Coly Collisi Nehemiah Persoff 
(Für Jugendliche nicht geeignet) 








Der berüchtigte amerikanische Gangster 
Coly Collisi, der aus den USA ausgemwie- 
sen murde, hat sich in Rom niedergelas- 
sen. Es ist ihm gelungen, einen amerika- 
nischen Diplomaten zu erpressen, Scott 
und Robinson gelingt es, sich als „Leib- 
mache“ bei Collisi anheuern zu lassen... 
Foto: Bill Cosby, einer der beiden Haupt- 
darsteller, mit seiner Familie. — Die Regie 
führt Alf Kjellin 


Aspekte — Informationen und Meinun- 
gen aus dem Kulturleben 


Heute. Wetter, Themen des Tages 


OST-PROGRAMM Kanäle 3-6,11 | ÖSTERREICH Kanäte 2, 4-8, 10 SCHWEIZ Kanäle 2, 3, 7, 10 LUXEMBURG Kanal 7 


9.15 Schulfernsehen. — 18.55 Tages- 
schau. 19.00 Die Antenne, 19.25 Ver- 
liebt in eine Hexe. 20.00 Tagesschau. 
20.20 Abc der modernen Ernährung 
(1). Die Nährstoffe. 20.45 Musik. Von 
Frank Wedekind. Ein Sittengemälde 
in vier Bildern. Inszenierung: Hans 
Lesezeichen. 22.30 


19.45 Zeichentrickfilm. 19.53 Vor der 
Kamera... 19.58 Wettervorhersage. 
20.00 Tagesschau. 20.20 Scenes de 
menage. Spielfilm mit Marie Daems, 
Sophie Desmarets, Frangois P6rier 
und Marthe Mercadier. 21.40 Bel- 
phegor. Filmserie 


FORTSETZUNG VON SEITE 136 


eine kleine, dicke Person eifrig 
einen Liegestuhl an seine Seite und 
ließ sich hineinplumpsen. 

„Steht was von den Mördern in 
der Zeitung?“ fragte Emma hoff- 
nungsvoll. 

„Nicht, daß ich wüßte“, sagte er. 
Er hatte den Börsenbericht vor sich 
und überdies ja auch seine Lese- 
brille nicht dabei. 

„Vielleicht steht auf den anderen 
Seiten was“, sagte Emma. 

„Kann sein. Aber zufällig lese 
ich nun mal gerade diese Seite.“ 
Großvater war äußerst ungesellig. 
Aber bloße Ungeselligkeit ver- 
mochte Emma nicht zu vertreiben. 
Sie wippte in ihrem Stuhl gemütlich, 
hin und her und rieb sich den rech- 
ten Fuß. „Da war doch mal einer, 
der hat die Frau in Stücke gehackt 
und die Teile...“ 

Großvater ließ die Zeitung sin- 
ken und blickte Emma beträchtlich 
angewidert an. „Und da denkt man 
immer, Gaylord sei die größte Ka- 
tastrophe, die einen alten Mann 
heimsuchen kann.“ 

Emma dachte nach. „Meinst du, 
du kannst mich nicht leiden?“ fragte 
sie. 

„Das ist nicht deine Schuld“, sagte 
Großvater. „Das liest an der Un- 
vereinbarkeit der Temperamente.“ 

„Gaylord mag mich auch nicht 
besonders“, sagte Emma. „Eine 
ganze Menge Leute mögen mich 
nicht besonders. Meinst du, das 
ändert sich, wenn ich mal groß bin?“ 

„Das bezweifle ich stark“, sagte 
Großvater. 

„Ich auch“, sagte Emma. Sie 
schaute zu Jocelyn und Jenny hin- 
über, die in ein Gespräch vertieft 
waren. „Ich glaube, Jenny ist in 
Onkel Jocelyn verliebt“, sagte sie. 

Großvater war unbeschreiblich 
schockiert. „Sei nicht albern, Kind. 
Sie ist seine Nichte.“ 

„Nichten und Onkels können sich 
doch verlieben, oder nicht?“ 

„Ganz gewiß nicht.“ 

„Na, ich finde aber, es sieht so 
aus“, sagte Emma. Sie stand auf 
und machte sich auf die Suche nach 
Gaylord. 


Oase fand Großvater 


auch, daß es so aussah. Er würde 
Jocelyn gehörig die Meinung sagen. 
Jocelyn war nie fähig gewesen, über 
seine eigene Nasenspitze hinaus- 
zusehen... 

Doch Jocelyn war sehr wohl im- 
stande, darüber hinauszusehen. Vor 
seiner Nase lag nämlich ein sehr 
hübsches Mädchen in einem verfüh- 
rerischen Bikini. Ein hübsches Mäd- 
chen, dessen sonst so trauriges, 
nachdenkliches Gesicht nun auf- 
blühte und mit der Sonne um die 
Wette lachte. Ein. hübsches Mäd- 
chen, das obendrein genau die rich- 
tigen Dinge zu sagen wußte. 

„Um ein Schriftsteller zu sein, 
mußt du doch ein großes Einfüh- 
lungsvermögen haben“, sagte sie 
soeben. „Sicher fühlst du alles in- 
tensiver als andere Menschen.“ 


„Das glaube ich nicht“, sagte er 
und lächelte ihr zu. „Ich glaube, ich 
fühle überhaupt nicht viel. Ich bin 
kalt wie ein Fisch, Jenny.“ 

„Das glaube ich dir nicht“, sagte 
Jenny. 

Großvater und Emma waren 
nicht die einzigen, die sie beobach- 
teten. May dachte: Ich werde die 


ERENTO CELFAUG 


x 2,997 210%. 





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Spüren Sie es... der Augenblick verwandelt sich mit Rüttgers Club. 


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16.40 
16.45 


17.05 






























































18.00 
20.00 


20.15 


21.05 


22.20 
22.40 


Willi 


INELSUTTTT WERFEN 


15.30 Die Umschau. 16,00 Musik aus 
Indien. 16,30 Theo Doll. 17.00 Nach- 
richten. 17.05 Der Himmel ist ohne 
Gitter. 
Treffpunkt 
Kamera. 20.00 Rote Bergsteiger. 20.25 


21.30 Sozialismus und Talente. 22.00 
Aktuelle Kamera 


1. PROGRAMM 


Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch, Rdf.), Kreuzberg/ 
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.) 


10.00 Tagesschau. 10.20 Carl Schurz. Revolutionär und 
Staatsmann 
von Hans Wiese. Mit Udo Vioff, Christian Rode, Man- 
ired Heidmann u. a. Regie: Rudolf Nussgruber. 11.50 
Prozessieren. Jugoslawischer Kurzfilm von Dragoslav 
Lazic. 12.00 Das aktuelle Magazin 


in zwei Kontinenten. Dokumentarspiel 





Tagesschau (außer Bayern) 
Bilder aus Taiwan 


Der-aus-dem-Dschungel-kam 


Fernsehspiel von Herbert Plate 


A 


In Indien spielt dieses Stück. Es zeigt, 
welche Probleme die aufgeklärten Vertre- 
ter einer neuen Lebensform bei ihrem 
Kampf gegen tief verwurzelte Vorurteile 
in der dörflichen Welt haben. Zwei Ver- 
treter der fortschrittlichen Denkweise, 
„Der-aus-dem-Dschungel-kam“ und der 
Pandit Shergang, bemühen sich um die 
Aufklärung der Bauern in einem indi- 
schen Dorf, Gegen sie arbeitet eine kon- 
servative Gruppe von Besitzenden, die 
bisher alle Macht im Dorf besaß und die 
Bauern ausbeutete... Hier ein Szenen- 
bild mit Ingeborg Rinke und Gundolf 
Willer 


Tagesschau (außer Bayern) 
Tagesschau und Wetterbericht 


Neue Stadt an der Oder 


Stalinstadt — Eisenhüttenstadt 
Ein Beitrag von Jost von Morr 
Aus der Reihe „Ost und West“ 


Spiel ohne Grenzen 

Das internationale Städteturnier zwischen 
Belgien, Frankreich, Großbritannien, Ita- 
Jien, der Schweiz und Deutschland 

6. Runde in Schwäbisch Hall/Deutschland 
Spielleiter: Camillo Felgen 

Regie: Günther Hassert 


Tagesschau, Kommentar, Wetter 


Fortissimo vor Mexiko 


Vorbereitung auf die Olympischen Sommer- 
spiele 

Ein Fernsehteam beobachtete sechs der 
aussichtsreichsten deutschen Olvympia- 
kämpfer bei ihren Vorbereitungen und 
Wettkämpfen in St. Moritz, Hannover, 
Münster, Kassel, Lahr und an der Nord- 
see: Zehnkampf-Weltrekordler Kurt Bend- 
lin, Diskus-Weltrekordlerin Liesel Wester- 
mann, die Fünfkämpferin Heide Rosen- 
dahl, den Deutschen Meister im Hammer- 
werfen, Ume Beyer, und die Mittelstrek- 
kenläufer Franz-Josef Kemper und Bodo 
Tümmler 






17.00 Kasperl 







Spielfilm. 18.45 Wetter, 19.00 
Leipzig. 19.30 Aktuelle 


gendmagazin. 






Schwabes Rumpelkammer. 








1a|stern 


MITTWOCH 


REGIONALSENDUNGEN 














ÖSTERREICH Kanäte 2, 4-8, 10 


11,00 Programm für Schichtarbeiter. 
bei der Blumenfee. 
17.40 Kleine Zeichenkunde. 18.05 Ju- 
18.20 
Nachrichten. 18.30 Kultur — aktuell. 
19.45 Zeit im Bild. 20.15 Das Bild des 
Dorian Gray. Spielfilm. 22.00 X mi- 
nus 32, Utopien, Analysen und Pro- 
gnosen. 23.00 Zeit im Bild 


Bayerisch. Rdf,: 18.30 Gertrud Stra- 
nitzki. Kinderkrankheiten. 19.05 Nach- 
richten und aktuelle Viertelstunde. 
19.25 Abendschau 


Hessisch. Rdf.: 18.10 Kaffee mit Mu- 
sik. Eine musikalische Unterhaltung. 
18.40 Das Sandmännchen (IN FARBE). 
Toutou. Die Verstimmung. 18.50 Die 
Hessenschau. 19.10 Polizeifunk ruft... 
(IN FARBE). 19,50 Heute in Hessen 


NDR u. Bremen: 18.05 Berichte vom 
Tage. 18.19 Nordschau. 18.53 Sand- 
männchen (IN FARBE). Toutou. Die 
Verstimmung, 19.00 Berichte vom Tage. 
19.26 Katy (IN FARBE). Camping will 
gelernt sein 

Saarländ. Rdf.: 18.05 Ausgerechnet 
Zimmer 13. 18.30 Jugend musiziert. 
18.40 Sandmännchen (IN FARBE). 18.45 
Sie schreiben mit (IN FARBE). Meiers 
machen Camping. 19.20 Prisma. 19.35 
Der aktuelle Bericht 

SFB: 18.05 Die Abenteuer des Bob 
Moran. Verschwörung in Versailles. 
18.30 Michel Vaillant. Der Große Preis 
von Monaco. 19.05 Sandmännchen. 
19.15 Blick in die Presse. 19.23 Wetter- 
bericht. 19.25 Abendschau 

Südd. Rdf. u. SWF: 18.05 Verliebt in 
eine Hexe. Der Millionenauftrag. 18.40 
Abendschau Baden-Württemberg 
(Mainz: Blick ins Land). 19.10 Sand- 
männchen (IN FARBE). Beppo und 
Peppi. 19.20 Die Abenteuer der Sea- 
spray (IN FARBE). Die Insel des zor- 
nigen Gottes. 19.45 Nachrichten 

WDR: 18.05 Gesichter und Landschaf- 
ten. Lieben Sie Kishon? Besuchszeit 
Montag und Donnerstag (Wdhl.). 18.10 
Auf dem Weg zum Golf von Siam. 
18.25 Guten Abend! 18.30 Hier und 
Heute. 19.10 Gefährliche Experimente. 
Gefangene der Stratosphäre, 19,40 Von 
Göteborg bis Genua, Schmuggel lohnt 
nicht mehr 


3.PROGRAMM 


WDR 


19.00 Neuigkeiten und Ankündigungen 
19.10 Nachrichten aus Nordrhein- 
Westfalen 
19.15 Hierzulande — Heutzutage 
19.45 Für und Wider 
19.50 Für Gastarbeiter aus Spanien 
20.00 Tagesschau und Wetterbericht 
20.15 Zum Tage — Prisma der Welt 
20.30 Der verlorene Frieden 
1918-1933 
23. Ende der Weimarer Demo- 
kratie — Scheitern des Völker- 


bundes — Weltwirtschaftskrise 
21.00 Nachrichten 
21.05 Frederic Chopin: 3. Satz (Largo) 
aus der Sonate g-Moll, op. 65, 
für Violoncello und Klavier 








pi dee a EN 

———————————— 0 
Hammerwerfer Uwe Beyer aus Kiel — 
wird er an den Olympischen Sommer- 
spielen in Mexiko teilnehmen und 
dort — wie in Tokio — eine Medaille 
erkämpfen? (Zur Sendung „Fortissimo 
vor Mexiko“, 22.40 Uhr, I. Programm) 





Toutou. 18.25 









17.00 Kinderstunde: 
reise. — Der Wunderspiegel (Wdhl.). 
— Kindernachrichten. 
Tagesschau. 19.00 Die Antenne. 19,25 
Katy. 20.00 Tagesschau. 20.20 Rund- 
schau. 21.05 Spiel ohne Grenzen. In- 
ternationales Städteturnier. 6. Wett- 
kampf in Schwäbisch-Hall. (Deutsch- 
land). 22.20 Tagesschau 


17.45 
17.50 
18.15 


18.50 


19.27 
19.30 


20.00 


21.00 


NHLKLLSVATETEIC WR BA 


Tobi's Ferien- 


— Poly. 18.55 







4. September 





2.PROGRAMM 


Nachrichten und Wetterbericht 
Drehscheibe — Magazin zum Feierabend 


Lassie — „Der Lockvogel“ 
Regie: Earl Bellamy 


Kein Fall für FBl 


„Kurzschluß* 

Von Lawrence Mascott 
Captain Matt Holbrook 
Sergeant Chris Ballard ... 
Lieutenant John Russo Tige Andrews 
Lieutenant Otto Lindstrom .... Russel Thorson 
Lisa-Bonnay . u.wasseun nern Ursula Thiess 
Alles ist bis ins einzelne geplant: Im 
Schutz der Dunkelheit soll ein Tresor aus- 
geraubt werden. Zu diesem Zweck verübt 
die Diebesbande einen Anschlag auf das 
Elektrizitätswerk, Aber die Verbrecher 
haben ihre Rechnung ohne Captain Matt 
Holbrook gemacht... Regie: Lewis Allen 


Der Wetterbericht 
Heute. Nachrichten, Themen des Tages 


Welt der Melodie 


Musikalische Abendunterhaltung 

Mit Shmuel Rodensky, Dany Mann, Ellen Frie- 
se, Grit van Hoog, Peter Lagger, Rene Kollo, 
Guy Mardel, Helli Pagel und den Herbert Dan- 
cers. Conference: Lotti Ohnesorge. Choreogra- 
phie: Herbert F. Schubert. Regie: Thomas Land 


Anschl. Kurznachrichten 


Wo man sich trifft 


Fernsehspiel von Bengt Bratt 
NER FETTE IS TIER Karin Hübner 
Heinz Peter Scholz 
Christiane Krüger 
ee Paul Neuhaus 
Rolf Zacher 
Axel Scholtz 


Robert Taylor 
. Mark Goddard 












WELLE u. wen ee Herbert A. Knippenberg 
Kellnerin .. Heidrun Kussin 
BAHR. rien wenn Peter Schiff 
Rentner 4.00.00 000 wen Konrad Thoms 


Die Kneipe an der Ecke ist ihr Zufluchts- 
ort. Die verschiedenen Stammgäste haben 
etwas Gemeinsames: Sie trinken, um ihre 
Einsamkeit zu vergessen, sitzen zusam- 
men, um vielleicht doch einmal einen 
Freund zu geminnen. Dieses Alleinsein 
ist es auch, was den 40jährigen Thiel ver- 
anlaßt, drei ihm kaum Bekannte am Ende 
eines tristen Abends noch in seine Woh- 
nung einzuladen: die 30jährige Elsa und 
das noch jüngere Pärchen Marion und 
Fred. Die Party endet aber nicht so, wie 
Thiel es erhoffte... Foto: Karin Hübner 
und Christiane Krüger, die älteste Toch- 
ter Hardy Krügers. Regie: Thomas Fantl 


Heute. Wetter, Themen des Tages 


Theater im Gespräch 


„Zukunft des Balletts“ 

Es diskutieren: Professor Boris Blacher, Lothar 
Höfgen, Professor Kurt Joos und Horst Koeg- 
ler, Diskussionsleitung: Dr. C. H. Drese 


LUXEMBURG Kanal 7 


19.45 Zeichentrickfilm. 19.53 Vor der 
Kamera ... 19.58 Wettervorhersage. 
20.00 Tagesschau. 20.20 Terreur des 
Barbares (Il terrore dei Barbari). 


Spielfilm mit S. Reeves, C. Alonso 


und G. Rubini. 22.00 Die lustigen 
Schiffbrüchigen. Filmserie 








FORTSETZUNG VON SEITE 138 


junge Dame im Auge behalten müs- 
sen. Mir gegenüber ist sie so still 
und brav. Aber wenn sie sich mit 
Jocelyn unterhält, ist sie wie um- 
gewandelt. Und sie weiß genau, 
was Männer mögen. Dick aufgetra- 
gene Schmeicheleien; bewundernde 
Blicke und so viel weibliches Ge- 
schütz, daß man damit ein Schlacht- 
schiff versenken könnte. Ich wette, 
mein alter Jocelyn kommt sich vor 
wie eine Mischung aus Dostojewski 
und dem schlimmen Lord Byron, 
Ein bißchen spitz rief sie: „Könn- 
test du vielleicht herüberkommen 
und mir helfen, Jenny?“ 

„Natürlich, Tante May.“ Sie 
schenkte Jocelyn ein rasches ver- 
stohlenes Lächeln und ging hinüber. 


Gaylord tauchte aus den Wellen 
auf und sah seine Kusine vor sich 
stehen. „Ich bin bis zum Horizont 
hinausgeschwommen“, prahlte er. 


„Bist du nicht“, sagte Emma. „Ich 
hätte dich greifen können, ohne daß 
mir die Füße naß geworden wären.“ 


„Wetten, daß nicht“, sagte Gay- 
lord hitzig. Aber er war deprimiert. 
Emma hatte leider recht. Er war 
nicht bis an den’ Horizont ge- 
schwommen. Vorgehabt hatte er es 
freilich, aber sein wildes Stram- 
peln, das er Schwimmen nannte, 
schien den Ozean nicht beeindruckt 
zu haben. Es hatte ihn nicht nur 
nicht vorwärts gebracht, sondern 
nicht einmal über Wasser gehalten. 
Das war schon schlimm genug. Aber 
daß er es sich auch sagen lassen 
mußte, konnte einen rasend ma- 
chen. Er sah Emma voller Abscheu 
an. 


S. gingen den Strand hoch. 


„Untergegangen bist du auch“, sagte 
Emma. 

Gaylord gab keine Antwort. Er 
hatte einen finsteren Entschluß ge- 
faßt. Wenn er von dem Tag am 
Meer noch etwas für sich retten 
wollte, mußte er sich Emmas ent- 
ledigen und zwar schnellstens. 

„Essen kommen“, rief Mummi 
forsch. 

„Och, Mummi, 
fragte Gaylord. 

„Ja. Komm schon Liebling. Einer 
unser gefiederten Freunde hat schon 
Platz genommen.“ 

Gaylord guckte. Eine Möwe stand 
am Rand des Picknickplatzes, wach- 
sam, arrogant; kalte Augen muster- 
ten die Menschen, das Essen und 
die anderen Möwen. Mit gutem 
Grund, denn diese Möwe hatte ein 
schweres Handikap. Während die 
anderen kreisten und herabstießen 
und miteinander kämpften, stand 
sie ganz allein im Sand. Manchmal 
machte sie ein paar ungeschickte 
Schritte vorwärts, dann hüpfte sie 
wieder zurück. Fliegen konnte sie 
nicht. Eine Schwinge hing kraftlos 
herab. 

Tiefes Mitleid erfüllte Gaylord. 
„Die arme Möwe“, sagte er. „Sie 
ist verletzt.“ Er nahm ein Stück 
Huhn und ging auf sie zu. 

„Nicht doch, Gaylord“, sagte 
May, nahm ihm das Hühnerbein 
ab und gab ihm einen Keks. „Aber 
sie mögen Hühnchen“, sagte Gay- 
lord. 

„Wir 
rührt. 

„Ich wette, wenn du eine lahme 
Möwe wärst, würdest du auch et- 


müssen wir?“ 


auch“, sagte May unge- 





Paprika mit Feuer und saftigem Frucht- 
fleisch. Gurken, jung, knackig, pikant und 
würzig. Chillies-die scharfen, die den 
kräftigen Geschmack unterstreichen. 





Pe ; 
Und Rosenpaprika und Zwiebeln und « De 
Gewürze, Gewürze, Gewürze, rg 
a 


Joy mamam! Fleisch-so appetitanregend gut. . 27 

Es gibt keinen besseren ungarischen Salat: 
O M AN N „Budapester Salat” von Homann. Und so frisch: h 

dafür bürgt die Frische-Box mit der Frischesiegelung. , 


Feinschmecker-Salate aus gutem Hause 





DONNERSTAG 5. September 


1. PROGRAMM 


Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch, Rdf.), Kreuzberg/ 
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.) 


10.00 


Tagesschau. 10.20 Der Sport-Spiegel. Zur Dis- 


kussion: Sport in der Sowjetunion, Gesprächsleitung: 


Harry 


Valerien. 10.50 Eine Woche Miro. Ein großer 


Künstler bei der Arbeit. Beobachtet von Heinz Dieck- 
mann und Erich Berger, 11,35 Die Drehscheibe. Ein 
buntes Magazin. 12.00 Das aktuelle Magazin 


REGIONALSENDUNGEN 








16.40 
16.45 


17.00 


17.25 


18.00 
20.00 


20.15 


21.35 


22.20 
22.40 


OST-PROGRAMM Kanäle 3-6,11 | ÖSTERREICH Kanäte 2, 4-8, 10 NLA FACENEIT EEE Be Al) 


18,00 Benvenuti in Italia. Italienisch 
: 18.20 
Nachrichten. 18,30 Sportkaleidoskop. 
19.00 Dezernat M (1). Aus den Akten 
der Chicagoer Kriminalpolizei. 19.45 


17.05 Nachrichten. 17.10 Fernöstliche 
Erzählungen (II). 17.35 Musikalische | für 


Fantasie. 18.05 Englisch (1). 19.00 
Sportmeridiane. 19.25 Wetter. 19.30 
Aktuelle Kamera. 20.00 Objekliv. 


Tagesschau (außer Bayern) 


Patrik und Putrik 
Beim Silberschmied (Kinderstunde) 


Mein Freund - der Biber 


Filmbericht (Kinderstunde) 


Wir zeichnen mit Harald Isenstein 


Der in Dänemark lebende Bildhauer Ha- 
rald Isenstein zeigt einer Schülergruppe, 
wie man ein Stilleben zeichnet, das aus 
Obst, einer Flasche und Zigarrenkisten 
besteht 


Tagesschau (außer Bayern) 
Tagesschau und Wetterbericht 


Sahina Englender 


Fernsehfilm von Franz Geiger 

Sabina Englender Karin Anselm 
Manfred Seitz 1... cn. Peter Roggisch 
Kurt Englender ............ Helmut Wöstmann 
Frau Dr. Becker Inge Huber 
Dr. Werner Peter Oehme 
Professor Dr. Schwarz Nestor Xaidis 
Nachtschwester Brigitte Dryander 
Frau Brannekämper ......2222.- Grete Schaun 
Polizeimeister Ott ............ Lothar Rollauer 
Polizist Günther Leon Rainer 











SEKrelärN u... ua aan Ursula Köppen 
Ein Herr im Flugzeug .... Karl-Heinz Vosgerau 
Tankwart eins ananiena sn an wars Ernst Specht 





Das Fernsehspiel schildert das gestörte 
Verhältnis menschlicher Beziehungen zwi- 
schen Deutschen und Juden. Als Tochter 


jüdischer Auswanderer kommt Sabine 
Englender aus Kanada in die Bundes- 
republik. Auf journalistischen Streifzügen 
durch die ehemalige Heimat ihrer Eltern 
lernt sie den jungen Architekten Manfred 
Seitz kennen und lieben. Eines Nachts 
gerät sie versehentlich in die Maschinerie 
des Behördenapparates, wird als Rausch- 
giftsüchtige verdächtigt und zur Beobach- 
tung in eine Heil- und Pflegeanstalt ein- 
gewiesen. Als sich herausstellt, daß Sa- 
bina Jüdin ist, verlieren alle in den Fall 
verwickelten Personen ihre Selbstsicher- 
heit... Foto: Karin Anselm als Sabina 
Englender. Regie führt Rainer Wolffhardt 


Zwischengeneration 


Vier Lebensläufe aus Prag 
Eine Sendung von Gottfried Kludas 
Regie: Norbert Schultze jun. 


Tagesschau, Kommentar, Wetter 


3. Internationales 
Olympia-Abschieds-Sportfest 
Aufzeichnung vom Leichtathletik-Sportfest 
in Ludwigshafen 


Anfänger, 








Bayerisch. Rdf.: 18.30 Treffpunkt Wa- 
shington (IN FARBE). Bilder aus der 
amerikanischen Hauptstadt. 19.05 Nach- 
richten und aktuelle Viertelstunde. 
19.25 Abendschau 

Hessisch. Rdf.: 18.10 Wells Fargo. Der 
weibliche Drache, 18.40 Das Sand- 
wmännchen. Geschichten aus dem Mär- 
chenwald. Der gute, böse Wolf, 18.50 
Die Hessenschau. 19.10 Wiese, Wald 
und Wanderlust. Eine musikalische Un- 
terhaltung. 19.50 Heute in Hessen 
NDR u. Bremen: 13.05 Berichte vom 
Tage. 18.19 Nordschau, Abenteuer un- 
ter Aufsicht. Versuch einer Liebes- 
erklärung an die Passagierschiffahrt. 


18.53 Sandmännchen. Märchenwald. 
Der gute, böse Wolf. 19.00 Berichte 
vom Tage. 19.26 Sag’ die Wahrheit! 
Ratespiel 


Saarländ, Rdf.: 18.05 Das Gasthaus 
zum Einhorn. Die Überraschung. 18.30 
Stars von morgen? 18.40 Sandmänn- 
chen. 18.45 Novellen aus aller Welt. 
Amor A la carte. 19.20 Prisma. 19.35 
Der aktuelle Bericht 


SFB: 18.05 CF-RCK. Der Fotowettbe- 
werb. 18.30 Streifzug durch Australien. 
Mit Eingeborenen unterwegs. 19.05 
Sandmännchen. 19.15 Blick in die 
Presse. 19.23 Wetterbericht. 19.25 
Abendschau 

Südd. Rdf. u. SWF: 18.05 Kentucky 


Jones. Die neue Wirtschafterin (Wdhl.). 
18,40 Abendschau Baden-Württemberg 
(Mainz: Blick ins Land), 19.10 Sand- 
männchen, Klecksi, der Tintenfisch. 
19.20 Die 6 Siebeng’scheiten. Ein Schü- 
lerwettstreit. 19.54 Nachrichten 

WDR: 18.05 Wir im Scheinwerfer (IN 
. ARBE). Der gute Ton. 18.20 Von 
Babylon bis Übermorgen (IN FARBE). 
Das Betthupferl, Es war einmal ... 
das Teufelchen Tunichtgut. 18.25 Guten 
Abend! 18.30 Hier und Heute. 19.10 
Schauplatz Europa (IN FARBE). No- 
vellen aus aller Welt. Die Ehre des 
Herrn Morin. 19.40 Dr. Kildare (IN 
FARBE). Väter und Töchter 


3. PROGRAMM 


WDR . 


Neuigkeiten und Ankündigungen 
Nachrichten aus Nordrhein- 
Westfalen 

Hierzulande — Heutzutage 

Für und Wider 

Für Gastarbeiter aus der Türkei 
Tagesschau und Wetterbericht 
Zum Tage — Prisma der Welt 
Vincent van Gogh — 

Paul Gauguin 

Zwei Filme von Alain Resnais 
und Gaston Diehl 

Nachrichten 

Zum 85. Todestag von Iwan Tur- 
genjew (9. 11. 1818 — 3. 9. 1883) 
liest Otto Rouvel aus den „Auf- 
zeichnungen eines Jägers“ 


19.00 
19.10 


19.15 
19.45 
19.50 
20.00 
20.15 


20.30 


21.00 
21.05 


; 


„Zwischengeneration“ heißt die Sen- 
dung um 21.35 Uhr im I. Programm, in 
der vier tschechoslowakische Kommu- 
nisten, Absolventen der Prager Karls- 
Universität (Foto: die Schriftsteller Ci- 
vany und Straka) aus ihrem Leben er- 
zählen. Sie erlebten die Oktoberrevo- 
lution als Fünfjährige und wurden 
Kommunisten aus Protest gegen eine 
bürgerliche Gesellschaft, in der sie nur 
die Chance hatten, in das arbeitslose 
akademische Proletariat eingereiht zu 
werden. Hitler vertrieb sie in die in- 
nere und äußere Emigration und ins 
Konzentrationslager. Der Nationalsozia- 
lismus bestätigte die Richtigkeit ihrer 
kommunistischen Weltanschauung, der 
Stalinismus zerstörte ihre Ideale. Heu- 
te gehören sie zum Establishment und 
sind dennoch bereit, sich selbst in 
Frage zu stellen 


Toutou. 18.25 


(IN FARBE). 


20.35 Exkursion auf 5 Kontinenten. | Zeit im Bild. 20.00 Der goldene | mit Vico Torriani, 
Auf den Falkland-Inseln, 21.05 War- | Schuß, Internationale Show mit Vico 
schauer Konzert, Schauspiel. 22.35 | Torriani. 21.35 Zeit im Bild. 21.45 | der Ostseehalle 


Aktuelle Kamera 


12]stern 


Liebe 1962. Spielfilm 


in Kiel. 


2.PROGRAMM 


17.45 Nachrichten und Wetterbericht 
17.50 Drehscheibe — Magazin zum Feierabend 


18.15 


18.50 


19.27 
19.30 


21.40 


17.00 Le cing ä six des jeunes. 18,55 
Tagesschau. 19.00 Die Antenne. 19.25 
Graf Yoster gibt sich die Ehre. 20.00 
Tagesschau. 20.15 Der goldene Schuß 
Internationale Show 
Stars und Schüt- 
zen am Bildschirm, Übertragung aus 
21.35 Ka- 
mera und Leinwand. 22.15 Tagesschau 


In der Sendung berichtet Sternkoch Ulrich 
Klever wieder „Aus meiner Küche“ 


Eisenhahndetektiv Matt Clark 


„Überfall auf den Pony Express“ 
Fernsehfilm von Milton M. Raison 
Matt @lark wi mern ee Jim Davis 
Margaret Jones . . Kristine Miller 
Jack Slade Gregg Palmer 
In den sechziger Jahren des vergangenen 
Jahrhunderts gehörte Jack Slade zu den 
gefürchteten Banditen des Mittelwestens. 
Immer wieder täuschte er seine Verfol- 
ger, mechselte von einem Staat in den 
andern und war nicht zu fassen. Eines 
Tages gelingt es Jack Slade, den Posten 
eines Stationshalters beim Pony Express 
zu übernehmen. Jetzt kann er die Post 
kontrollieren und feststellen, wann wert- 
volle Fracht in einer Postkutsche beför- 
dert wird. Von Indianern läßt er die 
Kutschen dann überfallen und ausplün- 
dern... Regie führt Franklin Adreon 





Das kleine Fernsehspiel 


Unwahrscheinliche 
Geschichten 


„Requiem für eine Serie“ 
Von Richard Matheson 
Erzähler 


Rod Serling 
Gregory West .. Keenan Wynn 
Victoria West .. .... Phyllis Kirk 
MATT nr aan ara armer Mary La Roche 


Regie: Ralph Nelson 
Der Wetterbericht 
Heute, Nachrichten, Themen des Tages 






20.00 Der goldene Schuß 


Eine internationale Show mit Vico Torri- 
ani, Stars und Schützen am Bildschirm 
Mit Lisa della Casa, „The Flirtations*, Boyd 
Bachmann, Herbert F, Schubert und Tanya aus 
Las Vegas, dem Orchester Max Greger und den 
Golden Dancers. Regie: Kurt Ulrich 





Zu den Stars der Sendung — einer öffent- 
lichen Veranstaltung aus der Ostseehalle 
in Kiel — gehören „The Flirtations“ (oben) 
und der frühere Rock'n Roll-Sänger Tom- 
my Steele. Die Fotos zeigen ihn in der 
Musical-Verfilmung „Half a Sixpence“, 
die am 6, September in 27 Städten der 
Bundesrepublik Premiere hat 





Anschl. Kurznachrichten 


Journalisten fragen — 
Politiker antworten 


22.40 Heute. Wetter, Themen des Tages 





LUXEMBURG Kanal 7 


19.45 Zeichentrickfilm. 19.53 Vor der 
Kamera .., 19.58 Wettervorhersage. 
29.00 Tagesschau. 20.20 Agent secret 
F.X. 18 casse iout. Spielfilm mit 
Gil Delamare, Ro- 
21.50 
Zigeunerin‘. 

und John 


Richard Wyler, 
bert Manuel und Jany Clair. 


Wunschtheater: 
Mit Leonore 
Fostini 


„Die 
Shanwise 


Änderungen vorbehalten 





FORTSETZUNG VON SEITE 140 


was Besseres als Kekse haben wol- 
len“, sagte er hitzig. 

„Ach, ich weiß nicht recht“, sagte 
May. „Die sind nicht so verwöhnt, 
glaub mir.“ 

Gaylord kam da nicht ganz mit. 
Aber es hatte auch keinen Sinn zu 
streiten. „Hier, kleine Möwe“, sagte 
er freundlich und warf ihr den Keks 
hin. Die Möwe hüpfte darauf zu, 
doch ehe sie ihr Futter erreicht hat- 
te, war eine Möwe herabgeschos- 
sen und schnappte es ihr fort. Gay- 
lord war wütend. Er nahm noch 
einen Keks, aber diesmal ließ er 
ihn auf der ausgestreckten Hand 
liegen. 

Die Möwe sah Gaylord an, mit 
einem kühl abschätzenden Blick. 
Schließlich hing ihr Leben von der 
richtigen Einschätzung einer Lage 
ab. Sie kam ein wenig näher, blieb 
stehen, starrte ihn wieder an. 
Dann machte sie einen Hüpfer vor- 
wärts. Für den Bruchteil einer Se- 
kunde berührte der gierige Schnabel 
mit dem orangefarbenen Fleck fast 
Gaylords Hand. Dann war die 
Hand leer, und der Vogel würgte in 
sicherer Entfernung den Keks hin- 
unter. Jocelyn sagte: „Sie machen 
immer den Eindruck, als ob sie an 
chronischen Verdauungsbeschwer- 
den litten. Kein Wunder, wenn man 
sieht, wie sie ihr Essen hinunter- 
schlingen.“ 

Doch Gaylord war hingerissen. 
„Hast du das gesehen, Mummi? Sie 
hat mir’s direkt aus der Hand ge- 
fressen.“ 

Er hielt der Möwe noch einen 
Keks hin. Der Vogel nahm ihn, 
verschlang ihn und starrte Gaylord, 
begierig auf mehr, an. 

Gaylord war restlos glücklich und 
ganz vertieft in seine Beschäfti- 
gung. Merkwürdig, dachte May, wie 
so ein kleiner Junge mühelos zu 
Tieren Kontakt findet. Sogar zu 
diesem wilden, arroganten Ge- 
schöpf von Wasser und Wind. 

Sie drehte sich um und wollte 


Jocelyn etwas sagen. Aber sie 
schwieg. Sie hatte Davids Miene 
gesehen. 


Davids Augen ruhten starr auf 
dem glücklichen Gaylord. Und in 
seinen Augen lag ein Ausdruck, 
den sie nicht deuten konnte. Ein 
langer brütender Blick. Wenn es 
nicht so absurd gewesen wäre, 
wenn David nicht zur Familie ge- 
hört hätte, wenn er nicht Gaylords 
Vetter gewesen wäre, wenn... 
dann hätte es nur ein Wort ge- 
geben, mit dem sie diesen Blick 
hätte beschreiben mögen. Das Wort 
hieß Haß. 

Aber es war zu absurd. Welchen 
plausiblen Grund hätte David denn 
haben können, seinen kleinen Vet- 
ter nicht zu mögen, geschweige 
denn, ihn zu hassen? Soweit May 
wußte, hatten die beiden sich bis- 
her kaum miteinander beschäf- 
tigt, denn die zehn Jahre, die sie 
trennten, waren schwerer zu über- 
brücken als jeder Abstand zwischen 
anderen Altersgruppen. Nein, das 
bildete sie sich bestimmt nur ein. 
Vielleicht hatte ihr Schwiegervater 
recht, sie war heute wirklich ein 
bißchen nervös, 





Im nächsten STERN: 


Eine grausige Entdeckung 





© 1968 Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 







> Thompson Wohnungspflege 
fürdie 4 2%; 

vielbeschäftigte 

Frau von heute 


Thompson Wohnungspflege-Beratungsdienst, 4 Düsseldorf 1, Postfach 1126 







v Nimmt 
den Schmutz 


bringt 
den Glanz $ 


f 








auf den Boden spritzen feucht wischen 


beim Trocknen kommt Glanz ohne Nachpolieren 


Schmutz bleibt im Eimer 500 ccm > u 
DM 3,95 y 


7 N 


TT 2/68 





a 


Nach dem Sportwagenrennen (Porsche Carrera 6) Motodrom Hockenheim 


Die MARTINIS kennen keine Lungewelle! 
Trinken Sie MARTINI!sie gehören dazu! 


MARTINI 





Zu jeder Gelegenheit! 


Sie trinken MARTINI «on the rocks» 
(MARTINI «on the rocks» ist MARTINI mit Eiswurfeln.) 
Nehmen Sie dazu MARTINIROSSO (rot) oder 
MARTINI BIANCO (weiß) oder MARTINI extra DRY (herb) 


Sind Sie auch sicher, daß Ihr Verkäufer 


ihnen MARTINI verkauft hat? 
- MARTIN! & ROSSI Aktiengesellschaft - 655 Bad Kreuznach -